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Neu in der Gruppe und eine Frage
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am 18.10.2023 21:21:52 | IP (Hash): 2006195957
Da ich hier in dieser Gruppe neu bin, zuerst einmal meine kurze Vorstellung:
Alter: 76 Jahre, seit 2010 Diabetes Typ-2, Insulinpflichtig und diverse Medikamente und Vorerkrankungen. Seit 2021 ICT und rtCGM, zwei Insuline. Letzter HbA1C 6,8, und C-Peptid 0,65 mg/dl. Zielbereich 100 bis 160, Zielwert vor dem Essen 100.
Nun zu meinem Problem, vielleicht hat jemand eine Idee, denn mein Diabetologe verschreibt mir seit einiger Zeit nur noch die Medikamente und meint, ich bin bestens geschult und Informiert.
Bis Juli 2023 habe ich Levemir morgens und zur Nacht je 44 IE gespritzt. Ich war damit eigentlich immer gut im Zielbereich eingestellt. Wenn ich jedoch abends 2 Std. nach dem Abendbrot viel zu hoch (170 bis 230 mg/dl) war, da wirkten meine Korrekturspritzungen nicht, stattdessen stiegt der Messwert nach dem Spritzen an und verblieb über Nacht oberhalb des Zielbereiches, so dass vor dem Frühstück der Zielwert nicht erreicht wurde.
Mein Diabetologe, der sich immer nur die Libre3 Tagesdiagramme anschaute und dem der Insulinbedarf zu den erreichten Werten nicht interessierte meinte, ich solle es mal mit nur abendlichen 40 IE Toujeo ausprobieren.
Anfangs hatte ich Tag und Nacht gute Messwerte im Zielbereich. Nach einigen Wochen änderte das sich und ca. 2 bis 3 Stunden nach dem Abendessen stieg dann der Messwert plötzlich auf 180 bis 250 mg/dl an um dann innerhalb von wieder 2 bis 3 Stunden im Zielbereich zu sein. Während der gesamten Zeit war der Trendpfeil in horizontaler Position. Während dieser 4 bis 6 Stunden traue ich mich nicht, seitdem ich dieses nächtliche Problem habe, keine Korrektur zu spritzen um beim nächsten Frühstück in die nähe des Zielwertes zu kommen. Diese gewaltigen Spitzen werden am nächsten Tag auf dem Libre3 Messgerät NICHT dargestellt, weil der obere Teil der Spitzen geglättet dargestellt wird.
Zurzeit spritze ich vorsichtig Korrektur um einen Spritzwert zu finden mit dem ich nachts nicht unterzuckere um zum Frühstück wieder am Zielwert zu sein.
Mich würde mal interessieren, ob andere auch diese Erfahrungen gemacht haben, bzw. ob jemand eine Erklärung hat, weshalb mehrere Stunden nach dem Abendessen der Messwert so steil ansteigt und dann plötzlich wieder abfällt. Bei Levemir hatte ich das Phänomen nicht. Vielleicht mache ich mir auch zu viele Gedanken über dieses Phänomen. -
am 18.10.2023 22:09:36 | IP (Hash): 1266536159
Bin auch 76. Mein erster Abbott Scan brachte ne postprandiale Spitze 100 mg/dl über meiner Erwartung mit steilem Anstieg nach oben. Also hab ich gedacht, dass ich den Bolus vergessen hätte, und nachgespritzt. Und ne Stunde weiter zum 2. Mal gefrühstückt.
In der Tagesanzeige stand dann der hohe Scanwert einsam und ohne jede Verbindung über der Kurve. - Ich bin wieder komplett zurück beim Fingerpieks.
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Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :) -
am 18.10.2023 22:25:53 | IP (Hash): 2006195957
Das ist ja seltsam dieser Anstieg bei mir nach mehreren Stunden, nachdem ich zu Abenmd gegessen habe. Bei Levemir passierte das aber nicht. Bei mir sind die hohen Spitzen blutig (anderes Messgerät) und Gewebe (Abbott) annähernd gleich.
Danke für deine Antwort -
am 18.10.2023 22:29:25 | IP (Hash): 1266536159
Hast du den mit nem Fingerpieks verifiziert?
Nachtrag:
Und wenn das mit Levemir nicht vorgekommen ist, was spritzt du stattdessen jetzt?
Nachtrag:
Sorry, hab grad noch mal gelesen, Toujeo. Aber warum abends schlicht und einfach nicht mehr Levemir? Wieso sollen 40 IE Toujeo besser wirken, als 44 IE Levemir? Den Wechsel kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Du?
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Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :)
Bearbeitet von User am 18.10.2023 23:23:38. Grund: Nachtrag -
am 19.10.2023 00:05:35 | IP (Hash): 2006195957
Ich habe zum Schluss 100 IE Levemir gespritzt (morgens 50 und abends 50). Daher empfahl mir auch Der Diabetologe zu Tuojeo zu wechseln und somit nur einmal abends 40 IE zu spritzen. Ich wollte zur Schonung meiner Organe mich nicht mit Langzeitinsulin vollspritzen, zudem die Wirkung immer weniger wurde !
Bei mir hat höchste Priorität mit so wenig Insulin wie möglich, die bestmögliche Wirksamkeit zu erreichen!
Aber zurück zu meiner Fragestellung: Warum steigen meine Messwerte abends nach mehreren Stunden plötzlich an und fallen dann wieder genauso steil wieder ab ohne den Zielwert zu erreichen (da der dann lange nach Mitternacht erreicht wird)?
Was mich daran ärgert ist die Tatsache, dass diese gewaltige hohe Spitze nachts am nächsten morgen nicht im Tagesdiagramm von Libre3 in der tatsächlichen Höhe angezeigt wird, weil die Spitzen abgerundet dargestellt werden. Somit habe ich auch keine Möglichkeit dieses Phänomen bei mir meinem Diabetologen darzulegen.
Bei Abbott erhielt ich die Antwort: Das ist medizinisch und muss mit meinem Arzt abgeklärt werden.
Bearbeitet von User am 19.10.2023 11:03:43. Grund: Erweiterte Eingrenzung meiner Problemschilderung -
am 19.10.2023 09:18:12 | IP (Hash): 584062127
Die Wirkung vom Insulin richtet sich bei uns mit Typ 2 nicht nach den Musterwirkkurven, die alle mit Typ 1 erstellt werden. Und den Verlauf können wir nur beobachten und zu deuten versuchen.
Viel interessanter als den Anstieg zwischendurch finde ich, dass du mit Toujeo mit der Hälfte der Einheiten, die du mit Levemir gespritzt hast, morgens in deinem Zielbereich rauskommst. Verstehe ich deine Beschreibung so richtig?
Für deinen Dok sind Schwankungen in der Größenordnung völlig normal, weil die meisten seiner Patienten mit HbA1c 7-8 da deutlich größere produzieren und weil für die ärztliche Einstellung praktisch nur das Erreichen der Zielbereiche wichtig ist.
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Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :) -
am 19.10.2023 11:08:44 | IP (Hash): 55253487
Zuckermann schrieb:
Aber zurück zu meiner Fragestellung: Warum steigen meine Messwerte abends nach mehreren Stunden plötzlich an und fallen dann wieder genauso steil wieder ab ohne den Zielwert zu erreichen (da der dann lange nach Mitternacht erreicht wird)?
Hallo Zuckermann,
ich finde es unglaublich, dass du das Basalinsulin von 100IE (2*Levimir) auf 40IE (Toujeo) reduzieren konntest, ohne einen sehr viel schlechteren BZ-Verlauf zu bekommen. Aber wenn du das schon eine Weile machst und es bis auf dein kleines Problem gut funktioniert, dann wird das wohl stimmen. Das Mahlzeitinsulin hast du nicht gleichzeitig stark erhöht?
An deiner Stelle würde ich als erstes überprüfen, ob der seltsame Anstieg tatsächlich mit dem Abendessen zusammen hängt, oder ob es eher etwas mit dem Spritzzeitpunkt von Toujeo zu tun hat. Um das zu testen, könntest du den Spritzzeitpunkt mal um einige Stunden vorverlegen, am besten in mehreren 1-Stunden-Schritten. Du könntest aber auch gleich versuchen, das Toujeo je zur Hälfte früh und abends zu spritzen. Wenn es mit dem Toujeo zusammenhängt, dann wird sich dadurch auf jeden Fall eine Änderung ergeben, wahrscheinlich eine Verbesserung.
Du schreibst, dass du dich aus Angst vor Hypos nicht traust, die seltsame BZ-Spitze zu korrigieren. Wenn dein unterer Zielwert 100 ist, dann hast du doch noch viel Spielraum nach unten und brauchst bei vorsichtiger Korrektur nichts zu befürchten. Falls deinn BZ dann mal auf 80mg/dl fällt, dann passiert noch gar nichts. Sollte er im schlimmsten Fall auf 60mg/dl fallen, dann passiert auch noch nicht viel, das wäre dann nur eine harmlose leichte Hypo. Wenn du mit den oben beschriebenen Versuchen mit Toujeo nicht weiter kommst, dann korrigiere doch vorsichtig. Als Dauerlösung wäre das allerdings nicht gut geeignet.
Alles Gute, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 23.10.2023 09:57:01. Grund: BBCodes1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 19.10.2023 12:34:21 | IP (Hash): 2006195957
Hallo Hit_Jürgen,
Das Typ-1 und Typ-2 zwei unterschiedlich zu behandelnde Diabetesarten sind wie du schreibst, ist mir völlig klar. Deswegen sind natürlich auch die Behandlungen unterschiedlich und zwar unter anderem wegen der noch vorhandenen Körpereigenproduktion von Insulin bei Typ-2ern. Daher ist es immer erforderlich, bei Fragen zu erwähnen, welche Art von Diabetes man hat!!!
Ich habe mich seit der ICT Behandlung intensiv mit der Insulinwirkung bei mir beschäftigt, damit meine Messwerte über 24 Stunden im Zielbereich (100-160) verbleiben und demzufolge mich so mit den Mahlzeiteninsulin einzustellen, dass ich vor den drei Hauptmalzeiten immer den Zielwert (100 mg/dl) als Basiswert erreiche, um dann die KE der Mahlzeit durch das schnellwerkende Bolusinsulin zu neutralisieren.
Wenn ich mich NICHT bei den KE-Berechnungen bei den Mahlzeiten aus irgendeinem Grund verrechne, bleibt mein Messwert immer im Zielbereich und ist vor der nächsten Mahlzeit wieder am Zielwert!
Es hat bei mir sehr lange gedauert bis ich diese Werte erreicht habe. Denn wenn mein Zielwert bei der nächsten Mahlzeit nicht erreicht ist, hat das Auswirkungen auf die Messergebnisse von bis zu zwei Tagen danach, bis der Zielwert punktgenau wieder getroffen wird. Das hat auch damit zu tun, dass ich sehr viel Bolus- und Basisinsulin spritzen muss. Ich staune immer wieder wie viele hier mit weit weniger Insulinmengen auskommen.
Für mich ist das Erreichen des vom Arzt vorgegebenen Zielwert wichtiger als nur den Zielbereich zu erreichen! Denn wenn ich den Zielwert erreiche, erreiche ich ja auch den Zielbereich.
Meine noch immer mich interessierende Frage ist, warum steigen nachts meine Messwerte plötzlich in kürzester Zeit übermäßig stark an um dann wieder plötzlich stark abzufallen während der Trendpfeil im Libre2 Messgerät während des an- und Abstieg der Messungen immer horizontal verbleibt?
Wenn ich während der Steige- und Abfallphase Korrektur spritzen würde, würde ich gefährlich unterzuckern.
Bei den früheren Messungen mit dem Libre2 System sind derartige Messungen niemals gemessen worden. -
am 19.10.2023 14:09:31 | IP (Hash): 2006195957
Hallo Rainer,
ich danke dir, dass du dich hier zu meinem Problem zu Wort meldest.
Zu 1. Absatz: Die ersten Tage nach der Umstellung von Levemir auf Toujeo hatte ich sehr gute Werte im Zielbereich. Danach verschlechterten sich die Werte und ich habe das Toujeo langsam von 40 auf 45 angepasst. Dass verbesserte die Messwerte wieder bis ich dann vor den Mahlzeiten oftmals Korrektur KEs zu mir nehmen musste. Daraufhin habe ich die abendliche Menge Toujeo wieder auf die Ausgangsbasis von 40 IE zurückgesetzt. Das Mahlzeiten Insulin habe ich nicht verändern müssen! Ebenso nicht die bisherigen Insulin-Korrekturschritte (± 1/5 mg/dl - sehr hoher Wert) und die KE-Korrektur (1 KE für ca. 40 mg/dl).
Zu 2. Absatz: Da der Anstieg der Messwerte erst nach bis zu 5 Stunden nach dem Abendessen erfolgt glaube ich nicht, dass es am Essen liegt. Eventuell könnte es an den Medikamenten liegen: Juformin 1000 mg und Ezetimib 10/20.
Ich würde deinem Ratschlag folgen, und ggf. die Spritzzeit des Toujeo zu verlegen und so experimentieren.
Zu 3. Absatz: Zurzeit korrigiere ich diese seltsamen hohen Messwerte noch nicht, da sie so wie sie angestiegen auch wieder Nachts in den Zielbereich abfallen. Wenn sie vor dem Frühstück zu hoch sind, dann kann ich ja ggf. Insulin Korrektureinheiten hinzufügen. Das klappt zurzeit. Mein Schwellwert für die Alarmmeldung ist auf 70 mg/dl eingestellt. Nach dieser Meldung fällt der Messwert um die ca. 5 mg/dl pro Minute. Blutzucker-Vergleichsmessungen zur gleichen Zeit ergeben zwischen 80 und 90 mg/dl. Da ist noch genug Reaktionszeit vorhanden.
Vielen Dank für deine Ratschläge und auch Dir alles Gute -
am 25.10.2023 20:17:45 | IP (Hash): 1077626483
hjt_Jürgen schrieb:
Viel interessanter als den Anstieg zwischendurch finde ich, dass du mit Toujeo mit der Hälfte der Einheiten, die du mit Levemir gespritzt hast, morgens in deinem Zielbereich rauskommst. Verstehe ich deine Beschreibung so richtig?
Für deinen Dok sind Schwankungen in der Größenordnung völlig normal, weil die meisten seiner Patienten mit HbA1c 7-8 da deutlich größere produzieren und weil für die ärztliche Einstellung praktisch nur das Erreichen der Zielbereiche wichtig ist.
Meine Frage hier bezog sich auf nächtlichen sehr hohen Spitzen. Morgens, wenn ich mein Frühstück beginne mache ich immer eine Punktlandung und beginne mit dem Essen wenn mein Zielwert von 100 mg/dl erreicht ist. Das hängt auch damit zusammen, dass ich ein sehr stark ausgeprägtes Dawn-Syndrom habe und demzufolge sofort nach dem Wachwerden die Insulinmenge spritze, die ich sonst erst unmittelbar vor dem Frühstück (nach 30-60 Minuten) spritzen würde. Da ich jeden morgen mit einem Haferfrühstück beginne, kann ich auch jeden Morgen die gleiche Menge Insulin spritzen. Das hat sich seit Jahren bewärt!
In meiner damaligen Diabetes Schulung (nicht Ernährungsberatung) wurde bei meiner Umstellung auf ICT der "Zielwert" als der Wert definiert, der vor jeder Mahlzeit erreicht werden soll (muss), genannt. Der Zielbereich hingegen ist bei mir der Wert, den ich zwei Stunden nach der Mahlzeit erreichen muss. Wenn ich 2 Stunden nach dem Essen ausserhalb des Zielbereichs bin, spritze ich entsprechend meiner plus/minus Insulin-Korrekturschritte die entsprechenden Menge an Mahlzeiteninsulin.
Das nur mal wegen deiner Aussage, das ....."weil für die ärztliche Einstellung praktisch nur das Erreichen der Zielbereiche wichtig ist". Bei mir gibt es auch keine "Zielbereiche", da mein Zielwert und Zielbereich über 24 Stunden immer der gleiche ist. Da ich wie oben beschrieben Tagsüber bei Zwischenzeitlichen überschreiten des Zielbereichs sofort Korrektur spritze, habe ich auch keine nennenswerte Spitzen. Daher ärgern mich natürlich meine unerklärlichen sehr hohen plötzlich ansteigenden Nachtspitzen bis zu 220 mg/dl, die dann in der Zeit wie sie angestiegen sind auch wieder in den Zielbereich abfallen. Während dieser Zeit steht der Trendpfeil des Libre3 Messgerätes über den gesamte Zeitraum in horizontaler Position.
Grüße, Zuckermann
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Seit 2010 Insulinpflichtig TYP-2, ICT und rtCGM -
am 25.10.2023 21:04:33 | IP (Hash): 812765853
Super, ich finde mich in deiner Schreibe direkt wieder. Auch ich habe damals erst einmal gespritzt, was ich für mein Frühstück brauchte. Und dann habe ich mich vor das Frühstück gesetzt und in fünf Minuten Abständen getestet und angefangen zu essen, wenn mein Blutzucker auf 100-80 mg/dl gesunken war. Mit dem Humaninsulin, mit dem ich damals angefangen habe, dauerte das vom Spritzen bis unter 100 mg/dl um zwei Stunden. Anschließend mit dem neuen schnellen Analoginsulin Humalog nur noch knapp eine Stunde.
Und auch ich hatte ein ausgeprägtes Dawn-Phänomen. Also von 80 bis 90 um 5 Uhr auf 160 bis 170 um 8 Uhr bis 9 Uhr. Nach jeder Routineuntersuchung beim Doc, zu der man ja nüchtern antreten muss, haben mich die Sprechstundenhilfen dann angerufen und zu einem dringenden Rücksprache-Termin mit dem Arzt aufgefordert, weil ich doch so einen hohen Nüchternwert hatte. Ich habe sie dann immer gebeten, in ihren Unterlagen / an ihrem Bildschirm ein Stückchen weiter zu schauen auf den HbA1c-Wert. Und da stand dann immer 5,2 oder 5,3 oder auch schon mal 5,0. Das stellte sie immer zufrieden, und dann brauchte ich nicht mehr zum Doc.
Das Dawn Phänomen habe ich nicht mehr seit meiner Leberentfettung nach Taylor vor gut acht Jahren. Seitdem brauche ich auch nur noch 10 statt 40 IE Basal.
So einen Verlaufsberg in der Nacht habe ich bei mir in meinem Jahr mit dem Libre 1 nicht gesehen. Und ich würde ihn wie einen Verlaufsberg nach dem Essen bewerten: Wenn der BZ nach dem Auslaufen des Bergs auf der Höhe ausläuft, in der er angefangen hat, hat das Insulin gepasst. Mehr würde den Auslauf doch runterziehen, und das müsste ich dann doch auffressen :(
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Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :) -
am 25.10.2023 23:39:09 | IP (Hash): 1077626483
Hallo Jürgen,
es freud mich für dich, wenn du deine Leberentfettung nach Taylor wegbekommen hast. Ich habe keine Leberprobleme (Kein Alkohol und keine Zigaratten). Meine Leberwerte sind besten. Daher brauche ich auch keine "Wundermittel". Ich möchte hier auch keine Abhandlung über das Dawn-Phänomen schreiben. Dazu gibt es genügend sehr gute Publikationen.
Trotzdem hier mal mein Sachverhalt, weshalb ich ca. eine Stunde vor dem Frühstücken spritze. Mein Messwert ist konstand über Nacht zwischen 100 und 120 mg/dl (immer Gewebezucker).
1.
Wenn ich aufwache messe ich ebenfalls zwischen 100 und 120 mg/dl. Wenn ich nun aufstehe, das Badezimmer besuche und Frühstücke und zum Zeitpunkt des Frühstücksbeginn messe, dann habe ich immer zwischen 160 und 180 mg/dl gemessen (das ist viel zu hoch gegenüber meinem Zielwert 100 vor dem Essen und mein Diabetologe hat mir bestätigt, dass es das Dawn-Phänomen ist und keine Leberverfettung!)
Jetzt müsste ich KE x KE-Faktor + Korrektur Spritzen und das fehlende Insulin für die Erhöhung vom Ziel- zum Istwert hinzurechnen. Mit diesen Insulinmengen erreiche ich aber NICHT 2 Std. nach dem Frühstück meinen Zielwert und zu Mittag wiederholt sich das.
Das selbe wiederholt sich zum Abendessen. D.h. wenn ich morgens zum Frühstück meinen Zielwert NICHT erreiche, dann erreiche ich den ganzen Tag vor den Mahlzeiten meinen Zielwert nicht, trotzdem ich jedes Mal vor den Mahlzeiten Korrekturinsulin spritze.
2.
Daher spritze Morgens nach dem Aufstehen sofort KE x Faktor + ggf. Korrektur für eventuellen differenz Ist- Zielwert (Korrektur entfällt meistens, weil mein Langzeitinsulin auf einen Zielwert zwischen 100 und 120 eingestellt ist. Mit dieser vorgezogener Frühstücksspritzung erreiche ich, dass bis zu mein Frühstücksbeginn mein Gewebezucker nicht ansteigt weil das Dawn-Phänomen durch das vorher gespritzte Insulin neutralisiert wird.
Somit benötige ich weniger Mahlzeiteninsulin weil diverse Korrekturspritzungen nicht erforderlich sind, denn ich bleibe bis zwei Stunden im Zielbereich 100 bis 160 mg/dl und erreiche zur nächsten Mahlzeit den Zielwert 100 mg/dl. Das Langzeitinsulin möchte ich nicht erhöhen, denn dann würde die Gefahr der Unterzuckerungen sich erhöhen.
Somit habe ich mein selbst gestecktes Ziel, mit minimalsten Insulinbedarf bei minimalsten Gewebezucker Messwerten zu erreichen und damit einen HbA1c unter 7 zu erreichen, z.Zt. 6,8. Mit noch schärferen Einstellungen kännte ich einen noch besseren Wert erreichen, würde damit aber gefahr laufen, und zu nahe an meine Alarmmeldung kleiner 70 mg/dl Gewebezucker rankommen.
Ich habe meine Erfahrungen hier mal etwas ausführlicher beschrieben weil ich weiss, dass viele Patienten nach dieser Methode spritzen und auf "Wundermittel verzichten".
Viele Grüße an Dich und alle Mitleser, Zuckermann
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Seit 2010 Insulinpflichtig TYP-2, ICT und rtCGM -
am 26.10.2023 11:06:27 | IP (Hash): 268113995
Da hab ich mich missverständlich ausgedrückt:
Ich habe deine BZ-Steuerung nicht kritisieren und dir auch keine Fettleber andichten wollen. Aus meiner Sicht machst du alles deutlich gesünder, als mit der fachoffiziellen Standardeinstellung vermittelt wird. Und mit etwas Glück gehörst du auch zu denen von uns, deren Typ 2 bei deiner üblichen Verlaufshöhe keine Progredienz zeigt. Mit etwas Glück brauchst du also über die Jahre dafür nicht, wie meistens üblich, immer mehr Insulin.
Zur missverständlichen Sache Fettleber - Leber entfetten:
Die weitaus meisten Menschen mit ausgeprägter Fettleber haben und entwickeln keinen T2D. Denn deren Glukose-Ausgabe funktioniert auch mit dem vielen Fett völlig gesund. Auf der anderen Seite funktioniert bei denen mit T2D und ausgeprägter Fettleber die Glukoseausgabe schon nach 7-8 Tagen mit nur 600-800 kcal/Tag von einem auf den anderen Tag ohne Medis wieder völlig gesund. Und in der Zeit haben die ihre fette Leber aber noch lange nicht abgeschmolzen! Sondern da ist nur die Funktion für die passende Glukose-Ausgabe wieder ausreichend fettfrei.
Die schlagartige BZ-Normalisierung nach 7-8 Tagen ist seit Jahrzehnten Standard-Erfahrung mit bariatrischen OPs. Und zu dieser Standard-Erfahrung gibt es jede Menge hochwissenschaftliche Abhandlungen. Dafür braucht es kein Wundermittel, wie du das nennst.
Prof Taylor hat die wissenschaftlichen Narrative offenbar als erster mit MRT Technik nachgemessen und gefunden, dass nicht das Skalpell die Wendung zum Gesunden bringt, sondern einzig die damit bewirkte gewaltige Verringerung des täglichen Energiezufuhr das Wundermittel ist. Und entsprechend hat er nur mit dieser Verringerung mit einer Gruppe freiwilliger OP-Kandidaten eben ohne OP die selbe BZ-Normalisierung feiern können. Seitdem haben's einige Tausend Betroffene in der DiRECT Studie und darüber hinaus bestätigt.
Etwa 30% der Teilnehmer:innen an der UKPDS, der ersten großen Studie zu T2D, hatten ihren T2D übrigens mit BMI 25 und weniger. Und Prof Taylor hat inzwischen auch schlanke Menschen mit T2D untersucht und mit völlig unauffälligen Lebern und mit ihnen mit den 600-800 kcal/Tag den gleichen Erfolg vermelden können, wie mit den dicken. Das bedeutet, die Fett-Schwelle, über der die Leber bei uns mit T2D zuviel Glukose auszugeben beginnt, ist sehr individuell und richtet sich offenbar weder nach irgendwelchen Leberwerten, noch nach dem BMI.
Und sie richtet sich auch nicht nach irgendwelchen Wundermitteln. So habe ich meine Entfettung mit entsprechend wenig von dem Essen erlebt, was ich die Jahre bis dahin auch schon gegessen hatte.
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