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Prädiabetes nach Entbindung?

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    Mitglied seit: 17.11.2023
    am 17.11.2023 15:05:22 | IP (Hash): 589098687
    Hallo, liebe Runde!

    Zunächst vielen Dank für die hilfreichen Antworten, die ich in diesem Forum schon gelesen habe und die mir Einiges in Bezug auf (Schwangerschafts-)Diabetes besser erklärt haben und manche Verwirrung auflösen konnten.

    Ich hatte Schwangerschaftsdiabetes (nüchtern 98/1h 134/2h 100) und habe mich nun 12 Wochen nach der Entbindung erneut dem oGTT unterzogen, um zu überprüfen, ob ich immer noch Probleme mit meinen Werten habe oder nicht. Eine Ernährungsumstellung war ausreichend, ich musste kein Insulin nehmen. Ich bin 179 cm groß und wiege derzeit ca. 75kg. Ergebnis oGTT post partum Nüchternwert 102, 1h 124, 2h 116. Nüchternwert zu hoch laut Frauenärztin, Diagnose Typ II Diabetes. Erstmal etwas erschrocken... Ich habe dann jeden Tag zu Hause mit meinem Messgerät den Nüchternwert vor dem Frühstück bzw. direkt nach dem Aufstehen überprüft und auch einige komplette Tagesprofile erstellt. Der Nüchternwert war nie über 90, eher so 83-87. Die Werte nach 1h nie über 140.

    Als ich den Termin morgens vom oGTT hatte, war ich schon 4 Stunden auf den Beinen und nachts mehrfach aktiv, um mich um mein Baby zu kümmern. Da habe ich mich gefragt, inwieweit Stress und schlaflose Nächte auf den Blutzucker drücken oder ob das egal ist, weil nüchtern nüchtern ist, ob nun 8, 10 oder 12 Stunden nach der letzten Mahlzeit?

    Ich nehme das Thema sehr ernst, da es einige Diabetiker in meiner Familie gibt und ich frühzeitig aktiv werden will, falls sich etwas bei mir anbahnt. Mich interessiert, ob z.B. Hormone, Stillzeit, Schlafmangel, u.ä. die Werte durcheinander bringen können? Hat da jemand Erfahrungen? Ein Bluttest wurde bisher nicht gemacht, ich soll erst noch einen weiteren oGTT machen. Wer hat hier Erfahrungen nach Entbindung und der ersten Babyzeit? Dazu finde ich sehr wenige Informationen.

    Vielen Dank vorab,
    Betty
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    am 17.11.2023 15:34:48 | IP (Hash): 1815442054
    Typ 2 Diabetes wird ernannt, wenn der Blutzucker unter genau definierten Bedingungen sehr viel höher als gesund verläuft.
    Schwangerschaftsdiabetes wird ernannt, wenn der Blutzucker unter genau definierten Bedingungen in der Schwangerschaft knapp höher als gesund verläuft.

    In beiden Fällen ändert sich nichts an der Benennung, wenn man/frau sich 24/7 so verhält, dass der Blutzucker eben 24/7 im völlig gesunden Rahmen verläuft. Dann ist man/frau praktisch gesund mit Diabetes und hat gleiche Risiken, an diabetischen Folgen zu erkranken, wie Menschen völlig ohne Diabetes.

    Wer allerdings mit der bekannten Vorbelastung den gesunden Rahmen häufiger überschreitet, als für die persönlich ererbten Bedingungen zuträglich ist, bedient damit irgendwann wieder das sich selbst verstärkende Ansteigen vom Blutzucker :(

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    Schon im völlig normalen Behandlungsbereich mit HbA1c 6.5-7 haben die meisten von uns mit T2D keine akuten Diabetes Symptome und wenig Folgekrankheiten-Risiko.
    Alternativ ist in den ersten Jahren mit Typ 2 meistens eine Remission möglich. Damit wird meistens gesunder Blutzucker ohne Diabetes-Medikation erreicht, und dazu kommen häufig in der Folge auch völlig gesunde Blutfette und Blutdruck.
    Bearbeitet von User am 17.11.2023 15:36:13. Grund: .
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    am 17.11.2023 16:15:40 | IP (Hash): 734868939
    Betty11 schrieb:
    Ergebnis oGTT post partum Nüchternwert 102, 1h 124, 2h 116. Nüchternwert zu hoch laut Frauenärztin, Diagnose Typ II Diabetes.



    Mit dem Werten erfüllst du keine Kriterien für eine Diabetes-Diagnose. Der Nüchternwert ist minimal über dem Soll-Wert. Kleiner 100mg/dl ist gesund, erst ab 126mg/dl als Nüchternwert spricht man von Diabetes.

    Ggf. hast du einen Prädiabetes. Deine BSD kann aber sehr gut mit den starken Kohlenhydratbelastung umgehen. Die 1 und 2-Std. Werte sind top!

    Wenn du von Stress, schlaflose Nächte, etc. schreibst, das kann auch den Blutzucker beeinflussen.

    Ich würde mir an deiner Stelle mit deinen aktuellen Werten keinen Kopf machen. Wenn die so bleiben auf diesem Niveau, ist alles super.
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    am 18.11.2023 08:55:05 | IP (Hash): 1536830247
    Vielen Dank für Eure Antworten!

    Die Diagnose schien mir recht schnell gestellt zu sein ohne die genauen individuellen Umstände zu berücksichtigen und dann steht man erstmal da und weiß gar nicht, woran man eigentlich ist. Ich habe jetzt einen Termin beim Diabetologen anstehen und werde mich dort noch einmal beraten und untersuchen lassen.
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    am 18.11.2023 12:38:03 | IP (Hash): 1815476558
    Da war die gute Frau Doktor wohl in Gedanken noch immer in der Schwangerschaft.
    102 mg/dl nüchtern sind seeehr weit von den 126 entfernt, die der niedrigste Nüchternwert für die Ernennung zum Menschen mit Diabetes sind. Und Prädiabetes wird eher ab 110 mg/dl nüchtern diagnostiziert, sofern da überhaupt jemand eine Diagnose ausspricht. Denn die Fachologen sind sich noch immer nicht so ganz einig, ob das schon eine Krankheit ist, die ja dann eigentlich behandelt werden müsste, oder eben noch nicht.

    ABER mit unserem genetischem Typ 2 Erbe haben wir nie nix, sondern wir haben immer die besonderen Anlagen zum Typ 2. Und wenn wir die ausreichend “erfüllen”, mag unser Blutzucker gerne immer höher ausfliegen. Die besondere Herausforderung mit diesem Erbe: es ist höchst persönlich individuell und richtet sich nach keinen bisher üblichen medizinischen Maßstäben.

    Mit den Typ 2 Genen haben wir ein sehr viel kleineres Speichervolumen für Glykogen in den Muskeln. Deswegen muss bei uns ein deutlich höherer Anteil als gesund normal von Glukose in Fett umgewandelt und gespeichert werden. Und wahrscheinlich haben wir auch eine begrenztere neutrale Fettspeicherung im Unterhautfettgewebe, so dass bei uns Speicherfett eher im Bauchraum bleibt.
    Im Prinzip ist das alles kein Problem, solange wir immer nur soviel essen, wie unser Organismus in 24 Stunden verbraucht. Das Typ 2 Problem entsteht, wenn wir halt immer ein bisschen mehr essen und unser Organismus den Überfluss einlagert.

    Denn wir haben definitiv Typ 2 bedingte Schwellen in der Aufnahme von Fett in Leber und Pankreas, mit deren Überschreiten Regelprozesse in diesen beiden Organen von gesund zu Typ 2 kippen. Das hat Prof. Taylor in Newcastle vor bald 15 Jahren als erster entdeckt, und das ist inzwischen vielfach weltweit nachgemessen und bestätigt worden. Aber die Erkenntnis hat bislang wenig bis meistens keine Beachtung in der Behandlung gefunden.

    Bleibt einstweilen also voll an uns, was wir von der Erkenntnis umsetzen und haben wollen. Und wenn wir unseren BZ-Verlauf 24/7 im völlig gesunden Bereich sehen, ist wohl alles in gesunder Ordnung. - Mögen deine Nächte ruhiger werden :)

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    Schon im völlig normalen Behandlungsbereich mit HbA1c 6.5-7 haben die meisten von uns mit T2D keine akuten Diabetes Symptome und wenig Folgekrankheiten-Risiko.
    Alternativ ist in den ersten Jahren mit Typ 2 meistens eine Remission möglich. Damit wird meistens gesunder Blutzucker ohne Diabetes-Medikation erreicht, und dazu kommen häufig in der Folge auch völlig gesunde Blutfette und Blutdruck.
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    am 18.11.2023 13:11:55 | IP (Hash): 205351817
    Betty11 schrieb:
    Ergebnis oGTT post partum Nüchternwert 102, 1h 124, 2h 116. Nüchternwert zu hoch laut Frauenärztin, Diagnose Typ II Diabetes.

    Hallo Betty,

    lass dich bitte weder von deiner Frauenärztin noch von Beiträgen hier dumm quatschen - deine oGTT-Werte sind perfekt.

    Bei dem ganz ganz leicht erhöhtem Nüchternwert könnte man vielleicht etwas sagen, aber selbstverständlich kann Stress diesen Wert erhöhen. Wenn du zu Hause nur gute Nüchternwerte gemessen hast, dann kannst du dich darauf gut verlassen, zumal deine Nachessenswerte trotz der sehr hohen Belastung mit der oGTT-Lösung echt gut aussehen.

    Mache dich darauf gefasst, dass Der Diabetologe dich auslacht. Auf jeden Fall wird er dir sagen (oder nur denken), dass deine Frauenärztin mit Ihrer Aussage: Diabetes spinnt.

    Alles Gute und viel Freude an deinem Baby, Rainer

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    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 18.11.2023 13:13:29. Grund: BBCodes