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Hashimoto, Insulinresistenz und die Ärzte.

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    Mitglied seit: 06.02.2024
    am 06.02.2024 11:50:51 | IP (Hash): 164615638
    Guten Tag miteinander,
    ich versuche mich mal kurz zu halten, so gut das irgendwie geht.
    Zu meiner Situation:
    Hashimoto diagnostiziert ca 2016, Einstellung mit L-Thyroxin aktuell auf 88yg mit TSH von 1,0, T3 und T4 sind auch gut eingestellt. Nach einigen Auf und Ab mit Gewichtszunahme und unstimmigen Werten passt es jetzt vom Gefühl her endlich. 07/22 wurde ein Knoten entdeckt auf der SD, soweit bisher wohl nicht wachsend, aber welche Sorte wird bisher nicht weiter erforscht, laut Ärzte wäre er mit 8mm für eine Szintigraphie zu klein.
    2023 im Sommer fiel mir auf, dass morgens mein BZ bei 126 lag. Der Endokrinologe sah so schnell keinen Handlungsbedarf, leider, erst nachdem ich viel Druck ausgeübt habe, wurde 11/23 der HbA1c bestimmt. Bis dahin hatte ich es selbst durch Ernährung geschafft, die Werte auf 100-110 zu bessern.
    14.11.23 HbA1c lag bei 5,23, TSH 2,5
    Dann Umstellung auf L Thyroxin 88yg
    21.1.24 HbA1c bei 5,2 und TSH 1,0
    Soweit so gut, im November wurde mir bei der Auswertung gesagt ich hätte eine Insulinresistenz, man könnte mir aber nicht helfen damit. Medikamente nicht benötigt, Ratschläge zum Thema Ernährung gleich null.
    Im Januar dann die Aussage des Arztes Zitat „Sie haben ein normales Gewicht, Sie sind laut WHO ein gesunder Mensch.“ da platze mir fast die Hutschnur, gesund mit ein paar Defiziten, oder wie?!
    Gewicht liegt bei 60-61kg auf 1,60m.

    Nun zu meiner Frage:
    Meine Werte sind morgens gern mal bei bis zu 107. ich habe mir den FreeStyle Libre 3 gekauft, damit man mir vllt mal glaubt beim Arzt. Dort gehen sie morgens sogar auf 120 hoch.
    Der Zeitpunkt ist dabei besonders komisch: die ganze Nacht über ist alles im normalen Bereich, ungefähr 90-100. erst wenn ich wach werde und aufstehe, kann man zusehen, wie die Kurve steigt. Ich hätte jetzt vermutet, es ist das Dawn-Phänomen. Liege ich damit richtig?
    Ich mache Intervallfasten 16:8 schon seit 2016, dadurch geht der BZ natürlich tagsüber auch wieder runter und bleibt normal.
    Nach KH steigt es auf 150-160 und fällt auch wieder normal innerhalb von 1h, maximal 1,5h.
    Selbstversuch schnelle KH mit Kuchen waren hier das Testobjekt. Ansonsten esse ich maximal 100g KH am Tag.
    Abends steigt er trotz weniger KH ebenfalls schnell und fällt wieder normal.
    Kennt das jemand auch? Mein Hausarzt meinte „eine Autoimmunerkrankung kommt selten alleine.“ und spielte damit etwas auf DT1 an, kennt das jemand, erst Hashimoto und dann DT1?
    Fühle mich beim Endo, der auch Diabetologe ist, fühle ich mich aktuell dezent veräppelt.
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    am 06.02.2024 12:33:10 | IP (Hash): 1280866937
    Schön, dass du hergefunden hast :)

    Dass Typ 2 von und eben nur mit Übergewicht kommt, ist auch unter Ärzten und Fachärzten ein gern genommenes Vorurteil. Ein großer Teil der Teilnehmer an der ersten großen Typ 2 Studie UKPDS waren völlig normalgewichtig.

    Dass Autoimmunerkrankungen häufiger nicht allein bleiben, scheint normal. Und von daher ist auch zunächst einmal die Vermutung normal, dass wenn Hashimoto, dann wenigstens auf den ersten Blick eher T1D als T2D.

    In der Grafik gleich zu Anfang der Seite hast du ne blaue Kurve für den durchschnittlich normal gesunden BZ und parallel dazu drunter und drüber die normal mögliche Streubreite. Nachtrag https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar
    Und was du bisher an Werten gepostet hast, fällt zum größten Teil noch in diesen Normalbereich.

    Das ist jetzt die Herausforderung, deine und die der Ärzte:

    Für die Ärzte besteht ein Be-Handlungsbedarf erst ab deutlich beständigem Überschreiten wenigstens einer der Größen, die für die Diagnose Diabetes definiert sind. Prädiabetes ist nirgendwo medizinisch bindend definiert und gilt nicht als behandlungsbedürftige Krankheit.
    UND mit einer ärztlich guten Einstellung bewegt sich der Blutzucker bei Menschen mit Diabetes jeweils vor dem Essen zwischen 100 und 140 mg/dl und kann in der Spitze nach dem Essen locker über 200 ansteigen.

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    Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
    Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)
    Bearbeitet von User am 06.02.2024 12:35:07. Grund: Nachtrag
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    am 06.02.2024 16:00:49 | IP (Hash): 186116639
    Hallo,

    Wie wurde die Insulinresistenz festgestellt? Wurde dazu C-Peptid gemessen oder der Homaindex? Leicht erhöhte BZ Werte wären nämlich Prädiabetes und nicht automatisch eine Insulinresistenz!

    Fakt ist, es ist nicht selten, dass man neben einer Autoimmunerkrankung noch weitere hat. Es gibt viele Hashimoto Patienten, die haben keinen Typ1 Diabetes. Ich kenne aber auch einige Typ1er, die vor oder nach der Diabetesdiagnose auch Hashimoto bekommen haben. Teilweise liegen da auch viele Jahre zwischen den zwei Diagnosen.

    Für einen klassischen Typ1 spricht wenig, da hättest du jetzt schon massive Symptome. Prinzipiell eher würde - wenn überhaupt - ein Typ1 Lada in Betracht kommen. ABER ein Typ1 oder Typ1 Lada hat keine Insulinresistenz, sondern einen Insulinmangel.

    Schilddrüsenprobleme heißt es immer wieder, können auch den BZ durcheinanderbringen.
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    am 06.02.2024 16:34:07 | IP (Hash): 1158367473
    Erst mal Danke für alle Antworten bisher :)
    Laut der Praxis wurde nur der HbA1c gemessen, der Hausarzt hatte mal einen Index gemessen, da war aber nichts auffällig. Die Aussage Insulinresistenz wurde beim Diabetologen einfach mal in den Raum bzw. ins Telefon gesprochen, ohne weitere Erklärung.
    Der HbA1c passt ja aber soweit, daher konnte ich mir die Aussage nicht wirklich erklären.
    Tagsüber hab ich wie gesagt keine Probleme und keine stark erhöhten Werte, nur morgens geht es eben hoch. Aber woher das kommt, konnte mir bisher kein Arzt erklären, da ich ja nach seinen Aussagen gesund wäre.
    Ich tappe also ziemlich im dunklen, mit tagsüber guten Werten, morgens leicht erhöht und wenn ich selbst nicht durch Zufall mal gemessen hätte, hätte ich das ganze wohl nie erfahren.
    Ich hab demnächst noch einen Termin bei meiner Hausärztin, die ist zum Glück sehr engagiert und möchte mit ihr mal über den oGTT sprechen, vielleicht gibt dieser ja noch etwas mehr Aufschluss, wenn er gleich morgens durchgeführt wird.
    In der Schwangerschaft hatte ich null Probleme beim oGTT, damals hatte ich ja auch schon Hashimoto.
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    am 06.02.2024 17:26:05 | IP (Hash): 1280866937
    July95 schrieb:
    Leicht erhöhte BZ Werte wären nämlich Prädiabetes und nicht automatisch eine Insulinresistenz!


    Insulinresistenz steht für einen erhöhten Insulinwert im Blut, der generell oder ab Überschreiten einer mir unbekannten Grenze Hyperinsulinämie genannt wird. Beim T2D schon im völlig gesunden BZ-Rahmen und dann zunehmend über Prädiabetes in den Diabetes. Aber das sind alles nur graduelle Unterschiede, keine substanziellen. Es entsteht also mit dem Ansteigen vom Insulin wie auch mit dem Ansteigen vom BZ keine organische Veränderung.

    Landläufig wird vor allem leicht höher als gesunder Blutzucker auch unter Medizinern und Fachmedizinern als Insulinresistenz bezeichnet.

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    am 06.02.2024 18:08:26 | IP (Hash): 1814798748
    Kissarella schrieb:

    Der Zeitpunkt ist dabei besonders komisch: die ganze Nacht über ist alles im normalen Bereich, ungefähr 90-100. erst wenn ich wach werde und aufstehe, kann man zusehen, wie die Kurve steigt. Ich hätte jetzt vermutet, es ist das Dawn-Phänomen. Liege ich damit richtig?



    Das ist bei vielen so und nennt sich Get-Up- oder Aufstehphänomen und wird durch Hormone (z.B. Adrenalin) verursacht, die beim Aufstehen ausgeschüttet werden.

    Das Dawn-Phänomen wird durch die Ausschüttung von Cortisol und Glucacon in den frühen Morgenstunden (so ab 3 Uhr) verursacht. Am ausgeprägtesten ist es bei Kindern und Jugendlichen und nimmt im Laufe des Lebens ab.

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    juveniler Typ 1 seit 1979; xdrip+ und AAPS im FCL mit Dana-i und Dexcom G6
    Bearbeitet von User am 06.02.2024 18:09:06. Grund: Zitat