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Ist Insulin der falsche Weg?
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am 24.02.2024 13:12:38 | IP (Hash): 296646206
Kelly schrieb:
Weil man meistens dicke Diabetiker sieht, die ständig zunehmen und nichts dagegen tun können. Wegen des Insulins. Aber Du hast eine Möglichkeit gefunden, diese unvereinbar erscheinenden Dinge zu vereinen. Insulin und trotzdem schlank mit Typ 2.
Das ist aus meiner heutigen Sicht völlig normal:
Mit Insulin nehmen wir zwangsläufig zu, wenn wir das zum sogenannten “Abspritzen” im normalen Behandlungsbereich um HbA1c 7 nutzen. Dabei ist der mit den Jahren zunehmende Insulinbedarf auch dann normal, wenn man sein Gewicht halten kann. Die Gewichtszunahme gilt dagegen in diesem Rahmen auch fachmedizinisch als völlig normal.
Ich habe mit vorrangig Essen & Bewegen meinen BZ mit dem dann noch dafür notwendigen Minimum an Insulin um die 20 Jahre im völlig gesunden Bereich gehalten. Gegen jeden ärztlichen und fachärztlichen Rat!
Und schließlich habe ich mit Taylor dieses Minimum noch einmal um gut die Hälfte reduzieren und danach(!) von 96 kg auf inzwischen 67 abschmelzen können.
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Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :) -
am 24.02.2024 15:39:49 | IP (Hash): 7432821
Auch wenn Du sagst, dass es völlig normal ist, wissen wir doch, dass es für die meisten auch heute noch nicht normal ist. Ich sehe hauptsächlich schwer übergewichtige Diabetiker vom Typ 2, nicht das Gegenteil. Was mich nur wundert ist, dass Du überhaupt noch Diabetes hast bei all dem, was Du geschafft hast. Dass Du überhaupt noch Insulin spritzt.
Bearbeitet von User am 24.02.2024 15:40:24. Grund: Korrektur -
am 24.02.2024 16:45:01 | IP (Hash): 671609326
Noch einmal ausdrücklich:
Der Typ 2 Diabetes ist gewichtsmäßig am einfachsten damit erklärt, dass er immer dann einschaltet, wenn die Obergrenze vom Typ-2-mäßig persönlich(!) gesunden Gewicht überschritten wird. Bei der einen ist das bei BMI 20 und beim anderen bei BMI 45. 1 von 5 von den über 5.000 Menschen, die mit ihrem T2D an der ersten großen Typ 2 Studie in GB (1985-1995) teilgenommen haben, an der UKPDS, hatte BMI unter 25!
Eine ordentliche ärztliche Anleitung zum Typ-2-mäßig persönlich(!) gesunden Gewicht gibt es nicht und wird es auch in D auf absehbare Zeit nicht geben. Das war die eindeutige Aussage zu Prof Taylor auf der 2023 Herbsttagung der DDG. Seine Erkenntnisse wurden zwar voll bestätigt, aber für praktisch irrelevant befunden, weil mit den Patienten nicht umsetzbar.
Da helfen auch die Ernährungs-Docs und ähnliche nur begrenzt weiter, weil sie ihre Aufgabe mit BMI 24,9 erfüllt sehen :(
Meine komplette Remission hatte ich Sommer/Herbst 1991 mit HbA1c um 5,5 ohne Medis mit völlig normalem Essen, kein bisschen LC. Aber damals galt eine Remission als völlig unmöglich, denn auch beim Typ 2 verabschiedeten sich die Betas bis um 8-10 Jahre nach der Diagnosereife mit dem sogenannten Sekundärversagen. Und damit wurde Typ 2 insulinpflichtig, also praktisch zu Typ 1.
Wg einer Bauchoperation hatte ich damals mit vielen Ärzten zu tun, und die haben mich alle beschworen, meinen BZ wieder auf diabetisch gesunde HbA1c 7 rauf zu essen. Und wo ich damals noch keine eigene Diabetes-Ahnung hatte, hab ich’s halt gemacht und die Vorgabe ab Februar/März 92 eben eingehalten.
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Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :) -
am 24.02.2024 20:04:23 | IP (Hash): 226010363
Ich habe es immer noch nicht verstanden, weswegen Krankenkassen an einer Insulintherapie interessiert sein sollen, Dann dann kommen doch die Kosten für den FreeStyle-Libre hinzu.
Sind denn die Tagesbehandlungskosten für
a) einen GLP-1-Rezeptor-Agonisten wie Ozempic/Trulicity
höher als die Kosten für
b) Insulin plus(!) FreeStyle Libre 3 ?
Lg Hape
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am 24.02.2024 20:17:14 | IP (Hash): 296646206
In unserem medizinischen System geht es hinter den Kulissen nirgendwo um Einzel- oder Tagesabrechnungen, sondern um Fall-Pauschalen. Und die sind für INSULINER so großzügig bemessen, dass dabei sogar mit Libre noch was übrig bleibt. Schließlich wollen die Mitarbeitenden der Kassen ja alle ein gutes Ein- und Auskommen haben, und wenigstens die regionalen Zentren der Kassen sehen ja keineswegs bescheiden aus ;)
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Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :) -
am 25.02.2024 08:00:25 | IP (Hash): 1511128242
hjt_Jürgen schrieb:
Meine komplette Remission hatte ich Sommer/Herbst 1991 mit HbA1c um 5,5 ohne Medis mit völlig normalem Essen, kein bisschen LC. (...) Und wo ich damals noch keine eigene Diabetes-Ahnung hatte, hab ich’s halt gemacht und die Vorgabe ab Februar/März 92 eben eingehalten.
Und auch später, als Du dann Ahnung hattest, hast Du es nie wieder versucht? Warst Du gar nicht neugierig, ob es auch ohne Insulin geht? -
am 25.02.2024 10:43:52 | IP (Hash): 527468600
Hape schrieb:
b) Insulin plus(!) FreeStyle libre 3 ?
Insulin reicht nicht für ein Libre... Es MUSS ICT sein...
hjt_Jürgen schrieb:
Und die sind für INSULINER so großzügig bemessen, dass dabei sogar mit Libre noch was übrig bleibt.
HMG015: Diabetes mit multiplen Manifestationen oder Ketoazidose
Bewertung 2019 in Euro 1.508,52 €
HMG016: Diabetes mit Krankheitserscheinungen der Nieren, Nerven, der peripheren Gefäße oder anderen näher bezeichneten Komplikationen
Bewertung 2019 in Euro: 945,74 €
HMG017: Diabetes mit Manifestationen am Auge oder anderen nicht näher bezeichneten Komplikationen
Bewertung 2019 in Euro: 644,51 €
HMG018: Kinder mit Diabetes mellitus Typ 1 unter 12 Jahre
Bewertung 2019 in Euro: 6.566,22 €
HMG019: Diabetes ohne Komplikationen
Bewertung 2019 in Euro: 362,78 €
HMG020: Insulintherapie
Bewertung 2019 in Euro: 2.439,98 €
HMG020 reicht (hat 2019 gereicht) mit Rabatten wahrscheinlich gerade so für Insulin plus Libre würde ich mal vermute. Andere CGMS sind teurer...
Andere Medikamente fallen zwar evtl. teilweise weg, aber dafür kommen Nadeln, Teststreifen, Lanzetten wiederum dazu.
Viel bleibt da sicherlich nicht übrig...
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juveniler Typ 1 seit 1979; xdrip+ und AAPS im FCL mit Dana-i und Dexcom G6
Bearbeitet von User am 25.02.2024 14:20:47. Grund: Korrektur -
am 25.02.2024 11:30:02 | IP (Hash): 109093689
Kelly schrieb:
Und auch später, als Du dann Ahnung hattest, hast Du es nie wieder versucht? Warst Du gar nicht neugierig, ob es auch ohne Insulin geht?
Worauf neugierig? Dass meine Betas alle absterben würden, hatte ich ja noch in 91 gekauft. Dazu in 98 den Beweis, weil sich der HbA1c mit Tabletten ja nicht mehr unter 8 halten ließ. Und der wurde ja direkt durch um 140 Einheiten Insulin insgesamt unterstrichen, die ich da mit den ärztlich angesagten 4+4+4 BE für wieder HbA1c um 7 brauchte. Ok, die hab ich dann nach der Jahrtausendwende mit der Absenkung des alltäglichen BZ-Verlaufs auf völlig gesund und HbA1c unter 5,5 auf 80-90 Einheiten verringert, aber aus der Verringerung nur geschlossen, dass weniger BZ weniger Insulin erfordert.
Ein bisschen neugierig hat mich erst Taylor vor inzwischen um 10 Jahren gemacht. Nur ein bisschen deswegen, weil mein Typ 2 da ja schon deutlich über 20 Jahre alt war. Und dann hab ich irgendwann vor so um 8 Jahren doch mal mit der Newcastle Diät angefangen (hatte mit grippalem Infekt schon 2 Tage nichts essen mögen) - und nach 8 Tagen von einem Tag auf den anderen vom Basal-Insulin nur noch 1 Viertel gebraucht! In der Woche hatte ich ja vergleichsweise nix abgenommen. Also hab ich in der Spur weitergemacht und immer gehofft, dass da noch mehr zu gewinnen ginge, aber ging nicht: meine pro KH notwendige Menge an Insulin wollte sich nicht verringern.
ABER schon bis dahin wäre ich nicht ohne viel Neugier und gezielt systematisches Messen gekommen. Denn am HbA1c hat sich ja seit 2002 nix geändert. Und die meiste von all der Messerei hätte ich mir ohne Insulin gar nicht leisten können, denn ohne Insulin hätte ich die alle selbst bezahlen müssen.
Und das Spiel geht zwar langsam, aber immer noch weiter. Inzwischen bin ich bei der Hälfte vom Basal-Viertel, und ein bisschen scheint sich auch noch beim Bedarf pro KH zu bewegen. Schaumama :)
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Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :) -
am 25.02.2024 14:33:34 | IP (Hash): 1511128242
Das klingt doch super! 👍 Ich frage nur deshalb, weil Jason Fung ja von einigen seiner eigenen Patienten erzählt (die er selbst auch noch falsch mit Insulin behandelt hat, als er es noch nicht besser wusste), dass sie ihr Insulin völlig absetzen konnten. Aber natürlich nicht alle. Das hat er auch gesagt. Aber Du wärst bestimmt sein Lieblingspatient. 😉 -
am 25.02.2024 14:57:52 | IP (Hash): 109093689
Das kann ich nicht glauben. Von Herrn Fung hab ich schon vor vielen Jahren zu lesen angefangen, als es noch keine Foren usw gabm, sondern Newsgroups, und als man dafür noch einen Newsgroup-Reader brauchte. Und beim Herrn Fung wäre ich noch lange nicht bei HbA1c 5,5 und besser und würde da wahrscheinlich auch nie hin kommen.
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Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
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