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Hohe Werte spätabends
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am 15.03.2024 10:41:17 | IP (Hash): 1429723109
Hallo,
weil ich nachts oft Unterzuckerungen hatte und um tagsüber die Werte zu glätten, wurde ich 2022 von Protaphane morgens und abends auf Abasaglar abends umgestellt.
Die nächtlichen Unterzuckerungen sind weg, aber dafür habe ich jetzt das Problem mit hohen Zuckerwerten spätabends.
Normalerweise beende ich die letzte Mahlzeit bis 19Uhr und spritze um 22Uhr im Moment 22Einheiten Abasaglar. Danach gehe ich schlafen.
Die Werte sind bis dahin im normalen Bereich, aber in der Zeit von 22-1Uhr steigen die Werte teilweise bis 350 an, um bis 7 Uhr wieder auf 120 zu fallen.
1-1,5Einheiten Fiasp gegen 23Uhr gespritzt verändern an diesem Verlauf nicht viel und die Erhöhung der Abasaglar Dosis führt zu frühmorgendlichen Unterzuckerungen.
Mein Diabetologe möchte, dass ich wieder auf Protaphane morgens und abend wechsele, aber damit fühle ich mich nicht so wohl.
Wie ist das Problem mit den hohen Werten zu erklären und wie könnte eine Lösung aussehen? -
am 15.03.2024 11:18:12 | IP (Hash): 1416118709
Ich hatte ähnliche Probleme vor einiger Zeit. Alle vorherigen Diabetologen (drei der Zahl) haben das nicht so richtig in den Griff bekommen. In meiner jetzigen Diabetischen Schwerpunktpraxis (Zertifiziert), die ich lange gesucht und gefunden habe, hat man sich der Sache angenommen und das Problem beendet!
Wenn du zwei Insuline spritzt empfehle ich dir, dich in einer Schwerpunktpraxis behandeln zu lassen und nicht den Ratschlägen irgendwelcher "Experten" hier zu folgen.
Alles Gute dir
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Insulinpflichtig TYP-2, ICT und rtCGM
Toujeo und Fiasp, sowie mehrere Tabletten.
Bearbeitet von User am 15.03.2024 11:34:29. Grund: . -
am 15.03.2024 11:41:28 | IP (Hash): 1940131106
Ein ähnliches Problem hatte ich, als ich meinen Basalbedarf von 40 auf 10 Einheiten Glargin verringert hatte. Die 10 IE morgens gespritzt machten ab Mittag Probleme Richtung Hypo, und die 10 Einheiten abends gespritzt machten ähnliche Probleme in der zweiten Nachthälfte. Seit der Aufteilung auf 5 IE morgens und 5 IE abends habe ich meinen BZ durchgängig in dem Bereich, in dem ich ihn haben will.
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Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :) -
am 15.03.2024 11:42:06 | IP (Hash): 1429723109
Danke für den Vorschlag, aber ich bin seit 2020 bei einer Diabetischen Schwerpunktpraxis (Zertifiziert) und habe dort keinen für mich befriedigenden Ratschlag bekommen!
Darum habe ich mich an dieses Forum gewandt! -
am 15.03.2024 11:43:09 | IP (Hash): 410151760
Hallo Max,
Frage: Typ 2 oder Typ 1?
Was passiert, wenn du Abasalglar 2 Stunden früher um 20.00 Uhr spritzt, verschiebt sich die BZ-Spitze dann auch um 2 Stunden nach vorne? Falls du das noch nicht ausprobiert hast, dann würde ich das mal machen. Wenn du vorsichtigsein willst, dann verschiebeden Spritzzeitpunkt schrittweise um je 1 Stunde - so eine Verschiebung ist bei Abaslglar unproblematisch.
Melde dich mal wieder mit dem Ergebnis.
Beste Grüße, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 15.03.2024 11:44:09. Grund: BBCodes -
am 15.03.2024 11:50:03 | IP (Hash): 1416118709
[quote=Max G.;128369]Danke für den Vorschlag, aber ich bin seit 2020 bei einer Diabetischen Schwerpunktpraxis (Zertifiziert) und habe dort keinen für mich befriedigenden Ratschlag bekommen!
Darum habe ich mich an dieses Forum gewandt![/quote]
Okay, Abschließend könnte ich dir jetzt eine Menge Ratschläge erteilen, aber ich möchte mich nicht in deine Behandlung einmischen. Ich weis ja um die Thematik und wie lange ich seinerzeit erfolglos rumexperimentierte.
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Insulinpflichtig TYP-2, ICT und rtCGM
Toujeo und Fiasp, sowie mehrere Tabletten.
Bearbeitet von User am 15.03.2024 11:51:41. Grund: . -
am 15.03.2024 12:00:23 | IP (Hash): 1429723109
Hallo Rainer,
Typ 1
Danke für den Vorschlag, das habe ich noch nicht ausprobiert, werde es mal schrittweise versuchen! -
am 15.03.2024 14:18:05 | IP (Hash): 410151760
Hallo Max,
wenn sich mit dem zeitigeren Spritzen auch die BZ-Spitze nach vorne verschiebt, dann könnte das Aufteilen in die halbe Dosis morgens und abends etwas bringen. Bei Typ 2ern wäre das sogar relativ wahrscheinlich, bei Typ 1ern nicht unbedingt.
Als Typ 1er bist du übrigen beim insulinclub.de besser aufgehoben. Versuche doch dort mal dein Glück.
Alles Gute, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 15.03.2024 14:18:48. Grund: BBCodes -
am 15.03.2024 16:20:00 | IP (Hash): 395311511
Hallo Max,
komisch dass dein Diabetologe das dir nicht erklärt hat.
Der Blutzuckerverlauf ist nahezu typisch bei Typ1 und Abasaglar für eine sogenannte Basallücke.
Heißt, Abasaglar wirkt nicht bei allen 24 Stunden, sondern oft ein bisschen kürzer, zudem schwächt sich die Wirkung zum Ende hin ab und baut nach dem Spritzen erst allmählich die volle Wirkung auf (über ein paar Stunden). Und genau durch diese Basallücke passiert das, was du jetzt beobachtest. Der Blutzucker steigt dadurch stark an.
Eine andere deutlich unwahrscheinlichere Möglichkeit wäre, dass noch Teile deines Abendessens jetzt ins Blut gehen (kann besonders bei Fett- und eiweißreichen Speisen passieren). Aber dafür müsstest du ja jeden Tag das gleiche Abends essen, dass das so gleichmäßig auftritt. Deshalb glaube ich daran weniger.
Wenn wirklich die Basallücke zutrifft, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten, was du machen kannst. Dafür solltest du definitiv auch mit deiner Diabetespraxis sprechen.
Eine Möglichkeit wäre tatsächlich, so wie du es schon probiert hast, die Basallücke mit Fiasp zu überbrücken. Ggf. war aber die Dosis zu gering oder zu spät gespritzt. Da gäbe es also noch Möglichkeiten, es vorsichtig auszuprobieren.
Eine andere Möglichkeit wäre das Abasaglar morgens oder früher zu spritzen um dann die Basallücke ggf. besser händeln zu können. Oder auch Morgens und Abends eine gewisse Dosis zu spritzen.
Alles nur in Absprache mit deiner Diabetespraxis!
Eine ganz andere Möglichkeit wäre auch der Wechsel deines Basalinsulins. Und zwar definitiv nicht mehr zurück zu Protaphane, das ist ein ziemlich veraltetes Insulin, was bei T1 nur noch sehr begrenzt (i.d.R. zu Beginn der Diabeteskarriere) eingesetzt wird. Es gibt zwei quasi 24 Stunden Insuline Toujeo und Tresiba, die über 24 Stunden relativ gleichmäßig fast wie eine Linie wirken. Nachteil diese Wirkung baut sich erst über ca. 3 Tage auf, heißt man ist sehr unflexibel und nicht bei jedem passt es, man hat i.d.R. ja einen schwankenden Insulinbedarf und nicht 24 Stunden einen gleichmäßigen. Jedoch kommen erstaunlich viele T1er damit zurecht.
Ansonsten gäbe es noch Levemir, ist von der Wirkkurve ein bisschen mit Protaphane vergleichbar, aber viel sanfter.
Hier gibt es eine gute Übersicht https://www.diabetes-online.de/a/basale-analoginsuline-konstant-gut-eingestellt-1780220, Abbildung: Insulinsorten unterscheiden sich in ihren Wirkweisen.
Das wäre alles Themen, die du mit deiner Arztpraxis besprechen solltest.
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am 20.03.2024 09:55:43 | IP (Hash): 1429726310
Hallo,
erstmal vielen Dank für die Tipps.
Mein Diabetologe hat leider viel zu wenig Zeit für den einzelnen Patienten und 4 Termine im Jahr sind nicht wirklich geeignet um Problemfälle adäquat zu betreuen.
Dass mit meiner jetztigen Basalstrategie kein für mich optimaler Verlauf möglich ist war mir schon länger bewusst.
Mein Diabetologe hat aber immer wieder darauf verwiesen, dass ich die Abasaglarmenge einfach nur solange erhöhen muss, bis der Morgenwert auf einem normalen Niveau ist, dann würde auch der Spätabendwert passen.
Das mit den Morgenwerten hat geklappt, aber mit den Spätabendwerten nicht!
Meine Kritik und die Bitte um Umstellung auf ein anderes Basalinsulin (Levimir) wurde dann schließlich mit dem Verschreiben von Protaphane "gelöst".
Levimir und Protaphane hätten ja schliesslich die gleiche Wirkung und mit protaphane würde ich mich schon auskennen..... und nun machen sie mal.....
Habe nun seit ein paar Tagen den Spritztermin von Abasaglar auf 21Uhr vorverlegt, der BZ Anstieg ist zwar immer noch da, aber nicht mehr bis über 300. Ich werde den Spritztermin in den nächsten Tagen aber nochmal um eine Stunde vorverlegen und beobachten was dann passiert.