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Durcheinander. Antikörper, GDM, Typ1
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am 31.03.2024 16:05:22 | IP (Hash): 288707560
Liebe Forumgemeinde,
ich habe die letzte Tage viel gelesen und dabei bin ich immer wieder auf zwei Namen gestoßen die mir sehr kompetent erschienen.
Dieser Beitrag aus 2022 beschreibt recht gut meine aktuelle Situation. Abgesehen von einer Ausnahme.
https://www.diabetes-forum.de/forum/topic/15919/Schwangerschaftsdiabetes-Wert-211-nach-dem-Essen-und-keiner-tut-was?page=1&pagesize=10
Kommen wir zu mir. Ich bin 36 Jahre alt und aktuell schwanger nach Fehlgeburt. Ich entbinde in 3 Wochen. Mein kleiner oGTT in der 24. SSW war positiv mit 184 nach einer Stunde im Nüchternzustand. Ich musste zum Diabetologen und den großen oGTT machen.
Nüchtern: 87
1 Stunde: 166
2 Stunden: 122
Hba1c: 5,3%
Ich wurde nach Hause geschickt, fing aber an nebenbei mit einem Contour Care meine Werte zu messen. Nüchtern immer um die 80-90. Nach dem Essen sehr unterschiedlich und manchmal auch Ausreißer bis 180, nach 1-2 Stunden wieder zwischen 90 und 130.
Jetzt ist in der 35. SSW mein Hba1c erneut gemessen worden und lag bei 5,8%. Grund genug für meine Ärztin mich wieder zum Diabetologen zu schicken. Hba1c lag beim Diabetologen bei 5,9%. OGTT:
Nüchtern: 113
1 Stunde: 223
2 Stunden: 234 (Fingerkuppe, weil Arzthelferin kein venöses Blut mehr bekommen hat)
Ich sollte 3 Tage über die Ernährung gucken was geht und die Werte pendelten sich wegen LC wieder zwischen 80 im Nüchternzustand und 120-140 im Zweistundenwert ein, da ich diesen doch bitte berücksichtigen sollte.
Freitags erneute Vorstellung und es hieß: Glückwunsch, sie haben DMTyp1, manifestiert in der Schwangerschaft. Fest gemacht an GAD Antikörpern und Inselzellantikörpern. IA2 Wert war in Ordnung, Insulin-AK steht der Wert aus.
Ich sollte fortan 4 mal täglich spritzen. Das Basal nehme ich tatsächlich nicht, da ich morgens immer einen Nüchternwert von 75-90 habe. Zum Frühstück spritze ich 7 IE und lande nach 2 Stunden (identisches Frühstück) dein einen Tag bei 173, den nächsten bei 113 und dann wieder bei 140?! Ich verstehe es nicht. Dazu kommt das ich Tage habe wo ich gar kein Insulin benötige, da ich Nüchtern bei 90 bin, nach einer Stunde bei 91 und nach zwei Stunden nach 90... mit Reis zum Beispiel.
Gestern habe ich einen Hefezopf gegessen und bin nach 2 Stunden bei 182 gelandet und nach 3 Stunden bei 90 mit 3 IE.
Was passt da gerade nicht?
Ich bin an dem Punkt wo ich sage : LADA aber noch nicht manifestiert und irgendwie scheint in meinem Körper ja auch noch was zu funktionieren und dazu halt der Gestationsdiabetes mit einer Insulinresistenz?
Ich hoffe hier auf einen guten Ratschlag oder Ideen, da ich kommende Woche eine Zweitmeinung einhole weil ich derzeit mit der Betreuung aus der momentanen Praxis nicht zufrieden bin. Die gute EB möchte das ich mehr Einheiten spritze und mehr esse, ich esse aber regulär nur 2 mal am Tag und habe jetzt schon auf 3 erhöht wobei die dritte nur eine Kleinigkeit ist weil ich bei einem BZ von 70 Probleme bekomme, dies aber die Auswirkungen von der Einheit morgens ist.
Liebe Grüße -
am 31.03.2024 16:46:54 | IP (Hash): 1270601614
In ner Schwangerschaft funktioniert häufig praktisch nach Plan, dass nix nach Plan funktioniert. Und wo du nur noch ein paar Tage hast, würde ich die an deiner Stelle möglichst unkompliziert hinter mich bringen wollen.
Meine Idee dafür wäre Low Carb und das statt in 2 in 3-4 oder 5 Portionen einigermaßen gleichmäßig verteilt über den Tag im Rahmen des durchschnittlichen gesunden BZ-Verlaufs wie die blaue Kurve in der Grafik gleich zu Anfang dieser Seite https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar
Die Verteilung auf mehrere kleinere Mahlzeiten und deutlich kleinere KH-Portionen (z.B 1 Hefezopf auf 5 Portionen verteilt) für weniger große BZ-Schwankungen und insgesamt weniger hohen BZ-Verlauf. Wahrscheinlich gelingt dir das dann auch zur Zufriedenheit deiner Ärzte ohne Insulin.
Und ohne Insulin aus dem Pen sind 70 mg/dl noch lange kein Unterzucker. Und bei Neugeborenen beginnt der Unterzucker erst bei 36 mg/dl. Also keine Sorgen wg Unterversorgung deines Babys, wenn du bei dir nur 60 oder gar 50 messen solltest. Daumendrück für gutes Gelingen :)
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Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)
Bearbeitet von User am 31.03.2024 16:47:56. Grund: , -
am 31.03.2024 17:15:54 | IP (Hash): 288707560
Hallo Jürgen,
einer der Namen die ich hier oft gelesen habe ☺️. Prinzipiell sagt sogar mein Pränataldiagnostiker ich soll das ganze entspannt sehen, da das Baby sich absolut im Durchschnitt bewegt und es keinerlei Auffälligkeiten gibt.
Ich merke bei einem BZ von 70 nur das ich unruhig (?) werde? Ich fühle mich zwischen 80 und 95 deutlich wohler.
LowCarb ist für mich leider raus da ich Ketone im Urin bilde die ich dem Kleinen gerne ersparen würde. Ein gewisses Maß an KH benötige ich um einen für mich zufriedenstellenden Urinteststreifen zu haben.
Aber wie soll ich mit dieser Aussage vom Arzt umgehen? Ich spritze jetzt seit einer Woche erst das Insulin. Letzte Woche Dienstag kam quasi die Diagnose.
Fairer weise muss ich dazu sagen das ich zwischen Januar und jetzt echt viel Mist gegessen habe, einfach weil ich Hunger darauf hatte. Da war ein Gebäck mit Zuckerguss und Schokolade so das höchste der Gefühle, neben 3 Scheiben Nutellatoast am Morgen, Nesquik Schoko mittags und abends noch eine Pizza o.ä. 🙊 verbuchen wir es einfach unter totalen Gelüsten der Schwangerschaft.
Warum ich Reis und Nudeln bis zum abwinken essen kann und sich mein BZ scheinbar nach 1 oder 2 Stunden nur minimal bewegt und ein Dinkelvollkornbrötchen mich auf 170 hochschießt, wird mir wohl ewig ein Rätsel bleiben.
Aber wie gehe ich mit der Aussage des Arztes um? Die Antikörper kommen ja nicht von ungefähr.
Liebe Grüße -
am 31.03.2024 17:43:28 | IP (Hash): 1270601614
Vor der Geburt sind BZ-Werte bei den Babys bis hinunter zu 36 mg/dl völlig normal. Und das bedeutet, dass die Energieversorgung da wesentlich, wenn nicht vorrangig ketogen funktioniert. Denn bei für uns normalem BZ ist schwer vorstellbar, wie das zeitweise enorme Kindeswachstum vorrangig aus Glukose mit Energie versorgt werden kann.
Ketone sind auch keine Belastung und erst recht kein Gift, sondern Energiepäckchen. Mit der Ketoazidose sind sie in Verruf geraten, weil sie dabei infolge totalen Insulinmangels in vielfach größeren Mengen als bei völlig gesunder ketogener Ernährung auftreten.
ABER viel wichtiger, als was ich schreibe, ist dein Wohlfühlen für die letzten paar Tage der Schwangerschaft. Denn dein Stress ist das einzige, das dein Kind jetzt bis zum Stapellauf noch ein bisschen ernsthaft belasten kann.
Was meinst du mit Antikörpern?
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Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :) -
am 31.03.2024 17:56:27 | IP (Hash): 288707560
Aufgrund des zweiten gemachten oGTT mit 75 mg Glukose und den ausschweifeneden Werten, wurde mein Blut auf Antikörper getestet.
Dabei positiv waren GAD AK und Insellzell-AK. Deswegen wurde ich mit der Diagnose Diabetes Typ 1 nach Hause geschickt.
Daher ja auch die Frage ob es ein LADA ist welcher sich, aufgrund trotzdem stellenweise guter BZ Werte noch nicht manifestiert hat in Kombination mit einer Insulinresistenz der GDM?!
Weil irgendwie reguliert sich mein BZ ja auch ohne Insulin immer runter, aber halt erst nach 3 Stunden. Der Zweistundenwert ist dabei aber immer der höchste Wert.
Ich messe erst seit vorgestern auch mal den Einstundenwert weil ich sehen wollte wohin die "Reise" geht.
Viele Grüße -
am 31.03.2024 18:17:51 | IP (Hash): 1270601614
Dass du dir reichlich Gedanken machst, kann ich gut verstehen. ABER bitte einen Schritt nach dem anderen. Eine medikamentöse Einstellung im BZ-Rahmen wie für die Schwangerschaft angesagt, kann schon ohne Schwangerschaft bis zum brauchbaren Ergebnis ohne zu hohe Spitzen und ohne Hypos eher Monate als Wochen dauern.
Du hast jetzt für den ersten Schritt bis zur Geburt nur noch ein paar Tage. Wenn du also BZ-mäßig auch noch ohne Insulin gut mit Nudeln und Reis auskommst, ist das doch deine SUPER Lösung bis dahin. Und wenn du dann nach der Belastung durch die Schwangerschat auch noch weiter im gesunden Rahmen damit auskommst, kann das dann auch weiter deine SUPER Lösung sein :)
Also nicht essen und messen, was nicht gesund passt!
Sondern messen und essen, was gesund passt :)
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Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
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am 31.03.2024 19:54:50 | IP (Hash): 2010155367
LittleT schrieb:
Dabei positiv waren GAD AK und Insellzell-AK. Deswegen wurde ich mit der Diagnose Diabetes Typ 1 nach Hause geschickt.
Daher ja auch die Frage ob es ein LADA ist welcher sich, aufgrund trotzdem stellenweise guter BZ Werte noch nicht manifestiert hat in Kombination mit einer Insulinresistenz der GDM?!
Hallo Little,
mit dem LADA wirst du dich später auf jeden Fall noch beschäftigen müssen, aber nicht in den nächsten 4 Wochen, sondern bestimmt erst später in mehreren Monaten. Die Tipps, wie du am besten mit dem sich entwickelnden LADA umgehen musst, kannst du dir nach der Geburt deines Babys abholen.
Mit denem SS-Diabetes kannst du aus meiner Sicht ziemlich beruhigt umgehen, wenn dein Baby zu diesem Zeitpunkt normal entwickelt ist und noch keine Anzeichen von Makrosomie vorhanden sind. Versuche mit entsprechender Auswahl und vielleicht mit mehreren kleinen Mahlzeiten den BZ nach dem Essen nicht allzu häufig zu hoch steigen zu lassen. Bei Bedarf musst du eben mit Insulin unterstützen. Dass deine Nüchternwerte in Ordnung ist, ist sehr gut.
Alles Gute für dich und dein Baby, Rainer
____
Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 31.03.2024 19:57:47. Grund: BBCodes -
am 31.03.2024 20:58:03 | IP (Hash): 288707560
Hallo Rainer,
auf deine Antwort habe ich tatsächlich am meisten gehofft, weil ich sehr sehr viele Dinge von dir gelesen habe (über glaube ich 7 Jahre) zu Themen, mit denen ich mich wiedergefunden oder identifiziert habe. 🙈
Ich mache gerade einen kleinen Freudensprung.
Ich habe eine Frage. Klingt es denn logisch das gerade LADA und GDM aufeinanderprallen? Mein Gedanke dazu ist: im Januar waren die Werte noch "gut" aus dem oGTT und jetzt reagiert es so "verzögert". Dazu die Situation das es sich immer wieder auch von alleine einpendelt.
Versteh mich bitte nicht falsch. Das ich nicht drum rum kommen werde habe ich verstanden. Ich will nur noch nicht glauben das er sich bereits manifestiert hat.
Ich meine ich hatte gelesen das bei Manifestation die Tyrosinphosphatase-Antikörper erhöht sein müssten. Diese waren nicht auffindbar. Und solang GAD AK aktiv sind, würde auch alles dagegen sprechen?!
Ich hab jetzt in 1 Wochen versucht mich da einzulesen und weiß nicht ob ich mich vergallopiere.
Liebe Grüße -
am 01.04.2024 21:01:30 | IP (Hash): 867319128
Die weitere Entwicklung wird zeigen, wie sich besser verstehen lässt, was du hast oder nicht hast.
Bei vielen frühen BZ-Deutungsversuchen wird übersehen, dass Betazellen von jetzt auf gleich infolge jeweils aktueller Überforderung schnell mal intaktes Proinsulin ausgeben können.
Proinsulin ist das Produktions- und Speichermolekül, in dem C-Peptid und Insulin noch zusammenhängen und das bei der ordentlichen Ausgabe geteilt wird. Ungeteilt hat es nur etwa 10% der BZ-Wirksamkeit von ordentlich geteiltem, und aus dem vergleichsweise plötzlich zu hohen BZ wird geschlossen, dass Insulin fehlt. Und dann sieht das häufig so aus, als wenn z.B. morgens das Insulin fehlt und mittags bei gleicher KH-Menge wieder alles in Ordnung ist. Denn die Betas können von einer Minute auf die nächste von ungeteilt auf ordentlich geteilt und umgekehrt umschalten. Also tolle Verwirrung. Wenn man dann morgens normal Brot isst und mittags normal Reis, lässt sich ähnlich messerscharf schließen, dass Brot sehr viel schlechter vertragen wird als Reis usw. usw…
Wenn die Zuckerautomatik aus welchen Gründen auch immer vor der Schwangerschaft knapp unter ihrer Belastunsgrenze war, kann sie die ganz natürlich mit der Schwangerschaft überschreiten. Im Verlauf der Schwangerschaft kann sich die Belastung durchaus mehrfach ändern.
Und dann kann selbstverständlich auch sein, dass die Automatik anschließend ohne diese zusätzliche Last wieder vollkommen normal funktioniert.
Genauso kann allerdings auch die Belastungsgrenze weiter und damit auch ohne zusätzliche Belastung in den diabetischen Bereich sinken.
Welcher Typ von Diabetes damit dann diagnostiziert wird, richtet sich weitgehend nach der jeweiligen ärztlichen Einschätzung, denn es gibt kaum organisch “harte” Kriterien.
Aber wenn dich das dann tatsächlich treffen sollte, wird unterm Strich dann eh in erster Linie dein Ding sein, in welchem Bereich du deinen BZ alltäglich haben und behandeln lassen oder aktiv in eigener Verantwortung selbst be-handeln willst. Erstmal Daumendrück für gutes Gelingen vom Stapellauf :)
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Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)
Bearbeitet von User am 01.04.2024 21:04:50. Grund: ,