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Häufige Basisanpassung bei Lantus

  • Nathanel

    Rang: Gast
    am 05.05.2008 12:25:38
    Hallo,

    Ich bin Typ 1 Diabetiker und habe Hashimoto. Bin 33 Jahre. Bin zur Zeit auf Lantus (mehr oder weniger) eingestellt. Bin vor etwa einem 1,5 Jahren von der Pumpe (die ich nicht mehr will) umgestellt, was anfangs auch recht gut funktioniert hatte.
    Habe folgendes Problem. Ich nehme zur Zeit sehr ab. (ca. 10kg im letzen Jahr) obwohl ich mich normal bis reichlich ernähre. Die Schilddrüse ist lt. mehreren Ärzten nicht die Ursache mit dem Abnehmen, aber darum geht es gar nicht bei meiner Frage. Soviel nur zum Hintergrund.

    Zur Zeit muss ich in unregelmäßigen Abständen aber spätestens nach 3 Wochen meine Dosis anpassen. Es gibt immer einen "Sprung", dann habe ich plötzlich abends Hypos, oder ein sehr Ausgeprägtes Hawn oder Dusk-Syndrom - insgesamt sehr unberechenbar, was natürlich sehr belastend ist.

    Zur Zeit überlege ich, ob es am Lantus liegt. Danz früher (vor über 10 Jahren) mit dem "guten alten" Basisinsulin hatte ich solche Probleme nie.
    Hat jemand vergleichbare Erfahrungen? Hat jemand einen Vorschlag für ein Insulin, das besser geeignet ist?

    danke schon mal im Voraus,
    Nathanel
  • Ojima

    Rang: Gast
    am 05.05.2008 14:54:23
    Hallo
    .....mal vorsichtig angefragt.....
    warum gehst Du nicht zu Deinem Doc und bittest um ein Basal-Insulin, was in etwa Deinem Insulin vor Jahren X entsprach und probierst es einfach aus? Mit Lantus hast Du den Vorteil nur einmal am Tag zu spritzen, NPH zwei-bis dreimal....wenn Dich das nicht stört......
    Liebe Grüße Ojima
  • Nathanel

    Rang: Gast
    am 05.05.2008 15:15:35
    Wollte ich ja machen, ich poste hier nur um zu fragen, ob jemand einen anderen Vorschlag hat, inzwischen gibt es ja etliche Insuline, die alle viel versprechen.

    Ich muss sowieso zweimal am Tag spritzen, weil Lantus eh nicht den konstanten Wirkungsverlauf hat, den die Werbung verspricht. von Nathanel
  • Ojima

    Rang: Gast
    am 05.05.2008 16:59:05
    Hi, das ist schon klar.
    Nur, wie willst Du denn mit einem Basal-In. zurechtkommen, dass einen ausgesprochenen Wirkgipfel hat......wenn Du schon mit einem wohl doch recht gleichmäßig verlaufenden Lantus nicht zurecht kommst. Vielleicht probierst Du mal Levemir, dass wird meistens zweimal gespritzt und hat auch einen recht gleichmäßigen Verlauf. Hast Du schon Auslaßversuche unternommen, um abzuklären wo Deine Basis etwas unregelmäßig verläuft?
    Viel Erfolg beim Austesten
    Liebe Grüße Ojima
  • Nathanel

    Rang: Gast
    am 05.05.2008 17:09:12
    Hallo,

    Danke erstmal für die Antworten

    Hätte auch kein Problem 4 oder 5 mal Basis zu spritzen, wenn nur meine Einstellung endlich einigermassen stabil bleibt. Hatte eine Pumpe, das finde ich noch nerviger und meine Haut reagiert auch besser auf "normales" Spritzen.

    das Problem ist nicht, dass die Einstellung überhaupt nicht klappt, sondern dass es kurzfristig klappt, es sich aber nach kurzer Zeit wieder ändert. Meine Anpassungen stimmen eigentlich immer spätestens beim zweiten Versuch. Mein Diabetologe meinte, dass der Wirkverlauf von verschiedenen Faktoren, wie Einstichstelle und Körpergewicht abhängig wäre. Vielleicht liegt es ja auch am Wetter. Was ich brauche ist ein Isulin, das (bei mir) nicht so sensibel auf was-weiß-ich-was reagiert. von Nathanel
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 05.05.2008 19:55:07
    Moin Nathanel,

    dass vor allem jüngere Menschen und solche mit weiteren hormonellen Defekten alltäglich einen weitgehend ausgeglichen gesunden BZ-Verlauf mit gleichbleibenden Faktoren hinkriegen, habe ich noch nirgendwo gesehen.
    Dazu lässt sich der Wirkverlauf von Lantus von einem Tag auf den anderen so messbar, dass Hypo deswegen eine Hypo eintritt oder nicht, höchst selten in kleineren als 10-IE-Schritten ändern. Und wenn Lantus zur Zeit des geringsten Insulinbedarfs 1-3 Stunden nach Mitternacht bei etwa 80-100 mg/dl passt, ist ne Hypo-Wirkung zu anderen Tageszeiten mit mehr Insulinbedarf beinahe ausgeschlossen.

    Du schreibst nicht, was für Bolus-Insulin Du verwendest, wann und wie viel Du normal davon spritzt und welcher BZ-Verlauf vor allem in den ersten 2-3 Stunden nach jedem Essen für Dich normal ist?

    Bisdann, Jürgen
  • Nathanel

    Rang: Gast
    am 05.05.2008 20:06:21
    Hallo Jürgen,

    ich habe von anfang an sehr sensibel auf relativ kleine Änderungen in der Lantus-dosis reagiert. Zur Zeit spritze ich zum Mittagessen 7 IE Lantus und um 23 Uhr 14 IE.

    Mein Bolusinsulin ist Humalog (hab ich schon, seit es noch Lispro hieß ;-). Meine Faktoren sind morgens 2 und am Rest des Tages 1,5 IE pro BE.

    Den Verlauf nach dem Essen hab ich schon lange nicht mehr protokolliert. Aber auch der ist relativ unregelmäßig. Die Werte steigen jedoch im Normalfall nicht über 150 mg/dl . von Nathanel
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 06.05.2008 14:57:43
    Moin Nathanel,

    ich bin jetzt mal fies: Du erwartest bei regelmäßig RICHTIG gespritzter Menge Insulin einen nicht so weit schwankenden BZ. In Deiner Vorstellung ist dieses RICHTIG die feste Größe, die Du bloß noch nicht gefunden hast oder z.B. mit Lantus nicht erreichen kannst.

    Aber so ein RICHTIG gibt es für niemanden von uns. Die weitaus meisten von denen unter uns, die ihren BZ nahe gesund steuern, passen sich jeden Tag ihren sich ändernden Verhältnissen an.
    Ein Beispiel für so eine alltägliche Veränderung: Wenn Du Hausnummer 10 IE Humalog gespritzt und dann passend gegessen hast und dann gleich einen Ausflug in den Supermarkt machst, kann das ne Hypo bedeuten. Denn mit etwas Bewegung können die 10 IE wie 20 wirken.

    Das Beispiel soll sagen, dass es beim täglichen Anpassen nicht in erster Linie um das Verändern von Faktoren geht und auch nicht um Stellen hinterm Komma. Wenn Du statt Supermarktgang auf dem Bürostuhl platzt, sind die 10 IE vielleicht sogar zu wenig. Denn wenn Du zur nächsten Mahlzeit bei 140 ankommst, hat Dein BZ wahrscheinlich zwischendurch nen schönen hohen Bogen bis an 300 hinter sich.

    Auch das Lantus kann doppelt wirken, wenn Du dich zusätzlich bewegst, aber nur mit dem Anteil, der gerade aktiv ist, bei Deiner Spritzmenge also pro Stunde mit 21/24 IE. Das ist pro Stunde nicht mal eine Einheit, mit etwas Bewegen noch immer keine 2.

    Es kann also vernünftiger Weise zunächst einmal nur darum gehen, dass Du systematisch für ein paar Tage rausfindest, was Dein BZ zu welcher Zeit unter welchen Umständen macht, vor allen Dingen dann, wenn er besonders viel macht, nämlich in den 2-3 Stunden nach jedem Essen. Und zwar nicht für nen Dok oder für einen von uns hier, sondern für Dich! Erst mit diesen konkreten Erkenntnissen kannst Du systematisch daran gehen und die höchsten Ausflüge immer flacher begrenzen, und dabei wirst Du feststellen, Du Deinen BZ damit insgesamt auf einen immer gesünderen und angenehmeren Rahmen begrenzen kannst :-)

    Bisdann, Jürgen
  • Nathanel

    Rang: Gast
    am 06.05.2008 16:37:31
    Hallo Jürgen,

    hab Dank. Natürlich mache ich das für mich, sonst würde ich hier nicht posten.

    Grundsätzlich ist mir das meiste bekannt. Wie nutze ich die Erkenntnis, die ich über verhalten nach dem Essen rausfinde bezüglich der Dosierung von Lantus. Es gent ja nicht um Anpassungen nach dem Komma. Ein Beispiel:

    Ich hatte einen extremen BZ-Anstieg sehr berechenbar gegen 19.00 Uhr (Sprung innerhalb einer halben Stunde um auf ca. 250-230 mg/dl). Das habe ich relativ einfach und schnell in den Griff bekommen, indem ich die Spritzzeiten umgestellt habe. Wenige Wochen später hatte ich relativ plötzlich abends einigermassen regelmäßig Hypos(ca. 2 mal in 3 Tagen). Nach einer Dosisanpassung war das wieder in Ordnung bich ich dann x Wochen später ... etc.
    Solche Umstellungen mache ich nur, wenn sich ein Phänomen eindeutig reproduzierbar sowohl Wochenende als auch unter der Woche wiederholt. Was natürlich jedes mal - lass es mich vorsichtig ausdrücken - Auswirkungen auf meine Tagesform hat.

    So geht das nun seit einiger Zeit. Es geht also nicht um meine Aktivitäten, solche Zusammenhänge kenne ich. Ich habe bis jetzt nur 2 einigermassen logische Erklärungsversuche. Der erste ist meine Gewichtsabnahme und der zweite ich (das mag komisch klingen) das Wetter (gemeint ist die allgemeine Wetterlage, nicht das tägliche Wetter). Das sind die einzigen Rahmenparameter, die mir eingefallen sind, die sich im zeitrahmen von Wochen ändern. Allerdungs habe ich bis jetzt noch nicht das Wetter portokolliert um herauszufinden, ob es da Zusammenhänge geben könnte.
    Denkst Du, dass so ein Protokoll Sinn machen würde? Aber darauf präventiv zu reagieren halte ich für extrem schwierig. von Nathanel
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 08.05.2008 21:20:04
    nach einmal:
    Lantus wirkt auch bei Dir tendenziell mit 1/24 Deiner Tagesdosis pro Stunde. Da Du in 24 Stunden nur 21 IE Lantus spritzt, bedeutet das eine durchgängige Lantuswirkung von etwas weniger als 1IE/Stunde.

    Und um wie viele mg/dl senkst Du Deinen BZ in welcher Zeit mit 1IE? von Jürgen
  • Nathanel

    Rang: Gast
    am 13.05.2008 12:37:44
    Leider funktioniert das mit dem bloßen Teilen durch 24 nicht, da der Wirkverlauf bei mir teils ausgeprägte Spitzen haben und das Hauptproblem, das ich habe ist, dass sich diese Spitzen ändern.

    Ich senke meinen BZ um ca. 40 mg/dl morgens in etwa 2 Stunden zu anderen Tageszeiten in etwa 1,5 Stunden. Dabei gehe ich von 1IE aus, bei mehr dauert es entsprechend länger. Bei Stress oder wenn ich nicht ausgeschlafen bin, können sich diese Zeiten nochmal deutlich verlängern. Bei Bewegung geht es (die Bewegung so gut wie möglich "rausgerechnet") oft deutlich schneller. von Nathanel
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 14.05.2008 11:14:34
    Moin Nathanel,

    dass Lantus so wirkt, wie Du's beschreibst, würde ich kaum glauben können, wenn ich's bei mir selbst messen würde :-(

    Deswegen würde ich an Deiner Stelle das Ganze einmal ganz einfach überprüfen und Lantus für einige Zeit mit normalem NPH-Verzögerungs-Insulin ersetzen. Dabei würde ich davon ausgehen, dass Du etwas mehr als Lantus brauchst und mit 3x8IE anfangen. 3mal mit jeweils so gut wie möglich 8 Stunden Abstand, um einen möglichst ausgeglichenen Wirkverlauf hin zu kriegen und dann wirklich all Deinen Bedarfsschwankungen auf die Spur kommen zu können.

    Wie gesagt, würde ich für mich so machen - auch weil ich wegen der absolut auffälligen Lantuswirkung sagenhaft neugierig wär ;-) von Jürgen
  • Nathanel

    Rang: Gast
    am 14.05.2008 11:26:21
    Hallo Jürgen,

    hab Dank. Ich werd nochmal mit meinem Diabetologen sprechen. Ich werd berichten, was dabei rausgekommen ist.

    von Nathanel