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T2D, Metformin und Insulin
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am 08.08.2025 10:18:06 | IP (Hash): 801015240
Hape schrieb:
Aber so eine drastische Gewichtsreduktion von übergewichtig zu relativ schlank schafft praktisch ja kaum ein Mensch.
Naja, mit mindestens einer Ausnahme ... ;-)
https://www.diabetes-forum.de/forum/topic/17021/Newbie-Diabetes-2
-- Typ DM 2 - aktuell keine und bisher noch nie Medikamente - HbA1c unter 5,7 -- Stand: 07/2025 -
am 08.08.2025 10:56:22 | IP (Hash): 511083428
Und wie passt zu der gerne genommenen (Über-)Gewichts-These, dass ein großer Teil der Teilnehmer an der UKPDS, der ersten großen T2D Studie Ende der 70er Anfang der 80er Jahre völlig gesunden BMI unter und bis 25 hatte?
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Mein Ding sind Blutzucker + Blutdruck + Blutfette mit möglichst keinen bis wenig Medis im grünen Bereich = gesund mit Diabetes Typ 2 :)
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am 08.08.2025 11:12:40 | IP (Hash): 459263824
hjt_Jürgen schrieb:
Und wie passt zu der gerne genommenen (Über-)Gewichts-These, dass ein großer Teil der Teilnehmer an der UKPDS, der ersten großen T2D Studie Ende der 70er Anfang der 80er Jahre völlig gesunden BMI unter und bis 25 hatte?
Was bestreitest Du im Einzelnen?
Es sind primär solche Studien relevant, bei denen Menschen ermittelt werden, die nach Diagnose derart abgenommen haben.
Und die sind natürgemäß rar.
Bearbeitet von User am 08.08.2025 11:14:01. Grund: corr -
am 08.08.2025 11:38:35 | IP (Hash): 511083428
Einfache Sache: 1 Woche nach einer bariatrischen OP haben die mit ausgeprägtem T2D und Nüchternwerten auch über 200 mg/dl ohne BZ-Medis von einem Tag auf den anderen gesunde Nüchternwerte. In der einen Woche haben sie noch keine zählbaren Kilos abgenommen. An solchen Fällen gibt es längst Millionen.
Taylor hatte das vor über 10 Jahren mit 3 x 200 kcal mit einer kleinen Gruppe nachgebaut, die für die OP anstanden. Auch sie hatten nach ner Woche gesunde Nüchternwerte. Der Versuch ist seitdem vielfach mit demselben Ergebnis wiederholt worden.
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am 08.08.2025 11:44:34 | IP (Hash): 459263824
hjt_Jürgen schrieb:
Einfache Sache: 1 Woche nach einer bariatrischen OP haben die mit ausgeprägtem T2D und Nüchternwerten auch über 200 mg/dl ohne BZ-Medis von einem Tag auf den anderen gesunde Nüchternwerte. In der einen Woche haben sie noch keine zählbaren Kilos abgenommen. An solchen Fällen gibt es längst Millionen.
Das auch eine bariatrische Op hilfreich sein kann, hat doch niemand bestritten.
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am 08.08.2025 11:51:58 | IP (Hash): 511083428
Sorry, aber das ist voll daneben. Denn nicht die OP hat den Erfolg gemacht, sondern die schmale Ernährung, wie die Ernährungsbeispiele zeigen - und das eben schon nach 1 Woche ohne nennenswerten Gewichtsverlust!
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am 09.08.2025 01:34:41 | IP (Hash): 1265184293
Die Entstehung von Diabetes Typ 2 und die Therapie muss man ein wenig genauer beleuchten.
Letztlich bedeutet Diabetes Typ 2 einen gestörten Glukosestoffwechsel. Auslöser ist in den meisten Fälle eine falsche Ernährung. Dazu können auch erbliche Disposition oder ein Mangel an bestimmten Darmhormonen Treten.
In der Grundform wird dem Körper letztlich über Jahre auf Grund einer falschen Ernährung zuviel Nahrung zugeführt. Die Folge ist ein Anstieg des Blutzuckerspiegels. Der Körper steuert mit der vermehrten Bildung von Insulin gegen. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, dass die Zellen den Blutzucker nicht mehr vollständig aufnehmen können, ohne selbst zugrunde zu gehen. Die Folge ist, dass die Rezeptoren für das Insulin zurückgezogen werden. Der Blutzuckerspiegel steigt und die Bauchspeicheldrüse reagiert mit einer vermehrten Ausschüttung von Insulin, was die Resistenz der Zellen in Bezug auf das Insulin erhöht. Irgendwann ist die Bauchspeicheldrüse nicht mehr in der Lage, die Insulinproduktion weiter zu erhöhen. Dann steigt der Blutzuckerspiegel. Und die Nieren scheiden einen Teil des Blutzuckers mit dem Urin aus (das passiert auch beim Typ 1 Diabetes. Funfact: Im Mittelalter wurde die Diagnose gestellt, in dem der Arzt ein Tropfen des Urins probierte). Wenn wir an diese Stelle angekommen sind, muss zunächst geprüft werden, wie hoch die eigene Produktion von Insulin noch ist. Das macht man mit der Bestimmung des C-Petid-Wertes. Wenn das Ergebnis ist, dass die Bauchspeicheldrüse im Prinzip noch genügend Insulin produziert, dann geht es an die Therapie. Vom Patienten muss eine Änderung der Lebensweise verlangt werden. Also eine Umstellung der Ernährung und mehr Bewegung. Gleichzeitig wird ein Medikament wie Metformin verordnet, das in den Glukosestoffwechsel eingreift. Bei übergewichtigen Patienten ist insbesondere die Gewichtsreduzierung wichtig, weil das Bauchfett selber Hormone erzeugt und letztlich entzündliche Prozesse fördert. Bewegung ist deswegen wichtig, weil in den Muskeln mehr Zucker verbrannt wird und in der Folge wieder Insulinrezeptoren gebildet werden. Dies führt dazu, dass die Insulinresistenz nachlässt. Das führt dann dauerhaft zu einer Senkung des Blutzuckerspiegels. Statt des Metformins gibt es auch noch andere Medikamentengruppen, die beispielsweise das Ausscheiden des überschüssigen Blutzuckers über die Niere bewirken. Nachteil ist hier, dass im Gegensatz zum Insulin eine Unterzuckerung erfolgen kann.
Allerdings können durch jahrelange Überproduktion die Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse geschädigt werden. Dann produziert die Bauchspeicheldrüse absolut zu wenig Insulin. Hier muss dann zusätzlich Insulin gespritzt werden.2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 09.08.2025 07:13:56 | IP (Hash): 825868281
Mit dieser alten Erklärung verstellen wir uns traditionell die Möglichkeit auf ernsthafte Abhilfe. Die kann sofort mit der Diagnose Typ 2 am einfachsten bei der Leber ansetzen: Mit einer Woche 600 Kilokalorien pro Tag schaltet die wieder die gesunde Blutzuckerausgabe ein. Denn dann ist das Fett verbraucht, das an dieser Stelle den Diabetes eingeschaltet und dafür gesorgt hat, dass immer mehr Glukose ausgegeben wird, als gebraucht wird. Wir mit Typ 2 Diabetes haben in der Leber nämlich diese ererbte Schaltschwelle. Und die kann schon mit so wenig Fett überschritten sein, dass das für die Diagnose Fettleber überhaupt nicht ausreicht.
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Mein Ding sind Blutzucker + Blutdruck + Blutfette mit möglichst keinen bis wenig Medis im grünen Bereich = gesund mit Diabetes Typ 2 :)
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am 09.08.2025 15:16:55 | IP (Hash): 1998666344
Thomas_Dt, danke für deinen Beitrag, so eine gute Erklärung habe ich bisher noch nirgendwo gelesen! Ich bin Physiker, ich möchte immer verstehen, warum etwas so ist, bevor ich mir Aktionen überlege und nicht einfach dem Doktor glauben (allerdings, im nächsten Leben werde ich Pfarrer, das ist sicher einfacher). Die kryptische Erwiderung von Jürgen verstehe ich allerdings nicht :-(
Bearbeitet von User am 09.08.2025 15:17:31. Grund: . -
am 09.08.2025 17:47:01 | IP (Hash): 459263824
eb8 schrieb:
Thomas_Dt, danke für deinen Beitrag, so eine gute Erklärung habe ich bisher noch nirgendwo gelesen! Ich bin Physiker, ich möchte immer verstehen, warum etwas so ist(
Auf Zellebene, Membranebene und molekularer Ebene (Rezeptoren, Ionenkanäle- und ströme) ist aber vieles der Diabetes-Typ-2-Erkrankung (und der Insulinresistenz) noch nicht endgültig verstanden. Auch die Metforminwirkung ist nur unzureichend verstanden.
Vieles ist da noch Empirie, wie vieles in der Pharmakologie.
Jürgen ist, wenn ich ihn richtig verstanden habe, ein Befürworter davon, dass jeder Typ-2-Diabetiker zunächst einmal 1 Woche eine 600kcal-Diät machen sollte um die Leberverfettung zu reduzieren.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das eine hilfreiche Maßnahme sein könnte.