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Gewichtszunahme durch Pumpe
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Christina
Rang: Gastam 19.08.2010 11:23:20
Liebe Forenmitglieder,
ich hoffe, dass ich jetzt nichts überlesen habe und es diesen Thread nicht schon gibt.
Ich war immer ein Pumpengegner (hatte sie mal vor Jahren 3 Monate und mich zum ersten Mal richtig behindert gefühlt). Ich bin 38, seit dem 1. Lebensjahr Diabetikerin, sehr sportlich und mit Basis Bolus ziemlich gut eigestellt. Da ich allerdings viel zu häufig messe (wirklich bis 15x und m ehr / Tag) und Panik vor Spätschäden habe, trage ich mich mit dem Gedanken, eine Pumpe nur wegen des Glucosemonitorings zu holen. Das scheint eine feine Sache zu sein. Ansonsten tue ich mich sehr schwer, mit einem Gerät, von dem ich noch nicht weiss, wie ich es verstecken soll (Kostüm, Kleid und enge Jeansträgerin). Der zweite Punkt (jetzt dürfen mich alle steinigen) ist, dass ich noch mehr Angst, als vor Spätkomplikationen, ich Angst vor Gewichtszunahme durch die Pumpe habe. Pummelig zu werden ist für mich noch weitaus schlimmer, als im tlws. 1,5 Std Takt den BZ zu kontrollieren. Wie sind Eure Erfahrungen? Im Netz wird immer darauf hingewiesen ,dass die Zunahe erfolgt, wenn die Werte vorher mies waren. Das sind sie bei mir nicht, ich verzichte so gut wie vollkommen auf Kohlehydrate und esse extrem wenig. Wie macht ihr das? Was sind Eure Erfahrungen? Ich bin für Eure Antworten sehr dankbar!!!!
Christina. -
Jürgen
Rang: Gastam 19.08.2010 13:24:30
Moin Christina,
dann mal zum Aufwärmen meine 2 Cents als Pumpenskeptiker:
Klar wirst Du mit Pumpe schwerer, um die Pumpe. Warum mehr, wenn aus der Pumpe am Tag die selbe Menge vom selben Insulin kommt, wie sonst halt aus dem Pen?
Warum bin ich skeptisch?
- Weil das Ding Mehrkosten in einer Größenordnung braucht, die die meisten von uns sich eher weniger leisten können und weil ich annehme, dass die kranken Kassen diese Kosten nicht mehr lange tragen.
- Weil das Ding zwar Vorteile gegenüber der Pendosierung bietet, die aber die meisten User überhaupt nicht nutzen, weil sie's nicht können, weil ihre Ärzte es nicht können und so auch nicht zur Nutzung anleiten können.
- Weil CGM auch ohne Pumpe geht, aber immer noch jede Menge Teststreifen braucht - und Sensoren, die ein Mehrfaches jeder Menge der Streifen kosten, die sich damit wirklich einsparen lassen. Ok, noch, werden vielleicht irgendwann billiger und besser.
Was würde ich an Deiner Stelle machen?
- Sehen, dass andere Leute mit sehr abwechslungsreichen Bewegungsprofilen auch viele Teststreifen brauchen.
- Meine Tests unter dem Aspekt beobachten, welche ich eher a) automatisch ableiste, weil man das so macht, welche meistens b) gleich bis ähnlich ausfallen und aus welchen ich c) direkt eine Handlung ableite.
a) würde ich ersatzlos streichen, b) auf Stichproben alle paar Tage reduzieren und c) optimieren, wobei hier sogar sein kann, dass dafür die eine oder andere Messung mehr Sinn macht, die ich an anderer Stelle eingespart habe.
Das mit dem Verstecken versteh ich nicht, aber das ist ja vielleicht auch einfach eher ein Mädchenprob, obwohl ich z.B. von Omnipod-Userinnen weiß, die die Teile am Oberarm oder Oberschenkel am Strand oder in der Badeanstalt oder auch mit der Hochsommermode allgemein sichtbar spazieren tragen.
Bisdann, Jürgen -
Christina
Rang: Gastam 19.08.2010 13:50:22
Hallo Jürgen,
erst mal Danke, für Deine prompte Antwort.
Ich bin schon immer ein Skeptiker gewesen und habe immer gesagt, für mich bietet die Pumpe keinen Mehrwert, gegenüber meiner ITC. (schlechtester Hba1c in den letzten Jahren vor 6 Wochen bei 6,3, durch eingebauten Staphylococcus Aureus nach VKB- Plastik und Dauerinfektionen, nächste OP kommenden Dienstag, KOTZ!) Allerdings, gerade durch meine jüngsten Probleme mit dem Knie (wo man merkt, was es heisst "krank" zu sein und sich als gesund bezeichnet "in der zeit davor, nur mit DM". (aber jetzt wird Off topic) finde ich dieses Warnsignal beim Monitoring sehr "überlegenswürdig". Die Pumpe selber interessiert mich nicht, das Monitoring schon. Ich merke nicht, wenn meine Werte langsam über 130 gehen, aber ich würde es toll finden, sofort schon reagieren zu können. Leider reagieren meine Werte immer mal wieder mal "ohne erkennbare Ursache" . Zwar nie wirklich problematisch, aber eine 130 ist für mich schon Grund zu korrigieren. (im Büro zumindest).
evt. ist das nicht sichtbar sein wollen wirlklich ein Mädelsprobelm. Da gebe ich Dir Recht!!! Ich lebe seit 37 Jahren mit DM, ich kenne keine anderes Leben, trotzdem habe ich immer darauf geachtet, dass niemand es mitbekommt. Es reicht, wenn es nahestehende Leute wissen, den Rest geht das nix an und eine Beule unter der Kleidung ist nichts, was ich schön finde.
LG, Christina. -
Daniela
Rang: Gastam 19.08.2010 16:08:53
Hallo Christina,
wahrscheinlich wirst Du mit Pumpe sogar weniger Insulin brauchen und bei guter Schulung, Einstellung musst Du dann auch nicht mehr soviel messen ;-)
Das System mit dem Sensor ist teuer, die Sensoren werden wahrscheinlich nicht von der KK bezahlt, einer kostet ca. 70 ¤..
Wer seinen Insulintagesgesamtbedarf auf das Optimum schraubt, nimmt nicht durch Insulin zu, es sei denn er hatte vorher katastrophale Werte, das also dazu.
Ich bin gerade bei ca. 5 - 6 BE/Tag bei insgesamt 33 IE Insulin - mit Pumpe, habe kein Eigeninsulin mehr ;-)
Das geht aber nur wenn Du die Pumpe nicht als "Pen mit Motor" verwendest und Dir die richtige Einstellung bei einem kompetenten Diabetologen abholst...
LG, Daniela -
Jürgen
Rang: Gastam 20.08.2010 12:31:16
Moin Christina,
irgendwo in Deinem BZ-Verlauf zwischen den Mahlzeiten hast Du noch längere Anteile deutlich über 130, sonst würde der 1c deutlich unter 6 lilegen.
BZ-Bewegungen in der Größenordnung, die Du gerne aufmerksamkeitsstimulierend vertont haben möchtest, gehören eher nicht zum zuverlässigen Spielbereich der gegenwärtig angebotenen CGM-Teile. Vielleicht wird’s ja irgendwann mal. Aber einstweilen sind die Hersteller super froh, wenn sie die Warnungen einigermaßen für den Rahmen hin kriegen, mit dem der User einigermaßen zuverlässig im US-diabetologisch gesunden Bereich zwischen 7 und 8 rauskommt.
Bisdann, Jürgen -
Joa
Rang: Gastam 20.08.2010 22:33:59
Hallo Jürgen,
bitte beachte, dass Christina anscheinend einen Typ 1 Diabetes, und nicht Typ 2 oder so hat.
Die von Dir heißgeliebte 140er Doktrin, die ich übrigens grundsätzlich unterstütze, hat für Typ 1 keine so wesentliche Funktion wie bei Typ 2.
Weil Typ 1 in aller Regel keine Betazellen mehr verfügbar hat, die überfordert werden könnten.
Ansonsten zum Thema CGMS, da solltest Du einfach mal mit Deinen Spekulationen kürzer treten.
Selbstverständlich sind die Teile durchaus geeignet auch den Bereich bis 120 steuern zu helfen. Wenn Du willst, auch bis 100.
Gruß
Joa -
Jürgen
Rang: Gastam 21.08.2010 00:02:17
Moin Joa,
Christina schreibt weiter oben von ihrem mit 6,3 seit Jahren aktuell schlechtesten 1c-Wert. Schon dafür ist zu 2/3 der postprandiale Verlauf der ausschlaggebende, und je weiter runter, desto mehr und desto häufiger ganz normal im Bereich zwichen 70 und 140. Ich hab da nix angeregt oder vorgegeben, sondern aus diesem Zusammenhang und Christinas Angabe, dass sie nicht mitkriegt, wenn ihr BZ über 130 geht, geschlossen, dass sie sich auf ein CGM gerne in im Bereich von um 70 bis vielleicht 180 verlassen würde.
Sorry, aber ich weiß bis jetzt von keinem solchen Gerät, dass zuverlässig erst z.B. unter 80 wg Hypo Alarm schlägt und auch schon bei Überschreiten von 130 zuverlässig wg Hyper. - Vielleicht erklärst Du mir, was das mit dem BZ-Rahmen zu tun hat, den ich vorziehe und gerne empfehle?
Bisdann, Jürgen -
Joa
Rang: Gastam 21.08.2010 02:37:39
Moin Jürgen,
> Christina schreibt weiter oben von ihrem mit 6,3
> seit Jahren aktuell schlechtesten 1c-Wert.
Tja also, ich finde bei mir 6,3 schon sehr ok. Kommt aber natürlich auf den Referenzwert des Labors an, und ob das Labor schon auf die neuen Standards umgestellt hat.
Ich war mal überrascht von einem 6,3er oder so.
Aber der war besser als der vorherige mit 6.0.
Mein Doc hatte das Labor gewechselt. =:-o
Das alte hatte einen oberen Referenzwert von 5,8 das neue hat 6,4.
Mal ganz von Messfehlern absehend.
> Schon dafür ist zu 2/3 der postprandiale Verlauf der
> ausschlaggebende,
Ähm, Du weißt um die Zusammenhänge der Glykierung von Eiweiß.
Schiffsche Base > Amadori Produkt > AGE?
Danach ist der postprandiale Verlauf eher sekundär.
Interessanter z.B. wären da länger zu hohe Nachtverläufe.
Kurzfristig erhöhte Glucosewerte gehen so gut wie nicht in den 1c ein.
> und je weiter runter, desto mehr und desto häufiger
> ganz normal im Bereich zwichen 70 und 140.
Klar. Je niedriger die BG-Werte im Durchschnitt sind, desto niedriger wird auch der 1c ausfallen.
> Sorry, aber ich weiß bis jetzt von keinem solchen
> Gerät, dass zuverlässig erst z.B. unter 80 wg Hypo
> Alarm schlägt
Jedenfalls nicht zuverlässiger als das von Dir genutzte Schätzeisen. Aber so zuverlässig, dass doch eine große Anzahl von fitten CGMS-Usern weitgehend auf kapillare Kontrollmessungen verzichtet. ;-)
> und auch schon bei Überschreiten von 130
> zuverlässig wg Hyper.
Aktuell ist das Medtronic System mit der Veo (nicht mit den x22er Pumpen) am flexibelsten. Die Grenzwerte sind frei definierbar.
Hab das grade an meiner aktuellen Test-Veo nachgeprüft.
Der DexCom bietet als High-Schwelle ab 120 an.
Der Navigator nur 140 :-((
> Vielleicht kannst Du mir, was das mit dem
> BZ-Rahmen zu tun hat, den ich vorziehe und
> gerne empfehle?
Nö, das bekomme ich jetzt nicht so recht in einen Zusammenhang.
Allerdings sollte der Typ 2 den Sekretionsdruck auf die Betas möglichst niedrig halten, am besten wohl nicht über 80 mg/dl. *Schreck_lass_nach*
Bei Typ 1 ist der Sekretionsreiz auf Betazellen schnuppe, wenn keine mehr da sind. ;-)
Gruß
Joa