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  • Guido

    Rang: Gast
    am 28.07.2010 14:46:45
    Hallo,

    seit dem 3.7. bin ich nun auch dabei..Typ 1.
    ( Männlich, Bj. 1971 ).

    Am WE davor fing es wie ich nun weiss klassisch an. Durst..Trinken..im 2 Stunden-Rythmus aufs Klo...müde..naja..wird wohl ne Sommergrippe sein. Am 3.7. dann zum Hausarzt, u.a. Zucker gemessen, Gerät zeigte nur "HI" was in dem Fall sicher über 600 hiess...Klink..Notaufnahme...5 Tage Intensiv und Insulin per Difusor ( hiess glaube ich so..)

    Dann auf Station, gelernt selber zu messen und pieksen, nebenbei sehr gut geschult worden. Schon auf der Station wurde der Begin der Remissionsphase festgestellt.
    Blutzucker pegelte sich auf Werte um 150 ein, Basal tagsüber brauche ich gar nicht, nachts sind wir mit 12 Einheiten gestartet und mittlerweile bei 8 .

    Und der Insulinbedarf sinkt weiter. Fürs Frühstück ( 10 Uhr ) mit 2 Brötchen spritze ich mir nun 6 statt 8 Einheiten, Mittag ( 15 Uhr ) gibts 1-2 Schnitten Brot mit Wurst und Diät-Marmelade ( 4 Einheiten ) und Abends gegen 19 Uhr dann warm....

    Und da gingen die Probleme los: Gestern gabs Nudeln mit Bolognese Fertigsosse. Diese hatte pro 100g rechnerisch 1BE.
    Auch eine BE sollten 25g Nudeln sein.
    Teller-> Küchenwaage-> Tara-Taste und 25g raufgekippt: DAS IS JA GAANIX !!!

    "Normale Portion" aufgefüllt: 300g
    Rechnerisch hätte ich mir dafür 12 BE* Abend-Multiplikator von 1.5 = 18 BE spritzen müssen...das konnte ich nicht glauben.

    Vorm Essen 118...2 BE gespritzt, nach 1h 125, nach 2h 122, nach 3h wieder 126 ( Messfehler der Dinger soll ja 10-15% sein )

    Mit 18 Einheiten hätte ich mich sicher ins AUS geschossen...

    Ist ja schön überhaupt eine Remissionsphase zu haben, das soll ja auch nicht selbstverständlich sein. Nu mal 2 Fragen vom "Neuem"

    - Kann jemand diese "Brauche ich lt. Berechnung / brauche ich tatsächlich " Unterschiede nachvollziehen ? Beim Frühstück mit Multiplikator 1.5 / 2 passen die Werte.

    - Gibt es Tipps die Remissionsphase so lange wie möglich zu halten ? Man liest ja hier das und dort jenes..wie z.B: "Hält länger an wenn du mehr spritzt und die Bauchspeicheldrüse entlastest.."

    Danke und Gruss
    Guido
  • peter

    Rang: Gast
    am 28.07.2010 17:07:09
    hallo guido,
    1. bitte schreibe den betreiber an, deine e-mail dort oben zu entfernen,sonst wirst du mit spam zugeschüttet.
    2. die remi erhält man durch insulin=soviel wie nötig=sowenig wie möglich. (ist glaube ich in der uniklinik han. geprüft worden)
    3. ja man hat zu verschiedenen tageszeiten verschiedene faktoren,
    nur hast du vermutlich bei den nudeln übersehen daß sich 25g=1be auf -rohe- :beziehen,
    allg rechnet man 100-125g rohe als 1 portion,und
    da kommt man recht gut hin.
    gekochte nudeln zu wiegen ist recht problematisch, denn das gewicht verändert sich laufend mit der kochdauer(quellung)
    nach einiger zeit wirst auch du nicht mehr mit waage rumlaufen, sondern schätzen=erfahrung.
    bitte mal dein morgenbrötchen nachwiegen, die überall genannte 1brötchen=2 be, bezieht sich auf 50g brötchen, diese haben aber zz 70-75g also 3be. ev stimmt also dein morgenfaktor auch nicht. von peter
  • Guido

    Rang: Gast
    am 28.07.2010 17:54:02
    Hi,

    die Daten hab ich aus dem Buch BE-Rechenbar vom INSULINER-Verlag.

    Mit dem Gewicht hab ich mich beim Posten vertan, es sind 45g = 1BE gekochte Nudeln angegeben. Das das Gewicht gekocht schwer zu wiegen ist erscheint logisch.

    Die 1 Brötchen=2BE Regelung hab ich aus dem Krankenhaus mitbekommen. Werde aber mal nachwiegen ..Brötchen gibst in der Firma..mal nach einer Briefwage schauen.

    Ansonsten sind die Werte ja im Ramen. Ich messe (noch) sehr oft. Gut 6-7 mal am Tag
    ( davon alleine 2 mal vor Autofahrtantritt , 3 mal vor den Mahlzeiten ). Sammle halt noch Erfahrungswerte..

    In einem Merkblatt aus der Klinik stand zu lesen das man unter 120 nicht fahren sollte.
    Ist dieser Wert nicht gür eine 20min Heimfahrt etwas zu hoch angesetzt ?


    Danke und Gruss
    Guido
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 28.07.2010 18:19:59
    Moin Guido,

    erstmal Glückwunsch zum doch recht reibungslosen Eintritt in unseren Club!

    Wie lange Du noch von Deinem Restbestand an Beta-Zellen profitieren kannst, hängt nicht von der Menge an Insulin ab, die Du aus dem Pen zu gibst, sondern vom BZ. Die Betas neigen ab etwa 140mg/dl vermehrt zum Ableben.

    Zum Verständnis, was läuft bzw. nicht läuft, hier mal eine kleine Skizze vom gesunden Glukose- und Insulinspiel.

    Gesund versorgen Leber und Nieren unseren Organismus zu jeder Zeit mit genau der Menge Glukose, die gerade gebraucht wird. Also Hausnummer 20-30g/Std in Ruhe und bis zu 120g/Std und mehr mit mehr Bewegung. Und dazu wird dann immer so passend Insulin geliefert, dass der BZ dabei kaum messbar schwankt und recht gleichförmig irgendwo zwischen gut 60 und gut 80mg/dl verläuft.

    Mit neu gegessenem Futter (alle Stärke=Zucker) wird mit der Übernahme der externen Glukose die interne Glukoseausgabe zurückgefahren. Das geschieht im direkten Zusammenhang mit der Insulinbestellung für die Übergabe der neuen Glukose aus dem Darm in den Blutkreislauf. Dafür sorgt ein Darmhormon-Team, und zwar für jede Menge neue Glukose so passend, dass der BZ in der Spitze etwa 1 Stunde nach dem Einverleiben allenfalls für wenige Minuten bis an 140mg/dl ansteigt und schon eine Stunde weiter wieder zurück um gut 60-80 ist.

    Wir liefern nun mit unseren Pens in diese Abläufe rein ideal immer die Menge Insulin, die gerade fehlt. Also die, von der wir denken, dass die z.B. im Rahmen von jeweils etwa 20 Minuten bis etwa 120-180 nach dem Spritzen von schnellem Analog-Insulin fehlen wird. Und mit dem Basalpen je nach Insulinsorte und -menge die Menge, die im Rahmen von etwa 1 bis zu 24 Stunden nach dem Spritzen fehlen wird.
    Schön vorsichtig rangehen, wie Du das machst, ist sicher vorteilhaft, noch vorteilhafter, wenn Du dir für jeden Tag Notizen machst, nicht einfach nur BE-Mengen, sondern konkret was und zu welcher Tageszeit und mit ggf. welchen anschließenden Aktivitäten, aus denen Du in ner Woche wenigstens selbst auch noch schlau wirst :-)

    Bisdann, Jürgen

    Du sollst nicht unter 60mg/dl Autofahren, weil man sich dann u.U. wie nach 2 Gläsern Schnaps bewegen kann, aber schon um 70 wäre vollkommen sicher. 120 hat sich halt so als Empfehlung eingebürgert, weil paragrafenreitende NichtINSULINER glauben, dass man damit wenigstens 2 Stunden von unter 60 entfernt sein müsste ;-(
  • Guido

    Rang: Gast
    am 28.07.2010 19:28:35
    Danke ( Herr Doktor :-) ) Jürgen,

    das mit dem 120er Wert dachte ich mir schon so in etwa. Frauchen würde mich aber derzeit mit weniger als 110 nicht ins Auto lassen bevor sie das nicht notariell beglaubigt und in 4-facher Ausführung vorliegen hat :-)

    In puncto "selber-einstellen" klappt das ansonsten recht gut . Halte mich aber immer noch so um 100/120. Genauer geht wohl kaum bis die Remissionsphase ( Warum heisst das eigentlich nicht Re-Emissionsphase ?? ) sich stabilisiert hat.

    Hab nach dem Erstbesuch beim Diabetologen noch was auf dem Zettel.
    Zitat vom Diabetologen beim Erstbesuch: "Einwegpens ? Na..das stellen wir dann auf Kartuschen um..."

    Derzeit bekomme ich Actrapid und Protaphance . Der will mich aber wohl auf seine "Hausmarke" umstellen. Als ich das der Diabetologin im Klinkum erzählte der ich für den in meinen Augen wirklich guten "Chrashkurs" noch nen Blumenstrauss brachte meinte diese "Nö..dann geb ich Ihnen 2 Wechselpens und dann soll er Ihnen DAS verschreiben.."

    Gibts da wirklich so krasse Unterschiede ?
    Kann ich auf die "funktionierende" Sorte bestehen ?

    von Guido
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 28.07.2010 20:11:31
    moin guido,

    wie bei jedem medikament haben die dr.es ihre eigenen vorzüge. im prinziep funktionieren alle insuline, mensch muß jedoch zwischen human- und analoginsuline wg unterschiedlichem sea und wirkprofil achtgeben. noch wüster ist es bei den basalinsulinen. bitte wirkdauer und wirkeintritt selbst austesten.

    schulung.
    ich binn mir nicht sicher, wie deine schulung ausgesehen hat, jedoch werden in den letzten jahren immer mehr fußwaschkurse angeboten. eine richtige schulung wirst du nach deiner remissionsphase auf jeden fall benötigen, und da es sehr schnell gehen kann, würde ich mich schon jetzt auf die suche machen. bitte immer nach den schulungsinnhalten fragen.

    infos zu:
    * diabetes .diabetesinfo.de
    * schulung und diabetes .chrostek.de

    vorallem, wenn man sich die seiten des herren chrostek über die schulung des herrn dr teupe liest, erahnt mann, was einem nicht erzählt wurde. von thomas2002
  • peter

    Rang: Gast
    am 28.07.2010 20:23:09
    das insulin in patronen und fertigpens ist absolut das gleiche, die fertigpens machen nur mehr müll,
    sind klappriger, und zur eingewöhnung ev praktisch,
    auf dauer nervig. -
    vor allem, die - novopens 4 - sind von allen die stabilsten zuverlässigsten, und können wie jetzt bei dir mit actrapid, protaphane, nach eigewöhnung , mit novorapid, und levemir bestückt werden.
    fertigpens sind so ähnlich wie wegwerfgewehre=
    ist das magazin leer, kann man nicht nachladen.
    auch du wirst mal merken daß man mit analoginsulin diese lästigen zwischenmahlzeiten vermeiden kann, und dann brauchst du nur die patrone zu wechseln.
    wobeida du ja in der remi bist,und wahrscheinlich nur gerige mengen benötigst, sowieso mit einem NovoPen Junior mit halben schritten besser bedient wärst, denn mit halbschritt gibt es keinen fertigpen.
    also ich tendiere mehr zu deinem diadoc. von peter
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 28.07.2010 20:37:08
    Moin Guido,

    wenn das System, das ich oben skizziert hatte, infolge irgend einer Überlastung kippt und die Symptome auftreten, von denen Du die mildere Form selbst kurz erleben durftest, funzen noch etwa 20% der Beta-Zellen. Denen geht es zwar auch an den Kragen, aber wenn die nachhaltig entlastet werden und der BZ-Druck dauerhaft nachlässt, können die in manchen Fällen völlig ohne gespritztes Insulin für einige Zeit für nahezu gesunde BZ-Verläufe sorgen, also für um gut 60-80 zwischen den Mahlzeiten und für ein paar Minuten bis an 140 etwa ne Stunde nach jedem kleinen größeren Zucker-Input. In den meisten Fällen reicht die Normalisierung nicht ganz so weit, aber immer noch für ohne Spritzen häufig bis in den unteren Bereich dessen, was mit ärztlicher Einstellung erreichbar ist, also nüchtern 80-120 und ne Stunde nach dem Essen 140-180.

    Diese Normalisierung vermittelt den Eindruck, als würde der Organismus die Krankheit zurückgeben, auf Latein remittere, also Remission. - Eine mögliche Erklärung.

    Zu den verschiednen Insulinen schauma hier
    http://www.diabetes-news.de/info/insulin_wirkprofil.htm
    Aber berüchsichtigen, das sind nur Durchsnittsprofile, die individuell erheblich abweichen können.

    Bisdann, Jürgen
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 02.08.2010 01:24:27
    Hi neuer,

    mit den BE's ist das so eine Sache und Nudeln sind schwierig..
    Man muss vor allem vom Trockengewicht ausgehen und dann auf gekocht umrechnen. Nebenbei haben Nudeln noch andere lustige Eigenschaften.

    An Deiner Stelle würd ich das mit der Remi checken, indem Du du Essen mit geringem Energiegehalt und mittlerem Glykämischen Index verwendest - also Brot/Brötchen und das am besten ohne Belag.
    Daran siehst Du dann was Du standardmäßig für 1 BE ungefähr brauchst.
    Die ganze Rechnerei mit den Kohlehydraten scheitert nämlich spätestens wenn Du versuchst BE-frei und dabei hochkalorisch zu essen - und da misst man dann nicht nach 1h den BZ (das ist Unsinn und dient nur dazu um zu gucken wie hoch man insgesamt in etwa nach dem Essen ansteigt, wann das Essen kommt und ob das Insulin in etwa auf das Essen stimmt).

    Freu Dich, dass Du jetzt eher unterzuckerst, wenn die Remi vorbei ist, geht der Spaß mít dem Essen erst richtig los ^^

    LG, Daniela
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 02.08.2010 11:05:05
    Moin Daniela,

    was soll Quatsch daran sein zu schauen, wie das Insulin zum Essen gepasst hat? Nur darum geht es doch beim Bolus.

    Ich weiß, dass der BZ anschließend noch einmal ansteigt, für Fett und Eiweiß, sagt man, so lange man davon ausgeht, dass der basale Bedarf im Normalfall immer eine schön ordentlich waagerechte Kurve beschreibt.
    Aber unsere Glukose-Versorgung läuft tatsächlich in der Hauptsache basal. Völlig unabhängig vom Essen werden dabei exakt zum Bedarf zwischen etwa 20 und 120g Glukose pro Stunde verteilt, gesund übrigens ohne großartig messbare Schwankungen im BZ, und die brauchen natürlich auch völlig unabhängig vom Essen und eigentlich ebenso passend zum Bedarf ihr Insulin.

    Dieser interne Versorgungs-Kreislauf wird mit dem Essen eigentlich nur kurzzeitig unterbrochen, indem halt die neu gegessene Glukose statt der intern ausgegebenen und produzierten direkt zur Versorgung genommen wird. Aber das bestrifft nur einen geringen Teil. Der größte davon wird zunächst eingelagert und anschließend eben nach Bedarf wieder ausgegeben. Und immer dann, wenn der bedarfsgerechten Ausgabe in größerer Entfernung vom Essen Insulin fehlt und der BZ daher ansteigt, suchen wir standardmäßig abgerichtet nach einer essenbezogenen Erklärung, also z.B. dass Fett und Eiweiß wg ihrer sehr viel späteren Verstoffwechselung eben auch sehr viel später eben auch ihren Insulin-Anteil brauchen. Und warum nicht, wenn man auf diese Weise passend zum gesünder verlaufenden BZ gespritzt kriegt?

    Bisdann, Jürgen
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 02.08.2010 18:56:54
    Huhu Jürgen,

    soooo war das nicht gemeint, ich messe auch meinen 1h pp-Wert, auch um zu sehen ob ein DEA passt und wie weit ich damit spielen kann bei verschiedenen Nahrungsmitteln.

    Mir gings um die Nudeln und Remissionsphase. Wer nach 1h mit Nudeln und wenig Bolus meint bei einem guten BZ-Wert eine Remission zu erleben, der kann irren. Vor allem wenn es sich dann noch um Analoginsulin handelt.

    Erst zu Ende der Wirkdauer des Essens UND zu Ende der Wirkdauer des Insulins kann man bei passender Basis entscheiden ob Eigeninsulin vorhanden ist, ob dies dann eine Remissionsphase ist - keine Ahnung, weiss man denn wie resistent man zu Beginn der Insulintherapie durch Ketone, übermäßige Lipolyse oder whatever denn war?
    Ich weiß es nicht und mein mal flockig --> Arzt fragen ôô

    LG, Daniela
  • Gabriela

    Rang: Gast
    am 17.09.2010 17:26:25
    Hallo,nach der Diagnose am Montag,habe ich mich nun wieder bissel erholt vom Schock.Da ich ja nun überhaupt nichts von dieser Krankheit weiß,habe ich nach Foren zum Austausch gesucht und bin hier fündig geworden.Ich bin 48 Jahre jung,habe BZ von 302,Langzeitwert 12,habe mich erstmal geweigert zu spritzen und nehme ab heute Velmetia ( gerade die 1. geschluckt )
    Worüber ich mir nun Gedanken mache,ist die Ernährung und ich bin über jeden Tipp dankbar !
    LG Gabriela