Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Spritzen nach dem Essen oder nach der Uhr?

  • Ludwig

    Rang: Gast
    am 14.10.2007 21:23:24
    Hallo, hier sind offensichtlich Spezialisten am Werk!

    Ich bin absoluter Neuling, männl., Ende 60, und spritze seit einer Woche morgens und abends Insulin (Protaphane [Penfill, 6 Einheiten]); das wird mehr werden, weil meine BZ Werte noch zu hoch sind....

    Ich weiß, ich weiß, man soll ein "geregeltes" Leben führen, aber das geht net immer:

    1 x die Woche essen wir um 16 Uhr,
    4 x zw. 17 und 18 Uhr,
    2 x um 19 Uhr oder etwas später.

    Meine 19 BEs sind gerecht verteilt auf früh 6 BE, mittags 6 BE und abends 7BE . Zu jeder Mahlzeit nehme ich 1 Tabl. Glucophage 850.

    Beim Doc hat man mir gesagt, es sei "wurscht", wann ich spritze, ob vor oder nach dem Essen.

    Frage: Soll ich grundsätzlich nach den Mahlzeiten, oder zu einem jeden Tag etwa gleichen Zeitpunkt spritzen?

    Vielen Dank für eure Mühe!
    CU
    von Ludwig
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 14.10.2007 22:02:59
    hallo ludwig,
    da protaphane ein basisinsulin ist, sollte es in etwa zuden vorgegebenen zeiten gespritzt werden.
    um das essen abzudecken = bolus wird normalinsulin bzw kurzzeitanaloginsulin mit dem entsprechenden spritz/ess abstand , gespritzt.
    mfg klaus von klausdn
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 14.10.2007 22:09:29
    protaphane ist ein basalinsulin, und daher unabhängig von der malzeit. es soll den grundbedarf abdecken. von thomas2002
  • Erwin Weindl

    Rang: Gast
    am 14.10.2007 22:10:56
    Lieber Ludwig,

    ich hoffe ich liege mit meiner Annahme richtig, du bist ein Typ 2 Diabetiker der schon längerere Zeit mit Tabletten seinen Diabetes behandelt hat und nun 2x täglich Protaphane zur Abdeckung der Basalrate spritzt. Übergewicht spielt offensichtlich auch dabei eine gewisse Rolle.

    Dein Prothaphane solltest du dir wenn möglich immer zur gleichen Zeit verabreichen. Dieses Insulin hat nichts mit dem Essen zu tun. Dein Blutzucker steigt auch wenn du nicht ißt. Um diesem Anstieg entgegenzuwirken hat dir dein Arzt das Insulin verschrieben. (Abdeckung der Basalrate).

    Um dem Zuckeranstieg für deine Mahlzeiten entgegenzuwirken nimmst du Glucophage 850 zum Essen (Vor der Mahlzeit)

    Abgesehen von deinen Zuckerwerten die du hoffentlich jedesmal vor dem Essen misst ist dein HBA1c. Dieser sollte 4 x jählich ermittelt werden und nicht über 7,3 liegen.

    LG Erwin

    von Erwin Weindl
  • Maria

    Rang: Gast
    am 15.10.2007 10:34:34
    Hallo Erwin!
    HbA1c nicht über 7,3? Das ist doch etwas zu hoch gegriffen. Laut WHO sollte ein Wert nicht über 6,5 angestrebt werden, da es darüber bereits zu Schäden an den kleinen Blutgefäßen kommt.
    Lieben Gruß
    Maria
  • Erwin Weindl

    Rang: Gast
    am 15.10.2007 14:27:04
    Liebe Maria,

    ich habe keine Ahnung wie jung du bist, aber Ludwig ist ende 60 und hat eine Therapie die nichts mit BBIT, NIS oder FIT zu tun hat. Ich selbst bin fast 50 und seit 30 jahren T1 Diabetiker und kenne einige Menschen mit T2. Dazu gehört auch meine Mutter. Möchtest du wirklich dieser Gruppe von Diabetikern die keinerlei Korrekturmöglichkeiten haben diese Weltmeisterschaftlichen Ziele vorgeben oder sollte sich da nicht etwas Weitsicht in den Zielvorgaben einschleichen.

    LG Erwin von Erwin Weindl
  • Haschi

    Rang: Gast
    am 15.10.2007 19:57:14
    Hallo,

    gerade ältere Typ2-Diabetiker, die eine ICT oder eine FIT, aus welchen Gründen auch immer, nicht anwenden, sollten den Zielwert ihrer Langzeiteinstellung mit dem Arzt moderat vereinbaren, wobei die Lebensumstände, die Lebensqualität sowie Begleiterkrankungen ausreichend gewürdigt werden sollten. HbA1c-Werte um die 7% können in dieser Gruppe durchaus tolerabel sein. von Haschi
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 15.10.2007 21:40:57
    ich reagiere da immer etwas komisch, wenn menschen um die 60 mit einer laxen blutzuckereinstellung abgespeist werden, in meiner familie werden die leute - wenn sie nicht gerade vom dach fallen - um die 95 jahre alt, also zeit genug, sich einige nettigkeiten einzufangen. und die leute können noch aktiv auf sich selbst acht geben.

    statistisch leben akademiker länger als das präkariat. es hat z.t. mit einer höheren bildung aber auch mit einem mehr an - auch sportlichen - möglichkeiten zu tun. und seien es die wöchentlichen 18 runden golf und das gelegentliche tennis. von thomas2002
  • Erwin Weindl

    Rang: Gast
    am 15.10.2007 23:13:13
    Lieber Thomas2002,

    wieviele von deinen 95jährigen die du kennst haben Diabetes, können mit Kohlehydratberechnungen, BE einschätzen, Basis-Bolustherapie BZ-Wertkorrektur, selbständiger Anpassung der Insulindosis bei Krankheit und/oder Sport umgehen. Wenn dein eigener HBA1c höher als 5 ist schau erst einmal ob du vielleicht zu lax bist und wenn Ende 60 nicht vielleicht doch näher 70 ist, ob du mit deiner Mathematik nicht vielleicht einmal deine Insulindosis falsch berechnest.

    Ich komme noch aus der Stahlzeit wo man Spritzen auskochen musste und der Wunsch der Ärzte ein HBA1c von unter 10 war. Erst 1980 gab es die ersten BZ-Messgeräte und den Blutstropfen musste man mit einer Stahllanzette gewinnen.

    Ich habe die gesamte Entwicklung der Diabetesbehandlung vom Alt-Insulin bis zum heutigen NovoRapid miterlebt und viele Diabetiker kennen gelernt. Auch die Ängste und Probleme die Patienten im Alter haben (vor Hypos z.B.) wie auch die Grenzen. Man kann nicht jedem Patienten eine FIT-Therapie aufzwingen mit der er nicht zurecht kommt oder wo die Gefahr der Unterzuckerung permanent besteht. Ich kenne auch viele laxe Ärze die Patienten abspeisen, aber ich würde es mir nicht anmaßen bei den Wenigen Infos von Ludwig seinen Arzt dieser Gruppe zuzuordnen.

    Zu deiner überdenkenswerten Statistik möchte ich nur anmerken dass viele Menschen die heute 70 sind jene Menschen sind die unseren heutigen Wohlstand begründet haben und in einer Zeit aufwuchsen wo nicht das Kriterium Intelligenz sondern Möglichkeit eine akademische Laufbahn bestimmt haben.
    Die die Möglichkeit hatten leben statistisch länger weil sie ihr gesamtes Leben lang die besseren finanziellen Möglichkeiten hatten.

    Vielleicht hast du deine Anmerkung unter Einfluss eines Hypos geschrieben, wenn nicht, würde ich bitten etwas kritischer und weniger selbstherrlich durchs Leben zu wandern.

    LG Erwin von Erwin Weindl
  • Maria

    Rang: Gast
    am 16.10.2007 12:08:42
    Lieber Erwin!

    Vielleicht aber wäre Ludwig durchaus bereit, FIT zu machen und seinen HbA1c - Wert weiter zu senken, würde er auf die Möglichkeit von seinem Arzt aufmerksam gemacht. Ich habe in der Rehab eine 80 jährige Dame kennen gelernt, die eine Pumpe
    trug und mit ihr sehr gut zurecht kam. Der Arzt dort sagte: "Alter schützt vor lernen nicht!" Bei meiner Mutter, die mit 80 Diabetes bekam, wiederum meinte ihr Arzt: "In Ihrem Alter haben Sie Ihre Spätschäden schon überlebt." Für sie war das genau richtig, denn
    sich mit Fit auseinander zusetzen hätte sie total überfordert.
    Natürlich liegt die Entscheidung einzig und allein bei Ludwig.
    Lieben Gruß
    Maria
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 16.10.2007 21:31:51
    hallo maria,
    du hast völlig recht, wir haben hier jemand mit 86 j, der ict macht und der stolz auf seine werte ist, mit grund!
    und wenn der doc den ludwig nicht über die möglichkeiten aufklärt, die wir haben, dann ist es sein gutes recht sich diese ua hier zu holen.
    dazu sind foren und shgs da.
    @erwin, ja es gibt einige t1 die zu hypos neigen ,
    viel tun es nicht, und t2 erst recht nicht.
    ich kenne aus der shg viele t1 und t2 mit ict und guten werten(für viel docs "zu scharf" die nur alle jubeljahre eine hypo haben und meist durch irrtum.
    mfg klaus
    ps. sinnlose und oft falsche ernährungs diktate sind für viele "das" belastende, besonders für ältere. von klausdn
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 16.10.2007 22:25:06
    lieber erwin,

    ich habe unter ict mitlerweile erneut einen hba1c von 5,2 - auch aufgrund einiger arztwechsel. ich neige nicht zu unterzuckerungen, meine 95-jährige verwandschaft sind großeltern und großtanten und -onkel, und ja, sie konnten auch das große 1*1 im kopf. damals gab es noch rechenschieber und keine taschenrechner, also konnten sie kopfrechnen. mit dieser erfahrung wehre ich mich dagegen, 60-jährige als schwebend scheintod und/oder latent dement anzusehen.
    wenn es selbstherrlich und unkritisch ist, rentner zu kennen, die geistig fit sind, die manchem 40-jährigen die leviten lesen können, und eine lebensbezogene algemeinbildung haben, bin ich schuldig. und es tut mir nicht mal leid. von thomas2002
  • Teilnehmer

    Rang: Gast
    am 20.10.2007 00:30:12
    "Sinnlose oft oder falsche Ernährungsdiktate", war davon die Rede hier des Postings ?

    Und was soll überhaupt die Klugscheißerei?
    Geh doch zu den Medien, da kannste mit Deinem Geschwafel sogar Geld verdienen...

    ff