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  • Angela Theobald

    Rang: Gast
    am 13.08.2007 13:51:38
    Hallo!
    Mein Diabetologe hat mir Metformin 1000 verschrieben. Ich habe den Glucose test gemacht mit diesem Ergebnis:
    nüchtern: 120 BZ
    nach einer Stunde: 229 BZ
    nach einer weiteren Stunde: 153 BZ
    Mein Langzeitwert ist 6.5
    Meine Werte nüchtern schwanken seit etwa 4 Monaten von 120 bis zu 150.
    Ich habe gelesen, dass Metformin meistens an übergewichtigen Patienten verschrieben wird, und einige Nebenwirkungen hat. Da ich kein Übergewicht und etwas Angst vor den Nebenwirkungen habe, zögere ich mit der Einnahme. Muss ich bei diesem Langzeitwert überhaupt Medikamente nehmen?

    Bitte um Rat.

    Liebe Grüsse

    A.T.
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 13.08.2007 14:26:47
    Moin A.T.

    gesund ist nüchtern 60-80, Diabetes ab 126 aufwärts, Langzeit gesund um 5 und fortschrittliches mit Diabetes unter 6,5.

    Metformin hat als Hauptwirkung, dass der Nüchternzucker morgens sinkt, weil es die Leber an der Zuckerausgabe hindert. Das mit dem Gewichtsenken ist eher Glaubenssache und trifft eher auf die armen Teufel zu, denen mit dem Zeug regelmäßig speiübel wird.

    Nebenwirkungen haben alle Medis mehr oder weniger. Du kannst ja vergleichen und bei einigermaßen gleichem Essen einen Tag mit und einen ohne Metformin so messen, wie Du's hier oben beschrieben hast, und wenn Du da keinen deutlich besseren Werte mit M siehst, ist das ein guter Grund, es nicht zu essen.

    Im Normalbetrieb haben gesunde Menschen einen BZ um 80, und der steigt nach ner Mahlzeit mit viel Zucker (Stärke=Zucker) mal für ein paar Minuten bis um 120 an, aber kaum je höher als 140. Nach ner Stunde ist der längst wieder um 80.

    Du solltest also deutlich weniger Zucker essen oderund Medis gezielt dafür nehmen, dass Dein Blutzucker damit nicht so hoch ansteigt und schneller sinkt. In beiden Fällen kann Dir vielleicht auch etwas zusätzliche Bewegung (manchmal etwa Gang durch den Supermarkt) direkt nach dem Essen den BZ senken helfen.

    Tatsächlich musst Du dich schlau machen, z.B. auf diabetesinfo.de, und Dich kümmern und mit Futterverhalten und DEN PAASENDEN (Dok und uns löchern, bis es passt) Medis dafür sorgen, dass Dein Blutzucker zuverlässig jeden Tag die meiste Zeit vom Tag flach & niedrig im gesunden Rahmen bleibt.

    Bisdann, Jürgen
  • Angela Theobald

    Rang: Gast
    am 13.08.2007 14:43:20
    Hallo Jürgen,

    ich hatte Metformin bereit vor drei Jahren verschrieben bekommen, und habe meine
    BZ-Werte durch Bewegung in den Griff bekommen. Da war der Nüchternwert selten über 120.
    Ich habe gedacht diese Tablette zu teilen, habe mich nur nicht getraut den Arzt zu fragen. Wie denkst du darüber?
    Muss man diese Tablette regelmässig einnehmen, oder kann man, sollten die Werte besser werden, damit aufhören und mit Bewegung und Diät fortfahren?

    L.G.

    A.T.
  • HJürgen

    Rang: Gast
    am 13.08.2007 14:59:32
    H fürs System

    Moin A.T.

    was Du hast, ist keine Krankheit, die man kriegt und wieder los wird, sondern sehr einfach ausgedrückt ein Defekt in der Blutzucker-Automatik, der sich selbst verstärkt und unbehandelt mit immer höheren Blutzuckerverläufen äußert. Wodurch die Menge welcher Fehlfunktion ausgelöst wird, die sich zu so diesem Defekt versammeln, weiß bisher niemand und auch nicht, wie man die Entwicklung wieder zurück drehen könnte.

    Einzige sichere Aussage: Indem man den Ausfall der Automatik ersetzt und seinen Blutzucker praktisch manuell so flach & niedrig steuert, wie die Automatik das gerne täte, wenn sie noch richtig funktionierte, verlangsamt bis stoppt man zumindest weitere fiese Folgeentwicklungen. Allerdings müssen alle Betroffenen, die ich kenne, mit den Jahren für ihren gesunden Blutzucker zu immer weniger Zucker oderund zu immer mehr/wirksameren Medis greifen. Ich kenne keine Ausnahme.

    Bisdann, Jürgen von HJürgen
  • Haschi

    Rang: Gast
    am 13.08.2007 15:05:37
    Hallo,

    bei mehrmaliger Nüchternblutglukose im Vollblut > =110 mg/dl , im Blutplasma > 0 126 mg/dl besteht Diabetes mellitus, die Zuckerkrankheit.

    Der Langzeitwert dient nicht der Diagnose, kann diese allenfalls erhärten.
    Gesunde Langzeitwerte betragen je nach Labormethode regelhaft < 6,5 %.

    Stoffwechselgesunde haben Nüchternwerte zwischen 60 und 100 mg/dl im Blutplasma. Nach kohlehydratreicher Kost und bestimmten Medikamenten steigt auch die Blutglukose bei vielen Menschen ohne Diabetes kurzzeitig auf Werte bis 140 mg/dl.

    Metformin kann auch bei normalgewichtigen Diabetikern die Blutzuckerwerte senken, da der Wirkstoff an mehreren Punkten angreift. Nebenwirkungen verschwinden oft nach kurzer Zeit. Ob du überhaupt Medikamente benötigst, kann nur dein Arzt entscheiden aufgrund deines gesamten Gesundheitszustandes; das HbA1c alleine sollte nicht das Kriterium für die Medikamentengabe sein.
    von Haschi
  • Franziska

    Rang: Gast
    am 13.08.2007 15:07:43
    Hallo,

    Deine Werte sind schon ganz schön hoch, so dass ich ehrlich gesagt bezweifle, dass Du nur mit Bewegung und entsprechendem Essen Wesentliches erreichst.
    Wenn Du Metformin nimmst, dann ganz langsam einschleichen, so 1/4 zur Nacht und langsam steigern.
    Ich kenne einige die Metformin nehmen und damit nicht schlecht fahren, andere wiederum vertragen es nicht. Die Verträglichkeit verbessert sich mit einschleichender Einnahme.
    Metformin hat den Vorteil, dass es schon sehr lange eingesetzt wird und daher die Wirkungen (und Nebenwirkungen) gut bekannt sind und damit berechenbar. Außerdem soll Metformin die Empfindlichkeit der Körperzellen auf Insulin wieder verbessern und somit die Insulinresistenz aufhalten.
    Abnehmen muss man unter Metformin nicht. Eher ist es so, dass man davon nicht zunimmt.
    Gruß
    Franziska
  • coko

    Rang: Gast
    am 13.08.2007 19:49:49
    Hallo,
    ich habe vor 3 Jahren ein Jahr lang Metformin 1000 täglich genommen. Hab mit Sport dann 15 kg abgenommen. Hatte dann einen HBA1 von 5,4. Danach habe ich nach Absprache mit meinem Diabetologen kein Metformin mehr genommen, und habe mich einer Laufgruppe angeschlossen. Laufe 2-3 mal die Woche je 1 Stunde. Mein Hba1 hat sich ohne Medikamente zwar auf 6,0 verschlechtert. Sobald ich nicht laufen kann oder im Urlaub bin, nehme ich wieder Metformin. Für mich gilt entweder laufen oder Metformin nehmen. Empfehle Dir das Buch von Lauber " Fit wie ein Diabetiker "
    Hat mir mein Arzt empfohlen..
    von coko
  • Angela Theobald

    Rang: Gast
    am 14.08.2007 10:27:53
    Hallo Coko,

    laufen bzw. walken ist auch meine Hoffnung.
    Im Moment gehe ich 2 x die Woche 1 Std. walken. Z.B. gestern Abend, 1 Std., aber heute Morgen war mein BZ 140, ohne Metformin.
    Ich werde das Laufen intensivieren, und hoffe, dass es bei mir auch so klappt.

    Einen schönen Tag,

    A.T.
  • Molly

    Rang: Gast
    am 16.08.2007 10:09:03
    Bei mir ändert sich mit Metformin überhaupt nichts. Keine besseren Zuckerwerte.
    Mein Arzt meint, ich bräuchte das Medi für die Nieren.
    Gruss Molly
  • Franziska

    Rang: Gast
    am 16.08.2007 11:45:31
    Hallo Molly!

    Metformin für die Nieren? Das ist mir neu....
    es ist sicher so dass Metformin die Leber beschäftigt und damit die Gluconeogenese etwas senkt, auch soll die Empfindlichkeit der Zellen für Insulin verbessert werde. Auf die Niere hat es keine Einfluss. Ich wüsste auch nicht, dass irgendein anderes orales AntiDiabetikum auf die Niere einen direkten positiven Einfluss hätte. Das können nur manche Blutdrucksenker wie ACE-Hemmer, Sartane und manche Ca-Antagonisten.

    Wenn Metformin nicht den BZ senkt, würde ich es ehrlich gesagt nicht nehmen.

    LG

    Franziska
  • Molly

    Rang: Gast
    am 16.08.2007 15:44:05
    Hallo Franziska

    Meinst Du ich könne es einfach absetzen ?
    Nehme es schon 7 Jahre und das ist ja nicht ohne...
    Danke

    von Molly
  • Franziska

    Rang: Gast
    am 16.08.2007 15:58:59
    Hallo Molly,

    na ich bin keine Diabetologin und würde dort erst mal fragen was es wirklich genau an der Niere soll... kann man auch im Internet überall nachlesen, die Niere wird da nicht genannt. Nur dass es über diesselbe mehr oder weniger unverändert ausgeschieden wird. Und eine veränderte Nierenfunktion Metformin kumulieren lassen kann.

    http://www.diabetes-deutschland.de/1659.htm


    Wenn Du Metformin absetzt, könnte natürlich der BZ wieder steigen. Würde ich beobachten. Du musst auf jeden Fall weiterhin Deine BZ-Zielwerte erreichen. Was nimmst Du denn sonst?

    Gruß

    Franziska
  • Haschi

    Rang: Gast
    am 16.08.2007 16:16:49
    Hallo Molly,

    keinesfalls solltest du Metformin selbstständig und ersatzlos absetzen, da
    dann höhere Blutzuckerwerte und eine Zunahme des Körpergewichtes generiert werden können. Einen unmittelbaren Einfluss auf die Nieren hat der Wirkstoff nicht. Muss wohl ein Irrtum sein. von Haschi
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 16.08.2007 16:29:54
    Moinmoin,

    also wenn ich beim Ausprobieren herausfinden würde, dass ein Medikament seine Hauptwirkung nicht leistet, den BZ also in keiner Weise niedriger hält, und wenn das Medikament wegen seiner zweiten Wirkung, dem Abnehmen, nicht separat verordnet wird, hätte ich für mich absolut keinen Grund mehr, das Zeug weiter zu nehmen.

    Und wenn mir der Arzt in Kenntnis der Hauptunwirksamkeit bei mir etwas von einer Zusatzwirkung erzählen würde, die nirgendwo erwähnt wird, nämlich der Schutz der Nieren, dann wäre das ein Grund, mein Patientenverhältnis bei dem Arzt gründlich zu überprüfen - zumal eigentlich überall von der Einnahme des Präparates bei auffälligen Nierenwerten abgeraten wird.

    Bisdann, Jürgen