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Angsterkrankung und Blutzucker
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Michael
Rang: Gastam 03.07.2007 21:24:05
Hallo,
mein Thema ist ein ganz anderes. Kann durch eine Angsterkrankung auch Diabetes ausgelöst werden??
Bei mir ist dadurch jedenfalls der Blutzuckerspiegel immer etwas höher als es eine gute Norm wäre. Angeblich kommt das durch die Stresshormone, die Gegenspieler des Insulin sind. Besonders morgens wache ich oft mit Angstgefühlen auf und dann ist der Nüchternwert noch höher. Da ich Sorge habe, dass sich ein Diabetes entwickeln könnte, bin ich bei Laborterminen immer so extrem aufgeregt, dass natürlich die Werte auch immer leicht erhöht sind. Ein Teufelskreis.
Weiß jemand, ob leicht erhöhte Blutzuckerwerte bei einer Angsterkrankung "nur" eine Begleiterscheinung sind (die Bauchspeicheldrüse ist ja in dem Fall gesund, nur die Stresshormone zu hoch) oder ob sich daraus mit der Zeit auch ein richtiger Diabetes entwickeln kann.
Danke allen!
Viele Grüße
Michael -
klausdn
Rang: Gastam 03.07.2007 21:48:02
hallo michael,
nein das weiß ich nicht, nur daß bei manchen menschen streß den bz erhöht.
aber ! probiere es doch einfach aus,
so wie wir das auch mal machen.
miß um 5°°, um 6°°, und wenn du aufgestanden bist,
aus dem verlauf läßt sich wunderbar ersehen,
ob es ein aufsteh, oder und dawnphänomen ist.
also streßßbedingt.
das blöde ist man kann die ganze nacht 100 haben alles prima, 20 minuten später hat man 150 ohne das geringste gegessen zu haben. das verblüfft , ist aber bei vielen so.
mfg klaus von klausdn -
Rolf
Rang: Gastam 03.07.2007 22:11:04
Hallo, Klaus,
kann ich bestätigen, habe vor dem Schlafengehen so zwischen 80-100, habe dann mal nachts um 3 gemessen, immer noch im Rahmen, habe dann aber morgends einen Nüchternwert von zwischen 110 und 150 ( schwankt stark ), habe dann nachts um 3 mal was gegessen ( 1 Sch. Vollkornbrot ), da war nüchtern gegen 7 der Wert in Ordnung ( na ja, 105 ).
Zur Streßgeschichte:
Bei Streß, bin jetzt aus dem Beruf, hatte aber zum Abschluß ein absolut stressiges Projekt und hatte dabei meine BZ-Werte nicht so richtig unter Kontrolle ( viele Ausreißer nach oben aber auch nach unten )
Gruß Rolf -
Jürgen
Rang: Gastam 03.07.2007 22:14:47
Moin Michael,
mit Angst ist es wie mit dem Blutzucker: zu wenig kostet das Leben und zuviel auch. Normal funktioniert für beide ne Automatik, die wir paradoxer Weise erst wahrnehmen, wenn sie defekt ist und wir diesen Defekt gewissermaßen manuell ausgleichen müssen. Dabei halte ich den Ausgleich eines Defektes an der Blutzucker-Automatik für weitaus einfacher als den eines Defektes an der Angst-Automatik.
Ne Blutzucker-Automatik ist IMMER defekt, wenn ein höherer BZ auffällt. Diabetes heißt das zwar erst ab einem besonders hohen BZ, aber das bedeutet nicht, wie vielfach angenommen, dass alles bis dahin gesund sei. Sondern die Diagnosegrößen wurden im finsteren Mittelalter der Diabetologie 1974 nach den damaligen Erkenntnissen gesetzt und seitdem kaum modifiziert, nicht zuletzt, weil man mit jeder Absenkung eine noch größere Lawine an Behandlungsbedarf lostreten würde. Wenn ein höherer Blutzucker auffällt, kann man einen langfristig weiteren Anstieg verlangsamen bis stoppen, indem man überall dort, wo man kann, vor allem mit der Auswahl des Essens für einen gesund niedrigen Blutzucker sorgt.
Wenn also bei Dir ein erhöhter Blutzucker festgestellt wird, tust Du gut daran, immer dann für einen gesund niedrigen zu sorgen, wenn Du selbst dafür sorgen kannst, nämlich für nach dem Essen. Und dabei musst Du dir, so lange Du keine Blutzucker senkenden Medis nimmst, absolut keinen Kopf darum machen, dass Du damit in den Unterzucker rutschen könntest, denn das wäre ohne Medis nur nach höheren Blutzucker-Anstiegen an 200 und höher möglich.
Das heißt, wenn Du unter 140/120/100 mg/dl 1/2/3 Stunden nach dem Essen einhältst, gerne besser, passiert Dir gar nichts, wenn Dein Gerät statt realer 100 zu hohe 130 anzeigt, so dass Du dann bei unter 100 tatsächlich unter 70 hättest. Denn eine Unterzuckerung beginnt erst ab 50 abwärts, und ohne senkende Medis reguliert Deine Leber Deinen Blutzucker bis auf nach dem schnellen Absinken aus 200 und mehr ABSOLUT ZUVERLÄSSIG IMMER völlig ausreichend hoch.
Bisdann, Jürgen -
Michael
Rang: Gastam 03.07.2007 22:28:54
Hallo Klaus,
Ist dieses Dawn-Syndrom abhängig von den individuellen Schlafens- und Aufstehzeiten? Ich gehe meist um 2 Uhr ins Bett und stehe normalerweise um 10 Uhr auf, da ich erst um 12 Uhr zur Arbeit gehe.
Wäre dann dieser Dawn-Anstieg trotzdem zur gleichen Zeit, also gegen 7 Uhr o.ä.? Und wie lange hält der an? Pendelt sich der BZ innerhalb 1 -2 Stunden wieder ein oder bleibt er dann für den Rest des Tages so hoch?
Danke Dir!
Michael -
klausdn
Rang: Gastam 03.07.2007 23:24:13
hallo michael,
dawn= englisch dämmerung(morgens) das tritt unabhängig vom aufstehen ein(und nicht bei jedem stark ) das aufstehphänomen tritt erst mit der "senkrechten" ein hat was mit bd zu tun.
ob es sich bei dir wieder selbst reguliert, mußt du selber ausprobieren, das kannst du ja da du das zeitlich getrennt machst.
bei mir gibt es sich durch den erhöhten morgenbolus.
mfg klaus von klausdn -
Michael
Rang: Gastam 04.07.2007 00:34:04
Hallo Jürgen.
Du schreibst, die Blutzucker-Automatik ist IMMER defekt, wenn ein höherer BZ auffällt. Das ist eben für mich die große Frage. Mein Arzt meinte, dass die Stresshormone Gegenspieler vom Insulin sind und daher das Insulin quasi nicht die Chance hat, den BZ auszubalancieren. Die Störung läge also da weniger in der Blutzuckerautomatik, sondern eben in der Angsterkrankung, die diese Stresshormone ausschüttet.
Ansonsten danke Dir für Deine Tipps!
Ich werde auf jeden Fall versuchen durch mein Essverhalten den Körper nicht noch mehr zu strapazieren.
Danke auch an Klaus!
Schöne Grüße
Michael -
Jürgen
Rang: Gastam 04.07.2007 12:29:53
Moin Michael,
die Blutzucker-Automatik ist gut für nen Eimer Cola. Den kann ein Gesunder aussaufen, ohne dass sich der BZ über 140 bewegt - meistens eher unter 120 bleibt. Die Automatik bestellt das Insulin, so lange sie richtig funktioniert, immer in der passenden Menge.
Von Aufregung und Angst u.ä. steigt nur bei denen von uns der Blutzucker messbar an, bei denen die Blutzucker-Automatik nen Knacks hat. Wie geschrieben, der Knacks ist recht einfach in seiner Entwicklung zu bremsen und auszugleichen, wenn man sich gezielt und systematisch drum kümmert :-)
Bisdann, Jürgen -
Hans
Rang: Gastam 14.07.2007 18:21:38
Hi Jürgen,
Du schreibst:
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die Blutzucker-Automatik ist gut für nen Eimer Cola. Den kann ein Gesunder aussaufen, ohne dass sich der BZ über 140 bewegt - meistens eher unter 120 bleibt. Die Automatik bestellt das Insulin, so lange sie richtig funktioniert, immer in der passenden Menge.
Von Aufregung und Angst u.ä. steigt nur bei denen von uns der Blutzucker messbar an, bei denen die Blutzucker-Automatik nen Knacks hat. Wie geschrieben, der Knacks ist recht einfach in seiner Entwicklung zu bremsen und auszugleichen, wenn man sich gezielt und systematisch drum kümmert :-)
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Da muss ich Dir widersprechen. Ja, die BZ-Automatik funktioniert, wenn es um Essen geht bei gesunden Menschen immer. ABER das kann man mit den Angst/Stress-Reaktionen nicht vergleichen. Auch bei Gesunden steigt bei akutem Stress der BZ-Spiegel MESSBAR an, weil tatsächlich das Adrenalin die Wirkung des Insulins schwächt, d.h. es kann mit viel Adrenalin im Blut einfach nicht so wirken wie es das bei Zufuhr einer Flasche Cola tun könnte. Es ist ja vom Körper beabsichtigt, in Stresssituationen vermehrt Blutzucker abzugeben, damit die Stressreaktion (früher Kampf und Flucht) bestmöglich ablaufen kann, dazu wird BZ benötigt und der wird von der Leber abgegeben. Würde - wie Du schreibst - auch bei einem Gesunden durch entsprechend viel Insulin dies wieder ausgeglichen, wären wir - bzw. früher unsere Vorfahren ;-) - nicht so leistungsfähig in einer bedrohlichen Situation. Damit wären sog. Stoffwechselgesunde benachteiligt. Jeder Mensch hat unter akutem Stress eine MESSBARE Erhöhung des BZ.
Hans