Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Abnehmen im Schlaf
-
Peter
Rang: Gastam 27.06.2007 01:18:18
Ich weiß nicht, wer es in sat 1 verfolgt hat, ganz klasse die einschätzung des "ernährungsexperten", durch eiweißdiät ist der diabetes heilbar, ich freue mich schon wieder darauf, wie man allen möglichen leuten erklären kann, dass es einen Typ 1 und einen Typ 2 gibt usw. Erschreckend ist es aber, dass sich ein ausgebildeter internist im fernsehen hinstellt und so etwas propagiert. Ganz abgesehen davon, dass ich da gar nichts von halte, dass man komplett auf kohlenhydrate verzichtet, auch als "gesunder" nicht von Peter -
Dieter
Rang: Gastam 27.06.2007 10:08:56
Hallo Peter,
habe den Bericht gestern auch gesehen.
Du hast Recht, jetzt kommen wieder alle Bekannte und Verwandte an und erzählen, dass sie im Fernsehen gesehen haben, dass DM heilbar ist...
Da ist wirklich wieder Aufklärungsarbeit angesangt ;o)
Im Sat1-Forum haben sich kaum Diabetiker gemeldet.
Da stand jedoch ein Link zu dieser Diät:
http://www.schrot-und-korn.de/2005/200501w2.html
Da wird ja nicht ganz auf Kh verzichtet; das ganze Frühstück besteht daraus...
Was ich mich frage, ist: ist eine erhöhte Eiweiß-Aufnahme schädlich für die Niere?
Werde mal meinen Doc dazu befragen.
Kurz zu mir: bin 35J, seit 20 Dm Typ 1 mit Humalog und Levemir.
Gruß
Dieter
-
Jürgen
Rang: Gastam 27.06.2007 11:49:40
Moin Dieter,
die gesunde Insulinantwort verläuft in 2 Phasen. Phase1 schüttet zum direkten Empfang neuer Glukose in den Inselzellen gespeichertes Insulin aus. Für Phase2 läuft die Produktion dann verstärkt an und arbeitet die Glukose ab, die nach Phase1 noch übrig ist.
Typ2 startet, wenn die Phase1 abstirbt und die ganze Last auf Phase2 über geht. Im Verlaufe dieses Absterbens steigt der BZ nach dem Essen erst immer höher an, bis die anlaufende Phase2-Insulinproduktion ihn wieder absenkt. Wegen des erheblich zu hohen BZ, den die Phase2 als Steuermaß nimmt, gibt sie immer mehr Insulin aus, als jeweils im selben Fall gesund beide Phasen zusammen ausgeben würden. Das ist der Grund für die Hyperinsulinämie bei Prädiabetes und in den ersten Jahren des Typ2, bis die Produktionskapazität der Inselzellen wirklich erschöpft ist.
Das ist übrigens keine Spekulation, sondern Schulwissen der Endokrinologie. Warum die Phase1 stirbt, weiß bis heute niemand. Das Absterben ist nur mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit völlig gewichtsunabhängig. Heilen ist bis heute nicht bekannt. Trotzdem kann man über viele Jahre einen völlig gesunden BZ-Verlauf allein dadurch erreichen, dass man der Phase2 mit dem Essen entgegengeht und jeweils nur kleine Portionen Stärke oderund Zucker einfüllt, mit denen der BZ nicht über 140 ansteigt und nach denen er wieder Zeit hat, auf gesunde um 80 herum abzusinken. Denn um 80 rum haben die Inselzellen ein bisschen Erholungspause, während über 140 lähmend bis giftig auf sie wirkt.
Dabei bieten sich die traditionell Verteufelten, Fett und Eiweis, zum sättigenden Ersatz an. Fett mache fett, heißt es - und ist bis heute nicht evidenzmäßig erwiesen. Denn alle Studienversuche, den selbstverständlich angenommenen Zusammenhang zwischen gegessenem Fett und Blutfett und Fettansatz nachzuweisen, sind bisher kläglich gescheitert. Und Eiweiß schädige die Nieren, und auch das ist bis heute nicht evidenzmäßig bewiesen. Im Gegenteil wird in einzelnen Kliniken bei Diabetikern mit Nierenschäden der Eiweißanteil in der Nahrung zugunsten eines flacheren und niedrigeren BZ-Verlaufes erhöht, mit positiven Auswirkungen auf den Verlauf der Nierenschädigung und positiven Auswirkungen auf den Erhalt der Muskelmasse der Betroffenen.
Diese und alle übrigen positiven Auswirkungen der Verringerung von Stärke oderund Zucker in der Nahrung bei Typ2 sind bis heute allerdings nicht in großen und nach heutigen Maßstäben anerkannten Studien nachgewiesen. Das ist der einzige Grund, mit dem die traditionelle Ernährungslehre ihr überkommenes Konzept verteidigt - das übrigens auch nie evidenzbasiert belegt wurde. Das sei bei seiner Entstehung Ende der 70ger Anfang der 80ger Jahre des vorigen Jahrhunderts auch noch nicht üblich gewesen, verteidigen die Traditionalisten ihre alte und ausschließlich eminenzbasierte Bastion.
Bisdann, Jürgen -
Peter
Rang: Gastam 27.06.2007 14:58:56
@jürgen
was wäre denn mal die aussage deines postings zusammengefasst??
Man reduziert bei der vorgestellten diät ja nicht unbedingt die kh sondern verteilt sie nur anders über den tag, sprich alles am morgen -
Sugar
Rang: Gastam 27.06.2007 15:12:41
Ich finde es absoluten Schwachsinn, was Dr. Pape von sich gibt.
Egal, wann ich was esse, es kommt immer auf die Energiebilanz an!
Und viele die diese "Abnehmen im Schlaf" Diät machen, halten sich drastisch an die Essenspläne, so dass sie wesentlich weniger Kalorien zu sich nehmen, als vorher!
Effekt: Sie nehmen ab! Welch eine Wunderdiät!
Ich würde eine Wette abschließen! Wenn man die selbe Menge an Essen auf den Tag verteilen würde, hätte man den gleichen Effekt ;-)
-
Pia
Rang: Gastam 27.06.2007 16:46:22
Was ist eigentlich an der Theorie dran, dass eine Reduktion der Kalorien keine Gewichtsabnahme bringt, weil der Körper sich danach ausrichtet, das heißt, seinen Kalorienbedarf auch runter fährt. Das habe ich mal im TV gesehen... von Pia -
Emily
Rang: Gastam 27.06.2007 18:14:33
Hallo Pia,
Ja das ist so, habe ich leider schon oft am eigenen Leib erfahren müssen. Er fährt den Stoffwechsel zurück und kommt ohne Probleme mit weniger Kalorien aus. Das haben wir unseren Steinzeit- Genen zu verdanken. Die wußten ja damals nicht wann es wieder was ordentliches gibt. Man darf also beim Abnehmen keinen Hunger haben, sofort wird gedrosselt. Lieber kleine Zwischenmahlzeiten essen (Obst, Joghurt). Das hat bei mir immer gewirkt.
Emily -
pdf
Rang: Gastam 28.06.2007 23:32:32
Also, ich habe zwar den Sat1-Beitrag nicht gesehen, jedoch bin ich selbst vor kurzem auf diese "Insulin-Trennkost" nach Dr. Pape gestoßen.
Falls man genau liest, isst man Kohlenhydrate morgens und mittags und lässt sie abends weg. Und siehe da: misst man entsprechend die Morgennüchternwerte, sind sie prompt niedriger.
Der Blutzuckerteststreifen ist ganz und gar unabhängig von irgendwelchem eminenzbasierten ;-) Erfahrungen, sondern zeigt mir es täglich.
Ich bin selbst Typ-2-Diabetikerin, ganz und gar nicht übergewichtig, vollkommen "diät"unerfahren und habe morgens meistens eher schlechtere Werte, die tatsächlich niedriger sind, wenn ich es schaffe, abends die geliebten KH ganz wegzulassen. Wenn man ganz nebenbei noch etwas an Gewicht verlieren sollte, kann das ja nix schaden.
Übrigens befolge ich auch diese "Diät" ganz und gar nicht strikt, sondern nur als Orientierung, denn ich war und bin eigentlich ein richtiger Kohlenhydratliebhaber (falls es sowas gibt).
Grüße
von pdf -
Jürgen
Rang: Gastam 30.06.2007 16:21:37
und? hast Du schon mal ne Stunde nach Deinen KHs morgens und mittags gemessen?
Dem Blutzucker ist egal, zu welcher Zeit er unsere Eiweiße verzuckert. Er nutzt dafür einfach unabhängig von der Tageszeit jede Gelegenheit.
Was Dein Beitrag aber auch wieder super zeigt: Jeder Diabetes ist anders, und jedes Verhalten kann dort, wo es passt, ein gutes Ergebnis bringen :-) von Jürgen -
Bill Waldorf
Rang: Gastam 25.08.2007 21:34:07
Hallo!
Ist Abnehmen im Schlaf bei Alters-Diabetes ok?
Hilft es gar dem Diabetes? von Bill Waldorf