Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Mein Mann möchte die Pumpe tragen - Ich habe Angst davor ...

  • bibiana222

    Rang: Gast
    am 20.03.2007 12:53:03
    Hall Ihr Lieben,
    meine Mann ist seit 2001 Typ-1 Diabetiker. Wir sind seit zwei Jahre zusammen und erwarten demnächste auch Nachwuchs :-)
    Mein Mann hat sich scheinbar nie um sein Diabetes gekümmert, d.h. er hat lediglich damals den Klinikaufenthalt mitgenommen und war dann weiter nicht mehr beim Arzt, mißt seinen Zucker sehr selten und unregelmäßig und spritzt oft ohne Köpfchen.
    Nun bin ich seit einem Jahr dahinter, gehe mit ihm zum Zuckerarzt, wir besuchen gemeinsam Schulungen und ich versuche darauf zu achten, daß er vernüftig spritzt und natürlich auch mißt. Für mich ist das Diabetes völlig normal und es gehört zu unserem Leben. Ich bin diejenige, die ihm Tipps gibt oder ihm einfach erinnert. Natürlich alles in Maßen, da es ja immer noch sein Leben ist.
    Vor zwei Wochen hatte er allerdings einen HbA1c Wert von 11,5!!
    So, nun zu meinem eigentlichen Problem. Er hat sich gestern eine Pumpe mit Kochsalzlösung anlegen lassen um diese für 2 Tage Probe zu tragen. Es ist natürlich eine wahnsinnige Erleichterung nicht spritzen zu müssen und ich habe auch sehr interessiert Erfahrungsberichte von anderen Pumpen-Trägern gelesen und daher gibt es ja nur Vorteile. Es ist mir selbstverständlich das Wichtigste, daß er dadurch mit dem Diabetis besser und einfacher leben kann - absolut keine Frage.
    Allerdings kann ich es mit nicht vorstellen meinen Mann mit dieser Kanüle, bzw, der Pumpe zu "erleben". Mein Mann ist sehr sportliche, ist im Sommer den ganzen Tag auf dem Boot, fährt Wasserski, Mottorad (enger Kombi) ist den ganzen Tag handwerklich auf den Beinen. Wie ist das z.B.beim Sex? Wird die Kanüle dann abgenommen? Was ist, wenn er danach einschläft und vergißt die Pumpe wieder anzulegen ... Ohje, ich durfte ihn in der letzen Nacht nicht anfassen, und es war schreklich für mich, zu wissen, daß er mit der Pumpe, dem Schlauch und der Kanüle neben mir liegt. Als er nachts zu Toilette gegangen ist, und die Pumpe abgemacht hat, hätte ich heulen können, als ich ihn mit dem "restlichen Schlauch" am Bauch gesehen habe. Die Vorstellung, daß und diese Pumpe einfach im Alltag und im Liebesleben beinflusst macht mir wahnsinnig Angst.

    Bitte baut mich auf, gebt mir eure Erfahrungsberichte, auch in Bezug auf Sex. Vielleicht sind hier ja auch Frauen oder Männer mit Partner, die eine Pumpe tragen. Der Arzt hat allerdings auch schon gesagt, daß mein Mann erst in einem halben Jahr eine Pumpe bekommen kann, wenn der Wert unter 9 ist und er mind. drei Monate Tagebuch geführt hat. Vielleicht wird die Pumpe ja auch ganz abgelehnt, da mein Mann das Diabetes nicht ernst genug nimmt.

    LG,
    bibiana von bibiana222
  • Pia

    Rang: Gast
    am 20.03.2007 13:59:02
    Liebe Bibi,

    wenn ich das lese, wird mir schlecht, nicht böse sein. Darf ich fragen wie alt er und du seid?

    Zitat: Mein Mann ist sehr sportlich, ist im Sommer den ganzen Tag auf dem Boot, fährt Wasserski, Mottorad (enger Kombi) ist den ganzen Tag handwerklich auf den Beinen. Zitatende.

    Und dann spritzt er Insulin auf Verdacht?
    Halleluja!! Man sollte ihm die Fleppen für alle Maschinen sofort entziehen. Und DU erinnerst ihn und DU gibst Tipps?

    Du machst SEINEN Diabetes zu DEINEM?
    Warum? Liebe? Wenn er Dich lieben würde, würde ER bewusster mit dem Diabetes umgehen. Du sagst jetzt sicher: Dumme Kuh, du hast leicht reden...Vielleicht hast du ja auch Recht.

    Zur Pumpe selbst bekommst du sicher Auskunft, aber es ist eigentlich SEINE Aufgabe, sich darum zu kümmern, nicht DEINE. Aber soviel ich weiß, läuft das mit der Pumpe auch nicht ohne Disziplin. Nach den Essgewohnheiten will ich gar nicht fragen. Er ist sicher alles und auch jede Menge, oder?
    Mein ganz persönlicher ehrlicher Rat von Frau zu Frau an Dich: Besinne dich auf DICH, jeder benötigt eine bestimmte Portion Egoismus. Erinnere ihn nicht! Gib ihm keine Tipps. Es ist sein Leben, das DU bestimmen willst. Nimm Dich zurück, denn dann kümmert er sich auch sicher selbst mehr darum. Ich an Deiner Stelle würde rdaikal reagieren: Drucke für ihn Fotos von schwarzen zehen aus, von amputierten Beinen, Artikel über Spätfolgen des unbehandelten Diabetes, weck ihn auf. Aber betuttele ihn nicht. Kann er in dir eigentlich noch die Geliebte sehen, wenn du ihn behandelst, als wäre er dein Sohn?
    Bitte sei nicht böse über meinen Eintrag, aber von mir bekommst du eine ehrliche Meinung...

    von Pia
  • Maria

    Rang: Gast
    am 20.03.2007 14:33:33
    Liebe Bibiana!
    Ich trage keine Pumpe, kann Dir also nicht wirklich helfen. Doch ich möchte Dir sagen, dass ich Deine Bedenken verstehe und auch, dass Du versuchst, Deinem Partner zu helfen, seinen Diabetes zu managen, zumal er seine Krankheit offenbar als mit seinem jugendlichen, sportlichen Image als nicht vereinbar ansieht. Vielleicht denkt er anders darüber, wenn ihm klar wird,dass er nicht nur sich selber gegenüber Verantwortung trägt,
    sondern als werdender Vater schon über das eigene Ego hinausschauen muss. Wäre es nicht ein sportliches Ziel, seinen HbA1c zu senken? Damit steigt sicher auch die körperliche Leistungsfähigkeit!
    Vielleicht gelingt es Dir, Deine Abscheu vor dem Fremdkörper "Pumpe" zu überwinden, wenn Du Dir vorstellst, wieviel an Lebensqualität in naher und ferner Zukunft sich damit für Deinen
    Mann und damit auch für Dich und Dein Kind gewinnen lässt.
    Dann ist die Pumpe Dein, Euer, Freund.
    Alles Gute!
    Maria
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 20.03.2007 14:45:38
    anhang:
    alles was pia schrieb ist tatsache.
    -deine sorgen möchten viele haben- dann hätten wir keine!
    nur zur erinnerung:
    pro jahr 30 000 amputationen
    pro jahr 6000 erblindungen
    tausende fälle von erektiler disfunktion(impotenz)
    bei pnp schmerzen die nur mit morphin gelindert werden.
    das alles wegen schlamperei mit dem diabetes,
    teilweise auch verniedlicht durch inkompetente ärzte
    (sie haben ein bisschen zucker)
    und du störst dich an dem pümchen(kleiner als ne zigarettenschachtel)
    viele hier die sich mühe geben, wirklich engagiert sind, die würden sie mit kußhand nehmen.
    statt zucker in den hintern blasen, tritt ihn dorthin,
    er kann zwar zeugen, die reife als vater fehlt.
    -auch nicht böse gemeint, sondern zum wachrütteln!
    mfg klaus von klausdn
  • Pia

    Rang: Gast
    am 20.03.2007 16:31:00
    Sorry, DAS hatte ich gar nicht gelesen..

    Zitat: Ohje, ich durfte ihn in der letzten Nacht nicht anfassen..Zitatende

    Bitte sei nicht böse, aber wieso nicht anfassen? Was isn das für ein Weichei? Du wolltest doch nicht etwa Sex?? Bibi, schäm Dich!;-))

    Aber ich hatte was vergessen..ernsthaft.
    Nach meinem Verkehrsunfall lag ich von 3 Jahren 1,5 Jahre meist auf septischen Stationen mit den Leuten zusammen, die schwarze Zehen, im schlimmsten Fall auch noch dazu schwarze Fersen hatten. Meist alte Leutchen, die das mit dem Diabetes einfach nicht in den Griff bekamen. Es wurde nicht nur der Zeh amputiert, sondern radikal der gesamte Unterschenkel bis 20 cm unter dem Kniegelenk. Denn es musste sichergestellt werden, dass das Leichengift nicht auch nur zu geringen Resten im Körper bleibt, denn der schwarze Zeh war eine Spätfolge von unbehandeltem oder schlecht einstellbaren Diabetes und der Körper fing an der Stelle an zu verwesen. Weißt du, wie die gestunken haben und ich mag mir nicht vorstellen, was die armen Menschen für Schmerzen hatten, denn die bekamen bis zur Amputation Morphin ad libitum, das heißt, soviel sie wollten....
    von Pia
  • Lisa

    Rang: Gast
    am 20.03.2007 16:50:49
    Du hoffst insheim, dass er die Pumpe doch nicht bekommt, damit du nicht heulen musst, wenn Du den Katheter siehst ! Tröste Dich, wenn er die Pumpe nicht bekommt, ist er sowieso bald impotent, dann brauchst Du auch keinen Sex mehr mit diesem "Ding" machen. Dann kannst Du heulen, weil nichts mehr geht. Wie alt bist Du eigentlich? Sei froh, wenn Dein Kind nicht mal irgend eine so schreckliche Therapie braucht. An Deinem Mann seiner Stelle würde ich mich von Dir "Mutti" trennen und mir eine Partnerin suchen die mich unterstützt so wie ich bin, und mir das beste wünscht. Sex mit "Mutti" macht sowieso keinen Spass.
    Apropo Sex : Bei geplanten Sex, nehme ich die Pumpe komplett ab, bei einem "Sponti" kann man sie schnell abkoppeln, bei einem "Quicki" denkt man sowieso an nichts mehr.
    Mein Mann hat mich trotz Pumpe geheiratet, ich habe ihn auch trotz seiner grossen Füsse genommen, wir haben viel Spass miteinander. von Lisa
  • diesel

    Rang: Gast
    am 20.03.2007 17:38:14
    Hallo Bibi,

    ich möchte meinen Kommentar als Pumpenträger auch einbringen.
    Da sich dein Mann jetzt nicht um seinen Diabetes kümmert, wird er es sicher auch mit Pumpe nicht tun. Warum soll die Krankenkasse rund 3600,-¤ für die Pumpe und jedes jahr noch einmal rund 2000,-¤ für´s Zubehör ausgeben, wenn der Patient sich nicht um seine Erkrankung kümmert. Viele andere, die sich wirklich intensiv um den Diabetes kümmern, weil sie erkannt haben, dass sie selbst der eigene und auch beste Arzt für sich sind, bekommen keien Pumpe bewilligt. Dein Mann will sie haben? Und wir alle sollen sie mitfinanzieren? Von mir ein klares nein!! Soll er zeigen, das er seine Krankheit ernst nimmt und sich damit auseinander setzt. Aber nicht so! Was erwartet er eigentlich von der Pumpe? Denkt er, die Pumpe unterstützt seine Faulheit? Das macht sie mit Sicherheit nicht. Wenn er sich weiterhin nicht um den Diabetes kümmert, wird er mit Pupe ganz schnell Hypos oder Ketos haben.
    Noch eine abschließende Frage: Warum nimmt er die Pumpe ab, wenn er zur Toilette geht? Ich nehme sie aus zwei Gründen ab: 1. zum Katheterwechseln, 2. zum Duschen oder Baden. Sonst nicht!

    Viele Grüße

    Gerd
  • Maria

    Rang: Gast
    am 20.03.2007 17:59:22
    Hallo Ihr alle!

    Da hat jemand ein Problem und wendet sich ehrlich an Euch.
    Müsst Ihr dann wirklich so auf sie einprügeln? von Maria
  • diesel

    Rang: Gast
    am 20.03.2007 19:19:40
    Hallo Maria,

    womit habe ich denn geprügelt? Die Prügel hat ja wohl der Mann verdient. Dass die Frau etwas naiv ist, dafür kann ja keiner etwas. Ich verstehe die anderen Beiträge als Anstoß für die Frau ihr eigenes Leben zu genießen und nicht die Faulheit des Mannes zu unterstützen.


    MfG

    Gerd
  • manuel:) 17 jahre , m, typ 1

    Rang: Gast
    am 20.03.2007 22:44:12
    mmmh also ich finde den hba1c wert seh alarmierend :( als ich in die klinik kam hatte ich 15,7 aber 11 nach 6 jahren..... er sollte diese "krankheit2 doch ernst nehmen
    ich komme auch mit ihr gut klar
    habe hba1c werte bisher von 5,8 und 5,9

    wünsche euch trotzdem noch viel glück von manuel:) 17 jahre , m, typ 1