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DM Typ 2 mit 33 Jahren

  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 02.06.2010 00:18:45
    Moin 33,

    kein Typ1 schafft 8 Jahre mit Tabletten zu überleben. Das ist für den wie völlig ohne Insulin. Denn dem frisst das eigene Immunsystem die Insulin produzierenden Beta-Zellen weg. Beim ersten Zusammenbruch sind davon nach allgemeinen Schätzungen max noch etwa 20% übrig. Längste mir bekannte Überlebenszeit ohne gespritztes Insulin nach erstem Zusammenbruch und Diagnose an 2 Jahre.

    Bei Typ2 kommen mehrere Faktoren zusammen:
    -Bei Erreichen der Diagnosereife hat auch der deutlich weniger Betas als ein gesunder Mensch gleichen Geschlechts und Alters und gleicher Statur, allgemein geschätzt nur noch 50-20%. Niemand weiß, warum.
    -Bei Erreichen der Diagnosereife hat er kaum bis keinen Inkretin-Effekt (s. Google) mehr. Niemand weiß, warum. Damit bestellen gesund die Darmhormone, Inkretine, immer dann, wenn neue Glukose aus dem Darm in den Blutkreislauf übergeben wird, die dafür passende Menge Insulin. Und zwar BEVOR die neue Glukose den BZ nennenswert anheben kann.
    -Bei Erreichen der Diagnosereife produzieren Leber und Nieren völlig kontraproduktiv und bisher in keiner Weise erklärbar umso eifriger Glukose (Glukoneogenese), je höher der BZ ansteigt. Niemand weiß, warum.
    -usw. usw.

    Die passende Futterauswahl so, dass zu keiner Zeit nach dem Essen 140mg/dl überschritten und spätestens 2-3 Stunden danach wieder unter 90 erreicht werden, ist die einfachste Möglichkeit für einen Typ2, seinen BZ-Verlauf gesund zu steuern. Häufig hilft dabei erstaunlich gut etwas körperliche Betätigung in der ersten Stunde nach dem Essen. Wenn diese Basis-Therapie nicht (mehr) ausreicht, muss man halt Medis zur Hilfe nehmen, nach meiner Meinung so wenig und so gezielt wie möglich, und da ist meine erste Wahl Insulin.

    Diabetische Komplikationen treten nahezu nie bei von Anfang an gesundem BZ-Verlauf auf. Aber die Spanne zwischen gesund und Diagnosereife macht schon krank, wie mehr als 10 von jeweils 100 neu diagnosereifen Typ2 leidvoll erfahren müssen. Und ab HBA1c 5,5 nimmt das KHK-Risiko wohl deutlich zu. Aber wie bei allen anderen Folgekrankheiten heißt das ausdrücklich Risiko. Das hat was mit Lotto zu tun. Der Gewinn wäre in dem Fall der Herzinfarkt. Und ich kenne Betroffene mit erschreckend hohen BZ-Verläufen, die erstaunlich viele Jahre nicht gewonnen haben. Auf der anderen Seite hat eine gute Bekannte keine 5 Jahre bei HBA1c um 6,5 für eine erhebliche PNP mit erheblicher Gehbehinderung gebraucht.

    Du siehst, ich hab die ersten 20 Jahre lang ne Menge Lotto gespielt und von daher bestimmt ein paar große Schweine gehabt, dass ich bis dahin keine Folgekrankheiten zu beklagen brauchte, auch wenn ich die meiste Zeit in diesem Jahrtausend mit nahezu völlig gesundem BZ verbracht hab. Aber niemand kann mir sagen, was die ersten 20 Jahre vielleicht an Mist gestartet haben, der doch irgendwann noch mal durch kommt. Und niemand weiß, was der Diabetes außer hohem BZ, den ich gesund zähmen kann, sonst noch so alles macht. Naja, ich drück mir mal weiter die Daumen - und Dir auch ;-)

    Bisdann, Jürgen
  • Helen

    Rang: Gast
    am 02.06.2010 12:55:08
    hallo,

    erstmal tut es mir leid das du nun zum klub zählst. ich bin auch mit 30 erkrant (lada). aber ich sehe das heute so: sei froh das es erst jetzt aufgetreten ist und nicht schon im kindesalter. ich bin dankbar eine normale kindheit, jugend und die 20-er gehabt zu haben. dann in einem alter erkrant zu sein in dem man genug verstand besitzt damit umzugehen und das beste daraus zu machen. es liegt also an dir gesund damit umzugehen und gesunde ´blutzuckerverläufe zu beeinflussen. recherchiere nicht nach dem warum, sonderm wie du gesund ein normales leben verbringst.

    lg helen von Helen
  • Meinung

    Rang: Gast
    am 02.06.2010 16:22:39
    ..Stress der Diagnose?

    Diabetes ist eine Diagnose, zu der man sagen kann: HIER kann ICH aktiv werden und es postiv oder negativ beeinflussen.

    Bei anderen schlimmen Diagnosen kannst du NIX tun, sondern nur beten. Man muss die Relationen wahren..

    Man kann sich selbst hochspulen und gaga machen oder man geht es an.

    Die Schulung bekommst du auch, wenn du NICHT im DMP bist.

    In 3 Monaten erst einen Termin? Wenn du eher einen haben willst, dann ruf halt an und besteh drauf und nimm eben Wartezeit mal in Kauf...

    Kaffee ist sicher das geringste Problem bei Diabetes.

    Dein Diabetes besteht auch sicher nicht erst seit 2 Wochen...da er nicht weh tut, bleibt er oft lange unbemerkt.

    DU kannst ne Menge tun, z.B. auf die Rclseiten der Lebensmitteverpackungen schauen und mal lesen, was da eigentlich wirklich drin ist. Kohlehydrate reduzieren. BZ messen. Werte aufschreiben, analysieren..

    von Meinung
  • Rudi

    Rang: Gast
    am 02.06.2010 18:52:22
    >>ich bin dankbar eine normale kindheit, jugend und die 20-er gehabt zu haben. dann in einem alter erkrankt zu sein, in dem man genug verstand besitzt damit umzugehen und das beste daraus zu machen.<<
    Ich habe meinen DM Typ1 im Kleinkindalter "eingesackt" und habe trotzdem eine normale Kindheit, Jugend und die 20-er gehabt. Und wie du schreibst, sprichst du einem Jugendlichen bzw. paarundzwanzig-Jährigem genug Verstand für diese "Krankheit" ab?? Dem ist nicht so - dafür gibt es genug Belege. Ausserdem gibt es genug "reife" Menschen,die trotz ihres Alters NICHT mit ihrem DM umgehen können oder wollen. Schön, wenn es bei dir so ist, aber bitte keine Verallgemeinerungen. von Rudi
  • Rainer

    Rang: Gast
    am 03.06.2010 12:42:40
    Hallo Anonym,

    du suchst nach T2-Diabetikern, die ihren Diabetes schon seit langer Zeit ohne Probleme im Griff haben. Damit kann ich nicht dienen, ich habe meine Diagnose seit 8 Jahren und mit den vorher undiagnostizierten ca. 4 Jahren komme ich nur auf 12 Jahre. Aber ich bin felsenfest davon überzeugt, dass ich auch in 30 Jahren noch sagen kann: &#8222;Ich habe Diabetes, aber Einschränkungen, Folgeerkrankungen oder Verkürzung der Lebenszeit treten bei mir nicht auf.&#8220; Ich erkläre auch gerne, wie ich zu dieser Einschätzung komme.

    Nachdem ich lange nach verschiedenen Meinungen rumgesucht hatte, welcher BZ denn eigentlich noch gesund ist, habe ich vor 2 Jahren hier im Forum Jürgens Zauberformel 140-120-100 nach 1-2-3 Stunden entdeckt und lebe danach. Ziemlich schnell, so ca. nach 6 Monaten haben sich die beginnenden Störungen an meinen Füßen zurückentwickelt. Außerdem sind auch andere kleine Schäden verschwunden, z.B. ist die raue Haut an Knien und Ellenbogen glatter geworden und das Hitzeempfinden im Mund ist zurückgekehrt. Und kürzlich, also wirklich erst nach 2 Jahren hat sich mein Blutdruck normalisiert, der sich ganz langsam nach oben bewegt hatte. Ebenfalls erst kürzlich - darüber freue ich mich ganz besonders - ist mein NBZ, der immer bei 105...110 gelegen hatte, auf 95 gesunken.

    Wenn die 140-120-100 bei mir dazu geeignet sind, Schäden an Nerven und Steuerungsmechanismen zu beseitigen, dann werden damit mit hoher Wahrscheinlichkeit auch keine neuen entstehen. Ich habe bewusst die Medis (auch Metformin) weggelassen und erreiche die gesunde BZ-Führung durch weitgehenden Verzicht auf KH, ich ernähre mich mit LCHF. Das mag dir vielleicht als Einschränkung erscheinen, das ist es aber nicht. LCHF ist eine gesunde vollwertige und abwechslungsreiche Ernährung, die satt und zufrieden macht. Du kannst natürlich auch andere low-carb-Ernährungen wie z.B. LOGI wählen oder einfach nur die KH entsprechend reduzieren. Auch Abspecken und Bewegung kann viel helfen. Probiere einfach aus, was für dich am besten passt und lebe ein gesundes langes Leben mit 140-120-100 - durch die zeitige Diagnose hast du die allerbesten Chancen dazu bekommen.

    Beste Grüße, Rainer