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Diskriminierung durch den Betreibsarzt?Hilfe
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JOhanes Mersmann
Rang: Gastam 29.12.2006 00:02:02
Meine Freundin hat eine neue Stelle als Krankenschwester in einem Krankenhaus angenommen (sie ist seit 5 Jahren im Beruf).
SIe ist vor drei Monaten auf ein anderes Langzeitinsulin umgestellt worden.
Dies berichtete Sie dem neuen Betriebsarzt. Auch ihr alter Betriebsarzt wußte davon, sah darin auch kein Problem in ihrer Berufsfähigkeit.
Der neue Betriebsarzt schon:
Er verlangte von ihr, dass sie vor Stellenantritt all ihr neuen Kollegen und der Pflegediensleitung von ihrem Diabetes erzähle! Ansonsten würde er sie als ungeeignet für diese Stelle im Schichtdienst beurteilen! = keine Stelle
Meine Freundin mußte unter dieser Androhung eine Einverständniserklärung unterschreiben,dass der Betriebsarzt mit der Verwaltung offen über ihren Diabetes reden darf
In dem Gesprächen mit diesen Personen (Ärzten) vielen Sätze wie "Fr. H. wollen sie von einer kranken Krankenschwester gepflegt werden? Versetzen sich sich mal in die Lage der Patienten" etc..
Meine Freundin (24 Jahre alt) hat in ihrem Leben noch keine Unterzuckerung mit Bewußtlosigkeit etc. erlebt und hat ständig Traubenzucker für den Fall der Fälle in der Tasche.
Zu dem ist sie bei einem Diabetologen und hat bis vor einem Monat eine Schulung besucht.
Meine Frage nun, ist dieses Vorgehen des Betreibsarztes gerechtfertigt oder sogar rechtens???
Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen!
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klausdn
Rang: Gastam 29.12.2006 00:20:29
hallo ,
das kind ist leider schon in den brunnen gefallen.
der betriebsarzt hätte wie ich die kenne gar nichts gemerkt.
deine freundin hat schon was unterschrieben.
deine freundin ist unvorbereitet aufgelaufen.
gegenargumente:
nur in deutschland werden diabetiker diskriminiert.
in gb werden diabetiker polizisten.
in usa / canada werden diabetiker "verkehrspiloten"
in deutschland haben sie probleme für den taxischein.
diabetiker sind genauso leistungsfähig wie alle anderen auch. --> diabetiker sind olympiasieger, haben den ironman auf hawaii unter den ersten drei geschafft..
allerdings wird auch nirgendwo "so" gejammert und nach schwerbehindertenausweisen gejagt wie hier
(das ergebnis müssen alle auslöffeln)
mfg klaus von klausdn -
klausdn
Rang: Gastam 29.12.2006 01:37:56
nachtrag :
deine freundin sollte den ärzten mal die zwei berichte im "INSULINER" nr.77, über dr. stephan schreiber zeigen,
wie der den kids zeigt daß dmler vollwertige "menschen" sind --- und der ist arzt "und" diabetiker,
der gibt mut.
mfg klaus von klausdn -
Candyman
Rang: Gastam 29.12.2006 12:00:08
Hallo,
LEIDER kann man in Kliniken oder anderen Einrichtungen denjenigen, die etwas zu sagen haben, nicht ans Bein pinkeln. Ich kann es nicht fassen, wie jemand solche Aussagen macht..."Frau H, wollen Sie sich von einer kranken Krankenschwester pflegen lassen".
Das ist nicht nur diskriminierend, solch eine Aussage ist sehr verletztend auf den Mitarbeiter im Klinikum.
Die arrogante Art dieses Arztes ist das allerletzte. Wenn ich solch einem Arzt begegnen würde, der mir so etwas an den Kopf wirft würde ich fragen, ob er noch alle Tassen im Schrank hat. Vielleich ist er ja gestört; und als gestörter Betriebsarzt hat er den Beruf verfehlt.
Wie alt ist denn dieser Arzt? Ist es ein alter Sack vielleicht, der so eingefahren ist und nur noch seine Kohle im Kopf hat?
Das ist für mich ein Ars...
Candyman
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NoekNoek
Rang: Gastam 29.12.2006 14:28:13
Mittlerweile gilt ja in Deutschland das AGG, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Ich bin zwar kein Fan von diesem AGG, es ist aber eine ziemlich wuchtige und auch von den Arbeitgebern gefürchtete Keule. Mal anklingen lassen.
Ansonsten würde ich mich mal an den Betriebsrat bzw . an einen Vertrauensperson wenden. Was sagt die Personalleitung denn dazu?
NoekNoek. -
www.diabetes-in-frage-und-antwort.de
Rang: Gastam 29.12.2006 23:43:19
Hallo Anonym,
es besteht in Bezug auf einen Diabetes nicht die Pflicht, dies dem Arbeitgeber mitzuteilen. Es ist bedauerlich, dass der Betriebarzt deiner Freundin den Diabetes offenbar als so unberechenbare Göße empfindet, dass er sie zu einer Schweigepflichtentbindung überredet hat. Juristische Grundlagen hat er dafür meines Wissens nicht.
Aber guckt doch mal auf die Homepage www.diabetes-und-recht.de, die ist sehr zu empfehlen!
Herzliche Grüße Anke von www.diabetes-in-frage-und-antwort.de -
Susanne
Rang: Gastam 30.12.2006 16:55:06
Hallo!
Deine Freundin sollte sich ganz schnell an ihre Gewerkschaft wenden und mitglied werden. Soltle es Probleme geben werden die sie (nach drei Monaten Frist) in einem Rechtsstreit vertreten, sie muss keine Anwaltskosten etc. zahlen. Lohnt sich auf jeden Fall bei so was.
es ist nciht besodners klug, so eine Krankheit im Betrieb breit zu treten. Aber wen nhilft das antidiskriminierungsgesetz - und die Argumentation,dass es bisher ja nie Probleme deswegen gab.
Dennoch: gewerkschaft oder Arbeitsrechtschutzversicherung abschließen - ersteres ist eher einem krankenschwesterngehalt kompatibel.
Susanne -
Ralf Müller
Rang: Gastam 09.01.2007 23:53:05
Hallo liebe Leidensgenossen,
ich bin ebenfalls über den Vorfall empört und habe so derartiges noch nie gehört!
Der Betriebsarzt hat sich mit seinen Aussagen strafbar gemacht, denn er hat eine sehr strenge gesetzliche Schweigepflicht. Auf untauglich kann er auch nicht schreiben, da deine Freundin bereits wie du selbst erwähnt hast seit 5 Jahren in dem Beruf gearbeitet hat. Diese Diagnose hättet ihr guten Gewissens anfechten können.
Ich persönlich habe mich auch mit Einstellungsuntersuchung beschäftigen müssen, da bei mir ebenfalls ein Arbeitgeberwechsel stattfand. Dazu fand ich den Beitrag vom RA Oliver Ebert (Ausgabe Juni 02) sehr interessant. Ich selbst bin seit 16 Jahren Diabetiker Typ 1. Nun bin ich in der glücklichen Lage bei einem sehr grossen Arbeitgeber (nicht der Staat) beschäftigt zu sein und hier muss ich sagen - die Ehrlichkeit zahlte sich aus. Ich habe ihnen, nachdem ich gehört habe, dass ich zu einem Betriebsarzt muss, der auch Blut abnimmt (und damit hast du verloren und musst es zugeben, wenn du nicht gerade einen HBA1c von 5,6 hast und keine zerstochenen Fingerkuppen) bin ich mit der Wahrheit rausgerückt. Dadurch wurde ich für sie menschlicher und sie haben mir versichert, dass deshalb der Einstellung nichts im Wege steht, (also ich habe es nicht nur dem Arzt gesagt, sondern der Personalabteilung) was dann auch geschah. Also auch mal eine positive Nachricht zu dem Thema. Das wollte ich an der Stelle auch loswerden.
Grüsse ralf von Ralf Müller