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Brauche Aufklärung und Rat...

  • Anonyma

    Rang: Gast
    am 05.12.2006 16:37:58
    Hallo,

    ich selbst bin Nicht-Diabetikerin, doch mein neuer Freund ist es seit einigen Jahren (Typ 1) und gut eingestellt (was immer das heißt). Wir sind erst seit wenigen Wochen zusammen. Diabetis war bisher nur ein Wort für mich mit nur einer Folgeerscheinung (ED) und einer Gefahr (Koma)... Ohne zu wissen, was es nun genau ist oder der Koma nun ausgelöst wird.

    Inzwischen lese ich hier im Internet sehr viel und stelle fest, das er zwar mir vertraut und alles beantwortet, doch ich die richtigen Fragen entweder nicht stelle oder er auch selbst paar Sachen nicht weiß - oder weiß und mir nicht sagt. Das alles kommt mir wie eine Gradwanderung vor, da er mich durch eine Pilzinfektion (Folgeerscheinung) anstecken kann, mir aber nicht sagte (und wir müssen sowieso wegen etwas anderem Kondome benutzen müssen). Ich frage ihn auch alle paar Stunden, ob er Traubenzucker benötigt, doch was muss ich machen, wenn er wirklich mal umfällt? Das Einzige, was mir einfällt ist, Notarzt anrufen und wenn er wieder zu sich kommt, alles soweit in Ordnung ist, ihn eine Ohrfeige geben, weil er mir Angst gemacht hat (nicht sehr gute Reaktion, wie ich selbst weiß, wenn ich an meine eigenen negativen Erfahrungen mit Männern denke).

    Was mich interessiert, ist, worauf ich selbst achten muss. Ich will ihn schließlich auch nicht umglucken zumal ich noch eine weitaus größere Verantwortung jemand anderem gegenüber habe oder eine Gefahr darstellen indem ich ihn Überzucker (wie das auch aussehen mag) mit Dextrose. Wie kann ich ihn helfen und was mache ich im schlimmsten Fall? Kann ich als Nicht-Diabetikerin diese Schulung auch machen und was genau beinhaltet sie?

    Wegen der ED: Er hat manchmal Probleme eine Erektion zu bekommen, doch es klappt auch (je nachdem, doch auch eben mit dementsprechenden PDE5-Hemmer). Was mich aber interessieren würde, kann es passieren, ob daraus Impotenz werden kann und ab wann damit zu rechnen ist. Oder bleibt es so, wie das ist und er ggfs. die PDE5-Hemmer nimmt? Mir persönlich macht es nichts aus, wenn er die Medikamente nimmt (zugegebenermassen wohl die Impotenz, da wir vielleicht auch noch ein Kind haben wollen). Ich habe außerdem festgestellt, dass er es bisher zwar offen damit ist (z.B. ging er deswegen selbst zur Ärztin ohne das ich mit ihm sprach und ließ sich Medikamente verschreiben), doch andererseits ärgert er sich selbst darüber und setzt sich unter Druck, was das ganze auch verschlimmert. Das Dumme ist, das, wenn es klappt, es auf die Wirkung der Medikamente zuschiebt und er seinem Selbstbewußtsein noch weiter schadet. Über die Medikamente habe ich auch sehr viel gelesen und die Frage, die ich mir noch stelle ist, ob es auch Langzeitschäden gibt bei zu häufiger Einnahme? Ich will schließlich nicht, das sich sein schon labiler Gesundheitszustand verschlechtert oder das Andere ausbricht.

    Alles zusammengefasst also zu den oberen Fragen: Was sind die richtigen Fragen? Wie kann ich selbst damit umgehen (allem)? Was kann ich tun und ihm helfen? Wie minimieren wir das Risiko in jeder Hinsicht? Wie können wir miteinander Spaß haben, so das keiner darunter "leidet"? Was bedeutet es für die Zukunft - seine, meine, unsere? Wie führe ich ein (schon vorhandenes, behindertes) Kind daran? Können wir Kinder bekommen oder müssen wir das planen irgendwann um der Impotenz zuvor zukommen? Wie verhindere ich, das er seinem Selbstbewußtsein schadet? Kann sich der Blutzucker verschieben (Einstellung???) und was für Folgen hat das? Wie sieht das aus? Was kann ich selbst tun um einem Koma entgegenzuwirken (bevor er umfällt)?

    Und noch viel mehr Fragen, die mir aber nicht einfallen... Danke für Antworten! von Anonyma
  • Susanne

    Rang: Gast
    am 05.12.2006 21:19:03
    Hallo!

    Setz Dich erst mal hin und atme zehn mal tief ein und aus.

    fertig? Also, Dein freund hat Typ1. Den wird er nicht erst seit gestern ahben, sondern schon eine ganze weile. Das heißt, er ist vor dir auch zurecht gekommen - ohne dass jemand gemeint hat, die Verantwortung für ihn übernehmen zu müssen. Bevor er Dich hatte hat ihn auch nicht alle halbe Stunde jemand gefragt, ob er traubenzucker braucht. Er ist auch allein ganz gut klar gekommen.

    Also, er kümmert sich ganz alein gut um seine Krankheit, wenn Du ihn da unterstützen willst frag ihn einfach, ob du mal was für ihn kochen sollst oder ob er da was anderes bevorzugt. Unterzuckerungen hat auch einT yp1er nciht drei mal die Woche, sonder bei guter Einstellung höchstens alle paar Monate, frag ihn mal, wann seine letzte ernsthafte Unterzuckerung war - länger her als Du denkst, wahrscheinlich. red ihm da nciht mmer rein,e r wird schon wissen was er tut.

    impotent muss er auch nciht werden - 1. gibt es Viagra, 2. wenn er gut eingestellt ist muss sichd er Zustand nciht verschlechtern. Übrigens haben potenz und fruchtbarkeit nichts miteinander zu tun, und erblich ist Typ1 auch nciht. Es muss null Spätfolgen geben, was er schon hat muss nciht schlimmer werden, auch ohne Deine Hilfe.

    Warum musst Du das groß Deinem Kind beibringen? er ist eben etwas krank und gibt sich deswegen spritzen,d as reicht völlig zu wissen aus, je nach alter kann man dann etwas näher drauf eingehen, aber er ist krank und nicht ansteckend reicht im Moment völlig.

    Natürlich kansnt Du zu eienr Schulung mit ihm gehen, wenn Du möchtest. Sicher würde es Dir auch helfen, dich im internet etwas zu informieren,. aber gehd avon aus: Dein Freund hat die Krankheit schon vor Dir gehabt und weiß damit auch umzugehen - ohne dass Du Dir dauernd Sorgen machst. Du kannst weder dafür Sorgen dass er Unterzuckert (außer mit einem mehrstündigen MArathon ohne essen davor) nach dafür dass er überzuckert, es sei denn Du stopft ihn laufend mit Traubenzucker voll . das braucht er nciht und wird es auch nciht zulassen.

    Dein Freund ist erwachsen und kann durchaus für sich selber sorgen. Dein Kind braucht dich,e r nciht.
    Nichts schlimer als ein PArtner der einen dauernd wie ein Kleinkind behandelt.

    susanne
    von Susanne
  • Anonyma

    Rang: Gast
    am 05.12.2006 21:42:29
    Hi Susanne,

    danke erst einmal für Deine Antwort - und ich habe keinesfall vor ihn wie ein Kleinkind zu behandeln (habe selbst eins) oder zu kontrollieren, etc. Allerdings ist Vorsicht besser als Nachsicht und informieren werde ich mich wohl dürfen, oder?

    Was Dein Tipp mit lesen im Internet betrifft, meine Fragen werden leider nicht ausreichend beantwortet.

    Bye von Anonyma
  • Susanne

    Rang: Gast
    am 06.12.2006 02:52:11
    Hallo!

    also, ich habe jetzt eineganze Liste mit Fragen aus deinem thread raus geschrieben und gebe mir echt Mühe, also versuch aufzupassen.

    Pilzinfektion: diabetiker neigen verstärkt zu Pilzinfektionen weil sie höhere Blutzuckerwerte haben. Damit stecken sie im allgemeienn aber niemand anderen an - weil ein gesundes Immunsystem mit ein paar Pilzen gut klar kommt. also hat er Dir keien wichtige Info vorenthalten, sondern nur etwas nicht gesagt, womit Du Dich nicht irre machen musst.solltest Du dennoch feststellen,dass Du seltsam riechst oder solte es jucken geh in die Apotheke und hol Dir ne tube Canesten, nach drei Tagen hast Du es hinter dir. Das passiert aber normalerweise nur, wenn Dein Immunsystem nicht das ebste ist, Du etwa gerade ne grippe hast oder so.

    traubenzucker:nein,e r braucht nciht dauernd traubenzucker. unterzuckerungen kommen nur selten vor, und deswegen muss man nciht dauernd Traubenzucker futtern - das sorgt eher für zu he Werte. wegen zu hohen Werten kippt mannicht gleich um, schadet aber seinem körper. Solltes Du mal emrken,d ass deinf reund komisch wird, schwitzt, zittert, agressiv wirkt ohne grund,d ann gib ihm traubenzucker.

    Sollte er echt mal aus den Latschen kippen tust Du genau das, was Du bei jedem anderen auch tun würdest: Arzt rufen, Stabile Seitenlage und bei ihm bleiben. Das passiert aber extrem selten. bei vielen auch überhaupt nie. es schadet allerdings nciht, bei einsamen Waldwanderungen ein Handy dabei zu haben.

    Schulung: du kannst auf Schulungen mit gehen, oder Dich bei Selbsthilfegruppen erkundigen, oder er nimmt Dich mit zum diabetologen und du fragst den. alles ok, alleskein thema.

    Erektile dysfunktion: Natürlich macht das Druck auf ihn, aber Du machst auch druck. das ist ein Spätschaden, ja, aber der muss nciht schlimemr werden, solange seien Einstellung gut ist. Dazu später mehr. Wie du damit umgehen kannst: keine Ahnung. Frag eine Selbsthilfegruppe in dem Bereich, ich weiß es nicht. vielleicht indem du ihm mitteilst,d ass es andere Möglichkeiten gibt miteinander spaß zu haben. Dass es dich nciht stört,d ass Du ihn trotzdem liebst.

    Was er tun kann dass es nciht schlimmer wird: gute Blutzuckereinstellung und wenig druck. ersteres ist seien Sache, zweiteres deine: Nimm ihm den Druck. mach nciht dauernd den ersten Schritt, auch wenn man frisch verliebt ist muss man nciht jeden tag, versuche s mitHumor zu sehen. wennDu das nciht kannst denk nach ob du mit ihm Zukunft hast. Ob die Medikemante Spätfolgen haben weiß ich nciht, ich glaube aber nein.

    Deinem kind reicht es zus agen,d ass er etwas krank ist, aber nciht ansteckend, mehr muss es nciht wissen. wahrscheinlich kiegt es außer messen und spritzen nichts weiter von mit.

    Eigene Kinder: Impotenz und fruchtbarkeit haben nichts miteinander zu tun. Selbst wenn sich da gar ncihts tut kann ma immer noch Samenzellen direkt aus dem hoden entnehmen mit eienr Spritze und sie Dir mit einem Schlauch verabreichen.nicht sehr romantisch, aber machbar. Diabetes typ 1 ist nciht erblich.

    Sein Selbstbewusstsein: mach keinen druck, las ihn machen,rede offen mit ihm. Mehr kannst Du zur Stärkung seines Selbstbewustseins nicht tun. Es kann auch sein,dass die ED gar ncihts mit Diabetes zu tun hat, sondern mit Nervosität dir gegenüber - kommt bei jungen Männern öfter vor als man glaubt. Auch mein kerngesudner Mann hatte anfangs mal Probleme, die wir aber einfach weggelacht haben.

    die Einstellung. gute Einstellung heißt,dass er sich mit Insulinsprtzen auf Blutzuckerwerte bringt,die denen von Gesunden nahe kommen. Je näher er diesen werten komtm desto besser ist es. wer sich über Ahrzehnte im gesunden bereicht hält kriegt keien Spätschäden.

    spätschäden: eigentlich alles mögliche. Es schadet in erster LEinie den Blutgefäßen - zu viel zucker lagert sich ab wie KAlk inw asserleitungen. Jedes mal wenn die Werte sehr hoch sind ein isschen mehr. Das betrifft zerst die ganz Kleinen gefäße: Zehen und Füße, Augen, Herzkranzgefäße etc. Folgen von zu schlechter Durchblutung: kein gefühl ind en Füßen, bis man sogar auf eien reißnagel treten kann ohne es zu merken, Entzündungen daran, amputationen. erblindung, deswegen jährliche Utnersuchung beimAugenarzt - rechtzeitig bemerkt kann an nochwas machen. Herzinfarkt, schlaganfall, Nierenversagen . Dagegen ist die Impotenz echt die geringste Sorge. Aber so lange er gut eignestellt ist kommt das alles nciht, schludert er aber steigen seine Risiken.

    Koma: Also, man utnerzuckert sehr sehr selten meistens gibt es vorher warnsignale,e twa zittern,s chwitzen, Aggressivität. Man kann es sich oft auch denken: lange ncihts gegessen, sehr angestrengt. etwa, wenn man vor lauter gartenarbeit das Mittagessen vergisst. Man vermeidet sowas, indem manregelmäßig isst. Unde spassiert echt selten, udne s is weniger ein Koma als eien krue bewustlosigkeit.
    die andere form von Koma ist bei extremem Überzucker: das merkt man aber schon lange vorher, weil man unglaublichen durst hat und dauernd pinkeln muss. egal was er hat: Notarzt rufen. mehr musst Du gar nciht tun.

    Ich habe jetzt eine dreiviertelstunde lang geschrieben was ich weiß, ok?Mehr Engagement wirst du kaum bekommen. denk drüber nach,f rag wenn Du noch was wissen willst. wenn du dich von dieser Situation dermaßen überfordert fühlst über denke Deine gefühle. eine chronische Krankheit in eienr Beziehung ist immer schwer, aber Diabetes ist etwas, mit dem man sehr gut leben kann. wenn er abgesehen davon der Mann Deiner träume ist solte es dich nciht stören. es gibt schlimmere Krankheiten als diese.

    Susanne
  • Gerd

    Rang: Gast
    am 11.12.2006 10:56:03
    Hallo Susanne,
    ich finde toll, dass du dir so viel Mühe gibst!!!
  • Anonyma

    Rang: Gast
    am 11.12.2006 18:06:13
    Hi Susanne,

    danke für die ausführliche Beantwortung meiner Fragen und eine schöne (Vor-) Weihnachtszeit noch!

    Bye von Anonyma
  • sage

    Rang: Gast
    am 12.01.2007 02:28:22
    Danke ihr Lieben für euren Austausch, er hat auch mir viel gebracht.
    Ich bin im Grunde in einer ähnlichen Situation: frische Beziehung mit einem Diabetiker, ich bis dato absolut uninformiert über dieses Thema (jetzt nicht mehr) und grad dabei, die Spannungen zwischen "ich will ihm helfen, seine DM in den Griff zu kriegen" versus "er ist dafür verantwortlich" zu ordnen.
    Es hilft mir nicht gerade, dass er (typ I seit 16 Jahren) seit 10 Jahren total uncompliant ist (er raucht sehr stark, ernährt sich höchstgradig ungesund und war seit 6 Jahren bei KEINEM Arzt), und schon damals bei mir in der Wohnung einen Zusammenbruch hatte. Damals sprach er was von "Schüttelfrost, Grippe oder so", heute weiß ich, es war eine Keto und er hat den ganzen Nachmittag Insulin appliziert um sich in den Griff zu kriegen. Zu dem Zeitpunkt war niemand in der Wohnung- was wäre im Falle eines Komas passiert!
    Auch ich stehe vor der schwierigen Aufgabe, ihm NICHTS reinzureden- ich weiß von mir selbst, dass das kontaproduktiv sein kann (Sturheit, er weiß eh, was gut und was schlecht ist...) und trotzdem versuchen zu wollen, ihn auf einen "anderen" Weg zu bringen.
    Vielleicht könnt ihr mir hier helfen? Ich habe durch die Konfrontation mit der DM-Literatur entschieden, für MICH SELBST gesünder zu leben und versuche jetzt durch ein "Alternativprogramm", das ich ihm vorlebe, ihn vielleicht auch von einem gesünderen Lebensstil zu überzeugen.
    Mich würde va. die Meinung von Diabetikern interessieren? Was würdet ihr euch von einem Partner (der nicht Diabetiker ist, ergo euch nie 100%ig verstehen wird können) wünschen. von sage