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Durchblick verloren

  • July

    Rang: Gast
    am 07.05.2010 20:06:14
    Hallo ihr Lieben,
    ich wende mich heute mal an euch, weil ich irgendwie nicht mehr weiter weiß :-(
    Ich würde gerne meine Zuckerkrankheit richtig benennen...
    Erstmal kurze Vorgeschichte:
    2003 wurde von meinem ehemaligen Arzt ein "latenter Diabetes" bei mir (damals 17 Jahre, BMI von 21) festgestellt, mir wurde angeraten, meine Ernährung umzustellen, was ich dann auch gemacht habe.
    Anfangs- hba1c war bei 4,3% und steigt seitdem langsam, aktueller Wert ist 6,3%
    Ich gebe seitdem alle 3 Monate Blut ab um diese Werte zu kontrollieren. Der Arzt führte 1x im Jahr auch einen Glukosebelastungstest durch, bei dem ich immer nach 1 Stunde Werte um die 200-300 hatte.
    Nach einem c-peptid test sagte er mir, dass mein Körper zwar Insulin produziert, auch nicht zuwenig, aber wohl irgendwelche Zellen das Insulin nicht gescheit verarbeiten würden (?!?! sorry für die AUsdrucksweise, ich weiß nicht wie ich das sonst beschreiben soll).
    Damals wurde mir auch gesagt, dass ich zwar prinzipiell gesehen nicht zuckerkrank bin aber bei Stresssituationen sehr viel Insulin produziere (?!?!) und demnach schnell in den Unterzuckerbereich falle. Und so in etwa fühlt sich das auch immer an, ich werde total zittrig und fange an zu schwitzen, bin super nervös, zickig, hastig... bis ich was zu Essen bekomme :-) dann ist wieder Ruhe.
    Nüchternwerte lagen 2003 bei etwa 80, inzwischen liegen dir bei etwa 100.
    Jetzt würde ich gern wissen, ob ich überhaupt irgendeine Form von DIabetes habe und ja, welche. Mein ehemaliger Arzt sagte, dass es ein latenter DIabetes ist der sich irgendwann manifestiert... interessant wäre zu erfahren in welchen Typ?!
    Mein aktueller Arzt sagte (heute), der Diabetes habe sich nun manifestiert, weil die hba1c Werte über 6% sind. Aber welcher Typ das sein soll sagte auch er mir nicht.
    Insulin habe ich noch nie bekommen und mein aktueller Arzt meinte auf Nachfrage, dass ich wohl in 2-4 Jahren Tabletten bekommen würde. Aber wegen welcher Art Zuckerkrankheit?!

    Ich habe was über den LADA Diabetes gelesen, das am ehesten passen würde, aber Selbstdiagnosen stellen kann ich nicht... kann mir da jmd von Euch evtl. weiterhelfen?
    Und auch beim Umgang mit STress wüsste ich gern, wie ich es anstellen soll, nicht so schnell in niedrige Werte zu fallen (ich fange ab September einen Job an, bei dem in bestimmten Situationen sofort gehandelt werden muss, da kann ich mich dann nicht einfach so zum Essen verziehen...)
    Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen oder mir igendeine Homepage oder ein Buch empfehlen... ich steige einfach nicht mehr durch...

    Vielen lieben Dank im Voraus...
    July
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 08.05.2010 11:45:35
    Moin July,

    nicht der Typ macht krank, sondern der höher als gesund verlaufende Blutzucker. Und wenn sich ein Diabetes manifestiert, also durch auffällige Symptome bemerkbar macht, dann hat man ihn schon Wochen bis Jahre gehabt. Denn Diabetes ist eine Definitionskrankheit: An mehreren Tagen zu beliebigen Zeiten über 200mg/dl ist der jüngste Teil der Diabetes-Definition. Und damit sind in aller Regel noch überhaupt keine auffälligen Symptome verbunden, obwohl dann schon an die 10 von 100 Neuen voll ausgeprägte diabetische Folgekrankheiten beklagen müssen. Und damit hast auch Du einen diagnosereifen Diabetes, denn die 75g Glukose beim Zuckerwassertest mit Deinen 1-Stunden-Werten bei 200-300 entsprechen dem Glukosegehalt von recht normalen Portionen an Brot, Kartoffeln, Reis und Nachtisch/Obst zu den Mahlzeiten.

    Die Typen-Einteilung ist genau so ein künstliches Definitions-Produkt, wie die jeweils geltende Diagnose-Grenze. Sie stammt aus einer Zeit, in der für die Blutzucker-Bestimmung noch ein Labor gebraucht wurde und die Funktionen der gesunden Blutzucker-Automatik und ihre möglichen diabetischen Defekte im einzelnen noch weitgehend unbekannt waren. Da hat man einfach die Betroffenen, die ohne fremdes Insulin jeweils kurzfristig in die Notaufnahme im kranken Haus mussten, insulinabhängig genannt, und die übrigen halt nicht-insulinabhängig. Und mit der Zunahme der Beobachtungen wurden diese Bezeichnungen abgewandelt und verfeinert. In den letzten 10 Jahren geht die fortschrittliche Diabetologie jedoch davon aus, dass die verschiedenen Defekte, die einen Diabetes machen, nicht nach dem Entweder-Oder-Prinzip verteilt sind, sondern eher danach, was jeweils in welcher Kombination persönlich mehr ausgeprägt ist. Und behandelt wird mit dem Minimum an Medi(s), mit dem der Betroffene seinen Blutzucker im möglichst gesunden Rahmen steuern kann.

    Wie können nun Deine niedrigen Verlaufstäler zustande kommen, in denen es dir besonders im Zusammenhang mit Stress zeitweise überhaupt nicht gut geht? Dazu hilft vielleicht ein Blick auf die gesunde Blutzucker-Regelung: Da sorgen nämlich 2 Steuersysteme dafür, dass der Blutzucker sich unter allen Umständen in einem erstaunlich flachen & niedrigen Rahmen bewegt.

    Da ist einmal das immer laufende basale System. Immer wenn der Zucker im Blut, das die Insel- oder Betazellen versorgt, einen oberen Schwellenwert überschreitet, geben die mehr Insulin aus. Immer wenn er einen unteren Schwellenwert unterschreitet, geben die weniger Insulin aus. Und genau dazu passend geben die Alphazellen eben umgekehrt bei Überschreiten eines oberen Schwellenwertes weniger und bei Unterschreiten eines unteren mehr Glukagon aus, das die Leber zur Zuckerausgabe stimuliert. Auf diese Weise verläuft der Blutzucker ohne Futterinput in einer leicht gewellten Linie zwischen oberem und unterem Schwellenwert zwischen etwa 60 und 65 bis etwa 80 und 85 mg/dl. Und so können alle Zellen im Organismus ohne große Schwankungen mit nahezu beliebig viel Zucker versorgt werden.

    Und da ist zum zweiten das alimentäre System, das immer dann zusätzlich in Aktion tritt, wenn alimentiert, also Futter einverleibt wird. Da bestellt nämlich die Glukose, wenn sie im Darm angekommen ist und kurz vor ihrem Übergang in den Blutkreislaus steht, mit Hilfe einer Gruppe von Darmhormonen, den Inkretinen, erstaunlich passend zu ihrer jeweiligen Menge die notwendige Menge Insulin. Auf diese Weise treffen die Glukose und ihr Insulin direkt in der Pfortader zusammen und werden schon in der Leber zum größten Teil so passend verarbeitet, dass der Blutzucker, den wir aus dem Tropfen am Finger messen, nur bis max an 140 ansteigt. Dieser geringe Anstieg wird dann vom basalen System innerhalb kurzer Zeit vollständig ausgeglichen.

    Zu einer Hypo kann es nun kommen, wenn das alimentäre Steuersystem versagt. Dann fehlt das Insulin zum Empfang der neu gegessenen Glukose im Blutkreislauf, und der Blutzucker stürmt erst einmal himmelwärts, Deine 200-300. Dieser Anstieg aktiviert zunehmend das basale System, das nun eben mit Verzögerung dafür sorgt, dass entsprechend dem BZ mehr Insulin ausgeschüttet wird. Dabei liegt ein gewisser Nachlauf in der Natur dieser Art der Steuerung, so dass bei Erreichen des normalen BZ noch länger mehr Insulin ausgegeben wird und so der BZ tiefer als normal absinkt. Faustregelmäßig umso tiefer, je höher er zuvor angestiegen war, und meistens in der Zeit etwa 2-3 Stunden nach dem jeweiligen Essen/Trinken.

    Und daraus ergibt sich sofort auch die einfachste Möglichkeit, eine alimentäre Hypo von vornherein zu vermeiden: Man wählt Futterart und -menge so, dass der BZ nicht bis kaum über den gesunden Rahmen von max 140mg/dl etwa 1 Stunde nach dem Input hinaus ansteigt - und mit den flacheren Spitzen nach dem Essen könnte auch Dein HBA1c-Wert wieder ein gutes Stück sinken :-)

    Daumendrück, Jürgen
  • July

    Rang: Gast
    am 08.05.2010 12:29:34
    Hi Jürgen!
    Vielen lieben Dank für Deine Antwort!
    Was Du erklärst, klingt logisch und nachvollziehbar. Vielleicht sollte ich einfach einmal von diesem "Typen-Denken" weg... und meine Ernährung erneut überdenken... ich hätte mich prinzipiell einfach gern irgendwo zugeordnet, damit ich zumindest sagen kann: So heißt die Krankheit. Und Punkt. Scheinbar ist es aber in dem Stadium noch nicht möglich, und ich sollte mich freuen und nicht auch noch Gedanken drüber machen :-)

    Das Interessante an der ganzen Geschichte ist, dass wenn ich beispielsweise ein Glas Cola trinke (Red Bull oder Traubenzucker sind noch bessere Beispiele) ich nach einer bis zwei Stunden in die unteren Bereiche (Unter 70) beim Blutzuckermessen komme. Bei "gesundem" also weniger "zuckerhaltigem" Essen oder Trinken dauert das ganz normal 5-6 Std. Also baut mein Körper das wohl ab... und sogar ziemlich schnell. Was denkst Du / bzw ihr, warum das so ist??

    Ich danke Dir / Euch vorab... dieses Forum ist wirklich eine große Hilfe für jemanden, der den Überblick einfach nicht mehr hat ^^ von July
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 08.05.2010 13:28:51
    Moin July,

    Dein Cola-Beispiel zeigt diesen Inkretin-Defekt (fehlende Insulinbestellung durch die Darmhormone) besonders deutlich. Kannst Du übrigens mit Bewegung in dieser Zeit noch erheblich verstärken.
    Warum der eintritt, ist bislang noch völlig unklar. War ja auch bis vor gut 15 Jahren ausschließlich und seitdem immer noch weit überwiegend als Insulinresistenz wie folgt erklärt worden:
    Dass der BZ anschließend wieder völlig absinkt, beweist, dass genug Insulin da ist. Wenn genug Insulin da ist, aber der BZ trotzdem so hoch ansteigt, muss ein Widerstand, eine Resistenz das Insulin in seiner Wirkung behindern.

    Dass gesund mit dem Inkretin-Effekt der womöglich größte Teil des Insulins nach dem Essen ausgegeben wird, bevor die Glukose den Blutzucker anheben kann, ist eine relativ neue Erkenntnis. Sie widerspricht der überkommenen Vorstellung von der BZ-Steuerung allein durch den Blutzucker auf so unerklärliche Weise, dass man uns Betroffenen davon bis heute fachoffiziell nichts erzählt und erklärt hat. Und deswegen kommt der Defekt auch in den meisten offiziellen Erklärungen bis heute nicht vor.

    Was mich interessiert: 60-70mg/dl weit entfernt von Essen und Cola ist unterer Rand vom Gesund-Bereich, und dabei fühlen sich diejenigen putzmunter, bei denen die natürliche Automatik so eingestellt ist (fachoffiziell beginnt eine Hypo erst ab 50).
    Bei denen sinkt der BZ dann auch nicht weiter ab, auch wenn sie dann noch einen ganzen Tag und länger keine KHs einfüllen.
    Was macht Deiner, wenn er nach 5 oder 6 Stunden 70 erreicht hat? Sinkt er dann ohne KHs noch weiter ab? Und fühlst Du dich dann auch so mies, wie bei dem schnellen Absinken nach dem Essen/Trinken?

    Bisdann, Jürgen
  • July

    Rang: Gast
    am 08.05.2010 13:56:39
    Hi Jürgen!
    Das mit dem Inkretin-Defekt würde einiges erklären :-) Bin mal gespannt welche Erkenntnisse in den nächsten Jahren noch kommen werden. Vor 6-7 Jahren hab ich nach "latentem diabetes" vergeblich ge-google-t, heute wird dieser Begriff weit und breit beschrieben.

    Zu deiner Frage: Ich fühle mich bei 60-70 mg/dl alles andere als putzmunter :-) Ich merke immer so ab 70, dass jetzt Futternachschub nötig ist... Und ich glaube der niedrigste Wert den ich jemals gemessen habe, lag über 50. Ich habs bisher noch nie so weit kommen lassen... siehe oben beschriebene Panik / Zitterattacken... muss nicht sein :-) Ich nehme mal an, dass der noch weiter sinken würde, aber ich kanns nicht genau sagen.

    Danke Dir !!!
    LG July
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 08.05.2010 14:17:24
    Moin July,

    dass Dein BZ weit entfernt von KH-Eingaben unter Deine Wohlfühl-Schwelle sinkt, ist ungewöhnlich. Nimmst Du wirklich keine BZ-senkenden Medis oder sonstige Medis, die vielleicht Einfluss auf den BZ oder die Leber haben könnten?

    Bisdann, Jürgen
  • Joa

    Rang: Gast
    am 08.05.2010 14:46:08
    Hallo Judy,

    > Judy schrieb:

    > Ich habe was über den LADA Diabetes
    > gelesen, das am ehesten passen
    > würde, aber Selbstdiagnosen stellen
    > kann ich nicht... kann mir da jmd von
    > Euch evtl. weiterhelfen?

    LADA bedeutet soviel wie "latenter autoimmuner Diabetes Diabetes bei Erwachsenen".

    Autoimmun setzt dabei den Nachweis von Antikörpern voraus. Sind bei Dir Antikörper gegen Insulin oder Beta-Zellen nachgewiesen worden?

    Ansonsten bietet sich noch einiges an möglichen Zuordnungen an.

    Z.B. eine der Varianten von Typ-3 MODY,
    oder auch einfach eine Sorte von Typ 2, die nicht mit dem metabolischen Syndrom (Übergewicht, Fettstoffwechselstörung etc.) einhergeht und auch bei schlanken Patienten in der Diagnose stehen kann.

    Das sind dann alles so Grenzfälle, die sich wahrscheinlich auch stark vermischen und/oder überschneiden.

    Aber es ist egal, ob Typ x, y oder z. Bei einer erkennbar nachlassenden Betazellleistung ist das Konzept nur auf die Ernährung zu achten - bei normalgewichtigen Diabetikern, zu denen Du sicher zu zählen sein dürftest - ein schlichter ärztlicher Kunstfehler, der dafür sorgt, dass das Sterben Deiner Betazellen zumindest beschleunigt wird.

    Möglicherweise sogar durch die Folgen einer fehlenden angemessenen Therapiekonsequenzen erst richtig provoziert wird.

    Die Maßnahme alle Jahre mal einen OGTT zu machen ist zwar schon ok. Ist der allerdings auffällig, wäre das ein Grund, erst mal richtig in die Diagnostik einzusteigen.

    Wobei Diagnostik da auch heißen kann, erst mal verschiedene Therapieoptionen auszuprobieren.

    Auf alle Fälle sollte bei Dir aber mal folgendes bestimmt werden:

    a) Antikörper
    b) das Insulin zu Proinsulin Verhältnis

    Letzteres lässt sich für einen fitten Arzt wohl auch einigermaßen aus dem Verhältnis vom C-Peptid zu aktivem Proinsulin im Blut abschätzen.

    An Deiner Stelle würde ich da mal hinterhaken.

    Vielleicht könnte eine angemessene Behandlung bei Dir sogar noch bewirken, dass Du den größten Teil Deiner noch verbliebenen Betas irgendwann mal mit in die Kiste nehmen darfst. ;-)

    Gruß
    Joa von Joa
  • DieJuly

    Rang: Gast
    am 08.05.2010 14:53:22
    @jürgen:
    Ganz ehrlich... keine Medis!!

    @joa:
    Danke!! Ich habe mir ohnehin überlegt, einen Diabetologen zu Rate zu ziehen diesbezüglich...
    Allgemeinmediziner sind ja schön und gut, aber die bisherige Behandlung hilft mir nur bedingt weiter... von DieJuly
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 08.05.2010 15:29:35
    Moin Joa,

    hatte mich extra mit Arztkritik zurück gehalten. Einmal, weil wir hier noch immer im traditionell gesunden Bereich spielen: oGTT nach 2 Stunden wieder unter 140 adelte bislang auch die 300 nach einer Stunde als gesund. Mit dem Argument erzählt noch heute wenigstens jeder 2.Dok (wenn nicht sogar Diabetologe), dass auch Gesunde ne Stunde nach viel KH-Input ganz normal BZs über 200 haben.

    Und dann ist da immer noch das auch ohne kurzfristig alimentär-reaktives Moment spontane erstaunlich tiefe Absinken des BZ in die gefühlte Hypo, das mit JEDER Insulingabe, die die Betas ja eigentlich noch ein gutes Stück schonen könnte, verstärkt würde.
    Warum die Beta-Zellen so weit runter offenbar noch zu viel Insulin ausgeben und warum die Alpha-Zellen da dann nicht schon längst mit Glukagon dagegen halten, wären meine Fragen an den Dok. Allerdings hab ich Mühe, mir im 100km-Umkreis (inkl Uni-Klinikum Münster) hier einen Diabetologen vorzustellen, der die Herausforderung überhaupt angehen würde.

    Bisdann, Jürgen
  • Joa

    Rang: Gast
    am 08.05.2010 16:08:06
    Hallo,

    ich sehe bei Judy insbesondere die ansteigende Tendenz des 1c als Anzeichen für das zunehmende Betazellversagen.

    > Und dann ist da immer noch das auch
    > ohne kurzfristig alimentär-reaktives
    > Moment spontane erstaunlich tiefe
    > Absinken des BZ in die gefühlte Hypo,

    Ich weiß nicht, ob das schon Hypos sind.

    > das mit JEDER Insulingabe, die die
    > Betas ja eigentlich noch ein gutes Stück
    > schonen könnte, verstärkt würde.

    Da es noch an jedweder vernünftige Diagnostik fehlt, kann ich dazu nix rechtes denken.

    > Warum die Beta-Zellen so weit runter
    > offenbar noch zu viel Insulin ausgeben

    Mach mal den Versuch das mit der Sekretionsstarre beim Typ 2 zu erklären.
    Warum sollte die nicht auch bei grenzwertig überforderten Betas anderer Diabetes-Varianten mit reinspielen können?

    http://www.forum.diabetesinfo.de/forum/
    index.php/topic,8064.0.html

    Erst können die Betas dem durch Blutzuckeranstieg nicht entsprechen, dann erfolgt die Insulin zu lange. Was die alimentäre Hypoglykämie ergibt.

    Entlastet der Typ 2 die Betas vom Sekretionsdruck, z.B. auch durch rechtzeitige Insulingabe, wird die Hypotendenz gemindert oder beseitigt.

    > und warum die Alpha-Zellen da dann
    > nicht schon längst mit Glukagon
    > dagegen halten, wären meine Fragen
    > an den Dok.

    Wenn die Insulinwirkung zu hoch ist, ist auch die Glukagonwirkung nicht so sonderlich effektiv.
    Deswegen ist in den Glukagon-Kits auch eine Wahsinnsüberdosis drin, um die Insulinwirkung (Hemmung der Gluconeogenese und Glykogenolyse) zu übersteigern.

    > Allerdings hab ich Mühe, mir ...
    > einen Diabetologen n vorzustellen, der
    > die Herausforderung überhaupt
    > angehen würde.

    Deswegen erst mal um einfache Diagnostik anfragen, z.B. C-Peptid vs. Proinsulin.

    Die Sache mit dem Hausarzt bekakeln.
    Vielleicht schreibt der auch eine Überweisung mit einer gezielten Fragestellung? Jedenfalls ist der Besuch eines Diabetologen schon mal ein Schritt mehr.

    Gruß
    Joa