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Hat damit jemand Erfahrung?

  • Simo

    Rang: Gast
    am 07.04.2010 19:24:14
    Kann mir hier jemand helfen? Mein Arzt ist im (Oster-)Urlaub und ich weiß mir momentan nicht so recht zu helfen. Ich bin seit 15 Jahren Typ 2 (normalgewichtig) und habe eigentlich sehr stabile Werte. Ich spritze nur morgens 6 IE Actraphane 30/70 (Mischinsulin) und nehme zusätzlich morgens zum Frühstück 3 mg Glimepirid. Hatte damit immer gute Werte (der letzte HBA1 war bei 5,8). Jetzt plötzlich abends nach dem Essen erhöhte Werte (180 - 200). Morgens ist dann nüchtern zunächst alles wieder "unten" (zwischen 80 und 100), dann spritze ich vor dem Frühstück und nehme die Glimepirid und esse "wie üblich" mein Frühstück (3 BEs) und seit ca. 4 Tagen sind die Werte ca. 2 Stunden nach dem Frühstück auch deutlich erhöht (180-200), wo sie vorher bei 70 bis 80 lagen (und ich bereits eine Zwischenmahlzeit von 1 BE) essen musste.

    Kann ich "einfach so" die Insulin-Einheiten erhöhen oder die Dosis der Glimepirid? Ich traue mich morgens und abends schon gar nichts mehr essen.

    Danke schon mal im Voraus
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 07.04.2010 21:33:15
    Wo Glimepirid nur die noch verfügbaren Beta-Zellen zur so intensiv wie möglichen Insulinausgabe antreibt, und zwar bis zu 24 Stunden völlig unabhängig vom Bedarf, hätte ich die schon längst raus gelassen und nur noch Insulin gespritzt. Natürlich passend, aber das kannst Du ja austesten :-) von Jürgen
  • Simo

    Rang: Gast
    am 08.04.2010 10:44:00
    Vielen Dank für die Anwort. Also versuche ich mal die Insulineinheiten morgens zu erhöhen, ob dann eine Normalisierung der Werte eintritt. Würde es denn evtl. Sinn machen, auch abends (evtl. vor dem Essen) noch ein paar Einheiten des Mischinsulins (ein anderes besitze ich nicht) zu spritzen, dass evtl. das Abendessen "mitabgedeckt" wird oder sollte sich der Wert nach dem Abendessen durch die Erhöhung der Morgen-Einheiten wieder wie gewohnt abdecken und auf Normalwerte bringen lassen?

    von Simo
  • peter

    Rang: Gast
    am 08.04.2010 15:51:58
    dein 30/70 ger mischinsulin "ist" ein typisches insulin für alte leute die nur zweimal täglich spritzen, also morgens und abends, und sehr gleichmäßig essen, etwas flexibler wärst du mit 50/50 mischinsulin "dreimal täglich" da dann das mittagessen besser abgedeckt werden kann.
    und es hat den vorteil daß man auch damit die mengen etwas anpassen kann, an den bedarf. von peter
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 08.04.2010 17:27:56
    Moin Simo,

    bis Du's mit Deinem Dok neu verhackstücken kannst, würde ich an Deiner Stelle die Morgendosis erhöhen und auf der Bettkante (30-60 Minuten vor dem Frühstück) spritzen. Also in 2er Schritten erhöhen, bis es passt und auch für Dein Mittag reicht, und mir abends 1 Stunde vor dem Abendessen die zweite Spritze gönnen. Auch mit 6 IE anfangen und schauen, wo Du um 22 oder 23 Uhr ankommst, wenn Du etwa um 17 Uhr gespritzt hast.

    Daumendrück, Jürgen
  • Simo

    Rang: Gast
    am 08.04.2010 17:52:11
    Nein, zu alte Leute zähle mich mit 36 noch nicht ;-) Ich hatte wie erwähnt, bisher über nahezu 15 Jahre sehr stabile Werte mit meinem 30/70er und hatte deshalb nie Anlass zu Veränderungen. Umso mehr verwundert es mich, woher plötzlich nach Jahren guter Einstellung diese für mich extrem hohen Werte kommen können.

    Ich werde gleich heute den Versuch einer erstmaligen Abendspritze starten und auch die Morgeneinheiten erhöhen und hoffe so erstmal mit besseren Werten übers Wochenende zu kommen.

    Vielen herzlichen dank euch für die Hilfe.
    von Simo
  • peter

    Rang: Gast
    am 08.04.2010 20:37:25
    nicht du warst als alt ezeichnet , sondern das 30/70
    ist ein typisches insulin für ct (konventionelle therapie) mit nur zweimal spritzen und wird wirklich ohne quark überwiegend für pflegedienste, und alte eingesetzt,
    da die meist nur zweimal tägl. kommen. und die spritzen dann, sagen jetzt schön essen. die mengen lesen sie aus ner tabelle des arztes ab.
    für dein alter gibt es heute wesentlich modernere therapie (ict), mit kz analog und lz analog, und damit totaler flexibilität. und totaler selbstkontrolle und bz steuerung. komplett ohne tabletten die ja bei dir sowieso nicht mehr wirken. von peter
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 08.04.2010 21:24:34
    Moin Simo,

    bis Du's mit Deinem Dok neu verhackstücken kannst, würde ich an Deiner Stelle die Morgendosis erhöhen und auf der Bettkante (30-60 Minuten vor dem Frühstück) spritzen. Also in 2er Schritten erhöhen, bis es passt und auch für Dein Mittag reicht, und mir abends 1 Stunde vor dem Abendessen die zweite Spritze gönnen. Auch mit 6 IE anfangen und schauen, wo Du um 22 oder 23 Uhr ankommst, wenn Du etwa um 17 Uhr gespritzt hast.

    Daumendrück, Jürgen
  • Simo

    Rang: Gast
    am 09.04.2010 12:29:29
    Möchte kurz berichten: Gestern Abend 30 Minuten vor Abendessen (3 BE) auf Wert 78 dann 4 IE gespritzt. Wert 2 Stunden nach Essen 103, um 23.45 Uhr: 58. Morgens um 7.45 Uhr Wert 86, 8 IE gespritzt und nach 30 Minuten vorsichtshalber nur ein halbes Brötchen ohne Belag (also nur 1 BE!) gefrühstückt und trotzdem Wert nach 1 Stunde: 203.

    Bin jetzt etwas ratlos oder einfach nur ungeduldig? Sollte sich der Wert nach dem Frühstück nicht schon verbessert haben oder dauert es einige Tage zum „einpendeln“ ? Soll ich nun morgen die Morgen-IE auf 10 oder gar 12 erhöhen ? Und machen die Abend-IE überhaupt Sinn, wenn morgens nach dem Frühstück trotzdem so hohe Wert sind?

    Vielen Dank für eure Mühe

    von Simo
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 09.04.2010 14:47:28
    Moin Simo,

    http://www.medizinfo.com/diabetes/therapie/
    insulinarten_wirkung.htm
    die Zeile hab ich nur für den Eintrag hier umgebrochen, weil solche URLs die Darstellung hier unnötig breit ziehen. Da findest Du weiter unten auf der Seite unter NPH Mischinsulin die prinzipielle Wirkung Deiner Insulinmischung schön dargestellt.

    Nach Deiner Darstellung passt sie abends fast schon zu gut, während die Menge ganz offenbar morgens noch nicht reicht. Dafür gibt es ein paar schlaue Erklärungen, aber keine, die Dir das weitere Anpassen Deiner Insulindosis erspart. Allerdings kann sein, dass wenn sie z.B. für das halbe Frühstücksbrötchen reicht, Du für die länger anhaltende Insulinwirkung ne Stunde weiter noch ein halbes nachschieben musst und vielleicht dann noch ne Stunde weiter noch ein halbes. Das musst Du einfach austesten.

    Daumendrück, Jürgen
  • Monika Rassmann

    Rang: Gast
    am 11.04.2010 11:43:24
    Das Sie morgens plötzlich so
    einen hohen Zuckerwert haben, kann
    unterem auch eine nächtliche Unter-
    zuckerung sein.
    Mein Rat ist achten Sie darauf, daß
    Sie um 22°° nicht tiefer sind als 120.
    Messen Sie an 3 Nächten zwischen
    2°° und 3°° Ihren Blutzucker.
    Symptome für eine nächtliche
    Unterzuckerung sind, wenn Sie morgens
    wie gerädert und mit Kopfschmerzen
    aufwachen.
    Vielleicht ist Ihnen damit erstmal geholfen.
    Auf keinen Fall, einfach abends mehr
    spritzen. Erstmal meinen Rat austesten

    MFG

    Rassmann von Monika Rassmann
  • Monika Rassmann

    Rang: Gast
    am 11.04.2010 13:29:19
    warum messen Sie schon 1 oder 2
    Stunden nach dem Essen dann ist er natürlich
    hoch weil das lnsulin erst wirken muß.
    Lassen sie sich von Ihrem Arzt mal in eine
    Diabetbetiker Schulungschicken.
    Sonst machen Sie sich ja völlig fertig von Monika Rassmann
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 11.04.2010 14:46:41
    Moin Monika,

    gelesen hab ich von diesem Somogyi-Effekt früher öfter. Denn noch vor 10 Jahren glaubten da viele dran. Aber mit Messwerten belegt kenne ich KEINEN einzigen Fall. Die Erklärung ist auch inzwischen in allen fachoffiziellen Beschreibungen an den Rand gerückt. Wird noch aus Pietät mitgeführt.

    Tatsächlich ist das sogenannte Dawn-Phänomen auch unter INSULINERn und auch unter Typ1 sehr viel verbreiteter, als man noch vor 10 Jahren angenommen hatte. D.h. viele Hormone werden gegen Morgen turnusmäßig ausgeschüttet, die einen höheren Insulinbedarf erfordern, dem die gespritzte oder eigene Basalversorgung nicht mehr entsprechen kann. Also steigt der BZ. Dazu kommt beim Typ2 noch die Typ2-typische Fehlsteuerung der Glukagon-Ausgabe der Alpha-Zellen, die die Leber zum bis zum gut 3fachen der normalen Zuckerausgabe antreibt.

    Deine Kritik am Messen nach dem Essen kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Denn nur wer seine BZ-Ausflüge nach dem Essen in ihrer Höhe begrenzt, kann seinen BZ gesund unter HBA1c 6 steuern. Natürlich lernt man das nicht in Schulungen, aber mit dem, was man da lernt, sind bestenfalls HBA1cs bei 6,5-7 drin. Mit einem deutlich höheren Insulinverbrauch und einem deutlich höheren Folgekrankheiten-Risiko. Wieso willst Du hier dafür werben?

    Bin neugierig. Jürgen
  • peter

    Rang: Gast
    am 11.04.2010 15:43:50
    wie soll man auf nächtliche unterzuckerung, und damit auf die beschriebene gegenregulation kommen , wenn der morgenwert 86 war ?
    der hphe wert nach dem brötchen liegt mm nach einfach an dem langsamen, mischinsulin, das nämlich nur ´30% normalinsulin enthält,
    das nph fängt ja erst an zu wirken wenn das essen schon im klo ist.
    genau deshalb ist es das falsche insulin, und die einzige möglichkeit (schlechte) ist zu spritzen und zu warten, bis der bz tatsächlich fast ganz im keller ist und dann erst zu essen. halte ich für anfänger für problematisch. daher einfach zum arzt gehen und sich minsestens erstmal normalinsulin geben lassen, mit sea spritzen, und wenn das klappt auf kz analog umsteigen.
    bei nächtlichen unterzuckerungen, die wenn man sie verschläft problemlos sind und ein hinweis auf zuviel basal, hat man schon mal 180 beim aufwachen, und kann schwimmen(im bett) und hat etwas kopfbrummen, das von selbst verschwindet.
    viel besser als nachts aufwachen und im halbschlaf zuviel essen/trinken und den hohen bz auf die hypo zurückführen. von peter
  • rhgtehr

    Rang: Gast
    am 11.04.2010 16:49:01
    zitat: "bei nächtlichen unterzuckerungen, die wenn man sie verschläft problemlos sind ...
    viel besser als nachts aufwachen und im halbschlaf zuviel essen/trinken und den hohen bz auf die hypo zurückführen."
    das mag bei ct/ict bzw. funktionierender gegenregulation stimmen - ist jedoch bei csii bzw. fehlender unpassend! sonst könnte es sein, dass man erst im kh oder sankra wieder audwacht!
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 11.04.2010 17:03:28
    Wenn die Pumpe immer zuviel pumpt, ist eine Spezial-Falle, in die halt Pumpis tappen. Aber die meisten INSULINER sind und werden keine, und hier ging es um die Frage eines dienstälteren Typ2 mit CT und auffälligem BZ-Anstieg nach dem Frühstück. Darauf passte schon die Idee der Gegenregulation nicht, auf die die Antwort mit dem Ausschlafen kam, und darauf passt dieser ganz spezielle Pumpenfall doch noch weniger. Tatsächlich ist doch wirklich so, dass alle Nichtpumpis mit nem Abendessen zu wenig oder ein paar IEs Insulin zu viel überhaupt keine Schwierigkeiten haben, wenn sie ne Stunde mit 30mg/dl verschlafen :-) von Jürgen
  • gerewgre

    Rang: Gast
    am 11.04.2010 21:49:31
    generell hat der jürgem da sicher recht, nur stand eben bei der erläuterung nicht explizit "alter typ2", sondern es war eben allgemein gehalten und DA stimmt es eben nicht. sicher sind 40.000 pumpis nur ca. 3% der insulinpflichtigen, deshalb sollte man die aber nicht vernachlässigen. es stimmt jedoch, dass eine hypo ob des nicht ewig wirkenden insulins + der gegenregulation immer irgendwann "ausgestanden" ist - selbst wenn anke da anderer meinung ist. das können aber nur leuts mit ausgestandenen langzeithypos behaupten bzw. beweisen.
  • peter

    Rang: Gast
    am 11.04.2010 23:35:42
    nur mal ne frage, wer liest eigentlich den start post ?
    da steht ich spritze "einmal" täglich 6 ie actraphane
    30/70. und schlucke noch einige inzwischen wirkungslose medis.
    und meine werte nach dem frühstück sind zu hoch !
    nur darauf sollte man antworten, denn über pumpen wollter derjenige garantiert nichts wissen,
    er/sie hat ja noch nicht mal ein vernünftiges insulin zum korrigieren, oder als bolus, geschweige denn einen plan.
    und noch weniger nächtliche hypos.

    von peter
  • tteht

    Rang: Gast
    am 12.04.2010 00:05:58
    >>genau deshalb ist es das falsche insulin, und die einzige möglichkeit (schlechte) ist zu spritzen und zu warten, bis der bz tatsächlich fast ganz im keller ist und dann erst zu essen. halte ich für anfänger für problematisch.<<
    ja, lieber peter, und weil du den eingangsbeitrag richtig gelesen hast, müsstest du auch wissen, dass man nach 15 jahren dm kein anfänger mehr ist und wenn bisher das insulin (siehe beitrag) das richtige war (hba1c 5,8), warum ist jetzt genau das das falsche? und im übrigen lese ich sehr wohl, was andere schreiben, deshalb fiel mir dein "man" bei "die wenn man sie verschläft" auch auf - wer ist denn "man". sicher nicht nur ein einmal morgens insulin spritzender typ2er. drum - hol tief luft, entspann dich und freu dich des lebens.
  • peter

    Rang: Gast
    am 12.04.2010 11:00:05
    was nutzt denn wenn 15 jahre die kombination pillen mit mischinsulin funktioniert hat und nun nicht mehr, ein mischinsulin ?
    definitiv nichts.
    übrigens wenn man eine bank beraubt begeht man eine straftat , das gilt für männliche wie weibliche wesen.
    daher kann man unterzuckern auch wenn man weiblich ist.
    sofern da nun wieder irgendje"man"d was geändert hat ist mir das schnuppe. von peter
  • Simo

    Rang: Gast
    am 12.04.2010 12:41:41
    Vielen Dank für die zahlreiche Beteiligung an diesem Beitrag.
    Ich möchte kurz positiv berichten, Werte sind nach dem WE wieder im grünen Bereich.
    Samstag die Morgen-Dosis nun auf 10 IE erhöht und daraufhin zeigte sich tatsächlich die gewünschte Wirkung. 2 Stunden nach Frühstück (2 BE) Werte &#8222;normal&#8220;, fast schon zu weit unten für mein Empfinden (66 - 68). Nach Verzehr einer Zwischenmahlzeit (1 Banane) und weiteren 1,5 Stunden wieder zwischen 60 und 70 (Mittags nach dem Essen 120-130) und so verhielt es sich den ganzen Tag über, ich hatte beinahe das Gefühl &#8222;ständig essen zu müssen&#8220;, aber lieber vorübergehend so wie zu hohe Werte.
    Sonntag die Dosis morgens dann auf 9 IE verringert und ebenfalls die gleichen Werte wie Samstag.
    Die Abenddosis von 4 IE habe ich beibehalten, bin morgens mit Werten zwischen 70 und 85 aufgestanden und hatte nicht das Gefühl einer nächtlichen Unterzuckung.
    Bis zum Arzttermin nächsten Dienstag wurde mir hier sehr geholfen.
    von Simo
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 12.04.2010 13:33:14
    Morgen Simo,

    wenn Du mit den Futterzeiten und -mengen hin kommst, ist das Dein Weg, unabhängig davon, was wer auch immer Dir erzählen will. Das Prinzip ist einfach: Erfolg bestätigt :-)

    Weiter so! Jürgen