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Insulin spritzen - Metformin nehmen?
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Sonja
Rang: Gastam 19.05.2006 20:40:33
Hallo an Alle,
seit 2 Jahren habe ich Diabetes Typ 2. Zunächst habe ich mit Ernährungsumstellung 7 kg abgenommen.
Da ich aber psychisch stark angeschlagein bin (über 25 Jahre) mit Ängsten und Depressionen und durch diese psychische Störung Angst habe zu verhungern und auch nirgendwo zu Veranstaltungen gehen kann, habe ich eigentlich nur das Essen was mir Spaß und Freude macht.
Ich esse eigentlich normal, allerdings auch gern Süsses. Wenn nichts da ist, werde ich nervös und bekomme schlechte Laune.
Deswegen bin ich auch in Therapie.
Vorher war ich schon immer in Therapie, auch bei anderen Psychologen, unter anderem 1 Jahr in einer Klinik (wo ich 40 Kg ! ) zugenommen habe.
Geholfen hat mir die Thera schon, so dass mir einiges leichter fällt. Vorher das war überhaupt kein Leben. Und ich bin froh, so wie es jetzt ist. Zudem habe ich seit einiger Zeit eine Betreuerin, die aber nicht gesetzlich ist, sondern einfach da ist, wenn ich Hilfe brauche, das ist gut so.
Meine Ärztin (Diabetologin) wollte, dass ich Metformin nehme, aber das kann ich einfach nicht einnehmen. Es wird mir fast schlecht davon wenn ich nur die Packung in den Händen halte.
Meine Werte waren Anfangs 7,1 dann runter auf 6,2. Danach war ich ca. ein halbes Jahr nicht mehr dort, mich auch nicht mehr ans Essen gehalten und hab jetzt einen Wert von 9,0. Meine Ärztin sagt, ich solle dringend was nehmen. Wenn kein Metformin, dann Insulin spritzen. Sie stellte es so dar, dass spritzen wohl schlimmer sei. Aber ich denke, dass ich damit besser klar komme. Natürlich würde ich dazu noch eine Schulung mit machen.
Es ist mir wirklich unmöglich Metformin zu nehmen.
Kann mir jemand einen Tip geben? Kann ich "bestimmen" was ich nehmen möchte oder bin ich ganz von der Thera der Ärzte abhängig? Bei Blutdrucktabletten habe ich gesagt wie ich die am besten vertrage und sie fand das gut. Auch meine Betreuerin.
Ich wünsch Euch ein schönes Wochenende und würde mich über zahlreiche Antworten sehr freuen.
Liebe Grüße, Sonja -
Hams
Rang: Gastam 19.05.2006 22:08:44
Hallo Sonya,
natürlich musst Du bestimmen wie Du behandelt werden willst. Wichtig ist allein deine Blutzuckereinstellung.
Wenn Dir das Metformin nicht zusagt, lasst Dir halt Insulin verschreiben. Wichtig ist die Schulung und die weitere Ernährungsumstellung. Unter einer Insulintherapie ist das Abnehmen nicht ganz einfach, aber es funktioniert auch so.
Grüsse von
Hans von Hams -
Susanne
Rang: Gastam 20.05.2006 03:08:50
Hallo!
Natürlich ist es deine Entscheidung wie du therapiert werden willst - schließlich geht es um deine Gesundheit. Allerdings musst du ggf. Selber zahlen, wennes medizinisch keien Rechtfetigung gibt.
Insulin wird von Ärzten gerne als schreckgespenst für Typ 2er genommen die sich an ncihts halten - keien Ahnung warum. Aber es gibt auch noch andere Mittel. Es gibt andere Tabletten die weniger Nebenwirkungen haben wie Metformin - nur sind die eben weniger gut fürs abnehmen. Metformin unterstützt eben das Abnehmen sehr gut, verdirbt vielen den Appetit durch geschmacksveränderungen und Durchfall sorgt natürlich auch für Gewichtserlust, aber es gibt trotzdem andere Mittel.
Sprich Deine Ärztin ganz klar auf Alternativen an, sag ihr dass Du bevor Du Metformin nimmst lieber so lange den Arzt wechselst bis Du jemand findest der dir was anderes gibt und bleib hartnäckig. Wenn sie sich blöd stellt dann sag ganz klar, dass es immer noch dein Körper ist, und Deine Ängste, und dass sie es gerne mal probieren kann mit diesen Ängsten zu leben.
Susanne
die Dich sehr gut versteht -
Sonja
Rang: Gastam 22.05.2006 18:07:26
Hallo Hans,
vielen Dank für Deine Antwort.
Ich werde es beim nächsten Arztbesuch ansprechen. Mir fehlte wohl nur das nötige Selbstbewusstsein.
Liebe Grüße, Sonja -
.Sonja
Rang: Gastam 22.05.2006 18:22:42
Hallo Susanne,
vielen Dank für Deine nette und schnelle Antwort.
Deinen Rat werde ich hoffentlich beim nächsten Termin am 06.06.06 befolgen. Ich hoffe, dass ich es auch schaffe. Denn z.Zt. ist mein Selbstbewusstsein etwas abhanden gekommen.
Ich muss kurz anmerken, dass ich es toll finde, nicht so verurteilenden Antworten bekommen zu haben. Sondern von Menschen die mich verstehen. Vielen Dank dafür. Hinter jedem Eintrag steckt ein Mensch und sein Leben und niemand kann sich ein Urteil anmaßen, finde ich.
Nochmals lieben DAnk, Susanne, und ich wünsch Dir alles Gute,
Sonja von .Sonja -
Manni
Rang: Gastam 27.05.2006 02:07:14
Meld dich mal, auch ich soll Metformin nehmen, ich hab so eine scheiss angst vor Medikamenten, besonders vor diesem Koma, was im Waschzettel beschrieben wird. Und ich müßte es dringend nehmen. von Manni -
Susanne
Rang: Gastam 27.05.2006 08:53:37
Hallo Manni!
Ich weiß zwar nicht, ob ich gemeint war, aber: Metformin ist noch eines der Medikamente gegen Diabetes mit den eher harmlosen Nebenwirkungen. Auch deswegen ist es so was wie ein "Einsteigermedikament" - bei den anderen Tabletten kommt es gewöhnlich leichter zu Unterzuckerungen, die auch wieder zu Bewusstlosigkeit führen können.
Bei Metformin kann man sagen, ein Drittel verträgt es von Anfang an sehr gut und hat nichts zu befürchten, ein Drittel verträgt es anfangs nicht, gewöhnt sich aber dran und ein Drittel kommt gar nciht klar - aber: die Menschen die es nicht vertragen bekommen davon kein Koma, sondern Durchfall, Übelkeit oder einen blöden geschmack im Mund. wenn man keine wirklich schlimmen gründe hat lohnt es sich aber, es zumindest auszuprobieren - wenn Du es ein paar Wochen nimmst und immer noch fünf mal am Tag im eiltempo aufs Klo musst sieht es anders aus. Koma kommt bei Metformin nur ganz ganz selten vor! Aber: Bei anderen Tabletten oder insulin kommen Unterzuckerungen häufiger vor, die wirklich gefährlich werden können - und das sind keien Ausnahmefälle!
wenn Du wirklich auf gar keinen Fall Metformin nehmen willst, dann rede mit Deinem Arzt und sag, dass du es erst anders versuchen wilst. Und dann stell deine Ernährung sehr strikt um: Sehr ballaststoffreich, nur abgezählte Kohlehydrate, nur wenig fett, am besten zählst Du gleich ganz Kalorien. Iss über den Tag verteilt in drei Mahleiten, aber insgesamt wenig, vor jeden Essen Salat, zu jedem essen gemüse, viel vollkorn. Außerdem viel Bewegung - entweder Sport idealerweise ausdauersport, oder wenigstens einmal am Tag ne halbe Stunde flott spazieren gehen. Oder fahr mit dem Fahrrad zur Arbeit und zum einkaufen. je mehr Du Dich bewegst, desto besser für Dich. am besten nach dem essen, um den Blutzucker schneller abzsenken.
Erstens nimmst Du auf die Art ab, was deinem Stoffwechsel gut tut, und zweitens sinken deine Blutzuckerwerte. Das geht zwar langsamer als mit metformin, aber es klappt auch - und in einem Vierteljahr redest du wieder mit deinem Arzt, wie sich deine Werte geändert haben. Du merkst auch an deinen messungen, wie welches essen und welche Bewegung wirken und kannst es so besser steuern - vielleicht kommst Du so um alle Medikamente noch mal rum.
Susanne -
Anke
Rang: Gastam 05.06.2006 11:00:03
Hallo Sonja,
es tut mir leid zu hören, was du bereits erleiden musstest. Hut ab, wie du dich weiter durchkämpfst!
Bei Typ-2-Diabetes gibt es als medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten prinzipiell die Tabletten- sowie die Insulintherapie. Da die wenigsten Patienten Lust haben, sich von Anfang an zu spritzen und da eine Tablettentherapie anfangs oft vollkommen ausreichend ist, beginnt man meistens mit dieser.
Sofern dir das lieber ist, kann man aber auch natürlich auch von Anfang an mit einer niedrig-dosierten Insulintherapie beginnen. Bei einem HbA1c von 9% ist ohnehin fraglich, ob Tabletten ausreichen würden, da das bereits ein recht hoher Wert ist.
Wenn du speziell vor Metformin Abneigung hast, lässt sich sicher auch versuchen, mit einem anderen Medikament (Tabletten) einzusteigen. Liegen Tabletten dir allgemein nicht, würde ich mich am besten von der Hausärztin zu einem guten Diabetologen überweisen lassen, der von Anfang an eine kompetente Insulintherapie einleiten kann.
Am Rande: ganz wichtig ist bei einem Typ-2-Diabetes Bewegung, die einen sehr (!) positiven Einfluss auf das allgemeine Wohlbefinden und den Diaebtes-Verlauf hat. Ob man das draussen mit Breitensport machen möchte oder lieber daheim mit Hometrainer etc, spielt keine Rolle.
Alles Gute und herzliche Grüße ! Anke
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Sonja
Rang: Gastam 06.06.2006 01:30:25
Hallo Anke,
herzlichen Dank für Deine Antwort.
Bist Du selber auch betroffen? Woher weißt Du das?
Ich bin bereits bei einer Diabetologin in Behandlung, sie ist gleichzeitig meine Hausärztin. Sie arbeitet in einem Diabetes Zentrum und ist super nett. Ich kann sehr gut mit ihr sprechen.
Ich habe nur die Abneigung nur gegen Metformin. Andere Tabletten kann ich gut nehmen. Muß Psychopharmaka nehmen, Beta-Blocker, wenns hoch kommt zweimal im Jahr Schmerztabletten. Aber ich hatte noch nie damit Probleme, welche einzunehmen. Als die Sprechstundenhilfe mir vor etwa 1 Jahr die Metformin gab, konnte ich die erst gar nicht mal in die Hand nehmen. Nach einigen Minuten, in der ich mir selbst zugeredet habe, daß ich die Zuhause immer noch ablehnen kann, nahm ich die Tbl widerwillig mit nach Hause.
Abends legte ich sie mir auf den Tisch, mir wurde schlecht. Ich nahm sie nicht. So ging es mehrere Tage. Dann nahm ich mal eine Tbl aus der Packung, drückte sie durch, da ich erst halbe nehmen sollte. Aber ich konnte nicht. Ich hatte einen dicken Kloß im Hals, es ging einfach nicht.
Vor etwa zwei, drei Wochen habe ich das wieder versucht, aber es war genauso wie damals. Es klappt nicht.
Mir schrieb mal jemand, daß es vielleicht psychisch sein könnte, da ich dann endlich verstehen würde, daß ich Diabetes habe und die Tbl. aus diesem Grunde ablehne. Diese Frage konnte ich bisher nicht verneinen. Die Psyche ist eh komplex, mir geht es psychisch seit einem halben Jahr nicht gut. Habe aus dem Grunde seit zwei Monaten eine Betreuerin, die allerdings nicht gesetzlich ist. Sie hat nicht über mich zu verfügen, sondern ich eher über sie. Sie holt mich ab und fährt mich zu Ärzten, wartet mit mir dort, weil ich allein kaum unter Menschen kann und Panikattacken bekomme. Sie ist mir eine große Hilfe und dafür bin ich sehr dankbar. Morgen fahren wir wieder zu meiner Ärztin. Wir waren auch bei meiner Augenärztin und ich habe eine Lesehilfe bekommen, weil ich schlechter lesen konnte in letzter Zeit. Jetzt geht es langsam aufwärts, denn die Brille hilft mir sehr. Muß jetzt nur noch meine Psyche wieder in den Griff bekommen.
Herzlichen DAnk noch mal für Deine Antwort.
Liebe Grüße, Sonja -
Ines
Rang: Gastam 17.02.2007 22:37:13
Hallo an alle,
also ich , auch Diabetes 2, habe Insulin gespritzt und Metformin genommen. Insulin spritzen habe ich als sehr viel weniger unangenehm empfunden als das Metformin mit seiner geschmacksverändernden Wirkung und vor allem mit den Auswirkungen auf die Verdauung.
Vor dem Spritzen muß man keine Angst haben - es ist nicht so schlimm, wie man es sich erst vorstellt.
Heute komme ich übrigens völlig ohne Medikamente aus - aber das ist eine andere Geschichte.
Gruß Ines