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Körperliche Aktivität und Insulin

  • Lovely

    Rang: Gast
    am 29.04.2006 17:57:44
    Körperliche Aktivität und Insulin

    Bei Menschen ohne Diabetes sinkt bei körperlicher Aktivität der Insulinspiegel, um den Zuckernachschub aus der Leber möglich zu machen.

    Bei Menschen mit Diabetes besteht ohne Insulinanpassung und/oder Zusatz-Kohlenhydraten UNTERZUCKER-Gefahr.

    Allgemin gilt:
    - Insulin reduzieren und/oder KEs/BEs zuführen
    - Etwas Insulin muss immer vorhanden sein, sonst Ketoazidose-Gefahr!

    Überlegungen VOR körperlicher Aktivität:
    - Art, Dauer und Stärke der Anstrengung
    - Trainingszustand
    - Insulinwirkung
    - Letzte Mahlzeit
    - Aktueller Blutzucker

    Wichtig!
    Auch Stunden NACH körperlicher Aktivität kann der Zuckerbedarf noch erhöht sein (Muskelauffülleffekt).

    Allgemeine Regeln:
    - Bei langdauernden und/oder anstrengenden Aktivitäten wird die Insulindosis um 30-50% reduziert.
    - Bei kurzdauernden oder nicht geplanten Aktivitäten werden KEs/BEs zusätzlich gegessen
    - Faustregel: Je 30 Min. Aktivität mittlerer Intensität 1 Zusatz-KE/BE essen.

    Anzahl von KEs/BEs VOR körperlicher Aktivität je Blutzuckerhöhe:

    a) Leichte körperliche Bewegung (Spaziergang, Kegeln, leichte Hausarbeit, leichtes Radfahren)

    - BZ < 100 mg/dl = 2 KE
    - BZ zwischen 100 und 149 mg/dl = 1 KE
    - BZ > 150 mg/dl = 0 KE

    b) Mittlere bis starke körperliche Bewegung (1 Stunde Tennis, Joggen, Fußball, Keller entrümpeln, Scheeschippen, Garten umgraben, Fenster putzen)

    - BZ < 100 mg/dl = 4-6 KE
    - BZ zwischen 100 und 149 mg/dl = 2-4 KE
    - BZ zwischen 149 und 190 mg/dl = 1-2 KE
    - BZ > 190 mg/dl = 0-1 KE

    Anpassung bei geplanter Kurzzeitaktivität:
    - Reduktion des Bolusinsulins um 50%
    - BZ-Kontrolle
    - Evtl. Zusatz-KE essen

    Anpassung bei Langzeitaktivität (Tagesaktivität):
    - Basis-Insulin tagsüber um 30-50% reduzieren
    - Bolus-Insulin drastisch reduzieren um 50%
    - Basis-Insulin abends um 30-50% reduzieren
    - Vor dem Schlafengehen evtl. noch Zusatz-KE essen
    - Evtl. um 3.00 Uhr BZ-Kontrolle
    - Insulindosierung am nächsten Morgen vorsichtig (Nachwirkung kann bis zu 24 Stunden dauern)

    Hohe Werte nach Aktivität/Sport:
    - Nicht sofort korrigieren, sondern erst nach 2 Stunden erneute BZ-Kontrolle.
    - Besser mit etwas höheren Werten ins Bett gehen.
    - Bei Werten über 240 mg/dl Aceton-Kontrolle! von Lovely
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 29.04.2006 20:44:14
    Dieses Board ist manchmal komisch:

    Ich sehe gerade, dass wichtige Teile meiner Aufzählungen vom Forum "verschluckt" wurden.....schade.

    Hier noch einmal das gesamte Posting ohne Sonderzeichen.

    @ Forum-Team:
    Vielleicht können Sie die ersten beiden Postings löschen? von Lovely
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 29.04.2006 20:48:07
    Körperliche Aktivität und Insulin

    Bei Menschen ohne Diabetes sinkt bei körperlicher Aktivität der Insulinspiegel, um den Zuckernachschub aus der Leber möglich zu machen.

    Bei Menschen mit Diabetes besteht ohne Insulinanpassung und/oder Zusatz-Kohlenhydraten UNTERZUCKER-Gefahr.

    Allgemin gilt:
    - Insulin reduzieren und/oder KEs/BEs zuführen
    - Etwas Insulin muss immer vorhanden sein, sonst Ketoazidose-Gefahr!

    Überlegungen VOR körperlicher Aktivität:
    - Art, Dauer und Stärke der Anstrengung
    - Trainingszustand
    - Insulinwirkung
    - Letzte Mahlzeit
    - Aktueller Blutzucker

    Wichtig!
    Auch Stunden NACH körperlicher Aktivität kann der Zuckerbedarf noch erhöht sein (Muskelauffülleffekt).

    Allgemeine Regeln:
    - Bei langdauernden und/oder anstrengenden Aktivitäten wird die Insulindosis um 30-50% reduziert.
    - Bei kurzdauernden oder nicht geplanten Aktivitäten werden KEs/BEs zusätzlich gegessen
    - Faustregel: Je 30 Min. Aktivität mittlerer Intensität 1 Zusatz-KE/BE essen.

    KEs/BEs VOR körperlicher Aktivität je Blutzuckerhöhe:

    a) Leichte körperliche Bewegung (Spaziergang, Kegeln, leichte Hausarbeit, leichtes Radfahren)

    - BZ kleiner 100 mg/dl = 2 KE
    - BZ zwischen 100 und 149 mg/dl = 1 KE
    - BZ größer 150 mg/dl = 0 KE

    b) Mittlere bis starke körperliche Bewegung (1 Stunde Tennis, Joggen, Fußball, Keller entrümpeln, Scheeschippen, Garten umgraben, Fenster putzen)

    - BZ kleiner 100 mg/dl = 4-6 KE
    - BZ zwischen 100 und 149 mg/dl = 2-4 KE
    - BZ zwischen 149 und 190 mg/dl = 1-2 KE
    - BZ größer 190 mg/dl = 0-1 KE

    Anpassung bei geplanter Kurzzeitaktivität:
    - Reduktion des Bolusinsulins um 50%
    - BZ-Kontrolle
    - Evtl. Zusatz-KE essen

    Anpassung bei Langzeitaktivität (Tagesaktivität):
    - Basis-Insulin tagsüber um 30-50% reduzieren
    - Bolus-Insulin drastisch reduzieren um 50%
    - Basis-Insulin abends um 30-50% reduzieren
    - Vor dem Schlafengehen evtl. noch Zusatz-KE essen
    - Evtl. um 3.00 Uhr BZ-Kontrolle
    - Insulindosierung am nächsten Morgen vorsichtig (Nachwirkung kann bis zu 24 Stunden dauern)

    Hohe Werte nach Aktivität/Sport:
    - Nicht sofort korrigieren, sondern erst nach 2 Stunden erneute BZ-Kontrolle.
    - Besser mit etwas höheren Werten ins Bett gehen.
    - Bei Werten über 240 mg/dl Aceton-Kontrolle! von Lovely
  • Erich

    Rang: Gast
    am 03.05.2006 20:47:42
    Hallo Lovely!

    Ich finde es begrüßenswert, dass mal jemand etwas über Sport bei insulinpflichtigem Diabetes schreibt, nur woher hast Du diese allgemeinen Regeln? Sind dies Deine persönlichen Erfahrungen?
    Ich mache wirklich viel Sport und bin täglich körperlich aktiv, nur Dein Verhaltensvorschlag würde mir permanent hohe Werte bescheren. An einer stimmigen Basaleinstellung sollte man doch eigentlich nichts verändern und zusätzliche KE bei eh schon erhöhten Werten über 140 bewirken doch nur einen weiteren Blutzuckeranstieg, den man ja eigentlich durch den Sport verhindern will!
    Hatte zB. heute einen BZ von 113 vor meinem Lauftraining (knappe Stunde), ausserhalb der Wirkung eines Bolusinsulins. Also reichte mein Insulin nicht, um die letzte Mahlzeit innerhalb von 3h in den normnahen Bereich zu bringen. Da käme ich niemals auf die Idee, noch zusätzlich KH nachzuführen.
    Und KE sind nicht KE. Bei mir ist es ein gewaltiger Unteschied ob ich diese z.B. durch Obst zuführe oder durch Brot. Das kann man doch nicht verallgemeinern.

    Gruß, Erich
  • Susanne

    Rang: Gast
    am 04.05.2006 18:11:07
    Hallo!

    Erich, ich glaube, in deinem Fall macht das Training die Wirkung! Wer täglich Sport treibt, für den sind zwei Stunden gemütliches Wandern fast nichts. Wenn jemand aber normalerweise keine 2000 Schritte am Tag geht, für den sind zwei Stunden Wandern eine riesige Anstrengung, für die er wirklich viel essen muss.

    Merke ich auch: spaziegänge mit dem Hund packe ich gut, da esse ich nichts zusätzlich, ich sehe nur zu, vorher zu Frühstücken. Aber wenn ich Gartenarbeit mache muss ich locker 2 KE Zwischenmahzeit essen, ich bin gartenarbeit eben nicht (mehr) gewohnt.

    Und welche Kohlehydrae man iisst macht den utnerschied inder Wirkung. Obst alleine ist allgemein oft zu schnell Blutzuckerwirksam. Ein Käsebrot als Zwischenmahlzeit ist meistens besser: der Blutzucker bleibt im Rahmen und es hält länger vor.

    Lovely, gelten deine Angaben eigentlich auch bei Typ 2 ohne Insulin oder braucht man da eher weniger Kohlehydrate zusätzlich? Ich meine, Werte unter 100 habe ich öfters, und danach 2 Stunden mit dem und querfeldein durch den Wald sind sicher stark anstrengende Bewegung, aber vier KE sind ein Haufen Essen und man will ja abnehmen... tun es bei Typ 2 auch mal 2-3 KE?

    Susanne
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 05.05.2006 00:41:34
    Hallo.

    Mein Beitrag gilt ausschließlich für Typ 1!

    Bei T1-Diabetikern ist die Insulin-Empfindlichkeit meist sehr hoch, ähnlich wie bei einem Nicht-Diabetiker. Hier kann eine zuviel gespritzte Einheit Insulin schon zum Unterzucker führen, was beim klassischen T2 nicht passieren kann.

    T2-Diabetiker haben fast immer eine Insulin-Resistenz inklusive. In diesem Fall bewirkt eine Einheit Insulin nicht viel. Im Gegensatz dazu können zwei BE zuviel bei Bewegung schon den Anstieg des BZs nach oben bewirken. Klassische T2-Diabetiker haben zudem ein sehr geringes Risiko in einen Unterzucker zu rutschen.

    -- Lovely, gelten deine Angaben eigentlich auch bei Typ 2 ohne Insulin oder braucht man da eher weniger Kohlehydrate zusätzlich? --

    Sorry, aber darauf kann ich Dir nicht konkret antworten, weil ich mich mit T2 zu wenig auskenne. Ich weiß nur von meiner Diabetologin, dass T2 ohne Insulin normalerweise kein großes UZ-Risiko haben.

    @ Klaus:
    Kannst Du diese Frage beantworten?
  • Susanne

    Rang: Gast
    am 05.05.2006 12:49:42
    Ich denke, ein wirklich gut eingestellter typ 2 hat auch ein sehr hohes Unterzuckerrisiko - nur kommt eben die sehr gute Einstellung eher selten vor.Schließlch trifft Typ 2 vor allem ältere Übergewichtige Menschen, die ihre Lebensgewohnheiten eher nicht mehr radikal umstellen oder viel Sport treiben um abzunehmen. Oder es sind weniger schlimme Ausprägungend es typ 2 - es ist eben ein Unterscheid, ob er ohne Tabletten behandelbar ist oder ob er schon zum Krankenhausaufenthalt zwingt.

    Auf jeden Fall ahbe ich auch mit Typ 2 ab und an Unterzuckerungen bis hin zum Verlust der Steuerungsfähigkeit, ein HbA1c von 5,4 und Tabletten die direkt auf die Insulinproduktion wirken tun ihr übriges. Meine großmutter war auchTyp 2 und ist an Unterzuckerung gestorben - Gartenarbeit am Vortag und bei Übelkeit am morgen liegen geblieben statt zu essen. Stunden später war sie an ihrem Erbrochenen erstickt. Ich würde es nciht so verharmlosen inder Richtung "kriegt man als Typ2 ja eh nicht" - weniger oft, ja. Aber wenn dann doch auch heftig.

    Susanne