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Pumpe und Segelurlaub
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Janine
Rang: Gastam 22.03.2006 23:21:35
Hallo!
Ich habe seit 4 Wochen eine Insulinpumpe.
Nun rücken die Osterferien näher und ich würde gerne mit meinem Freund segeln gehen.
Hat hier einer Erfahrung was man in dieser Zeit mit der Pumpe macht?
Was ist wenn das Boot mal kentert?
Wäre über ein paar Tipps wirklich froh.
Ich möchte die Pumpe ungern ablegen für die Woche, da ich sie ja noch nicht so lange habe.
Gruß
Janine -
rosatulpe
Rang: Gastam 24.03.2006 09:04:50
Ich lasse die Pumpe beim Segeln dran, trage sie allerdings geschützt unter der Kleidung, damit sie in der Hektik nicht verloren geht, das ist einem Freund schon passiert. Die Wasserdichtigkeit wird zwar z.T. garantiert aber nur bei einem unbeschädigten, ungeöffneten Gerät. Deswegen ist es ganz wichtig, das Gehäuse regelmässig (im Segelurlaub täglich) mit der Lupe auf mögliche Feine HaarRisse oder schadhafte Gummistellen (je nach Pumpe) zu untersuchen. Bei einer neuen Pumpe ist es unwahrscheinlich, aber wenn man sie fast 2 Jahre tagtäglich am Körper hat, kann es schon sein, dass sie nicht mehr dicht ist.
Den Adapter und die Batterie überprüfen, ob sie dicht sitzen, dann kann eigentlich auch ein unbeabsichtigter Wasserkontakt nicht schaden.
Zum Schwimmen nehme ich sie im Urlaub allerdings immer ab, weil nichts blöder ist als eine abgesoffene Pumpe. ich habe immer auch noch einen Pen und Spritzen mit, für kleine Pumpenpausen.
Beim Accucheck-Kundenservice gibt es eine Umrechnungstabelle für ICT ( damit mann weiss wieviel man ohne Pumpe spritzen muss, und eine Urlaubsbroschüre. Ich spritze aber in Pumpenpausen nur das Normalinsulin, kein Langzeit insulin, das dauert Tage, bis das wieder wirkt und bringt alles wieder durcheinander.
Ansonsten ist man mit der Pumpe bestens versorgt beim Segeln, allerdings senke ich die Basalrate auf 50 % und auch die Boli, ich glaube die UV Strahlung und die Bewegung senken den Insulinbedarf erheblich. Bei meinem ersten Urlaub mit Pumpe habe ich das mit Essen ausgeglichen, dafür hatte ich nach dem Urlaub 3 Kilo mehr aufzuweisen. Viel Spass beim Segeln und einen schönen Urlaub. Rosatulpe von rosatulpe -
Werner10
Rang: Gastam 25.03.2006 15:01:15
Hallo Janine,
Bin 74, Diabetes 35 Jahre; Insulinpumpen seit 13 Jahren; langjähriger Segler; fahre jetzt eine Dehlya 25 einhand oder mit Crew.
Auf das Segeln bereite ich mich vor wie auf andere nicht alltägliche Aktivitätenund frage mich, worauf man im schlimmsten Fall gerüstet sein muss, es kommt sowieso alles ganz anders und man hat den ganzen Kram umsonst mitgeschleppt. Aber besser so als selbstverschuldet in Schwierigkeiten geraten.
Die Länge der Aktivität, wenige Stunden oder mehrere Tage, spielt eine wichtige Rolle bei der Zusammenstellung der speziellen Ausrüstung.
Unbedingt sollten andere Mitsegler über den Diabetes und Maßnahmen in speziellen Fällen vertraut gemacht werden.
An Bord sollte die Pumpe möglichst verdeckt getragen werden, der Katheter sollte möglichst kurz gehalten werden und sich nicht mit Wanten und Leinen verheddern können.
Aus Erfahrung kann ich sagen, dass ein plötzlicher Kontakt mit Wasser (z.B. Kenterung) nie zu Problemen führte. Sofort nach Ankommen im Trockenen Pumpe prüfen, Wasser auskippen, Ampullenraum trocknen, Pumpe wieder in Betrieb nehmen. Die Bemerkungen in den Gebrauchsanweisungen zum Kontakt der Pumpe mit Wasser sollten aber insoweit ernst genommen werden als der Hersteller damit sagen will, dass er bei Nichtbeachtung die Haftung ablehnt.
Beim Tauchen ist die Pumpe oblgatorisch abzulegen. Beim Schwimmen setze ich eine fest sitzende Mütze auf und stopfe die Pumpe darunter.
Na dann Mast- und Spierenbruch; Diätfehler und Katheterverstopfung
Werner10 -
Janine
Rang: Gastam 25.03.2006 19:28:58
Hallo Rosatulpe, Hallo Werner!
Vielen Dank für eure Antworten. Das war ja sehr ausführlich, danke.
Habe ich euch richtig verstanden, dass ein kurzer Kontakt mit viel Wasser nicht so schlimm für die Pumpe sein dürfte?
Wir fahren nämlich mit einer kleinen Zwei-Mann-Jolle und sind letztes Mal zwar nicht gekentert, aber fast. Dazu kommt bei heftigem Wellengang ja schon mal der ein oder andere Spritzer an Bord.
Außerdem bin ich letztes Jahr beim Ablegen des Bootes doch tatsächlich ins Wasser gefallen :-) (Es war mein erster Segelurlaub)
Also meint ihr wenn ich in so einem Fall die Pumpe direkt trockne, kann nichts passieren?
Oder sollte ich Sie vielleicht sicherheitshalber in eine Plastiktüte wickeln?
Lieben Gruß
Janine -
Janine
Rang: Gastam 25.03.2006 19:37:08
Ach ja, ich habe übrigens eine Paradigm 512 und frage deshalb so genau, weil meine Diabetesberaterin meinte, die Pumpe wäre auf keinen Fall wasserdicht.
Janine -
Werner10
Rang: Gastam 26.03.2006 16:54:27
Hallo Janine,
in den 90-er Jahren war es von großer Reklamewirkung, wenn die Herstellerfirmen von den möglichen Tauchtiefen mit ihrer Pumpe schwärmten. Aber bald hatten sie Gerichtverfahren am Hals, die zum Teil von Leuten inszeniert wurden, die in der Klage vor Gericht eine Möglichkeit zur persönlichen Bereicherung sahen. Also wurde die Reklametaktik geändert um möglichen Millionenklagen aus dem Wege zu gehen. Und das ist gut so.
Außer über Ampulle bzw. Reservoir gibt es noch einen zweiten Weg fürs Wasser in die Pumpe: den Batteriedeckel. Während eingedrungenes Wasser bald am Schauglas des Ampullenfachs kondensiert, bleibt es im Batteriebereich meist längere Zeit unbemerkt. Also auch die Batterie prüfen und Trocknen.
das ist mir noch eigefallen.
Gruß
Werner10 -
doctor_x
Rang: Gastam 19.04.2006 22:10:10
hallo,
auf den pumpen stehen kennungen, IPX 6, IPX 7 oder IPX 8...
...diese geben auskunft ueber die wasserdichtigkeit...
die paradigm 512 traegt die kennung - IPX 7, was bedeutet, dass diese kurzzeitig wasserdicht ist, die IPX 8 kennung sagt, dass die pumpe schwimmtauglich ist.
angaben ohne gewaehr...! von doctor_x