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UZ <-> Was passiert im Gehirn ?
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Christoph
Rang: Gastam 18.01.2006 13:38:23
Hallo,
erstmal einführend: Ich bin 22, seit 2jahren Diabetiker typ I, spritze mittags 12:30 Lantus (14 IE).
Jetzt passiert es mir öfter das ich kurz nach dem ich Lantus gespritzt habe mit dem Rad in die Stadt fahre, ohne gefrühstückt zu haben. Oft kommt es vor das ich dann auf einmal so eine art panik bekomme und nicht mehr weiß in welche Richtung ich fahren soll, also eine art Orientierungslosigkeit bzw langsames Denken. Messe ich zucker ist dieser aber meistens gut, also bei 120. wenn ich dann was esse geht dieses Gefühl aber weg, also liegt es wohl doch am Blutzucker oder besser Gehirnzucker.
Jetzt zur Frage: Kennt das noch jemand ? Was ist der Unterschied bzgl der Hormone die ausgeschüttet werden zwischen UZ und Ansgt/Panik ?
Danke für die Antworten ! ;) von Christoph -
Heiko
Rang: Gastam 18.01.2006 14:26:27
Du wirst es nicht glauben: Genau dasselbe Problem hatte ich auch mit Lantus!
Seit ich es nicht mehr spritze, habe ich keine Probleme mehr. Aber mein Arzt redete mir so lange ein, dass das unmöglich vom Insulin kommen kann. Das sind Unterzuckerungserscheinungen, und die treten bei 120 schon auf, weil ich schlecht eingestellt bin.
Neulich habe ich wieder einen Test gemacht. Aussgangssituation morgens: Blutzzucker 85. Mir ging es pudel wohl. Ich spritzte Lantus, und schon 10 Minuten später fing es an. Und es wurde extrem schlimm. Nach einer Stunde stand ich so neben mir, dass ich jeden Schritt genauestens überlegen musste. Ich wusste auch nicht mehr, ob vorwärts oder rückwärts. Der Boden schwankte, das Zimmer kippte. Dann kamen die Panikattacken, Herzrasen etc. Das Gehirn schien eine Auszeit nehmen zu wollen. Es war sogar schlimmer, als zu den Zeiten, zu denen ich noch regelmäßig Lantus gespritzt habe!
Aber auch bei mir: Nach dem Frühstück stieg der Blutzucker, das Gefühl war weg. Später sank er wieder. Das Gefühl setzte wieder ein und ich machte eine Kontrolle: 130. Also wenn das Unterzucker sein soll...
Mir hing das dann sogar noch einige Tage nach. Aber seitdem spritze ich wieder Levemir und fühle mich gut!
Übrigens, ähnliche Probleme hatte ich auch mit Humalog. Das Gefühl war fast gleich. Hinzu kam eine schreckliche Müdigkeit bei Werten von über 180. Statt Humalog nehme ich im Moment NovoRapid.
Mein Arzt sagt aber nach wie vor, das kann alles nicht vom Insulin kommen. Wenn, dann würde sich das ganz anders bemerkbar machen und wäre auf jeden Fall unabhängig vom Blutzucker. Haha!
Ich habe verlangt, dass er mich auf die Insuline testet oder einen Allergietest mit den Inhaltsstoffen durchführt. Keine Chance. Mein Hausarzt hat einen Insulinresistenztest machen lassen. Nach dem war alles in Ordnung.
Mittlerweile habe ich mit der Krankenkasse geredet. Es gibt entsprechende Tests um eine Insulinunverträglichkeit nachzuweisen, wobei die beschriebenen Symptome eigentlich nicht darauf schließen lassen. Dennoch spricht laut der Kankenkasse nichts gegen den Test!
Ich warte im Moment noch auf entsprechende Adressen, denn diesem Dr. Walraph aus Neubrandenburg traue ich keinen Meter. Schick mir Blut per Post, dein Arzt zahl, ich werde rein... Oder so.
Wenn du herausfindest, woran es liegt, ob es eine Allergie auf einen Inhaltsstoff ist, oder ob es eine Insulinunverträglichkeit ist, dann lass es mich bitte wissen! Deine Symptome klingen nämlich exakt wie meine!
An deiner Stelle würde ich meinen Arzt vorsichtig darum bitten, ob du nicht einmal ein anderes Insulin ausprobieren darfst. Wenn du weitere Nachforschungen anstellen willst, dann vorher vielleicht mal auf der Seite www.diabeti-kuss.de vorbei.
Jedenfalls, wenn du was herausfindest, lass es mich wissen! von Heiko -
christoph
Rang: Gastam 18.01.2006 15:07:46
wie sieht den die wirkunskurve von Lantus aus ? hat da jemand vielleicht ein Link ? von christoph -
Heiko
Rang: Gastam 18.01.2006 15:15:35
Bezüglich Hormone:
Bei beiden (Angst/UZ) dürfte Adrenalin eine Rolle spielen.
Wirkungskurve:
Mit einer Grafik kann ich nicht dienen. Lantus soll aber ziemlich konstant/gleichmäßig über 24 Stunden wirken. von Heiko -
klausdn
Rang: Gastam 18.01.2006 15:54:35
hallo ihr,
auf der diabetikus seite -infos-insulintypen und ihre wirkweise, findet man die wirkkurven .
mfg klaus von klausdn -
Lovely
Rang: Gastam 18.01.2006 21:06:28
Lantus-Wirkkurven:
http://www.aktive-diabetiker.at/lanjan.htm
http://www.diabetesnet.com/images/lantus.jpg
http://www.diabeticus.de/infos/insulin.html von Lovely -
Daniel
Rang: Gastam 21.01.2006 00:34:44
Oh man, das hat nichts mit dem Wirkeintritt zu tun, es ist irgendwas anderes, denn genau dasselbe passiert mir auch, aber mit verschiedenen Insulinen. Es gibt derzeit keine Erklärung, nur die, dass Insulin irgendwas im Gehirn macht, die Subkutane Gabe von körperfremden Insulin, das nichtmal Langzeitstudien gesehen hat.. Es kann eine Nebenwirkung sein!
Mir ging es meist nach vielen Einheiten, also nachmittags, so, dass ich völlig wirr im Supermarkt stand und nix mehr geblickt habe..
Dabei hatte ich weder eine Unterzuckerung, noch eine Hyperglykämie. Aus den harmlosen Verwirrungszuständen wurden bald ziemlich heftige Attacken mit Herzrasen, Bewusstseinsausfällen und Lähmungserscheinungen. Es wurde keine pathologische Ursache gefunden, außer Insulin(auto)antikörpern, die können DAS aber nicht machen - demnach ist es tatsächlich eine Nebenwirkung. Dass wir hier keine Einzelfälle sind, das zeigt eine Umfrage, die ich ins Leben gerufen habe, ich möchte fast nicht wissen wieviele Diabetiker genau dasselbe erleben und der Arzt ignoriert es.
Gebt dem Arzt Bescheid, der soll das der BfArM melden.
Grüße, Daniela -
Heiko
Rang: Gastam 21.01.2006 13:35:28
@Daniela:
Sag mal, verschwinden die Probleme wieder, wenn man das richtige Insulin gefunden hat?
Ich habe noch das Problem, dass meine Augen "Geisterbilder" sehen. Bilder brennen sich förmlich ein. Lichter hinterlassen "blinde Flecken". Befunde gab es keine. Weder der Augenarzt noch der Neurologe hat auch nur das Geringste ausmachen können. Ach ja, und Der Diabetologe hat von sowas noch nie gehört und hält es daher für Einbildung...
Mit Humalog wurde das immer schlimmer. Über fast zwei Jahre hinweg - mir glaubte ja keiner, dass das nachdem Essen/nach der Injektion immer am schlimmsten war. Mit NovoRapid war es - welch Wunder - zunächst vom einen auf den anderen Tag deutlich besser. Nach ein paar Wochen wurde es jetzt aber wieder schlimmer. Und das Schlimmste: Zur gleichen Zeit fing das Insulin wieder an zu spinnen. Manchmal extreme Wirkung, manchmal überhaupt keine Wirkung. Aber auch das ist laut Diabetologen unmöglich. Entweder es wirkt, oder es wirkt nicht. Einmal so und einmal so gibt es nicht.
Wisst ihr, was das bei mir noch drastisch verstärkt? Kaffee.
Ich führe wieder sehr penibel mein Tagebuch. Nicht dass ich damit meinen Diabetologen überzeugen könnte. Er schaut sich nur die Tage an, an denen das Insulin nicht wirkt und gibt mir den Rat, mehr zu spritzen...
Aber aus den Aufzeichnungen geht klar hervor, dass die Probleme mit dem Kaffe zusammenhängen. Zum einen verstärkt er das Problem mit den Augen, zum anderen wirkt er exktrem auf die Wirkung des Insulins ein. Allerdings nicht immer sofort. Das Resultat ist jedenfalls, dass der Blutzucker nach dem Essen oft so reagiert, als hätte ich überhaupt nicht gespritzt. Dann aber wiederum sackt der Blutzucker nach einer winzigen Korrektur innerhalb von einer halben bis ganzen Stunde in den Keller, steigt aber in der zweiten Stunde wieder an - wo das NovoRapid ja eigentlich noch wirken sollte.
Dazu kommt aber, dass das Absacken nach Kaffeegenuss jedesmal auch wieder diese Verwirrtheitszustände hervorruft - selbst wenn der Blutzucker nur von 250 auf 150 sinkt und normalerweise 70 keine Probleme machen.
Ohne Kaffe ist die Wirkung zwar auch alles andere als zuverlässig, aber zumindest nicht so extrem. Nur: Das kann natürlich auch alles unmöglich sein, wenn ich meinen Ärzten glaube.
Wesentlich mehr Hilfe bekomme ich von meinem Apotheker! Der ist deutlich aufgeschlossener und hat mir auch schon gute Tipps gegeben, auf was ich meine Ärzte ansprechen sollte.
Aber leider, wie du schon sagst, sind die Anzeichen dermaßen blöd, dass kein Immunologischer oder Allergietest Erfolg verspricht und ich weiterhin darauf angewiesen bin, dass mir mein Arzt glaubt. von Heiko -
Daniela
Rang: Gastam 21.01.2006 17:17:20
Klare Antwort: Es verschwindet wenn das Insulin stimmt :-)
Lies Dir doch mal die Ergebnisse meiner Umfrage durch:
http://www.white-she-wolf.de/phpBB2/viewtopic.php?t=2
Das kann man dem Arzt ja mal vorlegen, schaun mer mal, was er dann sagt..
Solche Symptome sind leider sehr häufig und noch mehr leider ignorieren es Diabetologen, die DDG.
Es ist mir absolut unbegreiflich wieso die Ärzte sich so dagegen sträuben.
Wenn Du bei der Pharmaindustrie anrufst und denen das schilderst, dann wirst Du nicht die Antwort erhalten, dass es das nicht gibt, ganz im Gegenteil, man wird Dir sehr wahrscheinlich sogar zustimmen.
Ganz wichtig ist, dass der Arzt das der BfArM meldet, nur so werden diese Nebenwirkungen bekannt. Durch ständige Insulinwechsel ist mein Immunsystem mittlerweile gegen jedes Insulin sensibilierst, ich reagierte letztes Jahr extrem auf jedes Insulin, besonders aber auf Analoga und Rinderinsulin.
Dein Arzt MUSS handeln, ein Insulinwechsel nach dem anderen bringt Dich in Gefahr.
Das wirklich einzige Insulin, das ich verwenden kann, ist das Schweineinsulin von CPPharma (Hypurin porcine neutral), es ist zwar nicht das Nonplusultra, aber es geht und wirkt verdammt zuverlässig.
Die Symptomatik mit der wechselnden Inslinwirkungen hatte ich auch, bis hin zu null Wirkung. Ursache dafür waren Insulinatikörper.
Mir geht schon wieder der Hut hoch wenn ich Deinen Beitrag lese, es ist einfach nicht fair, dass die DDG diese Informationen entweder nicht erhält, nicht weitergibt oder ignoriert. Dass die Damen und Herren von der Deutschen Diabetesgesellschaft nichts davon wissen kann aber nicht sein, denn oft genug haben Betroffene sich an die DDG gewandt und iüber hre Symptome berichtet.
Ich drücke Dir die Daumen, dass Du wenigstens zum Versuch das Schweineinsulin bekommst.
Grüße, Daniela -
Heiko
Rang: Gastam 22.01.2006 11:40:44
"Wenn Du bei der Pharmaindustrie anrufst und denen das schilderst, dann wirst Du nicht die Antwort erhalten, dass es das nicht gibt, ganz im Gegenteil, man wird Dir sehr wahrscheinlich sogar zustimmen."
Leider nein. Mein E-Mail wurde zum einen nicht mir, sondern nur meinem Arzt beantwortet - Ferndiagnose und so. Aber als ich mir den Brief habe zeigen lassen, konnte ich es nicht glauben: Im Prinzip stand drin, dass die Probleme nicht vom Insulin herrühren können.
von Heiko