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  • Lovely

    Rang: Gast
    am 30.08.2005 01:03:31
    Hallo.

    Jetzt habe ich gerade auf einer Webseite gelesen, dass man für die Versorgung eines einzigen Diabetikers (mit tierischem Insulin) 50 (!) Tiere benötigt. Pro Jahr? Pro Leben? Das stand nicht dabei.

    Zu diesem Thema ist leider nicht viel im Netz zu finden. Weiß irgendjemand, ob die Tiere dann noch weiter verwendet werden können? Ich glaube kaum, dass man das Insulin bei einer normalen "Schlachtung für Fleisch" gewinnen kann, denn Insulin ist ja ein Eiweißhormon, welches auch sehr schnell verfällt oder verdirbt, wenn es nicht konserviert ist.

    Freue mich über Antworten, rein aus Interesse, denn ich selbst bin von "Bakterien" abhängig. (Analoga) :-)))

    Gruß,
    Lovely
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 30.08.2005 12:44:03
    hallo alle, loveley,
    freue mich für dich was beitragen zu können.
    tierisches insulin wird aus den auf schlachthöfen anfallenden bsd der tiere gewonnen. (getrennt nach schweinen und rindern). dazu fährt ein kühltransporter jeden tag die schlachthöfe ab um das insulin nutzen zu können.
    nach extraktion und reinigung, wird es heutzutage getrocknet, um es vor dem verderb zu bewahren.
    denn ohne bsd könnten die tiere, wie wir menschen nicht weiterleben.
    2 anmerkungen:
    1. (ironisch)spritzen vegetarier tierische insuline ?
    der islam ist dort sehr flexibel : moslems dürfen ausdrücklch schweineinsulin spritzen !!!!
    2. kommt auf den hersteller an, aventis benutzt den bekannten(und im darm sehr nützlichen)
    e coli.
    novo nordisk die beliebten saccaromyces cerevisae
    (bierhefe)
    - und für unsere kassandras - insulin ist nur eines von ca 150 lebenswichtigen medikamenten, die gentechnisch erzeugt werden
    mfg klaus von klausdn
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 30.08.2005 21:56:19
    hallo klausdn, ihrs,

    "- und für unsere kassandras - insulin ist nur eines von ca 150 lebenswichtigen medikamenten, die gentechnisch erzeugt werden"

    das erinnert mich etwas an die hoechst ag anfang der 80er jahre. ein gutes beispiel früher globalisierung :-#

    btw war ich damals noch in der mittelstufe. von thomas2002
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 30.08.2005 22:10:36
    hallo thomas,
    dieses verfahren ist von hoechst entwickelt worden,
    dann ist die fa. zerschlagen worden, von aventis zum teil(insulin) gekauft, inzwischen von sanofi übernommen.
    und das insulin wird in frankfurt gentechnisch hergestellt, über aventis(rankreich) vermarktet, und bei uns wieder verkauft.-- toller erfolg --?
    mfg klaus von klausdn
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 03.09.2005 23:09:48
    Wieviele Nerze braucht es für einen Mantel, wieviele Schnecken müssen Sterben bis man von einer "Schnecken-Mahlzeit" satt wird, wieviele Frösche sterben für eine Portion Froschschenkel?
    Wieviele Tiere leiden Höllenqualen weil Frauchen ihre Kosmetik und Herrchen seine Wässerchen haben will?

    Das kann man jetzt beliebig weiterführen, es sterben Tiere wegen unsinnigen Vorlieben der Menschen, was sollte diese Frage hier nun eigentlich, abgesehen davon, dass das Insulin von Schlachttieren gewonnen wird, denen noch anderes entnommen wird als Insulin?
    Wenn es um lebenswichtige Dinge wie Insulin geht, ich glaube dann ist diese Frage der absolute Hohn, in Anbetracht der Dinge, dass oben genannte Tiere wegen der speziellen Begierden von Menschen sterben, geqüält werden.

    Also neeee, manchmal frage ich mich wo ich lebe... von Daniela
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 04.09.2005 12:48:09
    hallo daniela,
    hattest du ne hypo oder vergessen zu lesen ?
    warum soll man sich nicht gegenseitig austauschen
    dazu ist ein forum da.
    wir tolerieren doch auch wenn du murks schreibst.
    ich esse zwar keine krabbeltiere aber ich jage sie denn sie sind nahrungskonkurenten- fressen meine kohlrabi.
    wenn ich weiß, das schwein hat insulin geliefert
    (zb für dich)
    schmeckt mir der braten nochmal so gut ;-))
    schönen sonntag mfg klaus von klausdn
  • Der Fleischfresser

    Rang: Gast
    am 07.09.2005 14:54:54
    Tja dumm gelaufen für die Tiere, wären sie was anderes geworden, hätten sie die Probleme mit uns Menschen nicht. Aber letztlich ernährt sich auf dieser Erde ja jeder von jedem. Der Mensch packt es nur etwas professioneller an , aber früher hatte er auch öfters das Nachsehen wenn er das Mammut als Gegner hatte. Daraus hat er gelernt und überlebt. Tiere können aber eben nur bis zu einem gewissen Grad ihre Taktik optimieren - bloß gut , sonst hätten wir die Probleme am Hals.
    von Der Fleischfresser
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 08.09.2005 11:38:38
    hallo ,
    wenn du dmler wärst, und wie daniela und weitere ca 10% der dmler die auf tierische insuline angewiesen sind. die hätten nach deiner version keine probleme,
    denn die wären unter der erde.
    klaus von klausdn
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 10.09.2005 00:29:53
    Hallo Daniela.

    Warum hast Du ein Problem damit, über die Schlachtung von Tieren zu sprechen, die für die Insulingewinnung notwendig ist? Nicht jeder verträgt Bakterien-Insulin. Wenn ich mich richtig erinnere, spritzt Du auch tierisches, oder? Warum kannst Du nicht vernünftig darüber reden, sondern hinterläßt einen vollkommen unqualifizierten Beitrag? Das ist mehr als merkwürdig.

    @ Klaus:
    Danke für Deine Infos. Woher weißt Du das alles? Ich habe nichts dergleichen im Netz gefunden. Außerdem frage ich mich noch: Wenn einem Tier die BSD entnommen wird bei der Schlachtung, dann ist doch extrem wenig "fertiges" Insulin darin, weil bekanntermaßen die BSD das Insulin ausschüttet und ausgeschüttetes danach nicht mehr "gewonnen" werden kann.

    Gruß,
    Lovely
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 10.09.2005 00:58:59
    Hm, mag sein, dass mein Beitrag unqualifiziert wirkt. Mich hat es aufgeregt, dass dort "50 Tiere" geschrieben wurde, ich finde es undiskussionswürdig wenn es sich um ein lebenserhaltendes Medikament handelt, vor allem solange man Tier wegen Pille Palle tötet.
    Ja, habe mehr als 1 Jahr tierisches Insulin verwendet und würde es auch gerne weiter tun, geht aber derzeit nicht da ich eine Insulinallergie habe, wobei gilt, je fremder, desto schlimmer (allergener) und muss nun mit "nur" Unverträglichkeit leben.

    Tierische Insuline müssen erhalten bleiben, ein Beitrag in dem vorrangig darüber diskutiert werden soll, dass 50 Tier für das Insulin sterben müssen, ist "negativ behaftet", weil er assoziert, dass Bakterien-Insulin naturfreundlicher ist.

    Fakt ist, dass es für die Pharmaindustrie einfach nur billiger ist gentechnisch hergestellte Insuline zu produzieren, das hat nix und Null mit Naturfreundlichkeit zu tun, hier gehts nur um Geld.
    Da es aber noch viele Diabetiker gibt, die ausschließlich tierisches Insulin vertragen, ich selbst ja mit Gentech-Insulinen meine Probleme habe, schwillt mir der Kamm bei solchen Beiträgen ziemlich an.
    Aber vielleicht habe ich das auch falsch gelesen, bzw. missverstanden.

    Grüße, Daniela
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 10.09.2005 21:34:07
    Hallo Daniela.

    Ja, ich denke, dass Du das, vielleicht aus Deiner eigenen Insulin-Situation heraus, völlig falsch interpretiert und in hohem Maße überreagiert hast.

    Ich hatte diese Webseite gefunden, wo von 50 Tieren gesprochen wurde, aber OHNE dabei zu erklären, ob für ein Jahr, ein Leben oder in welches Verhältnis man auch immer diese 50 Tiere setzen sollte. So etwas finde ich nicht lustig, wenn irgendetwas gesagt wird, ohne es genau aufzuschlüsseln. Man könnte dazu auch sagen "Die Pferde scheu machen." Und hierüber zu reden ist nun wahrhaftig nicht "negativ behaftet". Ich kann auch nicht nachvollziehen, woher dieses Gefühl bei Dir kommt.

    Noch dazu interessierte mich wirklich, wie das Insulin gewonnen wird, weil ich es nicht wußte. Es spielt doch gar keine Rolle, ob die Tiere noch weiter verwendet werden können oder extra für Insulin geschlachtet werden, solange es Menschen gibt, die darauf angewiesen sind. Wichtig finde ich aber, dass man ganz normal darüber reden kann, ohne dass irgendjemand ein schlechtes Gewissen oder schlechtes Gefühl bekommt und wie ein HB-Männchen in die Luft geht. Aber nun ist es ja glücklicherweise geklärt.

    Gruß,
    Lovely
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 11.09.2005 01:40:17
    Hi lovely,

    sorry, Du würdest es sicher verstehen wenn Du auf tierisches Insulin angewiesen wärst.
    In vielen Foren wird nur davon berichtet, dass Humaninsuline, Analoginsuline besser seien..
    Tierisches Insulin gibts ja nicht mehr in Deutschland, es wird seitens Der Diabetologen des-Information betrieben, tierisches Insulin sei allergener (was beim Schweineinsulin definitiv nicht mehr stimmt weil es mittlerweile sehr sauber ist)..
    Seitens der Industrie werden Analoga als besonders verträglich angepriesen, was absoluter Quatsch ist, denn Analoginsuline sind nicht wie echtes menschliches Insulin.

    Zum Teil werden Diabetiker mit Humaninsulinunverträglichkeiten in den Foren angegriffen, von Ärzten für psychisch krank erklärt und nicht ernst genommen.
    Auf Sabines Seite sind Gästebucheinträge, wo sich jemand darüber beschwert, dass für tierisches Insulin Tiere sterben müssen..
    Da geht einem schon der Hut hoch :-(

    Wir haben es zwar mittlerweile geschafft, dass das Thema ernster genommen wird, werden aber trotzdem noch zu oft belächelt, nicht ernst genommen. Und wenn das Einzige, was einem das Leben erhalten kann, vom Markt genommen wird, man die Kosten dafür (ca. 60 Euro pro 10 ml-Flasche) selbst tragen müsste, weil die Kassen importierte Medikamente nicht merh zahlen müssen, ich denke dann kann einem echt das Kotzen kommen..

    Ich renne seit 2,5 Jahren mit heftigen Problemen wegen Unverträglichkeit auf Human-, Analog- und letztendlich auch auf Schweineinsulin von einem Arzt zum Anderen. Keiner davon hat richtig was getan.
    Nach dem Versuch mit Rinderinsulin switchten die Symptome nach außen, Urticaria mit generealisiertem Beschwerdebild und Schockausmaß (kannst Dir mal anschauen wie das aussah
    http://beefly.gmxhome.de/nessel.JPG).

    Mittlerweile verwende ich wieder Insuman Rapid weil ich darauf hyposensibilisiert wurde, fühle mich zwar besser, muss aber massig Antihistaminika futtern.
    Die Unverträglichkeitssymptome sind nach wie vor vorhanden und es ist kein Ausweg in Sicht. Mein Magen rebelliert langsam gegen die ganzen Medikamente (Antihistaminika, Diuretika und Levodopa), ich habe die Schnauze gestrichen voll!

    Mit Schweininsulin konnte ich wenigstens 1 Jahr lang leben, Humaninsulin und Analoginsulin war der absolute Horror. Hätte ich das Schweineinsulin nicht gehabt, ich wäre am Humaninsulin oder Analoginsulin verreckt..
    Die DDG streite noch immer jegliche Unverträglichkeitsreaktionen auf Analoginsuline ab, tierische Insuline werden "schlecht gemacht". Ja aber wieso haben die über 40 Jahre gut funktioniert?

    Und wieso reagieren einige Leute derart heftig auf Analoginsuline?
    Ich habe eine Umfrage gestartet und sammel mir die Betroffenen aus den Foren zusammen, es ist heftig wie man seitens der Diabetologen auf die Thematik reagiert. Wenn es Dich interessiert, dann lies Dir das mal durch, es ist unglaublich!

    http://www.white-she-wolf.de/phpBB2/viewtopic.php?t=2

    Vielleicht verstehst Du dann weshalb ich auf dieses Thema so stark reagiere, mir war nicht klar, aus welchem Grund Du fragst, nu weeß icks ja :-)

    Grüße, Daniela
  • Diawolf

    Rang: Gast
    am 11.09.2005 20:37:12
    Die Tiere sterben nicht wegen der Bauchspeicheldrüsen, sie werden geschlachtet und alles, was verwertbar ist, geht in die entsprechende Richtung-hauptsächlich zum Verzehr aber auch in die Forschung.
    Es wäre ja auch ökonomischer Irrsinn, Tiere
    über Jahre zu füttern , um dann nur die Bauchspeicheldrüsen zu verwenden.
    M.f.G. von Diawolf
  • Alex_65

    Rang: Gast
    am 15.10.2005 17:54:19
    Hallo ihr alle!
    Das ist ja eine spannende Diskussion. Ich vermisse da noch ein ziemlich wichtiges Argument bezüglich tierischer und synthetischer Insuline.
    Tierische Insuline kann zwar nicht jeder im eigenen Keller gewinnen, aber sie sind doch auch in kleinen Betrieben zu gewinnen und herzustellen. Das ist mit den synthtischen halt einfach nicht möglich, das sind riesige Investitionsvorhaben. Daraus folgt doch dann, dass es eine Marktherrschaft einiger weniger gibt. Wie bereits weiter oben beschrieben, führt dieses "Oligopol" auch zu Desinformation. Diese Einseitigkeit führt langsam zum Verschwinden tierischer Insuline vom Markt.

    Da habe erstens ich ein Problem, weil ich nach einigen schrecklicken Hypoglykämien nur noch tierisches Insulin an mich ranlasse, aber da haben dann irgendwann auch die wirtschaftlich schlechter gestellten Länder und Regionen ein Problem, weil sie eben auf wenige Hersteller angewiesen sind, und die machen die Preise und beherrschen den Markt.
    Man denke an die ganzen Diskussionen mit Medikamentenpreisen in Afrika. Dort ist DM nämlich auch immer verbreiteter.

    Dann dürfen wir doch ehrlich genug sein, dass die Schlachtungen an sich ja mit oder ohne Insulingewinnung stattfinden. Die Gewinnung tierischer Insuline ist im Gegenteil sinnvoll, weil eben möglichst viel Nutzen pro geschlachtetes Tier gestiftet wird, und ich weiss das zu schätzen. von Alex_65