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50 Tiere?
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Lovely
Rang: Gastam 10.09.2005 21:34:07
Hallo Daniela.
Ja, ich denke, dass Du das, vielleicht aus Deiner eigenen Insulin-Situation heraus, völlig falsch interpretiert und in hohem Maße überreagiert hast.
Ich hatte diese Webseite gefunden, wo von 50 Tieren gesprochen wurde, aber OHNE dabei zu erklären, ob für ein Jahr, ein Leben oder in welches Verhältnis man auch immer diese 50 Tiere setzen sollte. So etwas finde ich nicht lustig, wenn irgendetwas gesagt wird, ohne es genau aufzuschlüsseln. Man könnte dazu auch sagen "Die Pferde scheu machen." Und hierüber zu reden ist nun wahrhaftig nicht "negativ behaftet". Ich kann auch nicht nachvollziehen, woher dieses Gefühl bei Dir kommt.
Noch dazu interessierte mich wirklich, wie das Insulin gewonnen wird, weil ich es nicht wußte. Es spielt doch gar keine Rolle, ob die Tiere noch weiter verwendet werden können oder extra für Insulin geschlachtet werden, solange es Menschen gibt, die darauf angewiesen sind. Wichtig finde ich aber, dass man ganz normal darüber reden kann, ohne dass irgendjemand ein schlechtes Gewissen oder schlechtes Gefühl bekommt und wie ein HB-Männchen in die Luft geht. Aber nun ist es ja glücklicherweise geklärt.
Gruß,
Lovely -
Daniela
Rang: Gastam 11.09.2005 01:40:17
Hi lovely,
sorry, Du würdest es sicher verstehen wenn Du auf tierisches Insulin angewiesen wärst.
In vielen Foren wird nur davon berichtet, dass Humaninsuline, Analoginsuline besser seien..
Tierisches Insulin gibts ja nicht mehr in Deutschland, es wird seitens Der Diabetologen des-Information betrieben, tierisches Insulin sei allergener (was beim Schweineinsulin definitiv nicht mehr stimmt weil es mittlerweile sehr sauber ist)..
Seitens der Industrie werden Analoga als besonders verträglich angepriesen, was absoluter Quatsch ist, denn Analoginsuline sind nicht wie echtes menschliches Insulin.
Zum Teil werden Diabetiker mit Humaninsulinunverträglichkeiten in den Foren angegriffen, von Ärzten für psychisch krank erklärt und nicht ernst genommen.
Auf Sabines Seite sind Gästebucheinträge, wo sich jemand darüber beschwert, dass für tierisches Insulin Tiere sterben müssen..
Da geht einem schon der Hut hoch :-(
Wir haben es zwar mittlerweile geschafft, dass das Thema ernster genommen wird, werden aber trotzdem noch zu oft belächelt, nicht ernst genommen. Und wenn das Einzige, was einem das Leben erhalten kann, vom Markt genommen wird, man die Kosten dafür (ca. 60 Euro pro 10 ml-Flasche) selbst tragen müsste, weil die Kassen importierte Medikamente nicht merh zahlen müssen, ich denke dann kann einem echt das Kotzen kommen..
Ich renne seit 2,5 Jahren mit heftigen Problemen wegen Unverträglichkeit auf Human-, Analog- und letztendlich auch auf Schweineinsulin von einem Arzt zum Anderen. Keiner davon hat richtig was getan.
Nach dem Versuch mit Rinderinsulin switchten die Symptome nach außen, Urticaria mit generealisiertem Beschwerdebild und Schockausmaß (kannst Dir mal anschauen wie das aussah
http://beefly.gmxhome.de/nessel.JPG).
Mittlerweile verwende ich wieder Insuman Rapid weil ich darauf hyposensibilisiert wurde, fühle mich zwar besser, muss aber massig Antihistaminika futtern.
Die Unverträglichkeitssymptome sind nach wie vor vorhanden und es ist kein Ausweg in Sicht. Mein Magen rebelliert langsam gegen die ganzen Medikamente (Antihistaminika, Diuretika und Levodopa), ich habe die Schnauze gestrichen voll!
Mit Schweininsulin konnte ich wenigstens 1 Jahr lang leben, Humaninsulin und Analoginsulin war der absolute Horror. Hätte ich das Schweineinsulin nicht gehabt, ich wäre am Humaninsulin oder Analoginsulin verreckt..
Die DDG streite noch immer jegliche Unverträglichkeitsreaktionen auf Analoginsuline ab, tierische Insuline werden "schlecht gemacht". Ja aber wieso haben die über 40 Jahre gut funktioniert?
Und wieso reagieren einige Leute derart heftig auf Analoginsuline?
Ich habe eine Umfrage gestartet und sammel mir die Betroffenen aus den Foren zusammen, es ist heftig wie man seitens der Diabetologen auf die Thematik reagiert. Wenn es Dich interessiert, dann lies Dir das mal durch, es ist unglaublich!
http://www.white-she-wolf.de/phpBB2/viewtopic.php?t=2
Vielleicht verstehst Du dann weshalb ich auf dieses Thema so stark reagiere, mir war nicht klar, aus welchem Grund Du fragst, nu weeß icks ja :-)
Grüße, Daniela -
Diawolf
Rang: Gastam 11.09.2005 20:37:12
Die Tiere sterben nicht wegen der Bauchspeicheldrüsen, sie werden geschlachtet und alles, was verwertbar ist, geht in die entsprechende Richtung-hauptsächlich zum Verzehr aber auch in die Forschung.
Es wäre ja auch ökonomischer Irrsinn, Tiere
über Jahre zu füttern , um dann nur die Bauchspeicheldrüsen zu verwenden.
M.f.G. von Diawolf -
Alex_65
Rang: Gastam 15.10.2005 17:54:19
Hallo ihr alle!
Das ist ja eine spannende Diskussion. Ich vermisse da noch ein ziemlich wichtiges Argument bezüglich tierischer und synthetischer Insuline.
Tierische Insuline kann zwar nicht jeder im eigenen Keller gewinnen, aber sie sind doch auch in kleinen Betrieben zu gewinnen und herzustellen. Das ist mit den synthtischen halt einfach nicht möglich, das sind riesige Investitionsvorhaben. Daraus folgt doch dann, dass es eine Marktherrschaft einiger weniger gibt. Wie bereits weiter oben beschrieben, führt dieses "Oligopol" auch zu Desinformation. Diese Einseitigkeit führt langsam zum Verschwinden tierischer Insuline vom Markt.
Da habe erstens ich ein Problem, weil ich nach einigen schrecklicken Hypoglykämien nur noch tierisches Insulin an mich ranlasse, aber da haben dann irgendwann auch die wirtschaftlich schlechter gestellten Länder und Regionen ein Problem, weil sie eben auf wenige Hersteller angewiesen sind, und die machen die Preise und beherrschen den Markt.
Man denke an die ganzen Diskussionen mit Medikamentenpreisen in Afrika. Dort ist DM nämlich auch immer verbreiteter.
Dann dürfen wir doch ehrlich genug sein, dass die Schlachtungen an sich ja mit oder ohne Insulingewinnung stattfinden. Die Gewinnung tierischer Insuline ist im Gegenteil sinnvoll, weil eben möglichst viel Nutzen pro geschlachtetes Tier gestiftet wird, und ich weiss das zu schätzen. von Alex_65