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Macht Diabetes depressiv?
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Daniela
Rang: Gastam 11.08.2005 16:30:59
Hallo,
ich bin Redakteurin bei der Apothekenzeitschrift "Diabetiker Ratgeber" und arbeite gerade an einem Artikel zum Thema Depressionen bei Menschen mit Diabetes. Hatten Sie schon einmal eine Depression und sind Sie bereit, unseren Lesern zu berichten, wie Sie aus dem Seelentief herausgefunden haben? Dann würde ich mich freuen, wenn Sie sich bei mir melden. Entweder hier im Forum oder unter pichleritsch@wortundbildverlag.de.
Viele Grüße
Daniela Pichleritsch
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Lovely
Rang: Gastam 12.08.2005 00:00:19
Hallo Daniela.
Ja, ich hatte schon mal eine längere Depression. Sie war allerdings vollkommen unabhängig vom Diabetes. Aus der Depression heraus gekommen bin ich mit einer Psychotherapie und der zeitweisen Einnahme eines Psychopharmakums (S.-Wiederaufnahmehemmer).
Worüber genau soll der Artikel berichten? Dass Diabetiker häufer an Depressionen leiden? Ich glaube, das kann man nicht belegen. Dass Diabetiker schlechter aus einer Depression heraus kommen? Auch das kann man so nicht sagen, weil es immer eine Sache der Therapie insgesamt ist.
Den einzigen Zusammenhang, den ich bei Depression in Verbindung mit dem Diabetes sehe ist, dass bei Einnahme von einigen Psychopharmaka der Zucker aus dem Gleichgewicht gerät (z.B. mehr Hunger).
Gruß,
Lovely -
Daniela Pichleritsch
Rang: Gastam 12.08.2005 11:23:36
Hallo Lovely,
in dem Artikel soll es in erster Linie darum gehen, wie man Depressionen erkennt und wie man es schafft, wieder rauszukommen.
Damit es nicht zu theoretisch wird, würde ich gerne auch mehrere Diabetiker zu Wort kommen lassen, die einmal eine Depression hatten. Dabei ist es egal, ob die Depression möglicherweise mit dem Diabetes zu tun hatte oder sich unabhängig davon entwickelt hat.
Studien haben allerdings gezeigt, dass Diabetiker doppelt so häufig Depressionen haben wie Nichtdiabetiker, wobei man nicht genau weiss, woran das liegt. Vermutet wird unter anderem ein Zusammenhang mit der Dauerbelastung durch die Diabetestherapie. Möglicherweise können auch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte oder häufige schwere Unterzuckerungen Depressionen begünstigen.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Du dich noch einmal meldest. Gerne würde ich am Telefon ein kurzes Interview mit Dir führen, aber wenn es Dir lieber ist, können wir uns auch hier im Forum oder per Mail unterhalten.
Interessieren würde mich, wie es zu der Depression gekommen ist, wie Du sie bemerkt hast, wie es Dir ergangen ist bei der Psychotherapie und wie Dich Angehörige oder Freunde unterstützt haben.
Viele Grüße
Daniela
von Daniela Pichleritsch -
klausdn
Rang: Gastam 12.08.2005 19:09:41
hallo daniela,
nur einige zwischenbemerkungen:
1. studien gerade über dmler werden von nicht dmlern gemacht und sind daher überwiegend nicht gültig.(meist wird nach unwichtigem gefragt)
beispiel:
2. depressionen wegen dauerbelastung-therapie.
wer von den max 20min täglich dauerbelastet ist,
würde im normalen leben von der fliege an der wand depressionen bekommen. (die haben nämlich tiefere gründe)
3. depressionen wegen hoher werte, das sind die die sich "nicht" um den dm kümmern.
4. depressionen wegen hypos- hypos kommen "mal" vor.
wenn sie regelmäßig kommen stimmt die therapie nicht. hypos sehen für außenstehende wesentlich schlimmer aus , als sie es für die betroffenen sind( kopfbrummen! danach)
wer gelernt hat schnell zu reagieren und den abfall merkt, kann noch gezielt gegensteuern.
5. was mich deprimiert. a. patienten die sich nicht fortbilden, b. ärzte die noch in längst überholten dimensionen denken, und keine ahnung von modernen therepiemöglichkeiten haben. sowas daher auch nicht weitergeben können.
und von beiden sorten ist es die mehrheit !!!
lies nach bei diabetes world, 3/4 aller dm ler sind nicht in den grünen bereichen.
mfg klaus von klausdn -
Lovely
Rang: Gastam 12.08.2005 23:34:21
Hallo Daniela.
Die von Dir genannte Studie würde ich gerne einmal sehen. Insbesondere würden mich die entsprechenden Fragen interessieren, die der Studie zugrunde liegen und die Teilnehmerzahl sowie die Teilnehmerzahl der verglichenen Nicht-Diabetiker.
Als einzigen Grund für das Zutreffen der Studie könnte ich mir vorstellen, dass Diabetiker sich mehr mit sich selbst beschäftigen (müssen), als Nicht-Diabetiker. Und dieses "in-sich-hinein-horchen" ebnet den Weg für viele philosophische und psychologische Fragen.
Entgegen gesetzt dazu könnte ich mir vorstellen, dass Menschen, die sich nicht so sehr mit sich selbst beschäftigen (müssen), auch keinen sensiblen Zugang zu sich selbst aufbauen, nichts in Frage stellen usw. (In der Psychologie sind das dann "nicht-therapierbare-Menschen".)
Alles andere (Dauerbelastung, hohe Werte) halte ich für "an den Haaren herbeigezogen" (siehe Beitrag von klausdn).
Ich schrieb schon in einem anderen Beitrag, dass es keinen "vollkommenen" Menschen gibt. Irgendwas hat jeder. Demzufolge müssten alle Menschen eine Dauerbelastung wegen ihrer Wehwehchen oder auch Krankheiten haben. Also müßte jeder Asthmatiker, Neurodermitiker, Unfruchtbare, Kopfschmerzkranke, Herzkranke, Nierenkranke usw. eine schwere Depression haben. Das ist aber keinesfalls so. Der eine bekommt eine Depression, der andere nicht. Es ist so individuell wie der Mensch selbst.
Meine Depression vor Jahren ist entstanden nach der Trennung von meinem damaligen Lebensgefährten, der mir nicht nur während der Beziehung Leid zugefügt hat, sondern auch finanzielle Schwierigkeiten, die über die Bieziehung hinausgingen.
Das alles war vollkommen unabhängig vom Diabetes, den ich schon seit 32 Jahren habe. Ich bin 35 Jahre alt.
Wie bemerkt man eine Depression? (ha ha...oops was ist das denn - oooch, eine Depression, wie süß.) Spaß beiseite. Ich hatte aus eigenem Wunsch eine Therapie angefangen, weil ich aus meinem Dauer-Stimmungstief mit vielen Tränen, allegemeine Lust- und Kraftlosigkeit nicht mehr heraus kam. Und ich war bei meinem Hausarzt, der mir nach Schilderung der Situation einen S.-Wiederaufnahmehemmer gegeben hat.
Die Therapie dauerte 2 oder 3 Jahre inkl. zwei längere Phasen mit dem Medikament. Die meisten Freunde und Familienangehörigen haben mich unterstützt, andere konnten nichts mit einer Therapie anfangen (die sogenannten Nicht-Therapierbaren). Am Ende der Therapie konnte ich wieder "alleine laufen".
Ich meine, dass ich nicht in Dein Schema hinein passe, außer aufgrund der anfangs genannten Möglichkeit. Dennoch bin ich gerne bereit, weitere Fragen zu beantworten, sodenn welche da sein sollten.
Gruß,
Lovely -
Ines
Rang: Gastam 13.08.2005 10:21:16
hallo an alle,
ich denke schon, daß Diabetes oft einhergeht mit Depressionen. Meine Mutter begleiten Depressionen seit sie Diabetikerin ist
Aber: Ich denke ebenfalls wie Lovely und Klaus nicht, daß sie vordergründig durch die "Belastungen" hervorgerufen werden, die ein Diabetiker so täglich hat. Außerdem beschäftigt sich der gesunde Diabetiker ja nun nicht ständig mit sich selbst.
Die Anfällligkeit für Depressionen scheint mir stattdessen eher wegen der allgemeinen Konstellation des Stoffwechsels bedingt zu sein - gerade auch bei Menschen, die, oft nach schon etwas überholten Methoden betreuten werden, schlecht oder schwer beherrschbar "eingestellt" sind. Durch die hohen BZ-Belastung sind bekanntlicherweise ja die Nerven besonders mit in Mitleidenschaft gezogen.
Im Übrigen hat sich die Depressionshäufigkeit bei meiner Mutter, seit sie nach ict spritzt, deutlich reduziert. Es bedurfte allerdings mehrere Monate Anstrengung meinerseits, bis es die behandelnde Diabetologin für angemessen hielt, meiner 70-jährigen Mutter richtig zu erklären, was ict bedeutet und was man dazu machen muß.
(vorher wurde meiner Mutter erklärt, bereits das mehrmals am Tag feste IE´s spritzen wäre ict!)
Gruß Ines -
Elli
Rang: Gastam 16.08.2005 13:12:49
Weiß man auch wie die sich die Häufigkeit von Depressionen bei anderen Gruppen von chronisch Kranken verhält?
Warum jetzt gerade Diabetiler häufiger betroffen sein sollten, leuchtet mir nicht ein, aber jede dauerhafte Krankheit belastet doch. Insofern denke ich halt, daß Kranke ein höheres Risiko haben als Gesunde.
Natürlich gibt es genügend Leute, die eine Belastung durch Krankheit insbes. Diabetes grundweg abstreiten. Dazu möchte ich nur mal anmerken, daß es ja nicht allein die 20 Minuten täglich sind, die man für Messen und Spritzen braucht!
Grüße,
Elli -
klausdn
Rang: Gastam 16.08.2005 16:27:16
hallo an alle,
hallo elli , du hast recht man geht alle 3 monate zum doc und zum augendoc, alle 6 monate zun gefäßdoc.
aber die termine lasse ich mir beim besuch geben,
ansonsten denke ich an dm wenn ich hier schreibe,
und krank fühle ich mich nicht!. ok ich habe ne stoffwechselstörung, aber die haben viele.
ist eigentlich kein grund depressiv zu werden.
mich macht es depressiv was viele aus dm machen.
weil ich weiß daß es besser geht, vor allen dingen in unserem land, bei unserer versorgung.
wer will schaue mal nach england nach usa, geschweige in die sogenannten "entwicklungsländer", nach indien oder china wo insulin praktisch unbekannt ist, leute die da etwas geld haben flüchten vor ihren "ärzten".
daher schaue ich positiv nach vorne ---
auch wenn es für mich zu spät ist, der durchbruch zur wirklichen heilung kommt,
- nicht schon morgen., aber er kommt. -
und das freut mich für die jungen.
mfg klaus von klausdn -
Daniela Pichleritsch
Rang: Gastam 17.08.2005 17:40:56
Hallo Lovely,
vielen Dank für Deine Informationen. Wie Du geschrieben hast, ist sicher nicht jeder gleich "anfällig" für eine Depression. Bei manchen Menschen können chronische Erkrankungen offenbar eine Depression begünstigen, bei anderen nicht. Experten zufolge gibt es allerdings fast nie die "eine Ursache" für eine Depression, sondern meist ein ganzes Bündel.
Was den Diabetes angeht: Depressionen treten offenbar vor allem bei schlecht eingestellten Diabetikern und Diabetikern mit Folgeschäden auf. Umgekehrt können Depressionen dazu führen, das die Diabetestherapie vernachlässigt wird und das Risiko für Folgeschäden steigt. Daneben gibt es Hinweise darauf, das depressive Menschen häufiger an Diabetes erkranken wie Nicht-Depressive. Der Zusammenhang zwischen Diabetes und Depressionen ist auf jeden Fall nicht so einfach zu erklären. Mehr zum Thema findest Du übrigens unter www.diabetes-psychologie.de, Stichpunkt "Leitlinie" bzw. "Depression".
Viele Grüße
Daniela von Daniela Pichleritsch -
Daniela Pichleritsch
Rang: Gastam 17.08.2005 17:40:56
Hallo Lovely,
vielen Dank für Deine Informationen. Wie Du geschrieben hast, ist sicher nicht jeder gleich "anfällig" für eine Depression. Bei manchen Menschen können chronische Erkrankungen offenbar eine Depression begünstigen, bei anderen nicht. Experten zufolge gibt es allerdings fast nie die "eine Ursache" für eine Depression, sondern meist ein ganzes Bündel.
Was den Diabetes angeht: Depressionen treten offenbar vor allem bei schlecht eingestellten Diabetikern und Diabetikern mit Folgeschäden auf. Umgekehrt können Depressionen dazu führen, das die Diabetestherapie vernachlässigt wird und das Risiko für Folgeschäden steigt. Daneben gibt es Hinweise darauf, das depressive Menschen häufiger an Diabetes erkranken wie Nicht-Depressive. Der Zusammenhang zwischen Diabetes und Depressionen ist auf jeden Fall nicht so einfach zu erklären. Mehr zum Thema findest Du übrigens unter www.diabetes-psychologie.de, Stichpunkt "Leitlinie" bzw. "Depression".
Viele Grüße
Daniela von Daniela Pichleritsch -
Lovely
Rang: Gastam 17.08.2005 23:35:12
Hallo Daniela.
Deine Erläuterungen klingen plausibel. Ich meine damit, dass es durchaus so sein kann, aber nicht muss.
Du schriebst:
"Daneben gibt es Hinweise darauf, das depressive Menschen häufiger an Diabetes erkranken wie Nicht-Depressive."
Weißt Du so auf Anhieb, welcher Diabetes gemeint ist? Ich vermute, dass hier ausschließlich vom Typ 2 gesprochen wird, denn ich glaube kaum, dass bislang ein Zusammenhang zwischen Depression und Autoimmunerkrankung erforscht wurde. Eine schwere Depression haben größtenteils Erwachsene, weniger Kinder. Diabetes Typ 1 (aufgrund Autoimmunaggression) haben größtenteils Kinder, weniger Erwachsene. Ich kann mir ehrlich gesagt kaum vorstellen, dass von der geringen Restzahl bei der es umgekehrt ist, eine Statistik gemacht wurde.
Fragende Grüße,
Lovely -
Daniela Pichleritsch
Rang: Gastam 18.08.2005 17:23:43
Hallo Lovely,
wie Du richtig vermutet hast, ist der Typ-2-Diabetes gemeint.
Viele Grüße
Daniela von Daniela Pichleritsch -
Daniela Pichleritsch
Rang: Gastam 18.08.2005 17:23:43
Hallo Lovely,
wie Du richtig vermutet hast, ist der Typ-2-Diabetes gemeint.
Viele Grüße
Daniela von Daniela Pichleritsch -
Daniela
Rang: Gastam 19.08.2005 22:58:11
Nein, Diabetes macht nicht depressiv!
Ich bin da trotz erneuter Rückschläge mich bestem Galgenhumor ausgestattet ;-) von Daniela -
Ines
Rang: Gastam 20.08.2005 09:40:34
Hallo Daniela,
gegen Depris kann auch gesunder Galgenhumor nix machen. Die kommen einfach, und ein gegensteuern ist ohne Hilfe fast unmöglich.
Meine Beobachtung: Depressionen kommen vermehrt, wenn die BZ-Werte nicht im Lot sind.
(iTyp II Diabetes)
Gruß Ines -
luzz
Rang: Gastam 29.08.2005 13:03:03
nunja, ich war dieses jahr etwa 3 monate wg. depessionen krank geschrieben gewesen.
nur, dies allein von der diabetes abzuleiten halte ich im nachhinein für wenig wahrscheinlich.
selbst als ich vor 5 jahren die typ 1 diagnose bekam, war ich zwar erschüttert, aber nicht wirklich seelisch betroffen.
dass die diabetes zum oben geschilderten Burnout zumindest beigetragen hat, kann ich jedoch nicht ausschließen
gruß luzz -
Coteazur
Rang: Gastam 04.09.2005 14:53:13
Die menschliche Seele stützt sich auf drei Pfeilern von Beziehungen:
Familie Freunde Bekannte
Wenn alle drei Bereiche gut abgedeckt sind, hat der Diabetiker wenig Probleme.
Sollte man aber schon Probleme haben, so macht der Diabetes das Leben sicherlich nicht leichter und kann zu Depression führen.
Deswegen, bin ich trotzdem der Meinung, dass Diabetiker ein Element mehr haben, als "gesunde" und Hass auf den lieben Gott haben - und sich zu fragen warum das jetzt sein muss.
Eine Depression ist aber auch ein Mittel sich der Gesellschaft zu entziehen - vielleicht auch vor der Krankheit zu flüchten.
Daher ist jeder der ein gesundheitliches Problem hat, zu Depressionen geneigt - ausser sein soziales Umfeld stimmt.
Also keine Zuordnung von Diabetes zur Depression - aber unter Umständen von
Gesundheitlich angeschlagenen mit schlechtem Umfeld.
Das kann wohl sein - aber hat nichts mit Diabetes im speziellem zu tun.
Gruss
Coteazur -
liddlflaur
Rang: Gastam 07.09.2005 22:09:29
hallo daniela,
ich bin seit 17 jahren diabetes 1 und nach meinen erkenntnissen, denen meiner diabetologin und einer psychotherapeutin depressiv.
ob das mit dem diabetes zusammenhängt, kann man noch nicht sagen. seit einigen monaten nehme ich antidepressiva und habe mich noch nicht zu der entscheidung durchgerungen, eine therapie zu machen (liegt vielleicht daran, dass es mir im moment aufgrund der medikamente besser geht).
hast du mal in einem forum für depressionen diabetiker (wenn sie sich dort eintragen) nach ihren erfahrungen gefragt, welche ursachen ihre therapien zu tage gefördert haben?
zu schade, dass meist der typ 2 gemeint ist. das ist mir schon oft aufgefallen. diskussionen, therapievorschläge und tipps zu ernährung und verhalten sehe ich öfter für diesen typ.
gruss
liddl -
Lissy
Rang: Gastam 14.09.2005 17:47:32
Hallo!
Ich möchte auf keinen Fall in einem Bericht erwähnt werden, aber meine Meinung muss ich trotzdem mal kurz loswerden.
Wie kann man denn über Depressionen schreiben (Klaus !?!), wenn man selber keine hat?
Du kannst doch nicht einfach sagen, ein Diabetiker ist nicht anfälliger! Daniela hat doch nicht behauptet, dass alle Diabetiker Depressionen bekommen. Wenn du keine hast, dann gehörst du eben zu den Glücklichen, die keine bekommen.
Also ich habe schon welche dadurch bekommen, wegen z.B. schwieriger und trotzdem unbefriedigender Einstellung, wegen Gewichtszunahme durch Insulin und wegen eines Todesfalles durch Insulin in meinem Bekanntenkreis.
Ganz ehrlich, ich finde es bewundernswert, wenn jemand wie du und viele andere hier trotz schon aufgetretenen Folgeschäden so positiv in die Zukunft blicken können.
Leider können das nicht alle.
Manche heben Angst vor später (faulende Füße, Blindheit usw.).
Manche sind frustriert, weil sie eigentlich ihre Kinder irgendwohin kutschieren müssten, aber leider wegen einer schweren Unterzuckerung auf dem Sofa liegen und warten, dass es vorbeigeht (mit dem Wissen, jetzt zu spät zu kommen).
Manche werden aggressiv bei einer Unterzuckerung - und ärgern sich hinterher sehr darüber.
Manche haben noch mehrere Krankheiten und in der Summe das Gefühl, immer irgendetwas zu haben. Wenn nicht das eine, dann das andere. Nie ist man mal richtig fit.
Manche behaupten sogar, dass ein Kind es ohne Mutter besser hat, als mit einer Mutter mit DM (Gott sei dank wurde das nicht über mich behauptet).
usw.
Manche können mit alle dem gut leben, aber eben nicht alle. Die denken schon darüber nach und grübeln.
Von den ganzen Kommentaren waren viele dabei, die durch DM keine Depression bekommen haben. Deshalb denke ich, können diese Leute auch nicht darüber schreiben.
Vielleicht bin ich auch nur ein Einzelfall, was die Sache schon wieder anders aussehen läßt, aber das kann ich nicht beurteilen.
An Klaus nochmal: Nichts für ungut, ansonsten lese ich deine Kommentare sehr gerne und schätze sie!
Hoffentlich liest diesen Beitrag noch jemand, ist ja schon älter! von Lissy -
Daniela Pichleritsch
Rang: Gastam 15.09.2005 12:31:36
Hallo Lissy,
vielen Dank für Deine interessanten Anmerkungen. Den Beitrag zum Thema Depressionen, der im Novemberheft des Diabetiker Ratgeber erscheinen wird, habe ich inzwischen schon fertig geschrieben. Darin kommen sowohl eine Typ-1- als auch eine Typ-2-Diabetikerin zu Wort. Zum Thema Depressionen bei Diabetikern gibt es sehr viele sehr unterschiedliche Meinungen, wie Du ja auch hier im Forum gesehen hast.
Viele Grüße und alles Gute.
Daniela
von Daniela Pichleritsch -
Bea
Rang: Gastam 21.09.2005 01:37:40
Hallo Daniela,
es gibt Psychologen und Psychologinnen, die spezialisiert sind auf Diabetes.
Ich selber habe seit über 20 Jahren mit Depressionen zu tun, auch Ängsten. Als ich letztes Jahr von meinem Diabetes erfahren habe, habe ich es erst locker weggesteckt, aber dann fing ich an Sachen auszusortieren, weil ich der Meinung war, dass ich bald sterben würde. Ich weiß gar nicht warum das so war, weil ich auch einige Diabetiker/innen kenne, die damit super klar kommen. Habe auch einges darüber gelesen. Da war nichts mehr mit "locker wegstecken", habe mich auf meinen Tod vorbereitet. Allerdings bin ich später, nachdem ich auch die Schulung hinter mir hatte, zu einer Psychologin, die auf DM spezialisiert ist gegangen. Sie wollte sich melden um eine "Coping-Schulung" zu machen. Das geht drei mal drei Stunden und dort treffen sich DMler zu Gesprächen um über Ängste und Depressionen zu sprechen, die mit DM zu tun haben. Leider hat sie sich bisher noch nicht gemeldet, aber ich denke es könnte einerseits interessant sein, andererseits vielleicht noch tiefer reissen. Ich weiß noch nicht, ob ich wirklich hingehe. Aber es ist gut zu wissen, dass es solche Psychologen/innen gibt.
Die Umschau und Diabetes Ratgeber lese ich übrigens regelmäßig und freue mich, dass es diese Zeitschriften für uns gibt. Bin gespannt auf Deinen Bericht.
Bea -
Claudia
Rang: Gastam 16.01.2007 20:02:58
Ich bin typ 2 diabetikerin und leide im Moment unter ganz schlimmen Depressionen. Ich habe seit ca 4 Jahren Diabetes und nehme Metformin und Glimpirid. können die Depres. von der Diabetes kommen?
von Claudia -
Daniela Pichleritsch
Rang: Gastam 17.01.2007 10:45:55
Liebe Claudia,
Diabetiker haben etwa doppelt so häufig Depressionen wie Nichtdiabetiker. Warum das so ist, ist noch nicht endgültig geklärt. Ein Grund dafür könnte die Dauerbelastung durch die chronische Krankheit sein. Untersuchungen zufolge spielt auch eine erhöhte Produktion von Stresshormonen wie Kortisol eine Rolle.
Viele Grüße
Daniela Pichleritsch