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43 Jahre Diabetes Typ 1
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heice1
Rang: Gastam 29.01.2010 23:22:48
Hallo Leute,
ich bin 46 Jahre, weiblich, ein Kind, seit 43 Jahren Typ 1 Diabetes ohne erwähnenswerte Spätschäden, seit 20 Jahren Pumpenträger.
Mein HbA1C Wert der letzten 43 Jahre ist schätzungsweise 10, im Moment gerade 8,4 ich bin ganz Stolz.
Mein Diabetologe verbreitet nur Horrormeldungen wenn ich da bin über Spätschäden und das ich mich um meinen HbA1 Wert kümmern soll usw. Meine Frage gibt es noch mehr solcher Diabetiker mit gleichen kaotischen Werten oder solchen bei denen im 45 Jahr ihres Diabetis es mit Spätschäden angefangen hat.
Schreibt doch mal.
Mit freundlichen Grüßen aus Norddeutschland
Heike von heice1 -
Insider
Rang: Gastam 30.01.2010 12:59:57
Ja, ich habe bereits etliche solche gekannt, die mit abben Beinen und/oder trüben Augen dennoch das 60.Lebensjahr NICHT erreicht haben.
Nur normnah eingestellte Diabetiker
haben etwa die gleiche Lebenserwartung wie Stoffwechselgesunde. von Insider -
Jürgen
Rang: Gastam 31.01.2010 12:22:33
Moin Heike,
was ist gesund? Dazu hier ein bisschen Grafik http://www.phlaunt.com/diabetes/16422495.php
Was sind normnahe Werte? Bei uns in D nüchtern 70-140 und 2 Stunden nach dem Essen wieder max 140mg/dl, in USA max 180 mit 1c 7 und besser.
Du siehst, dass zwischen einem gesunden und einem normnahen BZ-Verlauf schon mehr als eine Welt liegt, und zu Deinem sind es noch ein paar Welten mehr. Heißt nicht, dass Du morgen tot umfallen musst, denn auch unser hanseatischer Altbundeskanzler raucht noch immer recht gesund wie'n Schlot. Aber auch die meisten, die mit ihm zusammen das Kettenrauchen angefangen hatten, sind schon lange von ihm gegangen.
Ein nahezu gesunder BZ-Verlauf ist mit Pumpe für Typ1 keine Hexerei und bedeutet auch keinen Verzicht auf irgendwas, sondern statt stupider Einstellung nur etwas systematisches Lernen und Machen. Und BITTE: nicht einfach mehr spritzen! Sondern mengenmäßig und vor allem zeitmäßig passender. Alle, die ich mit einer erheblichen Normalisierung ihrer alltäglichen BZ-Verläufe bisher kennen gelernt habe, haben heute erheblich kleinere BE-Faktoren und Basalraten, als zuvor mit den hohen Verläufen.
Daumendrück, Jürgen -
Rudi
Rang: Gastam 31.01.2010 21:47:18
>>...seit 43 Jahren Typ 1 Diabetes ohne erwähnenswerte Spätschäden, seit 20 Jahren Pumpenträger. Mein HbA1C Wert der letzten 43 Jahre ist schätzungsweise 10, im Moment gerade 8,4 ich bin ganz Stolz.<<
Darauf brauchst du echt NICHT stolz zu sein! Welche sind denn die NICHT erwähnenswerten Spätschäden? Mit Pumpe + einem A1c von 8 hätte ich mich weder in ein Forum, noch zum Arzt getraut! Dat schöne Jeld! Bei derartigen Schei...werten kannst du auch CT mit Einwegspritzen machen - deine Gesundheit ist dir ja eh Wurscht! Ich frage mich allerdings auch, was du für "Puppen"- Doktoren du hattest, denen diese Werte offenbar egal waren (43 Jahre lang). Mag ja sein, dass du genetisch "besser" veranlagt bist, als die Meisten, aber der Vergleich mit Fam. Schmidt bezieht sich nur auf ein "Problem" - die Lunge. DM greift da ins Volle: Angio-, Nephro-, Polyneuro- u.Retinopathie, von weiteren Schäden mal abgesehen. Es gibt genug Langzeit-Diabetiker, die es ohne Spätschäden gelöst haben. Aber die haben versucht, halbwegs normale Werte zu schaffen (wobei ich sogar Normalwertler kenne, die es nicht geschafft haben, ohne Schäden...) Spiel ruhig weiter Hassard mit deiner Gesundheit, halte Ärzte für Quacksalber und versuche zur Bestätigung deines Fehlverhaltens andere "Chaoten" zu finden - wenn du dann den Löffel abgibst..., wenn er aus Silber ist, würde ich ihn nehmen! von Rudi -
Bullerschen
Rang: Gastam 05.02.2010 21:29:00
Hallo, liebe ehrliche Pumpenträgerin.
Ich bin seit 45 Jahren im Club der Zuckerzicken Mitglied und finde Deinen Beitrag sehr treffend. Ich bin seit 21 Jahren ICT- ler
Mein HbA1 Wert leigt zur Zeit bei 8,9.
Davor bei 8,4.
Zu meiner besten Zeit bei 7,3.
Vor 20 Jahren hatte ich 2 Laserbehandlungen auf dem linken Auge und eine auf dem Rechten. An den Nieren waren Schäden feststellbar.
Zu dieser Zeit fing ich mit ICT an. Also, die Spätschäden haben sich so weit zurückentwickelt und ich bin ganz zufrieden mit mir, bis auf meinen Doc. Der mault ständig, wenn er meinen Langzeitwert sieht.
Aber ich lebe mit dem Diabetes und nicht dafür.
Ich lass mir den Raum zum Leben auch von Schlauschwätzern nicht nehmen, die keine Ahnung haben.
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kjfhg
Rang: Gastam 05.02.2010 22:27:45
>>ich lebe mit dem Diabetes und nicht dafür.
Ich lass mir den Raum zum Leben auch von Schlauschwätzern nicht nehmen, die keine Ahnung haben.<< Deinen Silberlöffel würde ich auch nehmen! Wenn du meinst, wir leben für unseren DM, muss ich dich enttäuschen. Wir haben ihn und gut ist's. Der DM hat mir noch nie Raum zum Leben genommen und ich haben meinen sogar noch länger, als du. Wenn du meinst, ich wäre ein Schlauschwätzer, der keine Ahnung hat, kannst du das gerne tun, was aber den Irrtum nicht negiert. Denn ich weiss wovon ich rede, was Spätschäden betrifft, da ich selbst einige habe (die mich gottlob nicht behindern oder einschränken!). Selbstverständlich könnt ihr euer Leben leben wie ihr wollt - aber normal (und gesund) ist das nicht! In diesem Sinne horrido + Weidmanns Heil... -
Jürgen
Rang: Gastam 06.02.2010 12:10:25
Wenn unser kettenrauchender Altbundeskanzler für den sorglosen Rauchgenuss plädieren und das Krebsrisiko kleinreden würde, nur weil er und einige weitere Kettenraucher noch keinen Lungenkrebs haben, fände ich das unter aller Sau.
Genau das macht Ihr hier aber gerade mit Eurerer Kleinschreiberei der Langzeitrisiken von chronisch hohen BZ-Verläufen an Euren unbeschadeten Beispielen.
Ich gönn Euch ja Eure Gesundheit, aber nehmt und beschreibt sie bitte als das, was sie ist, nämlich Euer großer Wettgewinn. Ihr habt Eure Gesundheit voll eingesetzt und gewonnen. Die weit überwiegende Mehrheit derer, die mit Euch gestartet sind und ähnlich gewettet hatten, sind inzwischen echt schwer behindert bis tot.
Wie man solches Wettverhalten positiv und gewissermaßen notwendig als Raum zum Leben darstellen kann, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen, zumal es nur ein paar Wochen Lernen braucht, um mit dem selben Aufwand und ebenso ohne irgendwelche Einschränkungen zuverlässig nahezu komplett gesunde BZ-Verläufe zu produzieren. von Jürgen -
sabine kinas
Rang: Gastam 06.02.2010 17:11:38
Hallo !
Ich bin fast 48jahre und habe genau seit 30 Jahren Diabetes .
Wie kann man auf so einen schlechten Hba1c stolz sein ? Kann ich nicht verstehen !
Mein schlechtester war 7 !
Seit sieben Jahren trage ich die Pumpe und habe auch die anderen Therapieformen gemacht ! Gerade mit der Pumpe sollte es doch besser laufen :)
Ich habe meine Mutter und meine Schwester an den Folgeerkrankungen sterben gesehen -nicht gerade schön !!!
Meine Schwester war dialysepflichtig 5x die Woche und fast blind, sie ist keine 40 geworden - meine Mutti war bds. amputiert und blind ! Und nur weil sie Ihren Diab. nicht ernst genommen haben ! Man kann doch in der heutigen Zeit sehr gut mit dieser "Krankheit " leben !