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Typ 1 oder Typ 2
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Bianka
Rang: Gastam 16.01.2005 20:46:56
Hallo!
Ich habe seit 2 Jahren Diabetes (mit 28 bekommen) und niemand wußte so recht, welcher Typ Diabetiker ich sei.
Da ich weder wirklich alt noch übergewichtig war, hat man mich als Typ 1 eingestuft.
Ich spritze seit dem Novorapid und Protaphane und brauche das Insulin auch, um einen einigermaßen "guten" Langzeitwert zu erzielen.
Jetzt ist jemand mal auf die Idee gekommen, den C-Peptin-Wert zu bestimmen und dabei ist herausgekommen, das ich zwar nicht übermäßig viel, aber noch in der Norm liegend Insulin selbst produziere.
Heißt das jetzt, daß ich doch ein Typ 2 Diabetiker bin? Daß ich vielleicht doch kein Insulin brauche, sondern vielleicht auch mit Tabletten klar kommen würde?
Ich bin völlig durcheinander (zumal ich mich in der Typ 1 Selbsthilfegruppe tierisch wohl fühle!!!), weil sich plötzlich alles verändert, wovon man einigermaßen dachte zu wissen, was im eigenen Körper vor sich geht. Wieso hat jemand mit mittlerweile 30 Jahren und normalen Körpergewicht eine Insulinresistenz?
Meinem Hausarzt ist die ganze Sache egal, ob 1 oder 2, er meint, ich brauch das Insulin so oder so, also was soll das ganze.
Der Termin beim Diabetologen dauert noch etwas, deshalb hoffe ich, jemand von euch kann mir vielleicht schon eien Antwort geben.
Vielleicht (ich denke, mit Sicherheit) gibt es noch mehr Diabetiker Typ 2 die ähnlich veranlagt sind wie ich. Ich kenne nur noch keine.
Wenn jemand Lust hat, klärt mich doch bitte auf!
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Lovely
Rang: Gastam 16.01.2005 22:15:33
Hallo Anonym.
Ich sehe es genauso, wie Dein Arzt: Es ist letztlich egal, ob Du Typ 1 oder 2 bist. Wichtig ist allein, dass der Zucker gut eingestellt ist.
Man könnte evtl. versuchen, mit Metformin oder ähnlichen Sentisizern die Resistenz noch etwas zu drosseln. Aber warum, wenn Du derzeit gut eingestellt bist? (Wie "gut" ist denn Dein HbA1?) Wie heißt es so schön? "Do not touch a running system!"
Ich glaube eher nicht, dass Du mit Tabletten auf das Insulin verzichten kannst. Aber ich bin kein Arzt, es ist nur meine Vermutung. Diabetiker mit Resistenz, die anfangs nur Tabletten brauchen, kommen in der Regel nach einer gewissen Zeit ohnehin zum Insulin, weil irgendwann die Bauchspeicheldrüse so sehr "ausgelutscht" ist, dass es anders nicht mehr geht. Resistenz bedeutet ja, dass im Körper eigentlich genug (eigenes) Insulin vorhanden ist, aber der Körper dieses ignoriert. Also produziert die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin und irgendwann ist sie überstrapaziert und "ausgelutscht". Das ist dann der Zeitpunkt, an dem man Insulin von außen zuführen muss.
Du fragst, woher diese Resistenz kommt. Darüber sind sich auch Wissenschaftler und Mediziner nicht ganz im Klaren. Ein Grund kann eine Vererbung sein. Ein weiter Faktor kann in der Ernährung liegen, wobei man nicht (!) sagen kann "Der hat sich falsch ernährt, also bekommt er Diabetes.". Es kommen meist mehrere Faktoren zusammen, damit eine Krankheit ausbricht.
Typ 2 mit Resistenz und ohne Übergewicht ist übrigens gar nicht so selten. Hier am Board ist beispielsweise "klausdn" ein Betroffener (schlank und resistent). Er spritzt auch von Anfang an Insulin.
Gruß,
Lovely -
Thomas 2002
Rang: Gastam 16.01.2005 23:36:58
langfristig ist die frage nicht, ob du typ 1/2 bist sondern ob du nicht-/insulinabhängig bist.
afaik erkennt man einen typ 1 an seinen antikörpern. ist dass immer so? mody? von Thomas 2002 -
klausdn
Rang: Gastam 16.01.2005 23:44:50
hallo an alle , loveley und ano,
wie loveley schon sagte passe ich auch nicht so in das allgemeine schema, nur bei mir steht t2 im pass, was mir eigentlich voellig "wurscht" ist,
was mir nicht egal ist sind meine werte.
und !!! bin jetzt mal zur probe zu einer shg gegangen, durch zufall in der zeitung gelesen.
alles sehr nette leute, da daenen unkomplizierter als deutsche. ---haette gerne mal die "alle dmler t2 sind dick" schreier mitgehabt und gefragt " wo ".
von ca.25 leuten war eine frau dick, der typ , der auch vor 50 jahren schon dick war, alle anderen waren absolut normalgewichtig, teilweise sogar schlank.
@ ano wenn die shg nett ist wie du schreibst, gehe weiter hin, jeder glaube ich hat auch mal tiefen, und da denke ich koennen betroffene besser verstehen.
und wenn du mit insulin gut zurecht kommst, wuerde ich an deiner stelle dabei bleiben( meine meinung)
ich fahre im moment den bz noch gleichmaessiger zwischen 80-110, und habe dadurch nur noch 6,5,4,, ie actrapid, 9ie protaphane an verbrauch. und sea keinen.
das wuerde ich nie gegen tabletten eintauschen.
schoenen abend noch , gruss klaus
von klausdn -
Ines
Rang: Gastam 17.01.2005 09:37:21
hallo ihr alle,
der menschliche körper ist doch komplizierter, als alle sich das denken, besonders, wenn alle phänomene losgelöst voneinander betrachtet werden. deshalb die provokative frage: gibts denn noch andere gesundheitliche probleme? auch solche, denen man anfänglich keine beachtung schenken möchte, z.B. frauenärztliche?
ich selbst bin als typ II eingestuft, nehme metformin in tablettenform (beeinflußt z.B. sehr gut auch PCOS) und spritze insulin. mir wär es wie Klaus auch egal, welcher gruppe man mich zuordnet - hauptsache, die bz-werte stimmen und Du fühlst Dich in deiner shg wohl.
allerding würde ich darüber hinaus trotzdem fragen, ob insulinresistenz vorliegt. du bist ja noch jung, zumindest kann man meineswissens den körper z.B. durch metformin dazu bringen, wieder eigenes insulin zu verarbeiten. (es ist immer besser, wenn der eigne körper "funktioniert").
hast Du schon kinder? inulinresistenz minderst nämlich auch die fruchtbarkeit und verursacht u.a. das polyzystische syndrom (PCOS), was sich u.a. durch unregelmäßigkeiten im zyklus bemerkbar macht und bei dem ein eisprung praktisch unmöglich ist. unbehandelt bleibt man kinderlos.
gruß Ines
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Ines
Rang: Gastam 17.01.2005 09:51:09
oooooooooops,
ich hab einfach mal vorausgesetzt, daß Du weiblich bist. wenn nicht, kann es natürlich die von mir beschriebenen probleme nicht geben....
I. von Ines -
Bianka
Rang: Gastam 17.01.2005 11:21:56
Hi!
Danke euch allen.
Ja, ich bin weiblich und habe auch schon zwei Kinder. Mehr werden es wohl nicht werden, da ich auch noch an Bluthochdruck leide und mein Arzt mir deshalb dringend davon agberaten hat.
Von daher spielt das ganze keine Rolle mehr.
Mein Hba1c liegt jetzt bei 7,9.
Ich spritze ca. 30 Einheiten Novorapid und 16 Einheiten Protaphane tgl.
Ist wahrschenlich zu viel, um ganz davon loszukommen, oder?
Die SHG nimmt leider nur ausdrücklich Typ 1 Diabetiker auf, aber vielleicht machen sie ja bei mir eine Aushame. -
Lovely
Rang: Gastam 17.01.2005 13:35:09
Hallo Anonym.
Einen HbA1c von 7,9 würde ich aber nicht als "halbwegs gut" eingestellt bezeichnen. 7,9 als Langzeitwert entspricht einem durchschnittlichen Blutzucker von 203,79.
Ich finde es aber sehr gut, dass Du Dich kümmerst und auch noch einen Termin beim Diabetologen hast. Vielleicht kommt der ja doch zu dem Schluss, dass zusätzliche Tabletten angebracht sind.
Und was die SHG anbetrifft, so drück ich Dir ganz fest die Daumen!!
Gruß,
Lovely -
Anke
Rang: Gastam 17.01.2005 15:11:13
Hallo Anonym !
Der C-Peptid-Wert ist zwar kein Beweis (!), aber immerhin ein recht verlässlicher Indikator für den Typ des Diabetes.
Wenn er bei dir in der Norm liegt, steht tatsächlich zu vermuten, dass du ein schlanker und früher Typ-2 bist.
Das Argugment, mit Gewichtsabnahme könntest du deine Werte beeinflussen, ist damit schon einmal hinfällig.
Auf Tabletten umzusteigen, kann man theoretisch versuchen, wenn dir sehr daran liegt.
Dagegen spricht allerdings: früher oder später ist zu erwarten, dass du Insulin brauchst, auch als Typ-2. Je früher man mit Insulin beginnt (bei dir von Anfang an), desto länger kann man damit die eigene Restproduktion noch erhalten. Diese Restproduktion reicht dann zwar zum alleinigen BZ-Management ohne externe Gabe nicht aus, sorgt aber immerhin dafür, dass die Einstellung relativ stabil ist - Typ-1-Diabetes "ohne" ist immer sehr viel labiler als Typ-2-Diabetes mit Insulinrestproduktion.
Na, die SHG wird dich doch ungeachtet deines Diabetes-Managements nicht wieder hinaus werfen ?! ;-))
Viele Grüsse Anke
P.S. grade habe ich die Antworten überflogen -
7,9 beim HbA1c sind für dein jugendliches Alter :-) doch etwas zu hoch ... ! Also unbedingt auf einen baldigen Termin beim Diabetologen drängen :-)) -
klausdn
Rang: Gastam 17.01.2005 15:28:08
hallo ano,
schliesse mich ganz dringend an anke u.loveley an .
hba1c ist viel zu hoch, daher bz auch.
um folgen zu verhindern ist laut meinem diadoc 100
der richtwert.
kleiner anreiz , geht bei den meisten(nicht immer)
wenn du es schaffst ca 3-4 wochen um die 100 zu halten wird der koerper wieder insulinempfindlicher
folge: weniger insulin/tag . werte leichter zu halten.
alles gute mfg klaus
ps. versucht mal zuckerlotto zu spielen, jeder schaetzt den wert wer naeher dran ist, gewinnt.
ihr werdet staunen , wie gut man schaetzen kann.
aber trotzdem immer messen!!! von klausdn -
Lovely
Rang: Gastam 20.01.2005 17:26:19
Hallo Anke.
Du hast gesagt:
"" Typ-1-Diabetes "ohne" ist immer sehr viel labiler als Typ-2-Diabetes mit Insulinrestproduktion. ""
Das klingt für mich nicht einleuchtend, aber ich muß auch dazu sagen, dass ich mich mit Typ 2 weniger auskenne als mit Typ 1.
Normalerweise müßte es so sein, dass ein Typ 2 mit Restproduktion instabiler ist als ein Typ 1 ohne Restproduktion.
Bsp.: Ein Typ 2 mit ICT und Restproduktion trinkt eine Cola und spritzt auch dafür die BEs. Die Cola geht direkt ins Blut. Jetzt reagiert der Körper: "Achtung! Viel Zucker. Jetzt viel Insulin ausschütten." Beide Insuline überlappen sich, weil der Körper ja nicht weiß, dass das extern zugeführte Insulin noch dazu kommt.
Ein Typ 1 weiß genau, wieviel Insulin er für sein Essen braucht. Wenn der Zucker zu hoch oder zu niedrig ist, dann sind es meist Anwendungsfehler (falsch berechnet, zusätzl. Bew. nicht berücksichtigt usw.)
Meine Frage ist nun: Wie sicher ist Deine Aussage? Ist Deine Aussage medizinisch belegt? Hast Du dazu Literatur, Links, die Du mir nennen kannst?
Gruß,
Lovely -
Anke
Rang: Gastam 21.01.2005 16:17:05
Hallo Lovely,
wie mache ich das, dass da jetzt kein Roman draus wird ...???
Wie sicher ist meine Aussage ?
In Prozenten schwer anzugeben, aber sicher über fifty-fifty.
Hauptsächlich ist es ein Erfahrungswert von aus der Klinik, der sich allerdings auch theoretisch untermauern lässt:
Ich unterscheide nun erst mal zwischen oraler und kombinierter bzw. ausschliesslicher Insulintherapie beim Typ-2:
a) oral:
hier wird lediglich ein Stoff gegeben, der die Insulinproduktion anregt, die Insulinempfindlichkeit steigert, die KH-Aufnahme verzögert o.ä -
das heisst, die körpereigenen Regelmechanismen sind (trotz Beeinflussung von außen) weitgehend intakt.
b) mit Insulin:
auch hier greifen körpereigene Regelmechanismen noch ein Stück weit, obgleich die Unterzuckergefahr natürlich deutlich höher ist als unter alleiniger oraler Therapie. (-> [UKPDS 33, 1998, EK Ib])
Bei der ersten Einstellung auf Insulin wird beim Typ-2 die alleinige präprandiale Gabe (=vor dem Essen) von kurzwirksamen Analog-Insulin empfohlen [Kaufhaus et al., 2000, EKIII], da ca 60% der Patienten kein Basalinsulin benötigen. Ihre Eingenproduktion deckt diesen Basalbedarf ab, was wiederum "selbstständig BZ-geregelt" abläuft.
Auch bezüglich der allgemeinen Kombinationstherapie (oral plus CT oder ICT) konnte eine UKPD-Studie [UKPDS 57, 2002, EK Ib] belegen, dass diese Kombinationstherapie mit einer geringeren Hypoglykämiegefahr verbunden ist als eine alleinige Insulintherapie.
Auch die Tatsache, die viele Typ-2 Diabetiker etwas unglücklich macht, nämlich dass sie übergrosse Mengen von Insulin benötigen (zum Vergleich der Tagesbedarf eines Stoffwechselgesunden: ca 40.I.E.), zeigt ja, dass die Reaktion auf kleine Mengen Insulin bei weitem nicht so dramatisch ausfällt, wie sie das bei Typ-1- Diabetikern tut.
Zu deinem Cola-Beispiel:
wie gesagt ist unter Insulintherapie auch beim Typ-2 die Hypo-Gefahr natürlich gegeben (!!). Dennoch sind die Regelmechanismen (sowohl die Insulinausschüttung bei hohem als auch die Glukagonausschüttung beim niedrigen BZ) im Ggs. zum Typ-1 Diabetiker noch weitgehend erhalten. Das heisst, wenn T2 und T1 sich beim Spritzen für die Cola verschätzen, wird die Reaktion bem T1 ein Stück weit dramatischer ausfallen ;-)
Links: Texte zu gen. Studien stammen von der super (!) Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft (am besten einfach nach DDG googeln).
Viele Grüsse Anke
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Lovely
Rang: Gastam 21.01.2005 19:16:33
Hallo Anke.
Das war einleuchtend.
Mein Knackpunkt im Denken war wohl, dass ich nicht berücksichtigt habe, dass bei Typ 2 der Regelmechanismus noch wesentlich mehr funktioniert, also eine zusätzliche Insulingabe bei "Cola" nicht so sehr zu einer Überlappung führt, als vielmehr durch eine Glocagon-Ausschüttung korrigiert wird.
Thx.
Gruß,
Lovely -
klausdn
Rang: Gastam 22.01.2005 12:57:10
hallo anke und lovelex,
bitte noch dazusetzen: jeder hat seinen dm, das heisst jeder reagiert anders.
als extrembeispiele aus versch, foren:
t1 auf ict alles bestens
t1 komt mit ict nicht klar, mit pumpe alles ok
t1 geht von pumpe wieder auf ict.
t2 ist mit ict ungluecklich geht auf ct
t2 mit tabletten -- durchfall, erbrechen,
t2 dito keine probleme
das sind nur beispiele, dazwischen sind die meisten.
nehmt mich zb im kh wollten sie mir eine pumpe verpassen, die dm- assistentin hat mir die sache gut erklaert, und dann dafuer gesorgt, das sie mich in ruhe gelassen haben. und es ging.
wie ges. hba1c 5-5,1, ohne hypo.
und als tip habe mir jetzt den novopen demi geben lassen,
damit kann ich mit halben ie korrigieren, da ich bei ganzen immer gleich ca 40 runtersause
mfg klaus von klausdn -
Anke
Rang: Gastam 23.01.2005 12:43:30
Hallo Klaus,
ja, natürlich :-) !!
O.g. Regeln gelten zwar allgemein, doch wenn es an die konkrete Umsetzung geht, zeigt sich natürlich die ungeheure Bandbreite der individuellen Reaktionen und Bedürfnisse - da hast du ganz Recht ;-)
Glücklicherweise gibt´s ja die von dir genannten verschiedenen Therapieoptionen, so dass jeder für sich sein Glück dort individuell (ver)suchen kann.
Schönen Sonntag,
viele Grüsse Anke.