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Typ 1 oder Typ 2
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Lovely
Rang: Gastam 20.01.2005 17:26:19
Hallo Anke.
Du hast gesagt:
"" Typ-1-Diabetes "ohne" ist immer sehr viel labiler als Typ-2-Diabetes mit Insulinrestproduktion. ""
Das klingt für mich nicht einleuchtend, aber ich muß auch dazu sagen, dass ich mich mit Typ 2 weniger auskenne als mit Typ 1.
Normalerweise müßte es so sein, dass ein Typ 2 mit Restproduktion instabiler ist als ein Typ 1 ohne Restproduktion.
Bsp.: Ein Typ 2 mit ICT und Restproduktion trinkt eine Cola und spritzt auch dafür die BEs. Die Cola geht direkt ins Blut. Jetzt reagiert der Körper: "Achtung! Viel Zucker. Jetzt viel Insulin ausschütten." Beide Insuline überlappen sich, weil der Körper ja nicht weiß, dass das extern zugeführte Insulin noch dazu kommt.
Ein Typ 1 weiß genau, wieviel Insulin er für sein Essen braucht. Wenn der Zucker zu hoch oder zu niedrig ist, dann sind es meist Anwendungsfehler (falsch berechnet, zusätzl. Bew. nicht berücksichtigt usw.)
Meine Frage ist nun: Wie sicher ist Deine Aussage? Ist Deine Aussage medizinisch belegt? Hast Du dazu Literatur, Links, die Du mir nennen kannst?
Gruß,
Lovely -
Anke
Rang: Gastam 21.01.2005 16:17:05
Hallo Lovely,
wie mache ich das, dass da jetzt kein Roman draus wird ...???
Wie sicher ist meine Aussage ?
In Prozenten schwer anzugeben, aber sicher über fifty-fifty.
Hauptsächlich ist es ein Erfahrungswert von aus der Klinik, der sich allerdings auch theoretisch untermauern lässt:
Ich unterscheide nun erst mal zwischen oraler und kombinierter bzw. ausschliesslicher Insulintherapie beim Typ-2:
a) oral:
hier wird lediglich ein Stoff gegeben, der die Insulinproduktion anregt, die Insulinempfindlichkeit steigert, die KH-Aufnahme verzögert o.ä -
das heisst, die körpereigenen Regelmechanismen sind (trotz Beeinflussung von außen) weitgehend intakt.
b) mit Insulin:
auch hier greifen körpereigene Regelmechanismen noch ein Stück weit, obgleich die Unterzuckergefahr natürlich deutlich höher ist als unter alleiniger oraler Therapie. (-> [UKPDS 33, 1998, EK Ib])
Bei der ersten Einstellung auf Insulin wird beim Typ-2 die alleinige präprandiale Gabe (=vor dem Essen) von kurzwirksamen Analog-Insulin empfohlen [Kaufhaus et al., 2000, EKIII], da ca 60% der Patienten kein Basalinsulin benötigen. Ihre Eingenproduktion deckt diesen Basalbedarf ab, was wiederum "selbstständig BZ-geregelt" abläuft.
Auch bezüglich der allgemeinen Kombinationstherapie (oral plus CT oder ICT) konnte eine UKPD-Studie [UKPDS 57, 2002, EK Ib] belegen, dass diese Kombinationstherapie mit einer geringeren Hypoglykämiegefahr verbunden ist als eine alleinige Insulintherapie.
Auch die Tatsache, die viele Typ-2 Diabetiker etwas unglücklich macht, nämlich dass sie übergrosse Mengen von Insulin benötigen (zum Vergleich der Tagesbedarf eines Stoffwechselgesunden: ca 40.I.E.), zeigt ja, dass die Reaktion auf kleine Mengen Insulin bei weitem nicht so dramatisch ausfällt, wie sie das bei Typ-1- Diabetikern tut.
Zu deinem Cola-Beispiel:
wie gesagt ist unter Insulintherapie auch beim Typ-2 die Hypo-Gefahr natürlich gegeben (!!). Dennoch sind die Regelmechanismen (sowohl die Insulinausschüttung bei hohem als auch die Glukagonausschüttung beim niedrigen BZ) im Ggs. zum Typ-1 Diabetiker noch weitgehend erhalten. Das heisst, wenn T2 und T1 sich beim Spritzen für die Cola verschätzen, wird die Reaktion bem T1 ein Stück weit dramatischer ausfallen ;-)
Links: Texte zu gen. Studien stammen von der super (!) Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft (am besten einfach nach DDG googeln).
Viele Grüsse Anke
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Lovely
Rang: Gastam 21.01.2005 19:16:33
Hallo Anke.
Das war einleuchtend.
Mein Knackpunkt im Denken war wohl, dass ich nicht berücksichtigt habe, dass bei Typ 2 der Regelmechanismus noch wesentlich mehr funktioniert, also eine zusätzliche Insulingabe bei "Cola" nicht so sehr zu einer Überlappung führt, als vielmehr durch eine Glocagon-Ausschüttung korrigiert wird.
Thx.
Gruß,
Lovely -
klausdn
Rang: Gastam 22.01.2005 12:57:10
hallo anke und lovelex,
bitte noch dazusetzen: jeder hat seinen dm, das heisst jeder reagiert anders.
als extrembeispiele aus versch, foren:
t1 auf ict alles bestens
t1 komt mit ict nicht klar, mit pumpe alles ok
t1 geht von pumpe wieder auf ict.
t2 ist mit ict ungluecklich geht auf ct
t2 mit tabletten -- durchfall, erbrechen,
t2 dito keine probleme
das sind nur beispiele, dazwischen sind die meisten.
nehmt mich zb im kh wollten sie mir eine pumpe verpassen, die dm- assistentin hat mir die sache gut erklaert, und dann dafuer gesorgt, das sie mich in ruhe gelassen haben. und es ging.
wie ges. hba1c 5-5,1, ohne hypo.
und als tip habe mir jetzt den novopen demi geben lassen,
damit kann ich mit halben ie korrigieren, da ich bei ganzen immer gleich ca 40 runtersause
mfg klaus von klausdn -
Anke
Rang: Gastam 23.01.2005 12:43:30
Hallo Klaus,
ja, natürlich :-) !!
O.g. Regeln gelten zwar allgemein, doch wenn es an die konkrete Umsetzung geht, zeigt sich natürlich die ungeheure Bandbreite der individuellen Reaktionen und Bedürfnisse - da hast du ganz Recht ;-)
Glücklicherweise gibt´s ja die von dir genannten verschiedenen Therapieoptionen, so dass jeder für sich sein Glück dort individuell (ver)suchen kann.
Schönen Sonntag,
viele Grüsse Anke.