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Weglassversuch bei DM Typ II
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Rainer
Rang: Gastam 16.09.2004 12:24:05
Hallo Zusaammen,
ich weiss seit 6 Wochen das ich DM Typ II habe. Damaliger Hba1c Wert 7,8, neueren Wert habe ich noch nicht.
Nach langsammer Steigerung bin ich nun bei folgender folgenden Medikamenten angekommen.
Metformin (1000mg – 0 – 1000mg)
Actos (0 – 0 – 45 mg)
Mein morgendtlicher BZ Wert inzwichen 95 und 110. Werte eine Stunde nach dem Essen zwischen 120 mg/dl und 140 mg/dl in Ausnahmefällen auch mal max. 150 mg/dl (Zutaten nicht gelesen ;(
Mein Gewicht habe ich von 133 auf 116,5 (in ca. 6 Wochen ) reduziert. Ich betreibe nun nahezu täglich Sport.
Jetzt habe ich immer wieder gelesen das es hier Typ II Diabetiker gibt die die Tabletten wieder weglassen konnten. Woran wurde festgemacht das ein Weglassversuch sinnvoll ist?
Wie ist dieser Versuch abgelaufen? Wie war bei euch die Basis hierfür?
Vielen Dank für eure Antworten.
Gruss
Rainer
von Rainer -
fliesgen
Rang: Gastam 17.09.2004 14:12:35
Hallo,
ich glaube, dass kann Dir am besten Dein Arzt sagen. Ich glaube, dass es da kein Patentrezept gibt. Jeder Körper reagiert individuell und es kommt ganz darauf an, ob Dein Körper noch ausreichend eigenes Insulin produziert und es auch den Zucker in Deine Zellen einschleusen kann.
Mit der Gewichtsreduzierung und Sport bist Du meiner Ansicht nach auf dem richtigen Weg. Das ist wohl der Königsweg: gesunde Ernährung, Sport und Messen. Es gibt ein sehr schönes Buch von Hans Lauber "Fit wie ein Diabetiker". Hans Lauber hat nach der Diagnose "Diabetes II" sein Leben komplett umgestellt. Sein Motto lautet "Essen, Messen, Laufen". Er konnte sein Gewicht auf ein Idealmaß reduzieren und nimmt keine Medikamente. Das bedeutet aber auch, dass man sofort Sport machen muss, wenn die Werte zu hoch sind. Und um das herauszufinden, muss man den Blutzucker sehr oft kontrollieren. Das erfordert einige Disziplin und darf NUR IN ABSPRACHE MIT EINEM GUTEN DIABETOLOGEN geschehen. Also keine Selbstversuche!!!
Lauber meint, dass 80% der Diabetes-II-Kranken diesen körperlichen Zustand erreichen können, es aber keine Garantie gibt wie lange man so leben kann. Lauber sagt, er sei nur noch in der Disposition Diabetiker. Die Diabetes selbst sei bei ihm aber gar nicht mehr festzustellen, wenn er einen GLykose-Toleranztest mache. Ich glaube nicht, das Lauber Schwachsinn redet, aber man damit sehr vorsichtig umgehen muss. Wenn man halt sein Leben lang Medikamente nehmen oder vielleicht irgendwann spritzen muss, dann ist es nun einmal so. Damit müssen wir alle leben.
Ich befinde mich gerade in so einer "Testphase". Im April 04 bekam ich die Diagnose: Diabetes und Metabolisches Syndrom. 119,8 kg bei 174cm. Zuckerwerte nüchtern jenseits der 260. Therapie: Amaryl 2mg täglich. Jetzt sieht die Sache ganz anders aus. Mit meinen Werten bin ich super zufrieden. Ich habe bis jetzt 17kg abgenommen und es wird von Woche zu Woche weniger, nicht zuletzt durch den Sport, den ich regelmäßig betreibe. Und natürlich durch eine gesunde Ernährung, aber bitte nur das Beste von Besten, insofern ich es mir leisten kann ;-)
Bis vor ein paar Tagen habe ich noch 0,5mg Amaryl eingenommen, jetzt nehme ich gar nichts mehr. Die Werte sind recht passabel, allerdings habe ich gerade eine Erkältung. Die bringt alles etwas durcheinander und ich muss einmal abwarten, was daraus wird.
Gruß
Oliver von fliesgen -
Rainer
Rang: Gastam 17.09.2004 14:37:10
Hallo,
vielen Dank für Deine ausfürliche Antwort. Das Buch werde ich mir ansehen und es mit der von Dir empfohlenen Distanz betrachten.
Mir geht es nicht darum aus bequemlichkeit die Tabletten wegzu lassen. Meine Überlegung ist eher, die Einnahme von Tabletten und das spätere spritzen soweit wie möglich nach hinten zu schieben.
Gruss
Rainer -
fliesgen
Rang: Gastam 17.09.2004 17:42:21
Hi,
es muss ja nicht zwangsläufig zum Spritzen kommen. Und wenn: so schlimm wird das auch nicht sein.
Gruß
Oliver von fliesgen -
Harry
Rang: Gastam 18.09.2004 09:57:49
Dein Gewicht ist noch viel zu hoch!
Wenn Du mal Normalgewicht erreicht hast, könnte man evtl. darüber nachdenken, Medikamente zu reduzieren oder wegzulassen, obwohl das auf Dauer eher unwahr-
scheinlich ist. von Harry -
D. Malzer
Rang: Gastam 25.09.2004 18:52:26
Ich habe selbst Diabetes TYP II, mache ich Sport, geht mein Blutzucker von 170 auf 60 runter, esse ich nur eine Banane dann springt er wieder auf 160!!
Kein Arzt kann mir sagen was ich dagegen tun soll oder kann. Wer weiss einen Rat, oder wer kann mir einen Arzt empfehlen.
D. Malzer. -
fliesgen
Rang: Gastam 26.09.2004 11:38:50
Hallo D.,
wenn Dir kein Arzt dazu etwas sagen kann, fragst Du die falschen Ärzte! Ab zum Diabetologen, Überweisung nicht vergessen!
Beim Sport sinkt der Blutzucker immer rapide ab. Das kann man abfangen mit Kohlenhydraten, insofern ist die Banane nicht so falsch. Bananen haben allerdings recht viel Zucker, sie sind sehr "energiedicht". Der rasche Anstieg auf 160 sollte allerdings nicht sein. Du bist wahrscheinlich nicht richtig eingestellt und brauchst evtl. andere Medikamente oder eine andere Dosis in Kombination mit einer guten Ernährungsberatung.
Ich habe ein Absinken meines BZ während des Sports immer mit dünner Apfelsaftschorle aufgefangen, in dem ich die schluckweise (!) getrunken habe. Ich habe das aber am Anfang mit Messen kontrolliert: dadurch konnte ich herausfinden wieviel Apfelsaftschorle in welcher Konzentration in welchen Zeitabständen mit was für einen Ausgangswert vor Beginn der sportlichen Tätigkeit ich zuführen musste. Denn Apfelsaftschorle enthält nun einmal rasch wirkende Kohlenhydrate, so dass man keinesfalls zu viel auf einmal trinken darf.
Geh auf alle Fälle zu einem Diabetologen!
(findest Du zum Beispiel in: www.diabetes-news.de)
Gruß
Oliver von fliesgen