Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Mein Freund hat Diabetes
-
Eule
Rang: Gastam 10.08.2004 14:44:04
Hallo zusammen,
ich hoffe hier kann mir vielleicht jemand ein wenig helfen.
Seit ein paar Wochen weiß ich, daß mein Freund Diabetes Typ 1 hat. Er muss nun also Diabets spritzen.
Ich habe mich schon ein wenig mit ihm darüber unterhalten und ich bekomme immer mehr Angst, daß ihm was passieren könnte.
Ich habe so ungeheure Angst, davor was ist wenn er mal unterzuckert und nicht rechtzeitig Hilfe bekommt.
Ich liebe ihn so wahnsinnig, daß ich vor Sorge schon richtig krank bin und nicht weiß wie ich mich verhalten soll.
Ich bin nervlich so fertig, dass sogar meine Arbeit da runter leidet.
Was soll ich nur tun?
-
Eule
Rang: Gastam 10.08.2004 14:55:37
Ups Fehler er muss nicht Diabetes spritzen sondern natürlich Insulin.
Sorry da kann man mal sehen wie fertig ich bin.
-
DerHerrGandalf
Rang: Gastam 10.08.2004 17:49:17
Wichtig ist für euch, dass bei ihm Geruchs- und Verhaltensannomalien bemerkst. Es ist für den betroffenen nicht immer Erkennbar, das er Über- oder Unterzuckert ist. Es kann in *Extremfällen* zur zeitweiligen geistigen Verwirrtheit und Koma führen.
Las dir von Ihm Zeigen, wie man den Blutzucker bestimmt.
Die Werte werden entweder in mol oder in dl/mg angegeben. mit den mol-Werten kenne ich mich nicht aus.
BZ - Werte
zwischen 80 und 130 sind für gesunde Normal
unter 70 mg/ml entsprechen einer leichten Unterzuckerung. Behandlung: 2 Scheiben Brot, 100g Müsli etc.
Bei Werten unter 50 sind schneller wirksamere Kohlenhydrate notwendig. Also 6 Gummibären, Dose Cola, Wasser mit ca 2 Esslöffel Haushaltszucker, 4 Tabletten Glucose.
Sollte er Umkippen aka ohne Bewustsein:
1. Stabiele Seitenlage
2. Blutzucker Messen
Bei Unterzuckerung - Warscheinlich soum die 30 - Sollte er ein(ig)e Ampulle(n) Glukogon bei sich haben. Spritze aufziehen und reinhauen. Die Menge am Besten aufschreiben.
Die Unterzuckerung erkennt man am nervösen bis aggressiven Verhalten. Im vortgeschrittenem Stadium auch an Verwirrtheit. Zucker ist Wichtig für das Hirn
Bei Überzuckerung das schnell wirksame Insulin aufziehen und reinhauen. Die Menge am Besten aufschreiben.
Erkennt man am Acetongeruch.
Laß dir Zeigen, welches was ist. i.d.R haben die INSULINER ein Langzeitinsulin, welches den Grundbedarf abdeckt, und ein Insulin, welches zum Essen verköstigt wird. Probiere das Spritzen durchaus am Lebenden Objekt.
3. Ambulanz rufen. BZ-Wert Zeigen, und Gegenmaßnahmen. am besten die Pulle und die Spritze in der Hand behalten von DerHerrGandalf -
Andreas
Rang: Gastam 10.08.2004 21:19:05
Hallo!
In unserem Leben gibt es viele Risiken, die wir nun leider nicht immer restlos ausschließen können. Für einen insulinspritzenden Diabetiker kommt nun ein, an der Gesamtheit der Risiken gemessen, eher relativ geringes Risiko hinzu. Im Vergleich zu den Risiken des Straßenverkehrs, denen wir uns jeden Tag wieder völlig gedankenlos aussetzen, ist das Risiko, durch eine Unterzuckerung ernsthaft zu Schaden zu kommen, sicherlich nicht zu unterschätzen, aber doch eher gering.
In der Anfangsphase ist der Umgang mit Insulin, Pen und Meßgerät natürlich total aufregend. "Gewohnheitsdiabetiker" sehen dieses alltägliche Spiel aber viel gelassener.
Im Umgang mit einem bewusstlosen Diabetiker muß ich DemHerrnGandalf allerdings widersprechen. Auch wenn es viele Diabetiker immer nicht wahrhaben wollen: ein hypoglykämischer Schock mit Bewußtlosigkeit ist, wie jeder andere Schock auch, ein medizinischer Notfall. Also Notarzt rufen und lebenserhaltende Funktionen (Puls und Atmung) überwachen.
Ich bin mir sicher, daß auch du und dein Freund bald zum alltäglichen Leben zurückfinden werdet. Mit der wachsenden Erfahrung wird dann auch das Risko kalkulierbarer und man fühlt sich wieder sicherer.
Herzliche Grüße
und alles Gute für die Zukunft
Andreas -
Sandy
Rang: Gastam 12.08.2004 18:26:12
Hiho...
ich gebe Andreas in vollem Umfang recht... Gerade in der Anfangsphase wird Dein Freund es sehr schnell merken, wenn etwas mit seinem Zucker nicht stimmt, will heißen wenn er zu tief rutscht. Hat man die Krankheit dann über Jahre hinweg, kann diese Wahrnehmung schon mal etwas schlechter werden.
Sprich mit Deinem Freund, vielleicht kannst Du auch einmal mitkommen zu seinem behandelnden Diabetologen. Diesem könntest Du Deine Ängste auch einmal anvertrauen, er wird Dir / Euch alles erklären und Du wirst sehen, dass doch alles nur "halb so wild" ist.
Ich habe meinen DM nun schon seit ich 14 bin (=10 Jahre)... ich hatte schon viele Hypos in dieser Zeit, der niedrigste Wert war 32. Aber ins Koma bin ich noch nie gefallen. Weder wegen zu hohen, noch wegen zu niedrigen Werten. Alles eine Frage der Einstellung zu dieser Krankheit. Zeige Deinem Freund dass Du hinter ihm stehst und Dich dafür interessierst. Ich habe meinen Mann auch mit zum Arzt geschleift weil auch er diese Ängste hatte.... ihm hat es sehr geholfen, mit meinem Doc zu sprechen. (ich hatte den DM aber schon, als ich meinen Mann kennenlernte).
Viel Glück! und denk an die schönen Dinge im Leben...
Liebe Grüße
Sandy