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Metformin verweigert

  • Anhela

    Rang: Gast
    am 20.05.2004 02:00:00
    Warum willst du es nicht nehmen? Du hast Diabetes und das verschwindet nicht mehr von selber. Ich würde sagen dein allergrößtes Problem ist dein Gewicht. Nimm ab. Wenn du das schaffst brauchst du dann sicher weniger Medikament, aber nehmen solltest du auf jeden Fall was. Und es könnte auch passieren das du dann mal keine Medis brauchste. Jedes Mendikament hat Nebenwirkungen, klar, aber was für welche hat Metformin? Ich bin Typ 1, hab also keine Ahnung von den Medikamenten. Aber du solltest es auf jeden Fall nehmen und abnehmen. Durch ignorieren schaffst du dir nur Probleme. Hast du schon mal gehört das es bei Diabetes zu Folgeerkrankungen kommen kann? In Bereich Füße, Augen, Nieren, Nerven? Und das kann sehr schlimm sein. Glaub mir ich kenne einige mit Folgeerkrankungen. Also nimm die Medis und nimm ab. Und besuch Schulungen. Das ist sehr wichtig. von Anhela
  • Bea

    Rang: Gast
    am 20.05.2004 14:14:43
    Ende Februar wurde bei mir Diabetes mellitus Typ 2 festgestellt. Ich habe mittlerweile eine Schulung mitgemacht und vor 2 Wochen zum ersten Mal ein Tagesprofil. Die Werte waren nüchtern 140, nach dem Frühstück 146 und nach dem Mittagessen 141. Mein Arzt (Diabetologe) sagt, dass er mit dem Nüchternwert nicht zufrieden ist und mir aus diesem Grunde Metformin geben will. Das möchte ich aber nicht. Ich habe Angst vor den Nebenwirkungen und auch davor, dass das Metformin immer weiter erhöht werden muss eines tages und ich dann vielleicht sogar Insulin spritzen muss. Also, wenn ich einmal mit Medikamenten anfange, dann auch immer welche nehmen muss. Ist das so? Außerdem steht in der Beschreibung, dass die Wirkung von Metformin etwa nach 1 - 2 Wochen nach Beginn der Einnahme eintritt. Heißt das dann, dass auch die Nebenwirkungen dann erst eintreten oder würden die sofort einsetzen? Ich habe seit dem meine Ernährung (in meinen Augen) ganz gut umgestellt, esse sogar Salate und Obst (obwohl ich es meist gar nicht mag). Bei einer Größe von 160 wiege ich z. Zt. 112 kg, habe seit dem Befund 3 kg abgenommen. Mein Arzt will mir trotzdem das Metformin geben, ich möchte aber nicht. Wozu würdet ihr mir raten, ich fühl mich hin- und hergerissen, weil Metformin ja auch ganz gut sein soll. Wer kennt sich aus mit Metformin und kann mir etwas raten? von Bea
  • Anke

    Rang: Gast
    am 20.05.2004 16:45:01
    Hallo Bea,

    Hindergrundinfos mit vielen Grüssen in Kürze:
    prinzipiell kannst du mit dem Zeitpunkt, zu dem du mit einer Tabletteneinnahme beim Diabetes beginnst, NICHT den Zeitpunkt beeinflussen, zu dem du evt. einmal Insulin brauchst.
    Positiv beeinflussen kannst du dagegen mit einem frühen Beginn der Einnahme mögliche Spätfolgen, die sich um so sicherer einstellen, je länger du erhöhte Blutzuckerspiegel hast.
    Ob oder wann du Insulin brauchst, kann dir zum jetztigen Zeitpunkt niemand sagen, das hängt vor allem von der Gewichtsreduktion ab, die du schaffst.
    Die Entstehung beim Typ 2 Diabetes liegt oft im Übergewicht begründet: der Körper kann nicht mehr so viel Insulin herstellen, wie er für die Kohlenhydratmengen braucht. Obwohl er bereits viel mehr herstellt, als z.b. ein schlanker trainierter Mensch. Das hat zwei Folgen: erstens entsteht ein relativer Insulinmangel (da mehr Kohlenhydrate als Insulin), zweitens entsteht eine Insulinresistenz des Körpers(da absolut betrachtet viel Insulin, so dass der Körper seine Insulin-Rezeptoren "runterfährt").
    Wenn man es durch weniger Essen schafft, diesen Mechanismus zu durchbrechen (das heisst aber runter auf Normalgewicht !), regulieren sich Angebot und Nachfrage von Insulin oft wieder ein und der BZ ist wieder im Normbereich.
    Es spricht nichts dagegen, in der Zeit des Abnehmens zusätzlich Tabletten zu nehmen, du wirst nicht abhängig davon o.ä.
    Metformin schwächt den Blutzuckeranstieg nach Nahrungsaufnahme, senkt den Blutfettspiegel und erhöht die Insulin-Sensibilität, die Nebenwirkungen scheinen dir ja bereits geläufig :-)

    Alles Gute, Anke
  • Rudi

    Rang: Gast
    am 20.05.2004 20:20:12
    hallo bea,
    am anfang war ich auch gegen metformin, aber das hat sich geändert. Die werte haben sich stablilsiert und das gewicht hat sich dadurch auch reduziert. Also keine angst vor metformin. Die spätfolgen ohne eingriff sind gravierender und auf insulin kommt jeder, früher oder später, jedoch das gewicht steigt mit insulin. Mit metformin geht das gewicht zurück und das ist das eigentliche ziel, viel bewegung und die werte stimmen wieder, denn mit nüchternwerte um die 140 gehts eher zu höheren werten. Die folgen sind auf jeden fall zu vermeiden. Deinem diabetologen mußt du vertrauen.
    Ein schönes wochendende wünscht rudi von Rudi
  • Robert

    Rang: Gast
    am 20.05.2004 21:14:28
    Hi Bea,

    Du mußt unbedingt von dem enormen
    Übergewicht runter, dabei kann Metf.
    und Disziplin helfen. von Robert
  • Bea

    Rang: Gast
    am 20.05.2004 21:52:20
    Hallo Rudi,

    vielen Dank für Deine nette Antwort. Du bist also auch Typ 2 ? Hast Du sofort Metformin bekommen oder noch eine Zeit gewartet. Wie oft musstest Du zum Tagesprofil vorher? Ich war bisher nur einmal und mein Diabetologe will aufgrund dieses Wertes (nüchtern 140) Metformin geben. Reicht es, wenn nur einmal gemessen wird? Das finde ich nicht ok. Vielleicht hab ich abends zuvor etwas mehr gegessen...kann das sein?

    Bitte schreib mir ganz ehrlich, ob Du Nebenwirkungen hattest und wenn ja welche bei welcher Dosis. Das wäre sehr nett. Wenn du möchtest kannst du direkt an meine Int. adr. schreiben (habe Adr. o. angeg.). Würde mich freuen, wenn Du mir bald antworten könntest, denn ich fühl ich z.Zt. ein wenig hilflos. Kennst Du das auch? Ich habe niemanden mit dem ich darüber reden kann, ich meine jetzt jemanden, der/die auch Diabetes hat.

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und alles Gute,

    Bea
  • Bea

    Rang: Gast
    am 20.05.2004 22:01:29
    hallo Anke,

    vielen Dank für Deine aufklärende Antwort. Über Metformin habe ich mich übers Internet informiert, weil ich unbedingt wissen wollte wie es wirkt und welche Nebenwirkungen es hat.

    Ich habe, wie ich bereits schrieb, seit März 3 kg abgenommen, was nicht viel ist, das gebe ich zu. Aber ich habe auch nicht zugenommen und das Gewicht ist auch nicht stehen geblieben. Sicher sind so viele kg viel.

    Hast Du selber schon mal Metformin genommen und wie hat es bei Dir gewirkt und welche Nebenwirkungen gab es?

    Natürlich habe ich schon Medikamente genommen, das ist ganz klar, ich meine jetzt im Allgemeinen. Aber Diabetes ist mir total neu und ich habe mich noch nie so sehr geweigert ein Medikament zu nehmen. Ich verstehe mich selber nicht so richtig. Vielleicht ist das auch irgendwie von mir eine Art meine Abneigung gegen diese "Krankheit" auszudrücken, weil ich sie nicht will. Mir ist klar, dass sie niemand will. Es hat bei mir auch lange gedauert mein Asthma zu akzeptieren, allerdings hab ich da von anfang an Medikamente genommen, das war was ganz anderes.

    Mit wieviel Metformin fängt man denn an, weißt Du das? Ich habe irgendwo gelesen, dass man ganz klein anfängt. Wie klein sind die Tabletten denn oder zerbröselt man diese? Vielleicht kannst du mir eine antwort darauf geben? DAs wäre nett und ich wäre Dir sehr dankbar dafür.

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.

    Bea
  • Robert

    Rang: Gast
    am 21.05.2004 08:51:28
    Hi Bea,

    Typ 1 mit Metformin behandeln zu
    wollen, würe ein grober ärztlicher
    Kunstfelher. Typ 1 und 2 sind voll-
    kommen verschiedene Krankheiten.
    Informier Dich mal allgemein über
    Diabetes hier:

    http://www.diabeticus.de/

    Die Nebenwirkungen von Metformin
    treten, wie ich von anderen weiß,
    meist nur in der Anfangsphase auf.
    Die Folgeschäden hoher Zuckerwerte
    sind mit Sicherheit schlimmer.

    Wenn Du erst eine gründliche Schulung
    mitgemacht hast, bist Du auch nicht
    mehr so verunsichert, speziell auch
    was die Ernährung und den Zusam-
    menhang zwischen Kohlenhydraten
    und dem BZ-Spiegel angeht.

    Als Tabletten-Patientin bekommst
    Du allerdings in der Regel keine
    Teststreifen verordnet. von Robert
  • Lona

    Rang: Gast
    am 21.05.2004 10:16:02
    Hallo Bea,
    meine Mutter nimmt Methformin seit einigen Jahren. Das Medikament dämpft den Appetit und führt so auch zu einer Gewichtsabnahme. Und wenn du an Gewicht verlierst, kann es sogar sein, daß du lange Zeit wieder ganz ohne Tabletten auskommen kannst. (das heißt leider nicht, daß das garantiert sein wird.) Meine Mutter hat damals sehr viel abgenommen und konnte dann sogar einige Jahre komplett ohne Medikamente auskommen. Jetzt nimmt sie wieder welche - dieser Punkt kommt wohl bei allen Diabetikern unweigerlich. Probiere es einfach mal aus, wenn es gar nicht geht, wird ein vernünftiger Arzt auch auf etwas anderes gehen. Man weiß ja nie, wie man auf irgendein Medikament reagiert. Aber vielleicht hilft es dir und du hast gar keine Nebenwirkungen. Ich drücke dir die Daumen, daß es klappt.
    Viele Grüße,
    Lona
  • Rudi

    Rang: Gast
    am 21.05.2004 20:26:30
    hallo bea,
    erst mal kopf hoch, deine werte sind nicht so schlimm, daß du in panik geraten mußt. das ist alles in griff zu bekommen wichtig ist mit dieser störung zu leben und zwar gut. du mußt deine situation einfach annehmen, das fällt anfangs schwer aber es geht mit der zeit. bin auch typ II und werde mit metformin behandelt. anfangs war die dosis zu hoch und in verbindung mit amaryl sind sehstörungen, blähungen und übelkeit aufgetreten, das gibt sich aber wieder. nehme zur zeit morgens 1 mg amaryl (das treibt die bauchspeichedrüse an) und 1/2 tablette metformin (850 mg sind teilbar) sowie abends 1/2 tablette metformin. das gewicht hat sich in drei jahren normalisiert und die werte sind nüchtern unter 100 und eine stunde nach dem essen bei 140-160. damit kann ich leben. wichtig ist daß das essen auf kleine mengen verteilt wird, viel gemüse und keine mehlspeisen auch nicht weissbrot, sondern vollkorn. aber das wirst du schon noch auf einer ernährungsberatung lernen. zusammenfassend ist zu bemerken, daß du frühzeitig mit diabetes II erkannt wurdest und mit metformin spätfolgen vermeiden kannst. aber behandlungsbeürftig ist die sache allemal. leider klappt das mit deiner Email-adresse bei mir nicht (kann server nicht finden) trotzdem ein schönes wochenende und viele grüße rudi von Rudi