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Jugend(liche Einstellung) & Diabetes
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Elke
Rang: Gastam 17.10.2003 10:42:06
Hallo!
Meine 18-jährige Tochter ist seit 12 Jahren Typ 1 Diabetikerin. Werkzeug & Wissen ist nach so langer Dauer reichlich vorhanden. So weit so gut. Mir bereitet große Sorge zu sehen, dass ihr mehr und mehr der Wille und die nötige Disziplin für eine einigermaßen gute Einstellung (HBA1c in der Regel seit 2 Jahren 9 - 10 vorher höchstens 8) ihres Diabetes abhanden kommt. Ich habe ihren Wunsch, mich als Mutter mit Fragen zu ihren Werten und der Therapie zurückzuhalten, weitgehend akzeptiert. Leider führte dies nicht zu mehr Eigenständigkeit sondern zur Vernachlässigung ihrer Behandlung. Sie testet nur noch 2 mal tgl., schätzt ihren BZ und spritzt oft spät oder gar nicht nach und zu den Mahlzeiten.
Zur Diabetologin geht sie regelmäßig, jedoch ändern diese Besuche nur wenig.
Auf meine Anfragen reagiert sie ungehalten.
Wie kann ich unterstützend mitwirken ohne zu gängeln?
Wer hat ähnliche Erfahrungen? Ich freue mich auch auf Antworten junger Menschen mit Diabetes.
Vielen Dank!
Freundliche Grüße, Elke -
Marga
Rang: Gastam 17.10.2003 11:01:58
Hallo Elke,
ich empfehle Dir das Forum für
diabet. Kinder und ihre Eltern bei
http://www.diabetes-kids.de
Es ist sicher eine ganz schwierige
Situation, und auch die nicht unwahr-
scheinliche Aussicht auf schwere
Folgeschäden bei solch schlechter
Einstellung nützen oft gar nichts.
Es gibt Psychologen, die sich auf
solche Diabetiker-Probleme eingestellt
haben, aber so jemanden wird sie
vermutlich erst gar nicht aufsuchen
wollen:
http://www.diabetes-psychologie.de/ptplz.htm
Alles Gute!
von Marga -
Klara
Rang: Gastam 19.10.2003 19:43:46
Hallo Elke!
Ich bin 17 Jahre alt und hab seit 4 Jahren Typ1.
Zugegeben, hab ich mich bis vor kurzem auch nicht um die Werte gekümmert.
Meine Eltern haben sich dauernd Sorgen gemacht, was mich nur noch eher ermutigt hat, die Therapie zu vernachlässigen.
Es ist einfach wahnsinnig schwer, die Krankheit, das eigene Leben, Freundschaften, erste Liebe, Schule...
unter einen Hut zu kriegen.
Vor ca 3 Monaten kam bei mir eine schizoide Angststörung dazu, ich hab mich zurückgezogen, war oft aggressiv und hatte
panische Angst vor zu engen Kontakten mit anderen Leuten.
Das hat dazu geführt, dass ich mich selbst verletzt hab, nachdem mein Opa gestorben ist.
Danach war ich am Ende und habe eine Gesprächstherapie begonnen.
Heute bin ich darüber sehr glücklich.
Gott sei Dank geht's mir- und auch meinem Diabetes- wieder einigermaßen gut. Alles Gute für dich und deine Tochter!
Eine Therapie tut echt gut.
Wenn sich deine Tochter weigert, wäre es vielleicht aucg für dich nicht schlecht.
Klara
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Elke
Rang: Gastam 22.10.2003 12:15:48
Liebe Klara!
Vielen Dank für Deine offenen Zeilen.
Du hast natürlich recht: Der Diabetes ist gerade in der Phase des Erwachsenwerdens eine echte Katastrophe.
Dein eigener Leidensweg hat Dir aber schon gezeigt, wohin eine Vernachlässigung des Diabetes führt. Umso mehr freue ich mich für Dich, dass Du aus der schwersten Zeit heraus bist und Du daraus gelernt hast und nun mit Deinem Diabetes besser leben kannst.
Die Idee mit der Therapie für mich wäre zu meiner eigenen Entlastung sicher ganz gut. Das eigentliche Problem würde damit aber nicht gelöst. Ich hoffe, die Zeit wird Besserung bringen. Ich bleibe jedenfalls dran und werde meine Tochter auch weiter unterstützen auf Ihrem Weg.
Dir alles Gute weiterhin und nochmals Danke für Deine Rückmeldung. Hat mich gefreut.
Liebe Grüße
Elke