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Neuer Job, Diabetes und Betriebsarzt
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John
Rang: Gastam 15.01.2003 16:42:48
Hallo,
vor etwa einem Monat wurde bei mir eine Typ 1 Diabetes diagnostiziert.
Da ich bald den Arbeitgeber wechseln werden (gehobenes Management), werde ich mich einer betriebsärztlichen Untersuchung unterziehen müssen.
Ich frage mich, ob die Einstellung aufgrund meiner Erkrankung noch platzen kann und ob ich diese dem Betriebsarzt überhaupt angeben soll. Wie sind Eure Erfahrungen damit ?
merci
Johannes von John -
Enno
Rang: Gastam 15.01.2003 20:13:47
Hallo John,
vermutlich wird der Diabetes dem
Betriebsarzt nicht verborgen bleiben.
Das ganze Thema Beruf und Diabetes
wird übrigens im Januar-Heft des
Diabetiker Ratgeber (kostenlos in
der Apotheke) ausführlich besprochen.
von Enno -
Andreas
Rang: Gastam 15.01.2003 23:14:55
Hallo John!
Gegenüber dem Arzt würde ich es nicht verschweigen. Er erkennt es an den Einstichen in den Fingerkuppen.
Natürlich möchte niemand seinen Arbeitsplatz oder eine Beförderung wegen einer Erkrankung gefährden. Aber wäre es nicht vielleicht viel schlimmer, es zu verheimlichen und dann ständig mit der Angst zu leben, daß es entdeckt wird?
Herzliche Grüße
Andreas -
Steffen
Rang: Gastam 16.01.2003 00:27:06
Hallo John,
wenn du schon einen Arbeitsvertrag unterschrieben hattest bevor der Diabetes erkannt wurde kann man dir die Einstellung nicht verweigern.
Deinem Arbeitgeber solltest du aber auf jedem Fall die Erkrankung bekannt geben,
da es bei einem Arbeitsunfall oder Wegeunfall eventuell problematisch werden könnte. Der Betriebsarzt denke ich wird es sowieso merken und ich glaube nicht daß er die Verantwortung auf sich nehmen will wenn dir mal bei der Arbeit etwas passiert, da er ja von deinem Diabetes wußte.
Noch etwas solltest du bedenken.
Es ist immer von Vorteil wenn deine Kollegen wissen wie sie im Notfall reagieren sollen und das können sie nur wenn sie über deine Erkrankung bescheid wissen.
Ich bin jetzt seit 14 Jahren Typ 1 und habe bis jetzt noch keine Nachteile bei meine Job durch meine Vorgesetzten erfahren,
Gruß Steffen -
Helena
Rang: Gastam 16.01.2003 10:45:01
Hallo John,
es kommt immer darauf an in welchem Beruf du einsteigst. Wenn du an oder mit Maschinen arbeitest, wirdst du sicherlich Probleme bei der Einstellung haben. Die meisten Arbeitgeber sehen eine Gefahr beim Diabetes, aber nur weil die sich mit der Krankheit nicht auskennen.
Du möchtest aber im oberen Management einsteigen, da sehe ich keine Probleme, komischer weise geht es da unkomplizierter zu.
Ich selber habe die Erfahrung gemacht, wenn ich beim Vorstellungsgespräch erwähnt habe das ich Diabetiker bin, nur noch auf die Warteliste zu "rutschen".Diese Firmen kannten mich auch nur durch das Bewebungsschreiben.
Bei einigen Firmen wo ich schon über meine damalige Zeitfirma gearbeitet habe, war das alles absolut kein Problem. Und ich habe nie meinen Diabetes versteckt. Es ist ja schließlich nichts ansteckendes und wenn man sieht das du damit umgehst als wäre es z.B Autofahren, dann akzeptieren die anderen den Diabetes auch.
ich habe von versch. Firmen ein Angebot zur Festeinstellung erhalten, und die wußten alle das ich Diabetiker bin. (Industriekauffrau)
Ich drücke dir die Daumen.
Viel Glück Helena -
Renate
Rang: Gastam 16.01.2003 16:45:01
Hallo John, ich nehme an, dass Du den Job hast. Congratulations ! Ich bin der Ansicht, dass ein "nicht Erwähnen" nicht gleich mit Verschweigen ist. Ich gehe mit meinem Diabetes (I) diskret um, weil es mir so lieb ist. Die GL des Unternehmens muss es nicht wissen. Der Mitarbeiter kann in vielerlei Hinsicht seinen Intimbereich wahren. Da gibt es eine Ausnahme: Wenn man eine Schwerbehinderung von 50% hat. Diese kann man und darf man nicht verschweigen. Wenn Du mit der Behandlung gut klar kommst, ist es Dir überlassen, was Du daraus machst und wen Du darüber informierst.
Viel Erfolg, auch bei der Arbeit !
Renate -
Kristine
Rang: Gastam 16.01.2003 18:19:55
Hallo Renate,
wieso kann und darf man eine Schwerbehinderung von 50 % nicht verschweigen? Ich wurde bis jetzt noch nicht nach einer Schwerbehinderung gefragt und habe sie daher auch noch nicht angegeben. Muss ich das trotzdem?
Auf den Zusatzurlaub und den Kündigungsschutz kann ich wohl verzichten.
Kristine -
Heiner
Rang: Gastam 17.01.2003 09:49:12
Rein rechtlich gesehen bist Du beim Vorstellungsgespräch nicht gezwungen von Deinem Diabetes zu "erzählen". Wenn Du nach Erkrankungen gefragt wirst, mußt Du allerdings die Wahrheit sagen. Andernfalls ist das ein Kündigungsgrund. Allgemein wird man heute nach Erkrankungen gefragt im Rahmen eines Vorstellungsgesprächs, das ist leider so. Negativerfahrungen hat in der Hinsicht wohl jeder Diabetiker hinter sich. Wenn Du gut eingestellt bist nimm Deine Ergebnisse zur Vorsicht mit und lege sie mit entsprechenden Erläuterungen vor. Das scheint mir der sicherste Weg. Viel Glück,
Gruß Heiner -
Renate
Rang: Gastam 17.01.2003 10:50:45
Hallo Kristine, mit 50 % ist man verpflichtet, es dem A-Geber mitzuteilen, weil man u.a. unter Kündigungsschutz steht. Zu diesem Thema gibt es hier schon einige Beiträge. (Deswegen überlegen auch einige Diabetiker, ob sie im aktiven Alter die 50 % anstreben sollten... Es sind nicht immer Vorteile, die damit verbunden sind.) Warum verzichtest Du auf die Dir zustehenden Vorteile ?
Grüße
Renate