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Umstellung auf Pumpe
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Susanne
Rang: Gastam 21.11.2002 22:09:39
Hi,
bin 37 Jahre alt und habe seit 4 Jahren Typ 1.
Meine Mutter (55 J.) ist seit 30 Jahren betroffen, hat bereits Spätschäden (Augen) und z. Z. starke Schwankungen. Bisher hat sie die ICT durchgeführt.
Nun soll sie auf die Pumpe umgestellt werden. Seit sie dies jedoch weiß, hat sie psychische Probleme und Angstzustände. Sie meint, daß sie die Pumpen-Therapie nicht in den Griff bekommt. Ich mache mir inzwischen etwas Sorgen um sie.
Wer hat gute Erfahrungen mit der Pumpe gemacht und kann meiner Mutter Mut machen ? -
Diawolf
Rang: Gastam 24.11.2002 00:53:40
Hallo, ich habe seit ca.5 Jahren eine Pumpe.Skeptisch, ob sie mir nützen würde , war ich eigentlich nie. Ich habe dann auch festgestellt, daß sich beginnende Augenveränderungen nicht weiterentwickelt haben -also EIN wesentlicher Aspekt!
Ebenso wesentlich war für mich, daß ich nach ca. 30! Jahren endlich wieder einmal
richtig ausschlafen konnte und die Qualität des Schlafes im Allgemeinen hat sich auch verbessert.
Desweiteren ist man unabhängiger was das Spritz- Eßreglement betrifft, Diätsünden sollten aber trotzdem die Ausnahme sein, auch wenn, sogar von Ärzten, immer wieder zu hören ist, daß man ja alles essen könne nur immer der entsprechende Bolus dazu verabreicht werden müsse. Für mich reine Theorie, denn wer kann schon genau die unendlich vielen Faktoren, die den Blutzucker beeinflussen so genau in Einklang bringen und dazu dann noch schnellaufschließbare KH?
Also lieber vollwertige Nahrungsmittel und wenig Fett, und ein Grundsortiment mit überschaubarer Verdauungsstruktur(lacht mich ruhig aus-ich wiege Brot und Kartoffeln u.A. immer noch
ab).Hypoglykämien mit Traubenzucker!bekämpfen -dadurch erlebt man hinterher keine bösen Überraschungen hinsichtlich des Blutzuckeranstiegs.
Etwas schwierig gestaltet sich die Harmonisierung des glykämischen Indexes der Nahrungsmittel mit dem in der Pumpe verwendeten Humalog.Wie ist das zu verstehen?Der Wirkungseintritt dieses Insulins ist sehr steil und die Wirkungsdauer beträgt nur wenige Stunden. Wird z.B. abends fettige Nahrung gegessen
und ein, der Kohlehydratmenge zwar angepaßter Bolus verabreicht, kommt es bei mir todsicher zu einer Hypoglykämie, da der Aufschluß der Nahrung erst zu einer Zeit erfolgt wo das Bolusinsulin schon lange nicht mehr wirkt.Demzufolge kommt es zu
einer Hyperglykämie irgendwann in der Nacht, da dann nur noch die Basalrate greift.
Trotzdem ist, aus meiner Sicht, eindeutig einer Pumpenbehandlung der Vorrang vor anderen Therapieformen einzuräumen, da
hiermit, aufgrung der ziemlich genau einstellbaren Basalrate, eine wesentlich bessere Grundeinstellung erreicht werden kann. Mitdenken muß man in jedem Fall und wesentlich ist auch die mehrmalige Blutzuckerkontrolle als Grundlage für die Dosierung des Bolus.
M.f.G. Diawolf -
Peter
Rang: Gastam 11.12.2002 20:37:27
Hi,
ich denke, wenn Sie Spätschäden an den Augen hat, dann wäre eine Pumpe wohl alleine von der Bedienung her nicht das Richtige. Es gibt da doch einige Knöpfe zu beachten und ein Display zu lesen, was ich eben als problematisch ansehe, wenn leider die Augen nachlassen. Ich hatte mit guten Augen nach der Umstellung auf die Pumpe doch mit einigen Unterzuckerungen zu kämpfen, was auf Fehlbedienung meinerseits zurückzuführen war. Ausserdem sollten zur Behandlung eines Diabetes erst einmal persönliche Gewohnheiten anpasst werden (Ernährung, Kontrolle, ggf. Arztwechsel, psychologische Betreuung...). Trotz der Pumpe, die einem schon gewisse Freiräume einräumt, müssen die Spielregeln des Diabetes beachtet werden. Dies muss man erst lernen...und dann die Pumpe. Und dann kann man auch mit Diabetes ganz toll und gerne alt werden.
Ich bin jetzt 42 Jahre alt, habe seit 1973 Typ I Diabetes und werde seit 1990 mit der Pumpe behandelt. von Peter -
Diawolf
Rang: Gastam 13.12.2002 13:58:01
Noch eine kurze Anmerkung zu Obengesagtem- Augeschäden bedeuten ja nicht, daß man gleich gar nichts mehr sieht und eine Pumpe läßt sich durchaus mit verminderter Sehkraft bedienen.(Die D-Tron hat eine beleuchtete Anzeige) Einige Funktionen,wie z.B. Bolusabgabe, Basalratenan-
passung, können sogar ohne das Sehen gut und sicher realisiert werden, da ja eine akustische Bestätigung erfolgt.
Gruß Diawolf -
Peter
Rang: Gastam 13.12.2002 22:32:11
Hallo,
das ist sicher richtig. Aber es war mir so, als ob die Dame ob des Diabetes doch sehr "verunsichert" ist. Da bezweifle ich, das die Pumpe als erstes Mittel richtig ist. Wäre es nicht besser, in diesem Fall erst einmal "psychologische" Vorarbeit zu leisten ( motivieren, Angst abbauen, Kontakt suchen etc.)?
Gruß
Peter -
Diawolf
Rang: Gastam 15.12.2002 00:32:29
Psychologische Vorarbeit ist sicher mal mehr oder weniger notwendig um die Angst vor der Beherrschbarkeit der Technik zu nehmen. Aber Fakt ist, daß die Pumpenbehandlung eine wesentliche Qualitätverbesserung der Diabetesbehandlung darstellt und mit keiner Spritzentherapie zu vergleichen ist.
Deshalb sollte man nicht zu zimperlich auf irgendwelche Ängste eingehen und den Patienten mit den entsprechenden Argumenten in die richtige Richtung bringen. Man muß die schwachen Seiten der Pumpe auch benennen, aber die Vorteile überwiegen bei weitem und die überzeugen sicher jeden, der etwas weiter denkt.
Diawolf