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Depression wegen Erblindung
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Abaka
Rang: Gastam 25.09.2002 01:10:01
mein Mann ist aufgrund zu spät erkannten Diabetes innerhalb von Wochen erblindet. Es gibt auch andere Folgekrankheiten: Nekrose,Herz usw. Die verständliche Depression lähmt unsere Beziehung. Als gesunder Mensch bin ich in der Verantwortung für den kranken Partner und der Situation völlig ausgeliefert. Seit 2 Jahren findet mein Leben nicht mehr statt. Wer sagt mir etwas dazu? -
Rita
Rang: Gastam 25.09.2002 10:54:19
Hallo,
ich war 1998 selbst blind, wurde operiert,
hatte Riesenglück und kann wiedeer ganz
gut sehen! Mein Bericht ist hier nachzulesen:
http://www.diabeticus.de/berichte/rl001.html
Und noch ein Tip: Prof. Kirchhof, damals Aachen,
jetzt Köln, hat eine neue Behandlung bei diabet.
Retinopathie erforscht, die hoffentlich ab
nächstem Jahr zur Verfügung steht:
http://www.ksta.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1024653214740
Ich hoffe, Dein Mann ist nun bei einem guten
Diabetologen in Behandlung, um die Folgeschäden
zu behandeln bzw. weitere zu verhindern.
Alles Gute! von Rita -
Abaka
Rang: Gastam 25.09.2002 23:33:15
Hallo Rita, habe mit Interesse Deinen Artikel gelesen. Kaum Hoffnung, daß Deine OP für meinen Mann in Frage kommt. Seine Netzhaut ist durch Lasern weitestgehend zerstört. Ansonsten ist sein Krankheitsverlauf dem Deinen sehr ähnlich.
Vielen Dank für Deine Nachricht.
Gruss von Abaka -
Rita
Rang: Gastam 25.09.2002 23:39:18
Hallo Abaka,
ich würde ihn trotzdem mal in eine
gute Uniklinik schicken, um das
abzuklären. Ich war ja auch vorher
schon gelasert worden.
Falls das nicht geht, mit Prof.Kirchhof
Köln Kontakt aufnehmen.
Und für sonstige Folgeschäden
einen Diabetologen aufsuchen! von Rita -
Abaka
Rang: Gastam 26.09.2002 00:29:53
Danke. Eigentlich wollte ich Dir eine E-Mail schreiben. Aber die Adresse unter dem Artikel scheint nicht mehr zu stimmen.
Habe ich mich nur versehen? Schreib doch bitte in Kurzform was Du als Blinde damals den ganzen Tag getan hast um Dich abzulenken. Viel ist ja wohl nicht möglich? Mir fällt für Peter nichts ein, und er zeigt wenig Initiative.
gruss von Abaka -
Rita
Rang: Gastam 26.09.2002 11:10:53
Hallo Abaka,
doch, die Adresse ist richtig, kannst
mir gern mailen. von Rita -
DiaDia
Rang: Gastam 26.09.2002 14:06:05
Hallo Abaka,
ich glaube, du übernimmst zuviel Verantwortung. Es ist nicht dein Problem, welche Initiative dein Mann ergreift. Vielleicht ergreift er keine, weil du ja schon die Verantwortung trägst. Also mache ihm klar, daß es um eure Beziehung geht. Er ist für sich selbst verantwortlich.
Dein Mann könnte sich am PC ein neues Aufgabenfeld suchen.
Ich hatte einmal vor Jahren Modeschmuck
verkauft und einen blinden Händler, der mit zu meinen besten Verkäufern zählte.
Als ich nicht abgenommen hatte, war so mancher Blinde mit dem Stock schneller als ich.
von DiaDia -
Harry
Rang: Gastam 26.09.2002 20:01:18
Hi Peter,
das sind aber wirkllich super-
brauchbare Vorschläge :-(
Von psychologischem Geschick
gar nicht zu sprechen ... von Harry -
Abaka
Rang: Gastam 27.09.2002 01:25:17
Wie denkst Du Dir das mit dem PC? Er ist blind. Gibt es da Möglichkeiten? Ich bitte um Informationen. Natürlich muß ich mich für meinen schwer depressiven und deshalb antriebsschwachen Mann verantwortlich fühlen. Die Erblindung besteht erst seit ein paar Wochen. Wie würdest Du Dich fühlen, wenn Deine Partnerin Dich Dir selbst überließe. Gruss
von Abaka -
Diadia
Rang: Gastam 27.09.2002 13:46:59
Hallo Abaka,
der Kollege hat sich vor -7 Jahren- alles
über PC vorlesen lassen und über eine besondere Tastatur geschrieben. Mit der Blindenschrift. Heute gibt es sicher moderneres. Suche mal in Google unter
dem Stichwort.
Meine Frau ist der beste Schatz der Welt, aber sie fühlt sich auch immer für mich verantwortlich. Ich habe Diabetes, meine Frau hatte - anfangs-150% "Diabetes"!, nur aus Sorge um mich. Bis ihr ihre Mutter sagte, nicht D u hast DM, sondern Dein Mann.
Wenn Dein Mann keine Initiative ergreift, dann bist Du nicht dafür verantwortlich.
Es ist auch andererseits nicht sein Problem, wenn du überverantwortlich bist.
Ich habe das auch erst lernen müssen, ich bin nämlich nicht zum Arzt, weil sich meine Frau immer so gesorgt hat. Das war m e i n Fehler!! ( nicht zumArzt zu gehen ) Beinahe wäre es zu spät gewesen. Die Intensivstation hätte ich mir ersparen können.
Vielleicht geht ihr in eine familien-terapeutische Beratung. in einer Ehe machen immer 2 etwas falsch.
Das kann man aus der Ferne auch selten
100% beurteilen.
Alles Gute
Peter
von Diadia -
Georg
Rang: Gastam 27.09.2002 13:57:46
Hallo Abaka,
ich finde den Beitrag von Peter auch
daneben :-(
Es gibt tatsächlich diverse Hilfsmittel
für Blinde, so auch sprechende PCs
etc. Aber zunächst solltet Ihr doch
nochmals qualifizierte Hilfe in einer
Uniklinik suchen. Köln hat einen sehr
guten Ruf. von Georg -
Peter
Rang: Gastam 27.09.2002 18:07:15
Vielleicht etwas für den Namensvetter dabei:
http://www.audiodata.de/d/index.html
Peter -
Abaka
Rang: Gastam 28.09.2002 00:21:21
Danke für die Adresse. Ich werde es versuchen. von Abaka -
Abaka
Rang: Gastam 28.09.2002 00:26:01
Hallo Peter, ich kann mir vorstellen wie genervt Du warst. Es ist auch gut zu hören, daß man sich ohne grosse Gewissensnot zurücknehmen darf. Der Stress bei mir rührt daher, daß ich glaube nicht genug zu tun. Das ist sicher bei Deiner Frau auch so gewesen. Dein Namensvetter äußert seine Erwartungen an mich nicht, so muß ich mir ausmalen was von mir erwartet werden könnte. Das ist sehr anstrengend.
gruß Abaka -
Melly
Rang: Gastam 15.10.2002 13:16:55
Hallo, sag mal kümmerst Du Dich eigentlich allein um Deinen Mann? Mir scheint, Du brauchst mal dringend Urlaub. Für die Angehörigen ist sowas schwer, aber wenigstens einen Tag in der Woche solltest Du Dir für Dich Zeit nehmen. Das dein mann das nicht so einfach wegsteckt, versteh ich schon. Aber irgendwie muß es weiter gehen. Wenn er aus seiner Depression nicht allein rauskommt, solltet ihr mal überlegen euch professionelle Hilfe zu holen. Ich arbeite in einem psychiatrischen Krankenhaus und weiß, wie schwer es ist eine solche Krankheit als Betroffener oder Angehörige zu erleben. Ich drück Euch die Daumen von Melly -
Abaka
Rang: Gastam 16.10.2002 00:54:58
Hallo Melly. Dein Vorschlag ist gut, aber nicht umzusetzen. Natürlich versuche ich Freiräume für mich zu schaffen, die Situation ist aber so neu für uns beide. In meinem Kopf kreist seit Wochen nur das eine Thema: die Blindheit. Ich kann mich davon sehr schlecht befreien. Es scheint alles ausweglos. Es kommen ja auch noch die Pflichten hinzu, die mein Mann sonst übernommen hatte: Finanzen, handwerkliche Arbeiten, alle möglichen organisatorischen Dinge. Mir steht eine Wohnungsauflösung ins Haus, bei der mir niemend helfen kann.
Das klingt alles so egoistisch wie es da steht, meine Situation ist nun einmal so: Verzweiflung über den körperlichen Zustandmeines Mannes und Mitleiden (kein Mitleid). auf der anderen Seite die Notwendikeit alles leisten zu müssen, und fast alles alleine. Wir sind beide in einer verzweifelten Situation.
von Abaka -
Thomas
Rang: Gastam 17.10.2002 09:57:19
Ich frage mich, wie es so weit hat
kommen können? Ein Diabetes muß
jahrelang bestehen und ignoriert
werden, um solch massive Schäden
zu verursachen.
Mit den vielfältigen Therapiemöglichkeiten
und mit Hilfe eines Diabetologen kann
man mit Diabetes gut leben und alt
werden.
Daß Ihr Euch nun auf die neue
Situation erst mal einstellen müßt,
ist klar, aber nur Mut, es geht schon!
Falls keine augenärztliche Hilfe mehr
möglich ist, müßt Ihr Euch der neuen
Situation mit Kreativität stellen. Es
gibt viele Hilfsmöglichkeiten.
Auch Blinde führen ein lebenswertes
Leben. Ich habe schon einige
kennengelernt.
Im übrigen: Auch alle allein Lebenden
müssen sich um alles kümmern und
organisieren ... das packst Du schon. von Thomas -
Melly
Rang: Gastam 18.10.2002 02:40:47
Hey, klaro ist das heutzutage kein Problem mit dem therapieren des Diabetes! Vorausgesetzt, man weiß das man den hat!!! Und da liegt der Hase im Pfeffer. So ein "jugendlicher" Diabetes macht sich schon heftig bemerkbar. Doch trotzdem werden viele erstmal falsch behandelt, weil auf Diabetes keiner kommt. Und beim "Alterdiabetes" ist das genauso. Wenn man keinen pfiffigen Hausarzt hat, der das mal mittestet, dann kann so ein Diabetes schnell mal gar nicht bemerkt werden. Bei uns auf Station wird bei allen Pat. die kommen erstmal ein BZ Tagesprofil gemacht. Und da wird soo ost was festgestellt, das glaubt man gar nicht! von Melly -
Melly
Rang: Gastam 18.10.2002 02:46:04
Das glaub ich Dir gern, das Du irre viel zu tun hast. Nimm Deinem Mann aber nicht alles ab. Er muß selber mit im Alltag helfen, sonst fühlt er sich bald nutzlos und als Belastung. Es ist nicht egoistisch, wenn Du Dir mal "frei" nimmst. Das brauchst Du zum Ausgleich, sonst bist Du nächstes Jahr fertig für die Klapse! Hast Du gestern den Film Und plötzlich wird es dunkel in meinem Leben gesehen? Der war richtig klasse fand ich und die Reprtage bei Stern TV im Anschluß auch. Mußte gleich an Euch beide denken. Kann mir ja auch irgendwann mal so gehen. Es ist sicher nicht leicht, aber das Leben wird auch weiter seine schönen Seiten haben. Hatte mal nen Diab. der blind war auf Station. Der kam super klar. Der hat mich an der Stimme erkannt, obwohl ich damals als Schülerin selten da war. von Melly -
Abaka
Rang: Gastam 19.10.2002 01:37:15
Hallo Thomas, Diabetes ist tatsächlich niemals diagnostiziert worden. Ärzte sind derart überlastet, daß sie sich keine Zeit für den einzelnen Patienten nehmen können oder wollen. Rauchen Sie?, trinken Sie? sind die Fragen und dann gibt es ein paarTabletten. Ende. Versuche einmal einen Termin beim Augenarzt oder bei einem Diabetologen zu bekommen: Augenarzt 3-4 Monate, Diabetologe noch länger. Die Damen in der Rezeption sind unerbittlich und erkennen Notfälle nicht an. Und Du wunderst Dich, daß jemand über Jahre an Diabetes leidet und sämtliche ärztlichen Untersuchungen ohne Befund übersteht. Jetzt haben wir endlich einen guten Diabetologen gefunden, der mit höchstem Einsatz versucht, die Spätschäden in Griff zu bekommen.
Alles Gute Abaka -
Thomas
Rang: Gastam 19.10.2002 10:46:01
Hi Abaka,
es gibt auch bessere Erfahrungen,
ich brauche weder auf Augenarzt-
Termin noch Diabetologen-Termin
allzu lange zu warten, bei meinem
Diabetologen kann ich im Notfall
sogar sofort kommen ;-)
Langjähriger Diabetes verursacht
bestimmte Anzeichen, die mensch
einfach nicht übersehen kann,
wenn er halbwegs sensibel ist.
Aber was nützt das jetzt - Ihr müßt
Euch der Herausforderung stellen
und alle qualifizierten Hilfsmöglichkeien
ausschöpfen. Information ist
lebenswichtig! Und natürlich eine
gute BZ-Einstellung und Blutdruck-
einstellung, möglichst 120/70, um
weitere Verschlechterungen zu
vermeiden. Viel Glück!
von Thomas