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Wie fühlen sich Eltern?
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Berthe
Rang: Gastam 05.09.2002 20:33:11
Ich bin 16 Jahre und meine Typ1-Diabetes wurde vor etwa 4 Monaten erkannt. Meine Eltern machen sich immer wahnsinnige Sorgen und ich würde gerne wissen, wovor sie am meisten Angst haben, wie sie sich fühlen.
Wäre toll, wenn Eltern von anderen Diabetikern/innen mir ein bisschen darüber erzählen könnten. Mir gegenüber machen meine Eltern nämlich immer ziemlich stark.
von Berthe -
Christof
Rang: Gastam 08.09.2002 02:46:38
Ich bin auch 16, und das ist bei meinen eltern genau so das sie sich eigentlich unbegründete sorgen machen ich denke das ist auch normal. Man kann sich eine art vertrauens basis aufbauen indem man viele gute werte liefert und wenig unterzuckerungen hat.
von Christof -
Marga
Rang: Gastam 10.09.2002 10:27:07
Hallo Berthe,
vielleicht hast Du Lust, Dich im Forum bei
http://www.Diabetes-Kids.de/
darüber auszutauschen? von Marga -
Andrea Frahm
Rang: Gastam 04.10.2002 11:33:50
Hallo Berthe !
Ich finde es toll, dass Du Dir Gedanken darüber machst, wie es um die Gefühle Deiner Eltern steht !
Meine Tochter ist jetzt 11 Jahre alt und hat seit gut 3 Jahren Diabetes.
Bei der Diagnose fühlte ich mich schuldig und hilflos. Schuldig weil ich dachte, dass Diabetes immer erblich bedingt ist und ich meinem Kind diese Last mit auf den Lebensweg gegeben habe. Dieses Gefühl kommt ab und an immer noch auf. Am Anfang überwog aber die Hilflosigkeit. Da meine Tochter (wie Du bestimmt auch) ihren Diabetes sehr schnell selbst übernahm, mussten wir partnerschaftlich zusammenarbeiten. Es war für uns als Eltern immer klar, dass sie über ihren Diabetes bestimmt und wir die "Hilfestellung" geben, die sie braucht. Das setzt natürlich voraus, dass man solche Dinge ehrlich miteinander bespricht. Ich sage meiner Tochter deutlich, wenn mir ihr Verhalten Sorgen bereitet und bisher hat es entweder dazu geführt, dass sie mir erklären konnte, dass meine Sorgen nicht gerechtfertigt sind oder sie hat ihr Verhalten geändert, so dass ich keinen Anlass mehr zu Sorgen hatte. Ein Beispiel: meine Tochter hat seit fast einem Jahr eine Insulinpumpe. Ein großer Vorteil ist, dass sie erst nach der Mahlzeit den Bolus für das abgibt, was sie tatsächlich gegessen hat. Morgens geht es bei uns oft etwas hektisch zu. Sie hatte sich angewöhnt den Frühstückbolus erst im Schulbus abzugeben. Das geriet natürlich dann und wann in Vergessenheit. Die Folge waren hohe Werte bei der Blutzuckermessung in der Schule oder hohe Mittagswerte, wenn diese Messung ausgefallen war.
Ich habe ihr dann erzählt, dass mich manchmal den ganzen Vormittag der Gedanke daran nicht losläßt, ob sie nun gepumpt hat oder nicht. Das konnte sie gut verstehen. Wir haben uns darauf geeinigt, dass jetzt morgens immer an der Haustür beim Verabschieden gepumpt wird. Wir denken beide daran, und es klappt prima.
Andererseits halte ich mich aber mit meinen Sorgen zurück, die ich nicht näher erklären kann. Es ist manchmal schon ein bedrückendes Gefühl das Kind in die Welt ziehen zu lassen (auch wenn es nur der tägliche Schulbesuch ist), wenn man weiss, dass es verantwortlich handeln muss um sein eigenes Leben nicht in Gefahr zu bringen. Auch wir Eltern waren einmal Kinder und Jugendliche und wissen ebend darum sehr genau, wie schnell die Zeit oder Abmachungen in Vergessenheit geraten, wenn das Leben doch so spannend und interessant ist. Ausserdem kennen auch wir die Gruppendynamik in Klassen und Cliquen, das Gefühl dazugehören zu wollen und nicht anders zu sein als die anderen.
Diesen Zweifel daran, ob ich das wohl in meiner Kinder- und Jugendzeit gepackt hätte, übertrage ich wohl oft auf meine Tochter und übersehe dabei wohl manchmal, dass sie (vielleicht wegen ihres Diabetes ?) viel verantwortungsbewußter und zuverlässiger ist als ich damals.
Ich wünsche Dir gute Gespräche mit Deinen Eltern !
Herzliche Grüße,
Andrea Frahm -
Andreas Bachhuber
Rang: Gastam 23.10.2002 00:12:38
Die nackte Angst, daß mein 11 jähriger Sohn mit Unterzucker ohnmächtig geworden ist. von Andreas Bachhuber -
Andrea Frahm
Rang: Gastam 23.10.2002 09:19:32
Hallo Andreas !
Mir ist nicht gaynz klar geworden, ob es nur um die Möglichkeit geht, dass Dein Sohn seine Unterzuckerung nicht merkt bzw. nicht entsprechend handelt oder ob es tatsächlich passiert ist.
Unsere Tochter merkt glücklicherweise ihre Unterzuckerungen recht frühzeitig. Ich weiss aber auch von anderen Kindern, die mit Werten von unter 30mg/dl noch durch die Gegend spazierten als wäre nichts.Das würde mich sicherlich auch in Angst und Schrecken versetzten. Ein anderes Problem wäre es ja, wenn die Hypo zwar gespürt wird, aber die entsprechende Handlung aus irgendwelchen Gründen ausbleibt. Daran könnte man ja mit Sicherheit etwas ändern. Für die Hypo-Wahrnehmung soll es mittlerweile sehr wirkungsvolle Sensibilisierungsmethoden geben. Ein Bekannter von uns hat hier in Kiel einen solchen Kurs besucht und fühlt sich danach viel sicherer. Jetzt traut er sich auch eine "strammere" Einstellung zu. (Vorher hat er sich immer um die 200 mg/dl gehalten, weil er panische Angst vor Unterzuckerungen hatte !)
Vielleicht magst Du ja mal mehr von Deinem Sohn und Dir erzählen ?
Mit freundlichen Grüßen,
Andrea von Andrea Frahm -
Ulla
Rang: Gastam 19.11.2002 23:20:07
Hallo, ich fühle mich nach 12 jahren immer noch genau so wie du... ich habe allerdings am meinsten angst vor den spätschäden die er vielleicht mir auferlegt da in Kleinkindertagen der Zucker oft sehr schlecht einzustellen war. Julian hat seit geburt zucker und ist nun 12. Schlimm ist auch das er oft deprimiert ist.. messenmessenmessen.. spritzen keine cola keine 10 kugeln eis... es viel oft von ihm meine jugend ist im A... ich baue ihn dann auf aber er tut mir sehr leid zeige es aber nie. Ich weiß das ich nicht für seine Krankheit kann, es ist zwar traurig aber wahr... ich kann ihn nur unterstützen dabei.Ich mache mir viele sorgen hat er gespritzt in der schule und gemessen, trinkt er mineralwasser oder erdbeershake? soll ich bei erdbeershake und schlechtem wert schimpfen oder soll ich es besser nicht? er ist ein kind und soll kind bleiben solange es geht....es ist schwer das gleichgewicht zur Konsquenz und zum Gewissen zu erreichen... von Ulla -
Andrea Frahm
Rang: Gastam 20.11.2002 08:32:38
Hallo Ulla !
Die Pubertät ist ja auch ohne Diabetes kein Zuckerschlecken. Ich mache mir Gedanken, doch wie es wird, muss ich auf mich zukommen lassen.
Ich glaube, dass die Einstellung zum Diabestes genauso wichtig ist, wie die Einstellung des Diabetes.
Wenn Du sagst, dass Dein Sohn keine Cola und kein Eis in Massen darf, werdet ihr sicher eure Gründe dafür haben. Wir haben von Anfang an mitbekommen, dass man heutzutage auch mit Diabetes alles essen und trinken darf. Dank Humalog und einiger Erfahrung mit der Einschätzung von Lebensmitteln ist das glücklicherweise kein Problem.
Das mit dem ewigen messen nervt da schon viel mehr.
Ich weiss nicht, ob es einfacher ist, wenn ein Elternteil auch Diabetes hat. Geht man da mit gutem Beispiel voran ? Meine Tochter wirft mir in schlechten Momenten vor, dass ich ja gar nicht wissen kann, wie es ihr geht. (Und sie hat ja recht damit !) Das kann Dein Sohn wohl nicht behaupten.
Frustrierend ist auch , dass in der Pubertät gute Werte mehr oder weniger Glückssache sind. Diese Hormonausschüttungen bringen immer wieder alles durcheinander. Eine Woche sind die Werte perfekt und dann, ohne dass man etwas anders macht als sonst, gibt es nur noch Hammerwerte.
Da fehlt irgendwann die Motivation.
Und dann sind wir Eltern gefragt. Manchmal finde ich das ganz schön kräftezehrend.
Bei uns gibt es eine Elterngruppe, die sich regelmäßig (alle 2 Monate) trifft. Da tut es gut, dass man von ähnlichen Problemen überall hört. Und auch, dass es irgendwann besser wird. Manchmal gibt es auch richtig gute Tips, die man mit nach Hause nehmen kann.
Jedenfalls merkt man immer wieder, dass man nicht alleine ist. Und das ist auch ein gutes Gefühl.
Herzliche Grüße,
Andrea von Andrea Frahm -
Ulla
Rang: Gastam 20.11.2002 09:27:07
Hallo Andrea
danke für Mutmachen.... es ist schlimm wenn Julian schlechte werte hat, ja. Er ist unzufrieden, ich bin unzufrieden, der Arzt ist unzufrieden... neulich sagte der Arzt zu mir nachdem ich ihm erklärte das die Werte einach nicht stimmen wollen.... Naja da kann Julian ja nichts dafür! So schob ich mir dann die Schuld in die Schuhe obwohl Julian eigentlich die letzte Zeit recht unzuverlässig war und einfach aß ohne zu messen und ich ihn erinnerte und er es trotzdem nicht machte.
Dann hat man beim nächsten Arztbesuch schon fast Angst einen schlechten oder schlechteren HBA1 zu erhalten.. Ja sicher, essen kann er alles.... aber! er muß es auch berechnen und abspritzen! Das tut er sicher nicht und wenn er draußen spielt dann hat er einfach seinen Diabetes vergessen und ist Kind wie jedes andere. Eigentlich ja auch schön aber ich laufe oft nachmittags dann in den Park zum Spielplatz oder in die Klique und messe damit die Werte stimmen oder halbwegs der Doc zufrieden ist. Das ist sehr beschwerlich alles und Julian ist genervt davon das ich ihm hinterherlaufe was auch zu verstehen ist. Esist aber nunmal wichtig fürseinen Körper und für mein wohlbefinden und Gewissen! Ich hoffe das er bald seine Krankheit annimmt und sie ihm nicht immer sch...egal bleibt. Er kennt sich gut aus mit BE und Einheiten, aber er möchte es einfach nicht beachten umbei den Kumpels gleich da zu stehen. Das ist sehr schwer und jeder sagt mir noch mehr druck ausüben. Das mit dem Druck ist schlimm... ich soll immer nur druck ausüben, soll sogarstrafen aussetzen... ist er nicht eigentlich genug bestraft? Er hat mit seinen 12 jahren nur genau 2 wochen ohne Insulinspritze gelebt und kennt es eigentlich nicht anders als von mir damit "bedient" zu werden. Ich habe angst das esimmer an mir hängen bleibt, spätschaden er später mir anlastet oder ständig später mit unter- oder überzucker in der ecke liegt und nicht mehr kann da ihn das alles eigentlich nur lästig ist. Mein Vater (Krankenpfleger) sagte mir... laß ihn das mal ganz allein ein paar Tage machen, erinner ihn an nichts, wenn es ihm dann mal so richtig dreckig geht dann wird er vielleicht wach und merkt..halt hier muß ich mal selber nun etwas tun mir hilft keiner und überlegt sich das dann zum guten... Ich traue mich das aber nicht denn es wirkt sich ja alles auf seinen Körper und HBA1 aus, schließlich trage ich noch eine ganze weile die verantwortung für seinen kleinen Körper. von Ulla -
sil
Rang: Gast -
Anneliese Strottner
Rang: Gastam 11.07.2003 13:05:45
Du willst wissen wie sich Eltern fühlen?!?
Es isr ein wechselbad der Gefühle, auf der einen Seite möchten wir es euch Kindern abnehmen was ja leider nicht geht. Auf der anderen Seite haben wir Angst das Ihr das ganze zu leicht nehmt und nicht genügend auf euch achtet.
Uns geht dann im Kopf herum,
Hat sie genügend Gespritzt oder auch hat sie genügend gegessen.Wisst ihr wann Ihr essen und wieviel ihr essen müsst um nicht umzufallen.
Aber du bist in einem Alter wo du mit deinen Eltern reden kannst,meine Tochter ist erst 8 hat seit 1,5 Jahren zucker.
Du kannst deine Eltern fragen wie es IHnen dabei geht und dann könnt ihr ja vielleicht einander besser verstehen. von Anneliese Strottner