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wenn Phase 1 fehlt

  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 23.08.2009 15:39:34
    und was genau ist jetzt das Problem? von Jürgen
  • dagmar

    Rang: Gast
    am 23.08.2009 16:22:10
    dass viele selbt beo Kohlhydratreichem Essen gar net sehen dass Sie ne Glucosetoleranzstörung haben....denek net dass ich nen Einzefall bin...hätte ich den oGTT nicht gemacht ,hätte ich nicht gemerkt dass da was nicht stimmt obwohl trockene Weißbrötchen mit Karottensaft auch reinknallen müssten...tun sie aber nicht

    Gummibärchen z.b sind bei mir auch krass

    Nen problem ist das nicht ,nur werde ich versuchen Deine Regel einzuhalten und abzunehmen....7 Kilo habe ich ja schon weg...das muss aber noch viel mehr werden von dagmar
  • dagmar

    Rang: Gast
    am 25.08.2009 12:20:31
    wenn Phase 1 net mehr richtig funzt hat dass aber nicht gleich zu heißen dass Betazellen schon abgestorben sind oder?...oder anders rum....wenn der BZ bis jetzt nie über 180 war ( vorausgestzt ) sind eigentlich noch alle Beta Zellen da aber Phase 1 ist halt defekt...habe ich das richtig verstanden...oder fehlen bei defekter Phase 1 schon zwangsläufig Betazellen und die Phase 1 ist deswegen defekt? von dagmar
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 25.08.2009 14:18:52
    Moin Dagmar,

    zu unserem Leben gehört, dass die meisten Zellen in unserem Organismus turnusmäßig absterben und ebenso turnusmäßig neu gebildet werden. Zum Typ2 Defekt gehört offenbar, dass die Neubildungsrate so weit hinter der Absterberate her hinkt, dass bei Erreichen der Diagnosereife nur noch etwa 20% der Menge existieren, die bei einem stoffwechselgesunden Menschen gleichen Geschlechts und Alters und gleicher Statur beobachtet werden. Allgemein veröffentlicht gibt es dieses Wissen für Typ2 erst seit dem entsprechenden Vortrag des usanischen Typ2-Papstes Dr. DeFronzo auf der ADA-Konferenz vor einem Jahr.

    Indirekt wissen wir, dass wir Typ2 zu wenig Betazellen haben, seit die Inkretin-Mimetika auf dem Markt sind, diese Medis zur Wiederherstellung der futterbasierten Insulinbestellung der Phase1. Zu Byetta & Co hieß es nämlich immer, dass damit auch ein Stopp des Absterbens der Beta-Zellen oder vielleicht sogar eine Wiederherstellung möglich wäre. Und wo diese Mittel auch dazu beitragen sollen, die zu viele Zuckerausgabe aus der Leber zu verringern, liegt der Schluss nahe, dass diese 3 Punkte, die den Typ2 fernab vom Resistenzgeschwätz tatsächlich ausmachen, irgendwie zusammen gehören.

    Nach allem, was ich bisher gelesen habe, denke ich, dass die Erneuerungsbilanz der Inselzellen schon lange vor den ersten messbaren BZ-Auffälligkeiten immer negativer wird und dass sich dieser Prozess selbst dann über lange Zeit unentdeckt einschleichen könnte, weil kaum jemand aus Spaß regelmäßig den BZ misst und weil bis zu einer Beta-Zell-Menge von 50% bei den normal üblichen Futtermengen wahrscheinlich nicht einmal kleine Auffälligkeiten messbar wären. Schließlich kann sich ein stoffwechselgesunder Mensch mit vollständiger Beta-Zell-Masse statt 75g (oGTT) 750g Glukose einverleiben, ohne dass das den BZ zu irgend einer Zeit wesentlich über 140 mg/dl treibt.

    Bisdann, Jürgen
  • dagmar

    Rang: Gast
    am 25.08.2009 14:42:21
    wenn ich 750 gramm Glukose nehmen würde hätte ich wahrscheinlich nen BZ von 1000....aber wenn die Betazellen langsam absterben ( vor nem Jahr hatte ich noch einen HB Wert von 5,2 der vor 4 Jahren auch 5,2 war......vor 3 Monaten hatte ich 6,1

    könnte das nicht auch typ 1 sein? von dagmar
  • dagmar

    Rang: Gast
    am 25.08.2009 14:44:33
    dann könnten ja deine oben genannten Mittel verhindern dass man Diabetes bekommt solange nur Phase 1 defekt ist oder? von dagmar
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 25.08.2009 19:35:37
    Moin Dagmar,

    das Bild ist definitiv irreführend: die Betas sterben nicht langsam, sondern immer gleich schnell und werden gleich schnell neu gebildet. Es werden bei der negativen Bilanz des Typ2 nur weniger neu gebidet als jeweils abgestorben sind.
    Beim Typ1 werden die Betas vor ihrem turnusmäßigen Verfallsdatum vom Immunsystem aufgefressen. Wie schnell das in all geht, ist auch nicht bekannt, denn auch die Betroffenen fallen ja frühestens dann auf, wenn der BZ bei einer zufälligen Untersuchung deutlich erhöht ist. Ohne diesen Zufall erst, wenn sie infolge Stoffwechselentgleisung durch akuten Insulinmangel nicht tot, aber meistens bewusstlos zusammenklappen. Und bis jetzt hat noch niemand sagen können, wie lange die Entwicklung bis dahin gedauert hat.

    Der HBA1c-Wert ist ein schlechter Ratgeber und taugt auch nicht für die Diagnose, denn er schlabbert einfach BZ-Spitzen nach oben und nach unten, die weniger als 1-2 und vielleicht sogar bei manchem bis 3 Stunden andauern. Ne Stunde nach dem Essen 300 und mehr sind also mit einem HBA1c von 5 durchaus vereinbar wenn ne Stunde weiter nur noch um 80 gemessen werden.
    Der Anstieg von 5,2 auf 6,1 kann schon in einem Wechsel des Labors oder der Bestimmungsmethode begründet liegen. Wenn nicht, hast Du irgendwo jeden Tag mehrere Stunden mehr als 140, wenn nüchtern noch regelmäßig 85-95 erreicht werden.

    Noch einmal, Diabetes ist keine Krankheit sondern zu hoher Blutzucker, der so ab einer bestimmten Höhe so heißt. Dass der BZ zu hoch verläuft, kann viele Gründe haben, von denen wir bislang einige zu kennen glauben. Und immer dann, wenn die bekannt geglaubte Menge der Gründe mit einem Medi ausgeschlossen werden kann, spinnen einige von Krankheit verhindern bzw. heilen, das erste Mal kurz nach der ersten erfolgreichen Insulinanwendung. Aber Heilen oder Verhindern hat bis heute nicht funktoniert :-(

    Was jedoch super funktioniert, wenn man's als Betroffener denn macht, ist die mehr oder weniger defekte BZ-Automatik unterstützen bis ersetzen und den BZ im gesunden Rahmen führen. Milchmädchen könnten dann auf die Idee kommen, dass Diabetiker, die das machen, ja gar keine Diabetiker mehr sind - hat es hier schon gegeben, und auch solche, die mir hier geschrieben haben, dass sie halt Diabetiker seien und damit ein Anrecht auf einen diabetisch hohen BZ hätten.

    Wenn Du also Dein Anrecht auf vor-diabetisch und irgendwann auch diabetisch zu hohen BZ nicht in Anspruch nehmen willst und stattdessen Deinen BZ gesund führst, kannst Du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die meisten bis alle diese fiesen diabetischen Folgekrankheiten verhindern, sie sich mit höher als gesundem BZ mit der Zeit einzustellen pflegen und dem Diabetes diesen schrecklichen Ruf eingebracht haben, dass er grausam immer mehr Lebensqualität und Leben abfresse.

    Daumendrück, Jürgen
  • dagmar

    Rang: Gast
    am 25.08.2009 23:54:41
    ich habe halt angst dass es vieleicht Typ 1 sein könnte und werde das mal meinem Internisten der mich im Moment betreut ( Leberspezi ) nahe legen von dagmar
  • Lulu

    Rang: Gast
    am 26.08.2009 12:53:34
    Danke, Jürgen,
    ich lese Deine Ausführungen immer gern! Diese hier haben mir besonders viel Erleuchtung gebracht!
    Schönen Tag noch! von Lulu
  • Rainer

    Rang: Gast
    am 26.08.2009 16:16:31
    Hallo Dagmar,

    die Internistin wird dich mit deinem Verdacht auf Typ 1 auslachen und das zu Recht, weil bei dir nichts darauf hindeutet. Du hast trotz deine leicht angeknacksten Phase 1 der Insulinausschüttung auch keinen Diabetes Typ 2 und nicht einmal Prädiabetes. Es ist auch nicht raus, ob du jemals Diabetes bekommen wirst - dazu brauchst du nämlich erst einmal regelmäßig höhere oGTT-1h-Werte und dazu dann noch eine Betazellen-Dysfunktion, die bei vielen Menschen auch bei höheren BZ-Spitzen nicht auftritt.

    Die Empfehlung von Jürgen, so zu essen, dass dein BZ eine Stunde nach den Mahlzeiten höchstens auf 140 steigt, kann dir mit ziemlicher Sicherheit garantieren, dass du nie Diabetes bekommen wirst. Da diese gute BZ-Führung außerdem im Kampf gegen Gewichtsprobleme gut sein kann, lohnt es sich bestimmt.

    Wenn du jetzt aber daraus schließen willst, dass du schon sehr krank bist und dir wegen Diabetes vielleicht schon morgen oder übermorgen die Füße abfaulen werden, dann ist das ganz großer Blödsinn. Du bist nicht kränker, als viele andere Leute, die ihren oGTT-1h-Wert gar nicht kennen, obwohl der noch viel höher steigen kann.

    Betrachte dein Wissen und die gegebenen Empfehlungen als Chance auf eine ausgezeichnete Gesundheit - zu Angst und Panik besteht bezüglich deines BZ überhaupt kein Anlass.

    Alles Gute, Rainer