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geringe Basalrate und ständige Hypos
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Katja
Rang: Gastam 09.08.2009 18:13:56
Hallo Kruemel,
als ich meinem Diabetolgen mal meinen Kummer klagte, weil mein BZ überhaupt nicht so wollte wie ich, meinte er mit einem Augenzwinkern: "Ich glaube, ich weiß, woran das liegt! Kann es sein, daß Sie einen Diabetes haben?" Gemeint war natürlich, daß es praktisch unmöglich ist, ständig seinen BZ im Normbereich zu halten! Man muß halt damit leben, daß nicht jeder Wert perfekt ist - was mir auch nicht gerade leicht fällt!
Ich habe mal gelesen, daß man von einer guten Diabeteseinstellung spricht, wenn mind. 50% (!) der Werte im Normbereich liegen! Leider weiß ich nicht mehr, wo das stand.
Als Perfektionistin hätte ich am liebsten auch nur BZ-Werte wie Gesunde! Als Tochter und Frau von Ingenieuren weiß ich aber (zumindest im Kopf), daß dieses Ziel unerreichbar ist. So behelfe ich mich dadurch, daß wenigstens mein HbA1c im Normbereich liegen soll, was mir seit Beginn der Pumpentherapie trotz schwankenden Insulinbedarfs und flexiblen Lebenslaufs auch gelungen ist :-)
Viele Grüße
Katja -
Jürgen
Rang: Gastam 09.08.2009 21:14:17
Was in meinen Kopf nicht rein will:
Bei praktisch allen Klagen über unerwartete BZ-Ergebnisse lese ich nichts von Verläufen! Auch dann nicht, wenn das wiederhote Auftreten der unerwarteten Ereignisse beklagt wird. Das kann ich nicht nachvollziehen.
Kein BZ stellt sich plötzlich ein. Jeder BZ hat seine Vorgeschichte, und zwar in aller Regel über mehrere Stunden. Und in diesen Stunden liegt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit immer der Schlüssel zum unerwarteten Ereignis und dazu, wie man es rechtzeitig abwenden bzw. vermeiden kann, wenn man's nicht mag.
Spätestens dann, wenn's wiederholt auftritt, ist ein unerwartetes Ereignis nicht mehr wirklich unerwartet. Und da gilt es dann halt mit Messgerät und großem Zettel systematisch und in Stunden- bis Halbstunden- und bei größeren Bewegungen auch in noch kleineren Zeit-Schritten zu ergründen, wie sich der Verlauf hin entwickelt zu dem Ereignis, das man nicht haben will.
Selten findet man da die Lösung in einem Tag. Und wenn man nach ner Woche schließlich meint, eine gefunden zu haben, und die dann anwendet, kann gut sein, dass die sich als noch lange nicht optimal erweist. Aber da kann man doch dann gezielt weiter beobachten und weiter probieren! von Jürgen -
Frage
Rang: Gastam 10.08.2009 11:51:56
Ich habe mal eine Rückfrage zum erwähnten "Insulinverdünnen"....das hab ich noch nie gehört.. wie macht man denn das? von Frage -
peter
Rang: Gastam 10.08.2009 15:05:49
für kinder wird das von apotheken in der nähe von kinderdiabetesschwerpunkten/kliniken.
oder von den betroffenen selbst.
problematisch ist es nicht wenn man weiß wie.
am besten fragt man einen chemiker die können nämlich besser rechnen und mit kleinen mengen umgehen.
benutzt werden die 10ml insulinflaschen(praktischer als penpatonen), das verdünnungsmittel wird kostenlos auf rezept geliefert.(auch in 10ml flaschen) von lilly zb. dilluent.
praktische konzentrationen, u50, u20, u10.
dann kann man u100 ew spritzen nutzen, ohne groß rechnen.
man kann das verdünnte aber auch in die reservoire der alten roche pumpe die um die humalogpatronen gebaut wurde aufziehen und dann mit den lilly oder bc pens spritzen.(oder sich einen alten disetronic pen besorgen für den es die aufziehreservoire noch gibt.)
praktisch wird aus den 10ml - 1ml entnommen(totraummenge wieder zurück) +1ml insulin u100, 10mal kippen=10ml u10.
entsprechend bei den anderen konzentrationen. von peter -
Joa
Rang: Gastam 10.08.2009 16:27:21
Hallo Katja,
nu hast Du mich veranlasst auch hier mal meinen Senf ... ;-)
> Katja schrieb:
> ich gehe mal davon aus, daß Du mich mit der
> "up-regulation" meinst. Aber dann mußt Du
> mir eines erklären: wie kommt es, daß diese
> Up-Regulationen seit mehr als 11(!) Jahren
> zuverlässig(!) kurz vor oder mit Beginn meiner
> Tage einsetzt?
Da vermengst Du zwei unabhängig zu sehende Sachverhalte.
Das eine sind die hormonell bedingten Insulinbedarfsschwankungen im Regelkreislauf der Frau.
Das andere ist die *allen* Hormonrezeptoren eigene Eigenschaft, ihre Sensitivität gegenüber "ihrem" Hormon zu verändern.
Steigt die Insulinsensitivität im hormonellen Zyklus der Frau, also bei Dir, senkst Du die aus Erfahrung die Insulindosis ab.
Das bewirkt erst in der Folge, nach ein paar Tagen, eine (gewisse) Up-Regulation der Insulinrezeptoren.
Steigt dann aus hormonellen Gründen die Insulinresistenzlage wieder an, erhöhst Du, ebenfalls erfahrungsgemäß, die Insulindosierung wieder.
Das ist dann auch keine Down-Regulation, weil die Anzahl der aktiven Rezeptoren erstmal noch erhöht ist, wegen der vorgehenden, sekundären Up-Regulation.
Erst dann, wiederum über ein paar Tage hinweg, gibt es auch eine *echte* Down-Regulation durch das erhöhte Insulinangebot..
Dann ist auch im nächsten Schritt wiederum eine zweite Dosiserhöhung des Insulins in Richtung des normalen, zwischenmenstruativen Bedarfes angesagt.
> Wieso folgen bei mir immer mehrere
> Down-Regulationen aufeinander, aber
> nur eine Up-Regulation - und das seit vielen
> Jahren?
Siehe oben. Variationen sind natürlich möglich. Einfach mal unter dem Aspekt beobachten und analysieren?
Und vielleicht doch mal in Althausen vorbeischauen ... ? *ggg*
Gruß
Joa
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kruemel
Rang: Gastam 10.08.2009 19:55:43
Hallo zusammen,
also erstmal zur Frage von wegen Verläufe vor der Hypo: Ich kann bei mir ganz klar sagen: meine Hypos haben keine Vorgeschichte und genau das ist mein Problem!!!
Wenn ich wüsste, sooo, ich hab heute viel Sport gemacht, daher könnte ich unterzuckern, dann wär das alles ja superleicht. Leider ist es oft so, dass zwei aufeinander folgende Tage völlig gleich verlaufen und ich an einem Tag normale Werte habe und am nächsten völlig unterzucker. Warum fragt sich da der geneigte Leser?!
Mein Diabetesdok meinte mal, dass es einen geringen Prozentsatz von Diabetikern gibt, bei denen das einfach so ist und wo man auch nix dagegen machen kann. Bei denen wird sich das nie ändern. Für mich wäre es zum Beipsiel eine seeeeeehr große Hilfe, das permanente Glukosemonitoring von Minimed zu bekommen. Das warnt einen, wenn der Wert zu niedrig ist. Aber leider sagt die KK da nein! Unglaublich, aber das ist eine andere Geschichte.
Zum Thema verdünnen: ich mach das ganz einfach, ich habe Humalog und den dazu passenden Verdünner von Lilly (Diluent). Ich zieh 1,2 Einheiten Insulin und 1,2 Verdünner auf. Fertig. Das kommt dann in die Pumpe und gut is. Aber ich hab btw nicht das Gefühl, dass es irgendwie helfen würde;)
Vielleicht bin ich auch einfach ein hoffnungsloser Fall!? Wenn diese Unsicherheit nicht wäre, diese ständige Gefahr, dass etwas passieren könnte, dann wäre es ok. Aber leider passiert es meist, wenn es absolut nicht passieren sollte. In der Schule zum Beispiel (ich bin Lehrerin und das kam nicht sehr gut...). DAVOR brauche ich Schutz. Aber scheinbar gibt es keinen.
Langsam verzweifel ich!
Liebe grüße und danke für eure antworten,
kruemel
ps: was ist althausen? -
Jürgen
Rang: Gastam 10.08.2009 20:56:44
Althausen ist die beste Pumpenschulung, die man in D (und wahrscheinlich weit darüber hinaus) erfahren kann. Taugt allerdings nur für Leute, die ihren BZ in den Griff bekommen und dafür 3 Wochen echte Kopfarbeit leisten wollen und nicht für solche, die nur nach mem Hypowarner suchen. Liesma http://www.forum.diabetesinfo.de/forum/index.php/topic,7764.0.html von Jürgen -
Joa
Rang: Gastam 10.08.2009 21:06:30
Nachtrag für Katja:
Da die Webseite von Matthias wieder schnackelt hier noch eine URL zum Thema Zyklus und Co..
http://www.chrostek.de/neuesalthausen/der-zyklus
Nur für den Fall dass Dich diabetologische Neugier gepackt hat, aber Du es in den nächsten Wochen noch nicht schaffst dem Diabetesdorf Deinen Besuch abzustatten. ;-))
> Anonymus schrieb:
> also erstmal zur Frage von wegen Verläufe vor der
> Hypo: Ich kann bei mir ganz klar sagen: meine
> Hypos haben keine Vorgeschichte und genau das
> ist mein Problem!!!
Hm, es gibt schon stark schwankende Insulinempfindlichkeiten, die dann aber wohl auch Gründe in irgendwelchen anderen hormonellen Geschehnissen/Störungen des Stoffwechsels finden.
Z. B. können Funktionsstörungen der Schilddrüse recht unangenehm in das Therapieschema reinfunken.
In aller Regel finden sich bei genauerer Analyse aber schon klare Zusammenhänge, meist in Verbindung mit einer vermurksten Einstellung und mangelhafter Informationslage bei DiabetikerIn und ggf. auch bei behandelndem Arzt.
So ist es auch weiterhin nicht unüblich, dass DiabetikerInnen deutlich überinsuliniert durch die Gegen laufen, unter CSII etwas weniger, aber doch auch noch.
Wenn dann aber mal aufgrund anscheinend mysteriöser Umstände die Insulinwirkung zuschlägt, kann das scheinbar plötzlich kommen und recht heftig hinlangen.
An Deiner Stelle täte ich erst mal die These:
"grundsätzlich noch zu viel Insulin"
näher beleuchten mögen, bevor ich mich mit der Allerweltserklärung des Docs anfreunde.
Dafür spricht, dass Du irrigerweise eingangs davon ausgegangen bist, dass 15 IE/24h eine niedrige Basalrate wären.
Das ist völlig im Normalbereich. NIedrig wäre das allenfalls als TGD (TagesgesaMTDosis).
Und auch in Sachen TGD wird das teilweise noch um Einiges unterboten.
Teupe erzählte, dass seine Patientin mit dem Niedrigbedarfsrekord bei 5 bis 6 IE/24h gelegen habe. Relativ klein aber recht wohlgenährt bis proper. Wohl auch kein Leichtgewicht, wenn ich recht entsinne.
Zum Verdünnen:
Bei Deinen Bedarfsmengen sollte das Verdünnen eher zu einem beschleunigten Wirkverlauf des Insulins beitragen, als dass es die Steuerung wesentlich verbessert. Aktuelle Pumpen bieten ja immerhin Schrittweiten bis 0,025 IE/h in der BR.
Gruß
Joa -
Joa
Rang: Gastam 11.08.2009 04:38:08
> Jürgen schrieb:
> lies mal ...
Da könnte ich auch noch was anbieten:
http://www.forum.diabetesinfo.de/forum/index.php/topic,5560.msg138068/highlight,teupe.html#msg138068
Susanne war als altgediente Diabetologin aus berufsbedingter Neugierde dort auch mal hingefahren.
Ansonsten einfach im Diabetesinfo-Forum mal nach den Stichworten "Althausen" oder "Teupe" suchen. Es sind einige rechte interessante Beiträge zu finden. :-)
Gruß
Joa