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merkwüdige schulungstipps?
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J ürgen
Rang: Gastam 01.08.2009 09:52:09
Moin 3punkt,
das BZ-Testgerät entfernt ähnlich dem heute ist auf dem allgemein zugänglichen Markt gerade etwa 25 Jahre alt und galt vielen Ärzten in der Hand der Patienten bis in die 90ger Jahre hinein als mehr als suspekt. Es gab zwar vorher schon visuelle BZ-Teststreifen, auf denen die Testgerätetechnologie der ersten Generation ja aufsetzte, aber die waren eher Labor- als Patientenmittel. Patientenmittel war von Altersher die Urinzuckerüberprüfung. Kein Zucker im Urin = kein honigsüßer Durchfluss = gesund. Z.B. gerne ausgegebenes Schwangerenziel bis an die Jahrtausendwende, und noch heute läuft der erste und einzig immer von der kranken Kasse getragene Zuckertest auf Schwangerschaftsdiabetes vielfach über den Pipistreifen.
Die Ausrichtung von Essen und Insulin auf der Grundlage der Pipistreifen kann mit Fug und Recht als Einstellung bezeichnet werden. Denn abgesehen von der irren Ungenauigkeit läuft der Urinzucker dem BZ um etwa 2 Stunden hinterher. Und mit so einer Einstellung lassen sich kurzfristig auch größere BZ-Schwankungen absolut nicht vermeiden. Auch nicht, wenn man dann irgendwann die BZ-Messung an die Pipistreifen-Stelle setzt. Ziel sind dabei immer Zielwerte nüchtern und vor den Mahlzeiten. Sind die dauerhaft höher als beabsichtigt, wird praktisch der gesamte Tages-BZ-Verlauf als Ganzes um die Differenz zur beabsichtigten Höhe gesenkt. Damit bleibt der Abstand von unteren zu oberen Spitzen und die Anzahl dieser Schwankungen pro Tag natürlich voll erhalten. Tatsächlich entspricht diese Art der Einstellung eben der ärztlich allgemein üblichen Diabetes-Einstellung. Dazu, wie man Spitzen ohne die nachfolgenden Täler absenken kann, wird in der normal üblichen DDG-INSULINER-Schulung praktisch nicht angeleitet. Ja, der Gedanke, dass das möglich sein könnte, kommt darin nicht einmal vor.
Bisdann, Jürgen von J ürgen -
Rainer
Rang: Gastam 03.08.2009 13:03:36
Hallo Katja,
für deine Erfahrung: „Mir ist durch die "gesunde" ketogene Energieversorgung schon mal richtig schlecht geworden! Der BZ lag bei 100(!), ich hatte ausreichend Insulin, aber +++! Grund dafür war, dass ich an dem Tag gerade mal 4 BE gegessen hatte....“ gibt es eine ganz einfache Erklärung.
Dein Gehirn hat verlernt, sich außer mit Glukose auch von Ketonkörpern zu ernähren. Diese Ketolysefähigkeit des Gehirns kannst du wieder erwerben, wenn du mehrere Tage nur wenig KH, höchstens 80g pro Tag zu dir nimmst. Das Gehirn muss dafür entsprechende Mengen eines Enzyms herstellen, wozu es bei der heute üblichen kohlenhydratreichen Ernährung erst nach einigen Tagen in der Lage ist. In Abhängigkeit vom Alter kann das bis zu drei Wochen dauern. Bei Kindern geht es sehr viel schneller und in deinem Alter reichen vielleicht schon zwei Wochen aus. Säuglinge besitzen übrigens die Ketolysefähigkeit des Gehirns und benötigen sie auch, um sich von der Muttermilch ernähren zu können. Genauer kannst du dir das alles hier www.miginfo.de/molmain/main.php?docid=980 ansehen.
Wenn du dir die Fähigkeit des Gehirn, sich auch von Ketonkörpern zu ernähren wieder aneignest, dann wird es zu den beschriebenen Mangelzuständen im Gehirn nicht mehr kommen. Aber auch andere miese Zustände wie übermäßige Hungergefühle, Kopfschmerzen u.v.m. kann man damit erfolgreich in den Griff bekommen. Deshalb lohnt sich das jeden Fall.
Wenn du die Ketolysefähigkeit einmal zurückgewonnen hast, dann reicht übrigens ab un zu mal wieder ein KH-armer Tag, um diese zu erhalten. Dazu muss man sich nicht unbedingt dauerhaft KH-arm ernähren.
Beste Grüße, Rainer