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BE für Döner-Tasche (Teig) ohne Inhalt

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 6
    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 21.02.2011
    am 21.02.2011 13:40:49
    Hallo,
    mein 18jähriger Sohn ist Diabetiker Typ 1. Es wurde kürzlich erst entdeckt, als er kurz vor einem Zucker-Schock stand und mit Rettungswagen ins Krankenhaus gefahren werden mußte. Inzwischen geht es wieder besser, aber alles ist neu für uns. Ich habe Angst, etwas falsch zu machen, tue mich auch mit der Berechnung noch schwer.
    Weiß jemand, wieviel BE 1 Döner-Tasche (nur Teig) hat? Fleisch und Salat werden ja wohl nicht berechnet und Saucen mag er sowieso nicht.
    Bin dankbar für jede Hilfe.
    Bearbeitet von User am 21.02.2011 13:41:52. Grund: Nicht angegeben
  • Robert B.

    Rang: Gast
    am 21.02.2011 16:07:31
    sugamama schrieb:
    Hallo,
    mein 18jähriger Sohn ist Diabetiker Typ 1. Es wurde kürzlich erst entdeckt, als er kurz vor einem Zucker-Schock stand und mit Rettungswagen ins Krankenhaus gefahren werden mußte. Inzwischen geht es wieder besser, aber alles ist neu für uns. Ich habe Angst, etwas falsch zu machen, tue mich auch mit der Berechnung noch schwer.
    Weiß jemand, wieviel BE 1 Döner-Tasche (nur Teig) hat? Fleisch und Salat werden ja wohl nicht berechnet und Saucen mag er sowieso nicht.
    Bin dankbar für jede Hilfe.



    Wenn ich mittags mal Lust auf einen Döner habe, spritze ich mir sechs Einheiten Actrapid und fahre bisher immer gut damit. Abends verkneife ich mir jegliches Junkfood.

    Gruß, Robert
  • Rang: Anfänger
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    Beiträge: 3
    Mitglied seit: 21.02.2011
    am 21.02.2011 16:16:13
    Das ist nicht so einfach zu sagen.In meiner Stammdönerbude sind das so um 4-6 BE je nach Größe der Tasche.Ich bin zwar Typ 2er habe die erste Zeit auf sowas verzichtet und erst nach einem Jahr mir mal wieder einen Döner gegönnt.Man kann eigentlich nur probieren und schauen in welche Richtung bewegt sich mein Zuckerwert.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 21.02.2011 17:23:13
    Moin ZuckerMutter,


    Dein Sohn hat Diabetes UND Dein Sohn ist erwachsen. Klar, das Du dich sorgst. Aber Du kannst ihm seinen Umgang mit seinem Blutzucker nicht abnehmen. Denn es gibt keine Regeln, nach denen das bei allen Typ1 gleich funktioniert. Die allgemeinen Regeln hat er mit seiner Grundeinstellung vermittelt bekommen. Persönlich anpassen kann er die nur selbst.


    Einfaches Beispiel:
    Für den Döner wie gelernt messen-spritzen-essen und dann in Halbstundeschritten messen, bis der BZ nicht weiter sinkt und vielleicht sogar wieder ansteigt. Wenn der BZ an der tiefsten Stelle wie vor dem Essen gemessen, hat die Insulin-Menge gepasst. Wenn höher, dann beim nächsten Versuch vorsichtig mehr, wenn niedriger, dann beim nächsten Versuch eben weniger. -


    Wolltest Du dich in den nächsten Tagen und Wochen mit einem erwachsenen Mann hinsetzen und solche Messreihen überwachen?
    UND wenn er seine Insulin-Menge endlich für den Döner passen hat und dann statt nach dem Essen vorm Compi zu hocken plötzlich joggen geht, dann fehlt ihm nach ein paar Minuten wenigstens 1 Döner, weil das Insulin mit Bewegung wenigstens doppelt so gut wirkt.
    UND wenn er arbeitsmäßig Stress hat, kann das Insulin wieder anders wirken UND ebenso, wenn er ne Grippe o.ä. ausbrütet.


    NEIN, ich will Dir und ihm damit keine Angst machen, sondern nur aufzeigen, dass wirklich nur Mann selbst seinen eigenen BZ vernünftig steuern kann. Klar macht das Lernen Mühe, und klar macht dabei jeder jede Menge Fehler (umso größere, je größere KH-Mengen gleich ohne jede Erfahrung und Übung einverleibt werden), die bei vielen auch öfter mal im kranken Haus landen.


    Aber Du hilfst ihm NICHT, indem Du versuchst, ihn um diese Fehler rum zu lotsen. Kein Kind lernt Laufen, ohne hin zu fallen. Das Hinfallen hast Du ihm damals auch nicht abnehmen können. Zeig ihm die Anmeldeseite vom insulinclub.de Da sind mehrheitlich jüngere Leute, die alle mal so angefangen haben wie er. Und dann lass Deine Finger aus seinem Zucker raus.


    Wenn Du Interesse an mehr Sach-Info hast, lies dich einfach mal durch diabetes-info.de :-)
    Jürgen
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    am 22.02.2011 09:52:26
    hjt_Jürgen schrieb:
    Aber Du hilfst ihm NICHT, indem Du versuchst..,



    Du hast recht, das muss er alleine machen, aber unterstützen kann und sollte ihn seine Mutter bei bestimmten Dingen schon. In der Regel denke ich dreht es sich hierbei um Ernährungsfragen die Angehörige/Partner schon wissen/beachten sollten. Besonders wenn er nicht selbst kocht sollte sich seine Köchin ;-) etwas mit der Materie beschäftigen.

    Würde ich im umgekehrten Fall auch machen, mich informieren. Deshalb finde ich es ganz okay wenn seine Mutter sich hier informieren will.... auch wenn es Mütter vielleicht oft zuuuu gut meinen ;-)

    P.S. Mir hatte man anfangs auch aus lauter Gutmeinen eine Pizza Vegetaria mitgebracht... wegen dem Gemüse und so ;-)



  • Rang: Anfänger
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    am 24.02.2011 09:22:40
    Danke an alle, vor allem an havier für die nette Unterstützung. Nur, weil mein Sohn plötzlich 18 geworden ist, höre ich nicht auf, seine Mutter zu sein. Er ist Schüler, lebt in unserem Haushalt und ißt alles. was ich ihm zubereite. Also sollte ich schon wissen, was gut für ihn ist und wie ich berechnen muß, zumal ich manches auch anders einkaufe als früher, für ihn speziell gesündere Sachen kaufe (mehr Salate, Gemüse). Es ist der Wunsch meines Sohnes, dass ich ihn dabei unterstütze. Ich finde schon, dass Menschen, die im selben Haushalt wohnen wie die Betroffenen, auch indirekt mitbetroffen sind, zumal wir Frauen meistens die Mahlzeiten zubereiten.
    Ich bin so nicht erzogen worden, dass ich jemanden nicht mehr unterstütze, nur weil plötzlich diese Zahl 18 in seinem Leben erscheint. Ich bin so erzogen worden, Menschen zu helfen und für sie da zu sein. Das tue ich nicht nur bei Fremden, wo ich es kann, das tue ich erst recht bei meinen Lieben, vorausgesetzt man will diese Hilfe.
    Und mein Sohn will sie!
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 24.02.2011 12:53:40
    sugamama schrieb:
    Danke an alle, vor allem an havier



    Danke für die Blumen :-)

    Ich war allerdings mit 18 schon aus dem Haus. Dadurch musste ich zwangsläufig u.a. selbst kochen. Heute, gut zweifünftel Jahrhundert später hilft mir das bei der Ernährungsumstelltung wegen Typ2 immens.

    * man weiss nie zu was man was braucht *
  • Gast

    Rang: Gast
    am 24.02.2011 13:21:12
    hallo h4, das hast du klasse erkannt. und umgesetzt.
    und das wichtigste nochmal ! , das a+o einer guten=erfolgreichen insulintherapie, ist eine wirklich gute "schulung" des dmlers, da ist auch eine kh-einschätzung des essens meist mit drin.
  • Bild User
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 24.02.2011 14:40:32
    Moin Zuckermutter,

    …..ich hätte keinen wesentlich anderen Text geschrieben, wenn Dein Sohn 14 wäre. Klar muss man immer eine Anlernphase nach der Diagnose berücksichtigen, aber schon in der würde ich mit 14 Jahren erwarten, dass eher der Sohn den Eltern die Welt mit Diabetes erklären kann und will, als umgekehrt.

    …..Ich habe in vielen Jahren Selbsthilfe schon Kinder mit 10 erlebt, die ihren Blutzucker jeden Tag mit ganz verschiedenen Tagesabläufen praktisch völlig selbständig mit guten Blutzucker-Verläufen gesteuert haben. Die haben sich also für ihr Essen - Mahlzeiten und zwischendurch - schlicht passend Insulin gespritzt und dabei auch gleich berücksichtigt, ob sie in der folgenden Stunde in der Schule Sport hatten oder Mathe.

    …..Und auf der anderen Seite habe ich Kinder mit 30 noch immer zuhause erlebt, für die mir die Mütter den Springzucker erklärt haben, diesen völlig unberechenbaren Blutzucker-Verlauf, der einfach völlig unerklärlich innerhalb von 2 Stunden von 40 auf 400 steigen und genauso tief fallen kann, auch wenn sie, die Mütter, alles genau berechnet haben.

    …..Natürlich ist Dir unbenommen, wie Du's machst. Für Deine gründliche Info hatte ich Dir ja extra die vielleicht beste Quelle im Netz genannt. Aber für Deinen Sohn ist garantiert besser, wenn er umgehend selbst passend abschätzen lernt, was jeweils auf seinem Teller ist und wie viel er dafür spritzen muss, damit sein Blutzucker in den folgenden Stunden im einigermaßen gesunden Rahmen verläuft.

    …..Bisdann, Jürgen