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  • Gast

    Rang: Gast
    am 06.06.2011 22:30:33
    Hallo ihr Lieben,

    mein Partner hat Diabetes. Er hat schon eine Insolin-pumpe aber er hat trotzdem immer wieder mit hohen Zuckerwerten zu "kämpfen".

    Ich kenne mich mit dieser Erkrankung leider so gut wie gar nicht aus (ich hatt enoch nie Kontakt damit und bin relativ frisch mit meinem Partner zusammen) und es ist mir auch irgendwo unangenehm ständig meinen Partner auszuquetschen. Besonders weil ich auch sehe, dass ihn das Thema nervt und ihm unangenehm ist.

    Meine Frage wäre: Gibt es ein Gerät, welches, wie die Insolin-pumpe, immer am Körper ist aber auch gleichzeitig immer wieder den Zucker im Blut misst und bei Veränderungen Insolin gibt? Und wenn ja, wie teuer wäre so ein Gerät? Und wo würde man es her bekommen?

    Ich hoffe man versteht was ich meine.

    Ich würde mich sehr über Antworten freuen
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 06.06.2011 23:00:59
    Dein Partner nutzt die bei weitem teuerste Möglichkeit, Insulin zu nutzen. Dafür hat er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit so viel an Schulung bekommen, dass er seinen Blutzucker damit recht gesund steuern könnte. Wenn er das nicht tut, wird er's wahrscheinlich deswegen nicht tun, weil er's nicht lernen wollte und nicht tun will.

    Was Du gerne für ihn hättest, ist noch ein Traum. Allerdings ein Traum, der schon seit Jahren bei allen großen Pharma-Herstellern entwickelt wird und sicher im Rahmen weniger Jahre die Marktreife erlangen, erste vielleicht schon im nächsten, wenn die rechtlichen Fragen in diesem Zusammenhang für die Hersteller eindeutig geklärt sind.

    Rechtlich ergibt sich folgendes Problem:
    Wenn sich heute ein INSULINER viel zu wenig oder viel zu viel Insulin spritzt, ist das sein Fehler. Der kommt statistisch in jedem Jahr Behandlung X Nummern Male vor, und der Betroffene ist selbst dafür verantwortlich. Er ist also auch selbst dafür verantwortlich, wenn er sich zu viel gespritzt hat und in einer Unterzuckerung einen Verkehrsunfall verursacht.
    Aber wie wäre das nun mit so einer Vollautomatik, von der nicht nur Du träumst? Auch wenn diese Vollautomatik die Zeiten mit viel zu hohem und viel zu niedrigem Blutzucker halbieren und damit erheblich besser als der normale Selbstspritzer sein würde, wer wäre letztlich verantwortlich, wenn der Träger in einer der viel wenigeren Unterzuckerungen einen Unfall baute - er selbst oder der Hersteller der Vollautomatik?
  • Gast

    Rang: Gast
    am 07.06.2011 08:12:13
    Viele Dank für deine Antwort!

    Ich merke, ich muss noch viel Lernen in diesem Bereich!
    Du hast wirklich weiter geholfen.

    Vielen Lieben Dank noch mal!!! :)
  • Gast

    Rang: Gast
    am 07.06.2011 15:31:13
    Jürgen schrieb:
    Aber wie wäre das nun mit so einer Vollautomatik, von der nicht nur Du träumst? Auch wenn diese Vollautomatik die Zeiten mit viel zu hohem und viel zu niedrigem Blutzucker halbieren und damit erheblich besser als der normale Selbstspritzer sein würde, wer wäre letztlich verantwortlich, wenn der Träger in einer der viel wenigeren Unterzuckerungen einen Unfall baute - er selbst oder der Hersteller der Vollautomatik?


    ein uz wäre mit einer vollautomatik nicht drin, es sei denn die verwande technik wäre mist! ausserdem warnt jedes cgms vor uz! ausserdem sollte so ein (leider noch existentes) gerät auch eine glukacon-pumpe beinhalten. somit wäre die frage wohl geklärt, zu mal dir bekannt sein dürfte, dass trägern von i-pumpen kaum uz passieren (wenn sie eine funktionierende basalrate haben und die be-faktoren beachten).
  • Gast

    Rang: Gast
    am 07.06.2011 19:43:08
    ----ein uz wäre mit einer vollautomatik nicht drin, es sei denn die verwande technik wäre mist!.----
    auch nicht komplett, daher nicht richtig.
    denn es ist nicht nur die technik, sondern auch das beiwerk (am und im körper -katheter, , cgms-sensor, etc was versagen kann)
    über die haltbarkeit und zuverlässigkeit von glucagon, ist wenig bekannt daher ist es im notfallset in pulverform)
    zudem nicht der bz gemessen wird , sondern der glucosegehalt des zwischenzellwassers, und und .
    bis das zuverlässig und bezahlbar ist wird noch viel wasser den rhein runter fließen, wenn man immer wieder hört daß einzelne insuline zu teuer sind , die streifen rationiert werden sollen, dann sehe ich das in weiter ferne.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 08.06.2011 14:59:04
    schrieb:
    denn es ist nicht nur die technik, sondern auch das beiwerk (am und im körper -katheter, cgms-sensor, etc was versagen kann)... zudem nicht der bz gemessen wird , sondern der glucosegehalt des zwischenzellwassers


    Bei der "gedachten" Vollautomatik ist nichts "Beiwerk" - Katheter entfällt, CGM-Sensor ist Technik und ausserdem können immer irgendwelche "Ausfälle" passieren.... Wo, ausser bei arterieller Blutabnahme, wird denn der BZ gemessen? Ausserdem wäre dies bei einer Vollautomatik so was von egal....
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    am 08.06.2011 18:57:45
    Moinmoin,

    das Spiel mit dem Glukagon wird noch länger auf sich warten lassen, obwohl das ja auch schon in kleinen Versuchsreihen probiert wird. Dagegen hat die Closed-Loop-Kombination aus CGM und Insulin-Pumpe UND fortgeschrittenem Programm in Gruppenversuchen längst erfolgreich größere Abendmahlzeiten und anschließende Nächte mit deutlich besseren Werten als eine ähnliche Kontrollgruppe mit CGM und kopfgesteuerter Pumpe absolviert.

    Für das Steuerprogramm ist wohl die größte Herausforderung, die zeitliche Verzögerung zwischen Spritzen und zugehöriger Hauptwirkung, die ja wenigstens irgendwo zwischen 45 und 90 Minuten auseinander liegen. Wenn der Messer also mit den um 15 Minuten Zwischenzellwasserverpätung die 120 oder 100 nach unten passiert, muss das Programm schon entscheiden, ob da ne Hypo in der Mache ist und erheblich weniger Insulin ausgegeben werden sollte, oder ob das dann in ner Stunde vielleicht fehlen wird, wenn das Absinken nur bis 90 geht/gegangen ist und dann der nächste Anstieg folgt.

    Noch anspruchsvoller wird das Spiel dann außerhalb der Schlafzeiten, wenn ne viertel Stunde einfaches Gehen wie beim Einkaufen ja die Wirkung des dann 30-60 Minuten zuvor gespritzten und gerade wirkenden Insulins wenigstens verdoppelt: Die Pumpe kann das einmal ausgegebene Insulin ja nicht zurück nehmen.
    Allerdings können solche Steuerprogramme immer besser lernen, die Bedarfsmuster ihrer User zu lesen und perspektivisch zu deuten und so immer häufiger immer besser passende Entscheidungen zu treffen.

    Wenn die oben angesprochene rechtliche Frage im ersten nationalen Zusammenhang entschieden ist, etwa in den USA, wird es nach meiner unmaßgeblichen Einschätzung wahrscheinlich kein Jahr mehr dauern, bis die ersten Angebote auf den Markt kommen. Denn so gut, wie INSULINER, die nur nach BZ und BE-Faktor spritzen und ihr Bewegungsverhalten überhaupt nicht berücksichtigen und damit dann bei HBA1c 8-10 spielen, funzt es allemal.

    Bisdann, Jürgen
  • Gast

    Rang: Gast
    am 09.06.2011 15:25:04
    hjt_Jürgen schrieb:
    Moinmoin,

    Noch anspruchsvoller wird das Spiel dann außerhalb der Schlafzeiten, wenn ne viertel Stunde einfaches Gehen wie beim Einkaufen ja die Wirkung des dann 30-60 Minuten zuvor gespritzten und gerade wirkenden Insulins wenigstens verdoppelt:

    Bisdann, Jürgen



    Beitrag gekürzt von Gast

    Wie kommst du eigentlich zu solchen Behauptungen? Ich hab etwas derartige noch nie erlebt und ich frage mich, warum ich unter diesen Umständen an einem Arbeitstag mit anschließender Arbeit im Haushalt, gar nicht zu reden vom Einkaufen, überhaupt Insulin spritzen mußte - und zwar nicht zu knapp.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 17.06.2011 02:03:38
    schrieb:
    über die haltbarkeit und zuverlässigkeit von glucagon ist wenig bekannt ....
    ...das Spiel mit dem Glukagon wird noch länger auf sich warten lassen, obwohl das ja auch schon in kleinen Versuchsreihen probiert wird.


    also wenn das glucagon stabilisiert ist (siehe link) + die versuchsreihen schon 2010 waren, warum soll es dann "noch länger" dauern? hier der link: http://www.diabetes-deutschland.de/news221.html
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 17.06.2011 08:19:28
    Vielleicht schaust Du mal hier den kleinen Film.
    schrieb:
    I agree that we really need a stabilized glucagon. There is a small company called Biodel that has produced one. Unfortunately, Biodel is focusing most of their energy on their rapid-acting insulin, Linjeta, and don’t have much effort to spare for glucagon at the moment. We’re trying to find a way to do some of the testing that is needed on their stabilized glucagon ourselves – this is something we’re proposing as a project to the JDRF. Lilly has also acquired rights to a glucagon analog that is stable. Hopefully they will aggressively develop it – they certainly have the resources to do so.


    aus der Test-/Film-quelle zu Glukagon
    Bearbeitet von User am 17.06.2011 08:20:02. Grund: Nicht angegeben
  • Gast

    Rang: Gast
    am 17.06.2011 13:07:41
    :-)) der Zuse der Glokuse

    Gruss Havier