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Prognose, dies & das
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am 09.10.2011 12:20:48
Hallo zusammen,
schön, euch gefunden zu haben :)
Ich bin gerade sehr durcheinander und versuche mich in meine wahrscheinlich neue Lebenssituation einzulesen. Kurz zu meiner Geschichte: Vor 1,5 Jahren war mein Nüchternzucker noch iO (Routine ohne Verdacht). Da ich psychische Baustellen habe, musste ich mich vor kurzem wieder in die Hände eines Psychiaters begeben. Für's erste hat er mir ein Antidepressivum gegeben (Fluoxetin, war ein Fehler) und dann nach 4 Tagen Medikamenteneinnahme die Standardblutabnahme mit allem Drum-und-dran. Dabei hat sich dann ein "Nüchtern"-Blutzucker von 146 gezeigt :( Leider sagte man mir im Vorfeld nicht, dass ich nüchtern erscheinen müsste und das Ergebnis habe ich erst 3 Wochen nach Blutabgabe bekommen. Daher weiß ich nicht, wann ich am Vorabend das letzte gegessen habe und was es war. Ich frühstücke (leider) nicht, krieg einfach nix festes runter. Also fällt das schon mal als Möglichkeit aus. Aber 2-3 Tassen Kaffee mit Milch (aber ohne Zucker) waren es ca. 1 h vor der Blutabnahme sicherlich.
Meine Hoffnungen beruhen also auf eine Verschiebung des BZ wegen des Kaffees und der Angsterkrankung mit Schlafstörung (Cortisolausschüttung). Das Fluoxetin (was ich wegen anderer Nebenwirkungen seit 3 Wochen nicht mehr nehme) hat auch Einfluss auf den BZ, allerdings meist in Richtung Hypo. Gibt aber auch Tierversuche in die andere Richtung. Nur dass ich wegen dieser Punkte auf BZ 146 kommen kann, da hab ich meine Zweifel. Allerdings sind Messfehler ja auch immer eine Möglichkeit. Da ich jetzt für zwei Wochen beruflich unterwegs bin, kann ich der Sache allerdings erst Ende des Monats nachgehen. Mit viel (!) Glück klappt's morgen früh noch zwischen Tür und Angel bei meinem Hausarzt.
Da ich mich momentan etwas hilflos fühle, habe ich versucht, mich ein wenig in die Materie einzulesen. Auch habe ich über das Wochenende regelmäßig meinen Urin mit Teststäbchen untersucht. Immer Glucose-negativ. Auch nach 'ner ordentlichen Portion Zucker. Meine Nierenschwelle scheint zumindest nicht überschritten zu sein, was ich als positiv empfinde. Dann scheint es noch nicht so weit fortgeschritten zu sein. Ich bin jetzt 34 Jahre alt, männlich, habe vor kurzem wegen der Depri wieder mit Fitness angefangen.
Übergewicht abbauen geht bei mir schlecht (BMI 22). Nahrungsumstellung und mehr Sport wären für mich im Fall einer gesicherten Diagnose selbstverständlich. Wird nicht einfach aber die Folgeerkrankungen wären für mich ein härteres Los. Jetzt meine eigentliche Frage: Falls die Umstellung der Lebensumstände nicht reicht, um einen guten BZ-Spiegel zu garantieren, wie lange könnte ich mit Hilfe oraler AntiDiabetika ohne Insulinspritzen auskommen? Ich weiß, dass das vmtl. sehr individiuell ist, aber ist es überhaupt bei DM-2 möglich, für den Rest meines Lebens (ich bin ja erst 34) ohne Insulin von außen zurecht zu kommen?
Vielen Dank für die Hilfe und euch allen einen schönen Sonntag. -
am 09.10.2011 13:35:33
Update: Eben positiven Urintest gehabt... scheint also amtlich zu sein :(
Verdammt, ich bin 34, hab kein Übergewicht, Rauchen tue ich auch nicht. Sportlich bin ich zwar auch nicht aber ich habe täglich Bewegung. Warum hab ich seit 6 Jahren Bluthochdruck und nun Diabetes? -
am 09.10.2011 14:25:51
Hallo Merbig,
melde dich bei deinem Hausarzt an und lass dich ordentlich auf Diabetes untersuchen. Normal werden der Nüchtern-BZ und der HbA1c bestimmt. Zur Blutabnahme musst du wirklich nüchtern erscheinen, die Milch aus dem Kaffee könnte schon für den etwas höheren Wert verantwortlich sein.
Es wäre gut, wenn dein Doc auch noch den oGTT, den Zuckerbelastungstest mit dir macht. Bitte ihn mal darum. Wegen deiner komplizierten Situation mit den Tabletten, die wahrscheinlich den BZ steigern (google einfach mal danach), erscheint das angebracht.
Beste Grüße, Rainer -
am 09.10.2011 14:34:41
Merbig schrieb:
Wie lange könnte ich mit Hilfe oraler AntiDiabetika ohne Insulinspritzen auskommen? Ich weiß, dass das vmtl. sehr individiuell ist, aber ist es überhaupt bei DM-2 möglich, für den Rest meines Lebens (ich bin ja erst 34) ohne Insulin von außen zurecht zu kommen?
Die Frage, ob mit oder ohne Insulin ist relativ bedeutungslos. Wichtig ist, ob du mit oder ohne Folgeerkrankungen durch dein Leben kommst.
Ich sage: ja, das ist für die meisten T2er möglich, solange sie ihren BZ gesund führen. Ich sage das aus meinen eigenen Erfahrunge, den Erfahrungen anderer und mit einer Portion Optimismus. Es gibt aber genügend Leute, auch in diesem Forum, die das vehement bestreiten und mich für die Aussage beschimpfen.
Lass dich erst einmal in Ruhe ordentlich auf Diabetes testen. Wenn sich herausstellt, dass du Diabetes oder Prädiabets hast, dann frage einfach nach weiteren Informationen.
Rainer
Bearbeitet von User am 11.10.2011 15:02:11. Grund: Nicht angegeben -
am 09.10.2011 16:09:02
Danke für Deine Antwort.
Es stimmt - es sollte mir eigentlich nicht wichtig sein, ob ich Insulin spritzen muss oder nicht. Wenn anderweitig kein vernünftiger BZ einzuhalten ist, dann muss es halt sein. Irgendwie wäre für mich aber damit eine gewisse Grenze überschritten. Tabletten nimmt irgendwie jeder aber regelmäßig etwas in den Körper zu injizieren ist etwas anderes. Die Denkweise ist eigentlich Schwachsinn...
Optimismus ist wohl das A und O bei jeder Therapie und Krankheit. Das geht mir leider noch etwas ab aber ich bin lernfähig und will ein gutes Leben leben. Morgen mache ich auf jeden Fall den 'echten' Nüchternzucker - also ohne Kaffee etc. - und wenn ich die Hausärtzin zu Gesicht bekomme, spreche ich den oGTT an. -
Gast
Rang: Gastam 09.10.2011 16:56:08
Merbig schrieb:
Übergewicht abbauen geht bei mir schlecht (BMI 22). Nahrungsumstellung und mehr Sport wären für mich im Fall einer gesicherten Diagnose selbstverständlich. Wird nicht einfach aber die Folgeerkrankungen wären für mich ein härteres Los. Jetzt meine eigentliche Frage: Falls die Umstellung der Lebensumstände nicht reicht, um einen guten BZ-Spiegel zu garantieren, wie lange könnte ich mit Hilfe oraler AntiDiabetika ohne Insulinspritzen auskommen? Ich weiß, dass das vmtl. sehr individiuell ist, aber ist es überhaupt bei DM-2 möglich, für den Rest meines Lebens (ich bin ja erst 34) ohne Insulin von außen zurecht zu kommen?
Wieso legst Du Dich schon auf DM2 fest? Ich habe auch erst DM1 bekommen, da war ich 33. Vielleicht ist es auch etwas ganz anderes, was Deinen Blutzucker in die Höhe treibt, etwa eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse. Genaueres kann Dir nur Dein Arzt sagen.
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am 09.10.2011 17:15:33
Gast schrieb:
Wieso legst Du Dich schon auf DM2 fest? Ich habe auch erst DM1 bekommen, da war ich 33.
Gute Frage. Vermutlich Prinzip Hoffnung. Irgendwie bilde ich mir ein, dass das die 'harmlosere' Variante ist. Ob ich damit richtig liege, weiß ich noch nicht. Das ganze Thema ist quasi fast Neuland für mich. Mein Cousin ist allerdings nach vielen Begleiterkrankungen an DB1 verstorben [Bei ihm ist väterlicherseits DB1 gehäuft (also nicht in meiner direkten Blutsverwandschaft)]. Vielleicht komme ich deswegen drauf. Ich will seinen Fall aber auch nicht als Referenz sehen. Er ist in einer ganz anderen Zeit aufgewachsen und die DB wurde doch relativ spät diagnostiziert. Die Therapieformen waren ja auch noch nicht so ausgereift wie heute. Dementsprechend war seine Prognose vor 40 Jahren wohl eine andere, als die eines heute frisch-erkannten Diabetikers.
Kann der Arzt die beiden Formen von DB eigentlich zweifelsfrei unterscheiden?
Bearbeitet von User am 09.10.2011 17:17:16. Grund: Nicht angegeben -
Gast
Rang: Gastam 09.10.2011 19:10:55
bitte schraub erst mal die einschätzung auf normal, dann kannst du informationen wesentlich besser verarbeiten.
1. meine kollegin in der shg hat seitüber 40 jahren t1 und lebt noch fröhlich, also ist auch vor 40 jahren niemand an dm gestorben, nur am unwillen disziplin zu halten (damals)
2. heißt es der dm - diabetes mellitus.
3. warte einfach ab was kommt.
4. bei vielen gehts nicht so wie bei rainer, na und ?
5. wo der vorteil von tabletten liegt ist mir unklar , schon wegen der nw.
6. ja bei manchen gibt es -eindeutige- diagnosen(ak) bei manchen nicht
auch das ist völlig egal, eins ist wichtig , den bz in gesunden bahnen fahren !
alles andere ist nebensache. -
am 09.10.2011 20:24:00
Gast schrieb:
bitte schraub erst mal die einschätzung auf normal, dann kannst du informationen wesentlich besser verarbeiten.
Danke, Du hast recht. Morgen geht es zum Arzt. Wenn alles in Ordnung ist, freue ich mich wie Bolle darüber. Wenn nicht, freue ich mich eben darüber, dass es so früh diagnostiziert wurde und ich damit die Möglichkeit habe, Spätfolgen so sehr es geht nach hinten zu verschieben.
Zu1: Freut mich für Deine Kollegin, wirklich! Mein Cousin hatte es aber wirklich übel und bei Diagnosestellung war schon vieles im Argen. Daher konnte auch spätere Disziplin nicht mehr viel verbessern. Ich weiß aber ehrlich gesagt auch nicht, wie seine Disziplin war.
Zu2: DB, hm, oben hatte ich's noch richtig gemacht. Im letzten Post dann verkackt... ;)
Zu3: siehe oben
Zu4: kann ich nix zu sagen
Zu5: Ich mache mir wohl mehr Gedanken um mein Umfeld als um mich. Oder besser gesagt Gedanken um die Blicke. Wie bereits weiter oben erwähnt ist dieser Gedankengang vollkommen schwachsinnig. Ich hab noch ein wenig weiter gelesen und bin mittlerweile auch eher der Ansicht, dass Insulin-Injektionen die nebenwirkungsärmere und 'unmittelbarere' Methode der BZ-Senkung ist.
Zu6: Das wusste ich eben nicht.
Besten Dank euch allen für eure Beiträge! Mir graut vor morgen aber ich freue mich auf Klarheit....
Beste Grüße! -
Gast
Rang: Gastam 09.10.2011 21:56:45
@Rainer:schrieb:
Wichtig ist, ob du mit oder ohne Folgeerkrankungen durch dein Leben kommst. Ich sage, ja das ist für die meisten T2er möglich, solange sie ihren BZ gesund führen. Ich sage das aus meinen eigenen Erfahrunge, den Erfahrungen anderer und mit einer Portion Optimismus. Es gibt aber genügend Leute, auch in diesem Forum, die das vehement bestreiten und mich für die Aussage beschimpfen.
Ja. so ist das, wenn man nicht richtig liest! Kein Mensch hat dich ob dieser These beschimpft - aber dein vehementes Pochen darauf, dass nur LOGI und Glyx das einzig Wahre dafür ist, das nervt (sicher nicht nur mich!), denn es ist (wenn überhaupt) nur eine Möglichkeit den BZ "gesund" zu führen...
In diesem Sinne...