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Fragen eines Frischlings
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am 07.11.2011 00:27:22
Hallo petrusch,
erst mal herzlichen Glückwunsch zu Deiner Hausärztin. Sie mag menschlich schwierig sein, aber sie hat genau das Richtige getan!
Eine Schulung ist das Beste, was Dir passieren kann! Du lernst dabei, was Diabetes ist, wie bestimmte Teile des Stoffwechsels zusammenarbeiten, wie Du Deinen Blutzucker beeinflussen kannst und was der Diabetes für Folgen haben kann. Natürlich gehören auch Ernährungsgrundlagen dazu und verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Auf dieser Basis kannst Du dann aufbauen.
Das nächste ist, daß Du überprüfen lassen solltest, ob der Diabetes schon Folgen gehabt hat. Er wurde zwar ganz frisch diagnostiziert, aber Du vermutest ja schon selbst, daß Du bereits seit mindestens einem Jahr Diabetiker bist. Allgemein wird geschätzt, daß ein Typ-2-Diabetes bei der Diagnose seit etwa 5 Jahren besteht. Deshalb solltest Du Deine Augen (genauer den Augenhintergrund), die Nieren und die Durchblutung der Füße überprüfen lassen. Ersteres macht der Augenarzt; er tropft die Pupillen weit und sieht sich dann mit einer Lampe den Augenhintergrund an. Die anderen beiden Untersuchungen erfolgen bei der Diabetologin. Die Nieren werden mit Hilfe eines Teststreifens auf erhöhte Eiweißausscheidung untersucht. Dazu muß man i.d.R. an drei Tagen Urinproben sammeln, die dann in der Praxis getestet werden. Die Durchblutung wird über das Messen der Fußpulse überprüft. Üblicherweise werden dabei gleich auch noch die Nerven geprüft. Dazu wird eine schwingende Stimmgabel an die Knöchel gehalten und gewartet, bis Du die Schwingungen nicht mehr spürst. Dann wird die Empfindlichkeit der Fußsohlen geprüft: entweder mit der Unterscheidung zwischen warm und kalt oder der zwischen spitz und stumpf. All diese Untersuchungen sollten bei oder kurz nach der Diagnose gemacht und dann im jährlichen Abstand wiederholt werden. Das ist deshalb wichtig, weil man diese Folgeschäden erst dann spürt, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Dann kann man nur noch das weitere Fortschreiten verlangsamen, während bei rechtzeitiger Diagnose und entsprechender Therapieanpassung eine Verbesserung oder sogar ein Verschwinden möglich ist. Davon unabhängig wird einmal im Quartal der HbA1c gemessen, der sogenannte Langzeitblutzucker. Er gibt Auskunft über die durchschnittliche Blutzuckerhöhe in den letzten acht bis zwölf Wochen. Je höher der HbA1c ist, desto höher ist das Risiko für Folgeschäden.
DMP ist die Abkürzung für Disease Management Program - zu Deutsch KrankheitsBehandlungsProgramm. Dabei sollen bestimmte chronische Erkrankungen nach entsprechenden Leitlinien behandelt werden. Diese Programme gibt es für Diabetes Typ 2 und ein weiteres für Typ 1, für Brustkrebs, koronare Herzkrankheit und die obstruktive Lungenkrankheit. Alle gesetzlichen Krankenkassen müssen solche Programme anbieten, und sie heißen bei jeder anders. Die Teilnahme ist FREIWILLIG! Deshalb darfst Du nicht schlechter behandelt werden, wenn Du nicht teilnehmen willst.
Vorteil Deiner Teilnahme: Dein Arzt bekommt für Deine Behandlung mehr Geld. Manche Krankenkassen bieten auch noch ein paar Kleinigkeiten für die Patienten (z.B. Erlaß von 40€ Praxisgebühr pro Jahr).
Nachteil: Deine Diabetes-Daten werden jedes Quartal erfaßt und ausgewertet. Dabei erfährt beispielsweise Deine Krankenkasse, ob Du bei Deinem DMP-Arzt warst - zu dem Du bei Teilnahme am DMP jedes Quartal gehen mußt. Für Typ-2-Diabetiker ist das der Hausarzt, für Typ-1er Der Diabetologe. Solltest Du diesen Besuch versäumt haben, so wird Dich Deine Krankenkasse darauf hinweisen.
Und jetzt die Krux: Du darfst nicht schlechter behandelt werden, wenn Du nicht teilnimmst! D.h., auch OHNE Teilnahme mußt Du notwendige Schulungen bekommen und die oben angesprochenen Vorsorgeuntersuchungen! Die Behandlung nach den Leitlinien sollte auch ohne Teilnahme stattfinden, weil Du ja nicht benachteiligt werden darfst. Leider sagt das kaum jemand - schon gar kein Arzt und auch keine Krankenkasse, weil beide finanziell zumindest etwas profitieren... Entscheiden mußt und DARFST Du selbst.
Die Geschichte mit den Teststreifen hat sich seit dem 01.10.2011 massiv verschlechtert. Bis dahin war es kein Problem, auch mit Tabletten eingestellten Typ-2-Diabetikern eine gewisse Anzahl Teststreifen zu verschreiben. Seitdem ist das nicht mehr möglich - jedenfalls nicht mehr auf Kosten der Krankenkasse! Es gibt nur ganz wenige Ausnahmen wie z.B. Therapieumstellung oder zusätzliche Erkrankung - und selbst dann bekommst Du nur 50 Stück. Deshalb hast Du jetzt vermutlich auch 50 Stück bekommen. Problem dabei: es ist sinnvoll und auch motivierend, wenn man abschätzen kann, was wie auf den Blutzucker wirkt. Dazu kommt, daß es auch Tabletten gibt, die Unterzuckerungen hervorrufen können. Für Metformin gilt das nicht, es kann keine Unterzuckerungen verursachen.
Grund für diese Verschlechterung war, daß man bei der Behandlung des Typ-2-Diabetes sparen wollte. Dabei wurde jedoch nicht bedacht, daß die eigentlichen Therapiekosten nur 10% der Gesamtausgaben für Diabetiker ausmachen! Der große Rest wird für die Behandlung der Folgeschäden benötigt…
Auch bei Teilnahme am DMP sind Teststreifen nicht mehr verordnungsfähig. Die entsprechenden Leitlinien wurden bereits angepaßt.
Noch ein Hinweis: in den alten und neuen Bundesländern wird der Blutzucker in unterschiedlichen Einheiten gemessen. Die neuen messen in mmol/l, was Werte im ein- oder niedrigen zweistelligen Bereich ergibt. In den alten wird in mg/dl gemessen; der BZ liegt damit im hohen zweistelligen oder im dreistelligen Bereich. Die Umrechnung ist einfach: 10 mmol/l = 180 mg/dl. Oder anders ausgedrückt: ein Wert von 20 mmol/l ist VIEL zu hoch, einer von 20 mg/dl VIEL zu niedrig.
Diese unterschiedlichen Einheiten haben historische Gründe.
Ich hoffe, ich habe Dich jetzt nicht erschlagen.
Viele Grüße
Katja -
Gast
Rang: Gastam 07.11.2011 17:04:41
schrieb:
Ich hoffe, ich habe Dich jetzt nicht erschlagen.
Nicht doch, Katja, wir lieben deine selbstdarstellerischen Ergüsse. Was würden wir nur ohne dich tun?? Das hast du (um mit "Wissen" zu glänzen) schön aus dem Internet zusammengetragen. Aber das hätte Petrusch sicher selbst geschafft. Und ausser der Wiederholung der Tatsachen, dass die Ärztin gut ist und Schulungen wichtig sind, hast du unwahrscheinlich viel neues gebracht - tausend Dank! -
am 07.11.2011 17:33:00
Ob Du es glaubst oder nicht: ich habe gar nichts von meinem Text aus dem Internet zusammengesucht! Das Wissen stammt aus 49 Jahren Diabetesdauer und meiner Beschäftigung mit diesem Thema. Ich könnte Dir sogar angeben, woher meine obigen Kenntnisse stammen. Natürlich könnte ich Dir auch Quellen im Internet nennen, an denen Du nachlesen kannst, was ich geschrieben habe, aber die brauche ich für einen solchen Text nicht. Und ich stehe mit meinem Namen für das, was ich schreibe.
In diesem Sinne
Katja -
Gast
Rang: Gastam 07.11.2011 18:10:37
A.Nonyma schrieb:
Ob Du es glaubst oder nicht: ich habe gar nichts von meinem Text aus dem Internet zusammengesucht! Das Wissen stammt aus 49 Jahren Diabetesdauer und meiner Beschäftigung mit diesem Thema. Ich könnte Dir sogar angeben, woher meine obigen Kenntnisse stammen. Natürlich könnte ich Dir auch Quellen im Internet nennen, an denen Du nachlesen kannst, was ich geschrieben habe, aber die brauche ich für einen solchen Text nicht. Und ich stehe mit meinem Namen für das, was ich schreibe.
In diesem Sinne
Katja
Wie kommst du zu der Behauptung, der Hausarzt sei für Typ2 zuständig und Der Diabetologe für Typ1. Das ist doch kompletter Unsinn. Jeder Diabetiker gehört zu einem Diabetologen, weil die meisten Hausärzte keine Ahnung von Diabetes haben und ihren Patienten mehr schaden als nützen.
Also übe dich lieber in Zurückhaltung als solen Unfug zu verbreiten, so weltbewegend sind deine "Erkenntnisse" nicht, als daß man sie nicht in jedem Diabetiker Forum finden könnte. -
am 07.11.2011 19:26:47
Lies bitte vollständig und vor allem genau, bevor Du kritisierst! Ich hatte geschrieben: "ob Du bei Deinem DMP-Arzt warst - zu dem Du bei Teilnahme am DMP jedes Quartal gehen mußt. Für Typ-2-Diabetiker ist das der Hausarzt, für Typ-1er Der Diabetologe."
Ich bezog mich also NUR auf den Arzt, bei dem man sich für das DMP einschreibt! Und das ist für Typ-2-Diabetiker nun mal der Hausarzt! Es ging um die Erläuterung des DMPs, nach der petrusch gefragt hatte.
Mal was anderes: was stört Dich eigentlich an meinem Beitrag? Hast Du ein Problem mit mir, oder fürchtest Du Konkurrenz? Bei letzterem kann ich Dich beruhigen: ich pflege nicht grundlos auf andere loszugehen.
Dafür, daß ich mich erst gestern in diesem Forum angemeldet habe, war das jedenfalls keine sehr freundliche Begrüßung.
Katja -
Gast
Rang: Gastam 07.11.2011 19:47:11
nein das hat garnichts mit dir zu tun , dieser typ hat noch nie einen sinnvollen beitrag für andere geschrieben, das einzige was er kann ist aus anderen posts irgendwas zu kopieren und darauf rumzureiten, wenn du darauf antwortest, springt er zu was anderem, er ist nicht in der lage sinnvoll zu kommunizieren, daher ignoriere ihn einfach. (so wird es im anderen forum auch gemacht)
genau so wie ich auf seine antwort (die keine sein wird)
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am 07.11.2011 20:20:19
Moin Katja,
dann fühl dich einfach mal herzlich begrüßt :-)
Das mit den Ärzten geht auch bei den Ärzten und den kranken Kassen munter durcheinander. Tatsächlich kann jeder Hausarzt und jeder Facharzt für Inneres ins DMP einschreiben. Meistens ist das bei Typ1 Der Diabetologe, weil die meisten Typ1 noch immer zuerst mit ner mehr oder weniger akuten Ketoazidose auffallen und sich ganz offensichtlich direkt mit Insulin behandeln müssen und damit direkt beim Diabetologen landen. Während die meisten Typ2 häufig unter der blinden Obhut ihrer Hausdoks über Jahre ohne auffällige Bescchwerden in immer höhere BZs rein wachsen. Generell gilt die Anregung von den KVen, dass bei Überschreiten der Interventions-Schwelle von HBA1c 7,5 der Diabetologe mit ner neuen Einstellung zuverlässig darunter führen soll und der Hausarzt wieder übernimmt, wenn das Soll erreicht ist, und zwar bei allen Diabetes-Typen.
Hat allerdings den Nachteil, dass die meisten Hausdoks ihre Diabetiker nicht an den Diabetologen überweisen mögen, weil sie fürchten, dass ihre Schäfchen dann gleich bei dem Dok bleiben, der doch so offensichtlich so viel mehr Kenne von der Sache hat. Und das stützt dann im Ergebnis solche Beobachtungen wie Deine, dass eben der Diabetologe für Typ1 sorgt und Hausdok für Typ2.
Bisdann, Jürgen -
Gast
Rang: Gastam 07.11.2011 20:24:58
Um es kurz zu machen.
Ich finde Katjas Bericht sehr interessant.
Schön, das es Leute gibt, die sich die Zeit nehmen und ihr Wissen mit anderen teilen.
Wem es nicht gefällt, der muss ja nicht lesen, oder sollte selbst etwas sinnvolles beitragen.
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Gast
Rang: Gastam 07.11.2011 21:38:49
schrieb:
Schön, das es Leute gibt, die sich die Zeit nehmen und ihr Wissen mit anderen teilen.
Genau und dafür gibt es ja Google & Co.
schrieb:
Das Wissen stammt aus 49 Jahren Diabetesdauer .... Natürlich könnte ich Dir auch Quellen im Internet nennen, an denen Du nachlesen kannst, was ich geschrieben habe, aber die brauche ich für einen solchen Text nicht.
Richtig und wir brauchen deine Texte nicht, eben weil sie im Internet stehen - es reichen (wenn überhaupt) Links. Und lies mal selbst nach, was du an "Wissen" verbreitet hast. Und es geht auch nicht darum, ob es mir gefällt oder nicht. Es geht um die Übersichtlichkeit, Verständlichkeit und Richtigkeit (nur als kleinen Tipp: verlass dich auf keinen, der sagt: "ich mache das schon 49 Jahre so" - er kann es auch schon 49 Jahre verkehrt machen)
Gast #12 (der nix mit #14 zu tun hat!) oder gern auch Hilde -
am 07.11.2011 21:49:07
Moin Hilde,
wie ungesund will sich denn Dein Blutzucker bewegen, und was tust Du, damit er in möglichst gesunden Grenzen bleibt?
bin neugierig, Jürgen