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Meine Mutter braucht Hilfe und ich weiß nicht, wie...:-(
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Gast
Rang: Gastam 30.03.2012 19:35:45
Hallo!
Ich erhoffe mir Hilfe in Eurem Forum. Meine Mutter dreht total am Rad, seitdem sie Diabetes 1 hat. (seit Juli letzten Jahres) Alles dreht sich nur noch um ihren Zuckerwert, die Ernährung usw. Sie wollte keine Diabetesschulung mitmachen, weil sie meinete, sie käme damit selber klar. Sobald der Wert etwas erhöht ist (z.B. 155) ist der Tag für sie gelaufen. Sie kapselt sich von allen ab, weil sie meint, sie könne sowieso nicht mitessen oder -trinken: Um die ganze Problematik etwas zu verdeutlichen: Gerade waren wir auf der Beerdigung meines Onkels, was ja ein trauriger Anlaß ist. Aber meine Mutter hatte nur ihren Zucker im Kopf. Beim Kaffeetrinken hat sie nur eine Tomate gegessen und die Schnittchen nicht angerührt mit der Begründung, die dürfe sie nicht essen, sonst müsse sie ja doch nur "dagegenanspritzen" und dann müßten ihr vielleicht irgendwann die Füße amputiert werden. Außerdem lief sie die ganze Zeit hin und her, weil sie meint, sie müsse sich bewegen, damit der Zucker nicht höhergeht. Dabei ist sie schon so dünn geworden (sie hat sicher 20 kg abgenommen)... Um 14 Uhr war die Beerdigungsmesse, was meine Mutter total aus dem Rhythmus gebracht hat, weil sie ja um 14 Uhr normalerweise immer Tee trinkt. Sie war dadurch schon total unruhig, weil sie Angst hatte, während des Gottesdienstes umzukippen, und alle ihre Gedanken kreisten darum...
Und so geht es nur noch: Alles dreht sich bei ihr nur noch um ihre "Spritzzeiten", ihren BE-Wert, ihre Angst und ihr Gefühl, daß sie mit dem Diabetes gestraft ist. Es kam mir so vor, daß sie gar nicht "gemerkt " hat, daß ihr Schwager gestorben ist. Meine Tante (ihre Schwester, die ja ihren Mann verloren hat), war schon richtig sauer und meinem Vater war das ganze schon richtig peinlich... Nicht, daß ihr mich falsch versteht, ich finde, Diabetes ist eine ernstzunehmende Krankheit, und ich stelle mir das Leben mit Diabetes auch nicht gerade einfach vor. Aber meine Mutter tut mir so leid, daß sie darin so gefangen ist. Mein Vater, mein Bruder und ich wissen nicht, was wir noch machen sollen.. Wir gehen schon sehr liebevoll mit Mutter um, nicht dass das falsch rüberkommt, aber irgendwann sind wir mit unserem Latein am Ende
Mutter sträubt sich ja, eine Schulung mitzumachen. Mir kommt es schon fast so vor, als wenn meine Mutter eine Therapie oder gerade eine Schulung bräuchte... Könnt Ihr mir einen Rat geben? Ich wäre sehr dankbar.. -
am 30.03.2012 20:31:12
Keine Ahnung, wie Du's Deiner Mutter vermittelt bekommst. Aber was sie begreifen müsste, hat ein Betroffener hier super verständlich und umfassend zusammen getragen :) -
Gast
Rang: Gastam 30.03.2012 20:59:50
Hallo Hit Jürgen!
Danke für Deine Antwort! Den Link finde ich echt gut!. Das Problem ist nur, daß meine Mutter keinen Computer hat und ich selbst 150 km von meiner Mutter entfernt wohne... Ich könnte probieren, das alles auszudrucken, oder gibt´s das auch als Buch? Das habe ich noch nicht rausbekommen.. -
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Gast
Rang: Gastam 30.03.2012 23:03:51
Hallo nochmal!
Danke für den Buchtipp!
Ich glaube aber mittlerweile, daß das Problem meiner Mutter ein psychisches ist. Ich glaube, sie ist total frustriert und hat auch zu viel Angst, etwas falsch zu machen...
Ich hab´heute abend ziemlich viel gegrübelt und im Internet geforscht. Durch den Link, den Du mir geschickt hast, bin ich auf folgendes Buch gestoßen:
Diabetes ist meine Sache: Hilfen zum Umgang mit Angst, Wut und Traurigkeit.. http://www.amazon.de/gp/product/3874093425/ref=oh_o00_s00_i00_details
Das hab ich bestellt.. ich werd´s erstmal selbst lesen... Ich bin schon gespannt..
Vielleicht kennt ja jemand dieses Buch und kann mir davon berichten? -
am 30.03.2012 23:38:12
Ok, der Autor schreibt, wie sich ein Psycho und vielleicht der außenstehende Nichtbetroffene und Laie die Probs von Diabetikern vorstellt.
Ich hatte gedacht, Du suchst nach sach- und problemkundiger Hilfe für Deine Mutter? -
Gast
Rang: Gastam 31.03.2012 10:38:32
Natürlich weiß ich nicht, wie gut das Buch ist für meine Mutter und ob sie es überhaupt anrührt.. Aber ihr Problem ist -glub ich- das Fixiert-Sein auf ihren Diabetes.. Vielleicht müßte sie auch noch mehr Allgemeinwissen über bestimmte Verhaltensweisen bei bestimmten Situationen bekommen, z.B: Was darf ich bei einer Feier essen..? Muß ich die "Spritztermine" auf den Punkt genau einhalten?.. ist es wirklich so schlimm, wenn ich einmal nachspritzen muß? Ab wann kann ein erhöhter Zuckerwert gefährlich werden usw... Da weiß ich natürlich nicht, wie weit diesees Buch dafür geeignet ist..
Aber das Basiswissen hat sie ja..
Wenn ich nihr nur helfen könnte... Ich habe heute die halbe Nacht gegrübelt.. Meinem Vater geht´s dabei ja auch nicht gut.. Er bräuchte eigentlich auch jemanden zum Reden... -
am 31.03.2012 11:31:21
Hallo Gast,
wie alt ist deine Mutter, würde sich die Anschaffung und Einarbeitung in einen Computer lohnen?
Für solche Leute wie deine Mutter ist die beste Medizin der Austausch mit anderen. Das ist manchmal in einer guten SHG möglich, aber viel besser in Internetforen. Dort kann sie ihre Probleme mit anderen Diabetikern besprechen (darüber reden hilft oft schon sehr viel), kann sich ansehen wie andere es machen und kann sich Ratschläge und beruhigende Worte abholen. Aus Büchern kann an das nicht bekommen. Ein Computer lohnt sich für sie also sehr.
Beste Grüße, Rainer
P.S.: Es gibt andere Foren, in denen der Austausch gepflegter vor sich geht als hier. Ein gutes Beispiel ist dieses Forum in seine Unterthema Diabetes oder auch dieses Forum. -
Gast
Rang: Gastam 31.03.2012 13:07:20
alllg gesagt, nein deine mutter hat kein basiswissen zum diabetes, denn ihr fehlt eine gute insulinschulung. sonst würden ihr nicht ständug denkfehler - die zt auch andere folgen haben als sie denkt, unterlaufen.
zb rumlaufen um den bz nicht ansteigen zu lassen, wenn es stimmt daß sie t1 ist hat dies bei insulinmangel zur folge daß der bz steigt, und sie ketone produziert.
sind noch einige kinken drin, also fehlt grundlagenwissen, und das ist bei diabetes spezialwissen .
ansonsten fehlen alle angaben
ct ocer ict, welche insuline, usw
wir wissen alle daß es schulungen von sehr gut bis schlecht gibt, trotzdem wäre selbst eiine schlechte schulung noch wesentlich besser als gar keine. -
Gast
Rang: Gastam 31.03.2012 13:23:42
Ich glaube meine Mutter müsste ich auch erst einmal in eine Diabetes-Klinik schicken. Die hat nämlich auch keine Ahnung von der Zusammensetzung unserer Nahrung und vom menschlichen Stoffwechsel sowieso nicht. Eine Phobie vor Spritzen kommt wahrscheinlich auch noch dazu, und ihr Halbwissen über Diabetes aus ihren Frauenzeitschriften würde ich schon als gefährlich bezeichnen. Ergo: An einer ordentlichen Schulung führt meiner Meinung in solchen Fällen kein Weg vorbei, sonst wird das nicht gut enden. Vielleicht gibt es auch eine Selbsthilfegruppe bei Euch am Ort. Und ein paar Fachbücher können sicher auch nicht schaden.
Gruß, Hanna
PS.: Meine Tante sagte mir mal, dass ich als Diabetikerin ja jetzt keine Sachen mehr essen dürfte, die unter der Erde wachsen. Und die Dame meinte das vollkommen ernst.