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erbliche Vorbelastung und Ernährung

  • Gast

    Rang: Gast
    am 11.07.2012 20:02:41
    Guten Tag liebe Leser und Mitglieder dieses Forums,

    ich habe eine Frage zur Ernährung. Meine Gynäkologin fragte mich letztens, ob Krankheiten in der Familie aufgetreten sind. Ich teilte ihr mit, dass mein Großvater schon in jungen Jahren an Diabetes litt. Daraufhin sagte die Ärztin, ich solle mit den Kohlehydraten in meiner Ernährung achtsam sein. Leider habe ich damals nicht weiter nachgefragt, denn einige Dinge sind mir nicht klar: Meint sie damit, ich solle allgemein darauf achten, wenig bis gar keine KH zu mir zu nehmen? Oder geht es explizit um KH, die den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen, also Zucker, Weißmehlprodukte u.ä. Ist es als erblich vorbelastete Person überhaupt möglich, so eine Diabetes Typ 1 zu verhindern?

    Ich bedanke mich herzlich für alle Antworten.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 11.07.2012 23:45:57
    hallo Gast:
    Ich versuch das mal ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erklären:

    Die Entstehung von Diabetes hängt von vielen genetischen und diversen Umweltfaktoren ab.
    In der Regel ist es nicht ein einzelnes "mutiertes" Gen das für die Entstehung von DM verantwortlich ist sondern es müssen schon mehrere vorhanden sein um die Wahrscheilichkeit zu erhöhen an DM zu erkranken.
    Wobei sich der Typ2 weitaus häufiger weitervererbt als Typ1.

    Das Risiko an Typ1 zu erkranken liegt je nachdem welcher Elternteil erkrankt ist bei bis zu 7 Prozent.siehe auch hier

    Diverse Umweltfaktoren können das Risiko jetzt noch weiter erhöhen.

    Ich hoffe das hilft dir etwas weiter.
    Zu deiner Frage bezüglich KH und Typ1 kommt sicher noch Antwort von den Spezialisten.

    Grüße
    Havier

    Meine persönliche Meinung zu diesen Risikoabschätzungen:
    Sicher steigt das Risiko bei genetischer Vorbelastung und entsprechenden Umweltbedingungen Diabetes zu bekommen an.
    Anders gesagt man kann eher als der Durchschnitt der Bevölkerung erkranken, man muss aber nicht.

    Wenn man nun durch einen veränderten Lebensstil sein Risiko sagen wir mal von 20 auf 10 Prozent reduzieren kann (Null wird man wohl nie erreichen) ... ja was bedeutet das dann eigentlich für den Einzelnen ?
    Hinzu kommt noch das man ja das Risiko für andere Krankheiten auch noch senken will. Womöglich beinhalten diese risikosenkenden Lebensstile wiederum neue Risiken für andere Krankheiten.

    Ich will damit nicht Werbung für einen rücksichtslosen Lebensstil machen aber ich finde dass wir leider in einer Zeit Leben in der das Leben vieler Menschen vom Risikodenken gesteuert wird.

    --- Das Risiko beiginnt schon vor der Geburt ---
    Bearbeitet von User am 11.07.2012 23:50:33. Grund: Nicht angegeben
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 12.07.2012 08:07:48
    Hallo Gast#1,

    das Risiko, an Typ1-Diabetes zu erkranken, lässt sich mit Ernährung und Bewegung nicht vermindern.

    Das Risiko, an Typ2-Diabetes zu erkranken, lässt sich mit Ernährung und Bewegung enorm vermindern. Einem Typ2-Diabetes könntest du, wie deine Ärztin gesagt hat, mit einer Ernährung, die die Menge und Qualität der KH beachtet, sehr gut entgegenwirken. Eine sinnvolle und schmackhafte Ernährungsform wäre dafür LOGI. Auch wenn du kein erhöhtes Risiko für einen Typ2-Diabetes hast, ist diese Ernährung für deine Allgemeingesundheit sehr hilfreich. Stöbere am besten mal ein bisschen im LOGI-Forum rum.

    LG Rainer
    Bearbeitet von User am 12.07.2012 08:09:08. Grund: Nicht angegeben
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    Beiträge: 271
    Mitglied seit: 01.01.2012
    am 12.07.2012 09:49:20
    havier schrieb:


    gekürzt

    Ich will damit nicht Werbung für einen rücksichtslosen Lebensstil machen aber ich finde dass wir leider in einer Zeit Leben in der das Leben vieler Menschen vom Risikodenken gesteuert wird.

    --- Das Risiko beiginnt schon vor der Geburt ---




    So ist es und sie nehmen sich selbst jegliche Lebensfreude. Erich Kästner sagt "Leben ist lebensgefährlich" und er hat recht. Man kann nicht leben und alle Risiken ausschließen.

    Was tut man z.B., wenn man relativ jung und schlank ist. Bewegung mehr als genug da ist, wenn man selbst kocht und "normal" ißt, d.h. ausgewogen. Dann kriegt man plötzlich Typ2 Diabetes. Was tun?
    Damit leben, was sonst. Das ist bei allen chronischen Krankheiten so, aber nur bei Diabetes Typ2 wird jedem diabeteskranken Menschen sofort unterstellt, er würde sich nur auf dem Sofa rumpelzen und sich dabei mit ungesunder Kost mästen.
    Das geht so weit, daß Leute Angst vor Diabetes haben, die in keiner Weise irgendwie besonders gefährdet sind.

    Wer steckt dahinter? Die Industrie mit ihren Diätprodukten, die Fitnessstudios, die Sportartikel Industrie? Die Ärzte, die zu bequem sind, sich über die neuesten Forschungen über Diabetes kundig zu machen und heute noch Vorurteile verbreiten?

    Ich weiß es nicht, aber ich weiß, daß das alles andere als normal ist.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 12.07.2012 14:17:18
    Du kannst Dich ja mal auf Antikörper testen lassen. Allerdings haben Leute auch Antikörper im Blut, und es kommt niemals zum Ausbruch von DM1. Mit Ernährungsumstellung erreichst Du da nichts: DM1 ist Schicksal. Ich hatte damals eine Lungenentzündung und ein Jahr Später hatte ich DM1. Ich habe so den Verdacht, dass da ein Zusammenhang besteht. DM1 gab es vorher in meiner Familie nämlich nicht.

    Gruß, Johann
  • Gast

    Rang: Gast
    am 12.07.2012 15:39:46
    Gast schrieb:
    Lungenentzündung .... Ich habe so den Verdacht, dass da ein Zusammenhang besteht.


    Infekte stehen mittlerweile auch auf der Liste der Faktoren die zur Entstehung von DM beitragen können.
    Was letztendlich die Auslöser waren wird sich in seltensten Fällen aber feststellen lassen.

    Grüße
    Havier

    --- wahrscheinlich ... können ... womöglich ... in Verdacht ... man vermutet ... ---
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 367
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 12.07.2012 16:22:40
    hallo EMM
    EMM schrieb:
    Das geht so weit, daß Leute Angst vor Diabetes haben, die in keiner Weise irgendwie besonders gefährdet sind.


    Stimmt exakt. Und das trifft nicht nur für DM zu.

    EMM schrieb:
    Wer steckt dahinter? Die Industrie mit ihren Diätprodukten, die Fitnessstudios, die Sportartikel Industrie? Die Ärzte, die zu bequem sind, sich über die neuesten Forschungen über Diabetes kundig zu machen und heute noch Vorurteile verbreiten?


    Grundsätzlich sind solche Forschungen über Risikofaktoren natürlich notwendig um Zusammenhänge herauszufinden oder auch um sie ausschliessen zu können.
    Und es ist auch wichtig festzustellen wie sich das Auftreten von bestimmten Krankheiten im Laufe der Zeit entwickelt.
    Solche Erhebungen werden in der Regel auch gewissenhaft durchgeführt. Davon gehe ich mal aus.

    Wenn man jedoch mal die Ergebnisse von Studien mit der Information die am Ende beim Bürger ankommt vergleicht wird man fast immer feststellen dass entscheidende Informationen verloren gegangen sind oder einfach unter den Tisch gekehrt wurden.
    (Das erinnert mich immer an die "Stille Post") ;-)
    Zum Einen sind daran m.E. die Medien schuld die natürlich lieber Warnung als Entwarnung herausgeben und die Industrie wird sich hüten ein boomendes Geschäft auszubremsen.
    Wenn man sich zB. den Nahrungsergänzungsmittelbereich ansieht dann nimmt das wirklich immer krassere Formen an.

    Das alles würde aber ohne den unkritischen "Konsumenten" nicht funktionieren.
    Wir haben heute Zugang zu allen möglichen Informationen - früher wäre das ein Ding der Unmöglichkeit gewesen) nur können oder wollen die Wenigsten etwas mit diesen Informationen anfangen.

    Aber das ist eigentlich schon wieder ein eigenes Thema.

    Grüße Havier

    --- Der Kohlehydratarme Diabetikerkuchen mit 20% Actimehl ---
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    am 12.07.2012 16:53:52
    Moin Havier,

    da ist noch der Veröffentlichungs-Druck: Ein Wissenschaftler, der in seiner Branche weiter kommen will, muss pro Jahr X Nummern wissenschaftlicher Veröffentlichungen nachweisen - und das mach mal in einem Bereich, in dem sich nicht nennenswert jedes Jahr was bewegt. Da musst Du den ausgelutschten Beutel zum Xten mal aufgießen und selbstverständlich so benennen, als hättest Du ne neue Erkenntnis gefunden ;(

    Während wir Laien also noch immer neue Veröffentlichungen für neue Erkenntnisse lesen, ist da gar kein Rudel, sondern es wird längst in der Mehrzahl der Fälle nur immer wieder die selbe Sau durch's Dorf getrieben.

    Bisdann, Jürgen
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    am 12.07.2012 22:53:19
    hjt_Jürgen schrieb:
    ... es wird nur immer wieder die selbe Sau durch's Dorf getrieben.


    Stimmt ;-)

    Havier

    --- der Weltuntergang wird auch ständig neu erfunden ---
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    am 13.07.2012 13:14:13
    hjt_Jürgen schrieb:
    Moin Havier,

    da ist noch der Veröffentlichungs-Druck: Ein Wissenschaftler, der in seiner Branche weiter kommen will, muss pro Jahr X Nummern wissenschaftlicher Veröffentlichungen nachweisen - und das mach mal in einem Bereich, in dem sich nicht nennenswert jedes Jahr was bewegt. Da musst Du den ausgelutschten Beutel zum Xten mal aufgießen und selbstverständlich so benennen, als hättest Du ne neue Erkenntnis gefunden ;(

    Während wir Laien also noch immer neue Veröffentlichungen für neue Erkenntnisse lesen, ist da gar kein Rudel, sondern es wird längst in der Mehrzahl der Fälle nur immer wieder die selbe Sau durch's Dorf getrieben.

    Bisdann, Jürgen




    Durch irgendwelchen Mist kommt kein Wissenschaftler weiter, den nehmen ja nicht einmal die Journale zum Veröffentlichen an, jedenfalls die, die zählen.

    Viele (leider allzuviele) Ärzte sind mit ihren Kenntnissen und Therapien noch in den siebzigern, obwohl sich da schon einiges getan hat bis heute.