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Arbeitskollege stört das Blutzuckermessen

  • Gast

    Rang: Gast
    am 12.09.2012 16:26:21
    Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen beziehungsweise mir sagen. was ihr als Diabetiker davon haltet.

    kurz zu mir: ich bin 23, habe seit 16 jahren dm Typ 1, habe eine insulinpumpe und arbeite 12h die woche in einem büro, neben meinem studium.

    heute im büro hat mich ein (relativ neuer) arbeitskollege darauf angesprochen, dass es ihn stört, wenn ich im bürozimmer meinen BZ messe. er fühlt sich dabei unwohl und er befürchtet, dass ich ihn mit etwaigen krankheiten anstecke, weil ich (seiner meinung nach) mein blut im büro verteile, nach dem BZ messen. seine begründung war, dass noch lange nach dem stechen (in den finger) blut kommt, das man vielleicht gar nicht sehen kann und dass ich dann im büro "verteile" wenn ich hier was angreife. und ich greife ständig was an, weil ich ja hier arbeite!!!
    sein beispiel war die türklinke.
    nun will er, dass ich immer aufs WC gehe, um zu messen!!!

    vielleicht können sich manche hier vorstellen, wie sehr mich seine aussage getroffen hat! muss ich erwähnen, dass ich auf keinen fall irgendetwas vollblute?!
    wir sind dann zu meinem chef und der sagt nicht viel dazu. er meint, damit muss ich zum betriebsarzt. der soll sagen, ob ich aufs wc gehen muss messen und ob ich ein gesundheitsrisiko für die andren bin!


    Was sagt ihr dazu?

    danke im voraus!
  • Gast

    Rang: Gast
    am 12.09.2012 16:28:50
    Was für ein unverschämter Arbeitskollege. Da fällt mir echt nix zu ein. Weiß auch ehrlich gesagt nicht, was ich dir da raten soll. Ich denke, ich würde zum Betriebsarzt gehen und mir von dem die Erlaubnis abholen im Büro zu messen und deinem Kollegen das dann richtig schön unter die Nase reiben.

    Unglaublich manche Leute...
  • Gast

    Rang: Gast
    am 12.09.2012 16:33:03
    tut gut, wenn einem jemand versteht :-)
    ja, das mach ich gleich nächsten montag. der betriebsarzt ist nämlich nur einmal die woche für 2h da.
    trotzdem find ichs schlimm, dass ich jetzt ein formular brauche, das mir bescheinigt, dass ich messen darf im büro :-(
  • Gast

    Rang: Gast
    am 12.09.2012 17:01:46
    zuerst würde ich dem netten kollegen mal erklären daß 1. diabetes nicht ansteckend ist,
    du im gegensatz zu ihm gesundheitlich -ständig- alle 3 monate gesundheitsgecheckt bist.
    da er ja sich wohl auch mal die nase putzt, dringend da er nicht kontrolliert ist, nach jeder berührung der türklinke dieselbe desinfizieren soll, damit du dir nicht eventuell von ihm was gefährliches einfängst, einfach mal fragen zb ob er einen hiv negativ test nachweisen kann.
    der nicht älter als 2 monate ist. - meistens haben solche spinner selbst dreck am stecken.
    als eine junge frau im restaurant mal beim anblick meines pens befürchtete umzufallen,
    hab ich ihr erklärt daß dies nicht schlimm wäre ich kann herzmassage, daraufhin ist sie leider nicht umgefallen.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 271
    Mitglied seit: 01.01.2012
    am 12.09.2012 17:11:32
    Gast schrieb:
    tut gut, wenn einem jemand versteht :-)
    ja, das mach ich gleich nächsten montag. der betriebsarzt ist nämlich nur einmal die woche für 2h da.
    trotzdem find ichs schlimm, dass ich jetzt ein formular brauche, das mir bescheinigt, dass ich messen darf im büro :-(



    Dumme Leute gibt es überall, aber das ist schon ein selten dämliches Exemplar. Ich hab jahrzehntelang meinen BZ am Schreibtisch sitzend getestet und kein Mensch hat sich darum gekümmert.
    Erschreckend ist auch, wie wenig die Leute so im Allgemeinen über Diabetes wissen, denn eigentlich hätte dein Chef den Kerl rauswerfen müssen und ihm sagen, er soll sich um seine Angelegenheiten kümmern.

    Habt ihr einen Betriebsrat? Wenn ja, dann würde ich dort mal vorstellig, ansonsten halt der Betriebsarzt, aber laß dich nicht ins Bockshorn jagen und zieh dir vor allem diesen Schuh nicht an - gegen Dummheit kann man leider nichts ausrichten.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 12.09.2012 17:21:00
    habe 10 minuten lang vesucht, sachlich mit ihm darüber zu reden und ihn "aufzuklären". habe gehofft er sieht ein, was für einen verletzenden mist er da redet! aber vergebens.
    das naseputzen und der hiv test, is ein guter einwand :-)
    das mit der diabskontrolle hat mich auf eine idee gebracht, bzw noch ein argument gegen ihn: ich werde alle 3 monate durchgecheckt u blut usw untersucht. er macht sicher nicht mind 4 mal im jahr einen gesundheitscheck :D danke für deine inspiration! :D

    liest sich so, als ob du mit solchen idioten ziemlich gut umgehen kannst :D

    das leben wäre leichter, wenn alle diese idioten einfach umfallen würden ;-)
  • Gast

    Rang: Gast
    am 12.09.2012 17:25:56
    @EMM:

    ich bin auch schon das 4. jahr hier, und noch nie hat sich jemand daran gestört!
    ich muss zugeben, dass ich ziemlich enttäuscht von meinem chef bin. er ist einfach zu feig, um stellung zu beziehen. dabei sind der kollege und ich "nur" studenten und verlassen das büro ohnehin in absehbarer zeit (wenn wir mit dem studium fertig sind).

    Ja, wir haben einen betriebsrat. da ist aber die frau vom chef drinnen und ich fürchte, das bringt mir auch nix :-( ich hoffe jetzt einfach mal, dass der betriebsarzt das alles "aufklärt" und feststellt, wie lächerlich und unangebracht das alles ist!
  • Rang: Anfänger
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    Beiträge: 3
    Mitglied seit: 12.09.2012
    am 12.09.2012 17:31:40
    So; jetzt hab ich mich hier auch angemeldet :-)
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 271
    Mitglied seit: 01.01.2012
    am 12.09.2012 18:27:24
    Gast schrieb:
    @EMM:

    ich bin auch schon das 4. jahr hier, und noch nie hat sich jemand daran gestört!
    ich muss zugeben, dass ich ziemlich enttäuscht von meinem chef bin. er ist einfach zu feig, um stellung zu beziehen. dabei sind der kollege und ich "nur" studenten und verlassen das büro ohnehin in absehbarer zeit (wenn wir mit dem studium fertig sind).

    Ja, wir haben einen betriebsrat. da ist aber die frau vom chef drinnen und ich fürchte, das bringt mir auch nix :-( ich hoffe jetzt einfach mal, dass der betriebsarzt das alles "aufklärt" und feststellt, wie lächerlich und unangebracht das alles ist!



    Hm, Frau vom Chef, das klingt nicht gut. Aber jeder Betriebsrat hat doch einen Behinderten-Ansprechpartner und diese Leute habe ich als sehr engagiert kennengelernt. Nicht, daß ich Diabetes für eine Behinderung halte (hab schließlich selbst 40 Jahre damit gelebt ohne mich behindert zu fühlen), aber in diesem Fall wäre der wohl der richtige Ansprechpartner - es sei denn, es ist die Frau vom Chef.

    Dann bleibt nur der Betriebsarzt.

  • Gast

    Rang: Gast
    am 12.09.2012 18:39:16
    hallo nox,
    ein grundsätzlicher rat : es ist ein fehler(psych) aus der defensive zu diskutieren
    (wird oft von weibl. wesen betrieben-sorry)
    denn du mußt doch nichts erklären, nur tatsachen mitteilen 1. du bist gesund, 2. du hast eine stoffqwechselstörung, wie die meisten menschen, 3. du , im gegensatz zu den meisten menschen, hast diese im griff.
    um meine og -gegenargumente- anwenden zu können mußt du total COOL, und natürlich etwas gemein sein , why not.
    daher würde ich den anfang in die psychoecke verlagern, stell ein großes glas wasser auf den schreibtisch, ich hoffe du hast eine digicamera, ganz offen kontollieren ob batterie io., ob sd karte leer, usw. dann kamera bereitlegen, und dem kollegen mitteilen daß du jetzt bz testest, und er bitte umfallen soll, damit du ihn fotografieren kannst, denn
    48 000, andere diabetiker auf diesem forum warten auf das foto, von so einem weichei,
    höflicherweise kannst du ihm ja das wasser zur wiederbelebung versprechen.
    (daß man hier keine fotos hochladen kann brauchst du ihm ja nicht mitteilen)
    -das beruht auf dem oft erfolgreich benutztem system(ich bemerke an kleinigkeiten, daß mein schreibtisch bei abwesenheit, kontrolliert wird) : man legt ein pornoheft in die schulade und ein beiblatt-lieber kollege dies ist kostenlos für dich die nächsten kaufe bitte selber-
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  • Gast

    Rang: Gast
    am 12.09.2012 19:03:10
    Neulich in einer Umfrage gesehen, dass sich jeder zweite Deutsche daran stört, wenn Diabetiker in der Öffentlichkeit Blutzucker messen oder Insulin spritzen. Über solche Leute rege ich mich schon lange nicht mehr auf. Ein Großteil denkt sogar beim Anblick eines Insulinpen, wir seien Drogensüchtige. Einfach ignorieren! Wenn sich der "nette Kollege" stört soll er wegsehen oder den Raum verlassen und hoffen, dass er selbst nie krank wird.

    Gruß, Johann
  • Bild User
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    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 12.09.2012 19:11:49
    Moinmoin,

    wer nen Horror vor Blut hat, wird sich den nicht abgewöhnen lassen, und der Chef wird froh sein, dass er seinen da raus halten und den Schwarzen Peter an den Betriebsarzt weiter geben kann.

    Blut ist seit Jahren in der öffentlichen Meinung zunehmend risikobehaftet und gehört abgetupft und der Tupfer in den Sondermüll und desinfiziert und nur mit Einmalhandschuhen angepackt. Und wenn man sich in unseren Zucker-Kreisen umschaut, wie eifrig da für die keimfreie Entsorgung von Kanülen und für BZ-Messgeräte geworben wird, bei denen man den blutigen Teststreifen ohne Anfassen entsorgen kann, kann sich höchstens noch wundern, dass wir den Finger um die Stichstelle nicht längst mit nem OP-Tuch abdecken müssen.

    Persönlich teste und spritze ich nach meinem Bedarf jeweils an Ort und Stelle, und bis jetzt ist selten vor gekommen, dass mich jemand gebeten hat, das doch für ihn verborgener zu tun. Da hab ich allerdings dann auch kein Problem, dem zu entsprechen :)

    Bisdann, Jürgen
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 271
    Mitglied seit: 01.01.2012
    am 12.09.2012 19:59:48
    Na wenn das so ist, dann sollte man aber auf gar keinen Fall ins Restaurant essen gehen. Köche und Küchenpersonal schneiden sich ständig in die Finger und vermutlich bluten sie auch. Ein Wunder, daß nicht ständig weltweite Epidemien ausbrechen.
    Man kann alles übertreiben und wer sich wirklich von dem winzigen Tropfen Blut beim Messen stört, der hat vermutlich ein Problem, aber bestimmt nicht mit dieser winzigen Menge Blut. Aber andere Menschen zu schickanieren, das wird ja immer moderner.
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 12.09.2012 21:04:22
    erstmal ein groooßes danke, für eure antworten und eure unterstützung!!! :-)
    manche kommentare haben mich echt zum lachen gebracht, so schön gemein und zynisch waren die :-D (nochmals ein großes danke dafür)

    morgen früh gehe ich gleich zu einem vom betriebsrat und werd das mit dem besprechen. werd versuchen nicht defensiv zu diskutieren, sondern punkt für punkt tatsachen vorbringen. bin gespannt, wo das hinführt :-)

    der kollege ekelt sich nicht vor blut. ich habe eher den eindruck, dass er sich gelangweilt hat und mich zum zeitvertreib schikaniert. der macht öfter so kleine "aufstände" und pickt sich was raus, mit dem er den andren ein paar tage auf die nerven geht.
    grundsätzlich würd ich meinen, dass ich keinen grund mehr habe, diesem kollegen besondere aufmerksamkeit zu schenken. hab ihm heut auch gesagt, dass wir dann wohl nicht zusammenarbeiten können, wenn es "sein wohlbefinden so stark beeinträchtigt" (das waren seine worte!!!).

    bin auf den morgigen tag gespannt :-)
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 3
    Mitglied seit: 12.09.2012
    am 12.09.2012 21:05:56
    @vorigen post: hab vergessen mich einzuloggen :-(
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 3
    Mitglied seit: 12.09.2012
    am 14.09.2012 15:15:51
    ich war gestern beim betriebsrat und die dame dort war extrem nett!!!
    sie meinte sie erkundigt sich, wie das rechtlich aussieht für mich und auch beim betriebsarzt, ich habe, wie mir hier auch geraten wurde, ganz ruhig und sachlich punkt für punkt tatsachen aufgeführt (die gesundheitskontrolle alle 3 monate fand ich am wichtigsten!) und auch gesagt, dass ich mich diskriminiert fühle und persönlich angegriffen. das hat sie alles verstanden und meinte sogar, dass ich mich auf keinen fall wie eine aussätzige behandeln lassen muss :D

    sie meinte, sie meldet sich bei mir, wenn alles abgeklärt ist und redet auch mit meinem kollegen, dass das so nicht geht.
    danach hat sie gleich meinen chef angerufen und sich bei dem über den besagten kollegen erkundigt.
    nach dem gespräch war mein chef dann voll und ganz auf meiner seite (weil ich ja jetzt den betriebsrat hinter mir habe) und hat sogar von mobbing gesprochen! offensichtlich hat er jetzt den ernst der lage erkannt und merkt, dass ich das nicht so einfach hinnehme.

    ich hoffe und denke, dass die dame vom BR sich nächste woche meldet und die geschichte dann für imemr vom tisch ist.

    der kollege hat mich gestern übrigens angesprochen, ob ich denn böse auf ihn sei deswegen. daraufhin meinte ich ganz ruhig (hat mich selbst überrascht :-) ), dass ich nicht mehr als nötig mit ihm reden will. auf seine frage, warum denn, habe ich gesagt: weil das mein wohlbefinden beeinträchtigt. :D
    seitdem reden wir nur noch über berufliches, wenn es sich nicht vermeiden lässt und ich fühle mich wieder halbwegs wohl im büro.

    danke euch allen!!! ihr habt mir sehr geholfen, denn ich habe mich, dank euren tipps, nicht mehr so überfordert gefühlt mit der situation :-)

    GLG und schönes wochenende,
    noxi
  • Gast

    Rang: Gast
    am 12.01.2013 17:30:55
    Noxaline schrieb:
    ich war gestern beim betriebsrat und die dame dort war extrem nett!!!
    sie meinte sie erkundigt sich, wie das rechtlich aussieht für mich und auch beim betriebsarzt, ich habe, wie mir hier auch geraten wurde, ganz ruhig und sachlich punkt für punkt tatsachen aufgeführt (die gesundheitskontrolle alle 3 monate fand ich am wichtigsten!) und auch gesagt, dass ich mich diskriminiert fühle und persönlich angegriffen. das hat sie alles verstanden und meinte sogar, dass ich mich auf keinen fall wie eine aussätzige behandeln lassen muss :D

    sie meinte, sie meldet sich bei mir, wenn alles abgeklärt ist und redet auch mit meinem kollegen, dass das so nicht geht.
    danach hat sie gleich meinen chef angerufen und sich bei dem über den besagten kollegen erkundigt.
    nach dem gespräch war mein chef dann voll und ganz auf meiner seite (weil ich ja jetzt den betriebsrat hinter mir habe) und hat sogar von mobbing gesprochen! offensichtlich hat er jetzt den ernst der lage erkannt und merkt, dass ich das nicht so einfach hinnehme.

    ich hoffe und denke, dass die dame vom BR sich nächste woche meldet und die geschichte dann für imemr vom tisch ist.

    der kollege hat mich gestern übrigens angesprochen, ob ich denn böse auf ihn sei deswegen. daraufhin meinte ich ganz ruhig (hat mich selbst überrascht :-) ), dass ich nicht mehr als nötig mit ihm reden will. auf seine frage, warum denn, habe ich gesagt: weil das mein wohlbefinden beeinträchtigt. :D
    seitdem reden wir nur noch über berufliches, wenn es sich nicht vermeiden lässt und ich fühle mich wieder halbwegs wohl im büro.

    danke euch allen!!! ihr habt mir sehr geholfen, denn ich habe mich, dank euren tipps, nicht mehr so überfordert gefühlt mit der situation :-)

    GLG und schönes wochenende,
    noxi