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Wie richtig verhalten bei Hypo
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Gast
Rang: Gastam 15.01.2013 22:00:01
Ich bin seit einigen Wochen mit einem Typ 1 Diabetiker zusammen. Es ist jetzt ab und zu vorgekommen, dass er morgens mit einem extrem niedrigen Blutzucker aufsteht. Einmal so niedrig, dass er trotz sofortigen Traubenzucker-essens Krampfanfälle bekommen hat und ich den Notarzt gerufen habe.
Letztens ist er mit einem Wert von 35 aufgestanden. Zu dem Zeitpunkt war er aber noch "fit" (also noch keine Zuckungen, lallen o.ä.). Er hat dann 8 Täfelchen Dextroenergen gegessen (die großen bzw. doppelten Täfelchen). Komischerweise fingen die Zuckungen erst nach bzw. während dem Essen vom Traubenzucker an so dass ich mich frage wie lange der Traubenzucker braucht um zu wirken?
Dann frage ich mich wieviel Traubenzucker er wirklich essen muß. Denn ca. eine halbe Stunde später war sein Wert bei über 400 und er mußte spritzen um den Wert wieder nach unten zu korrigieren. Das ist doch auch nicht Sinn der Sache.
Gibt es da Richtwerte?
Wäre euch sehr dankbar für eure Hilfe. Ich bin leider noch etwas unerfahren, möchte ihm im Notfall aber bestmöglichst helfen können.
LG -
am 15.01.2013 22:14:28
Gast schrieb:
Ich bin seit einigen Wochen mit einem Typ 1 Diabetiker zusammen. Es ist jetzt ab und zu vorgekommen, dass er morgens mit einem extrem niedrigen Blutzucker aufsteht. Einmal so niedrig, dass er trotz sofortigen Traubenzucker-essens Krampfanfälle bekommen hat und ich den Notarzt gerufen habe.
Letztens ist er mit einem Wert von 35 aufgestanden. Zu dem Zeitpunkt war er aber noch "fit" (also noch keine Zuckungen, lallen o.ä.). Er hat dann 8 Täfelchen Dextroenergen gegessen (die großen bzw. doppelten Täfelchen). Komischerweise fingen die Zuckungen erst nach bzw. während dem Essen vom Traubenzucker an so dass ich mich frage wie lange der Traubenzucker braucht um zu wirken?
Dann frage ich mich wieviel Traubenzucker er wirklich essen muß. Denn ca. eine halbe Stunde später war sein Wert bei über 400 und er mußte spritzen um den Wert wieder nach unten zu korrigieren. Das ist doch auch nicht Sinn der Sache.
Gibt es da Richtwerte?
Wäre euch sehr dankbar für eure Hilfe. Ich bin leider noch etwas unerfahren, möchte ihm im Notfall aber bestmöglichst helfen können.
LG
Hallo,
um wieviel der Blutzucker bei einer Broteinheit (zwei Täfelchen DextroEnergen) steigt, ist unterschiedlich. Jeder reagiert anders auf Kohlenhydrate. 8 Täfelchen wären demnach 4 Broteinheiten, also 48g Kohlenhydrate. Wenn man einen starken Unterzucker von 30 mg/dl hat, halte ich das für mich persönlich zum Teil angemessen. Manchmal schießt der Zucker dann total in die Höhe, manchmal ist der Zucker hernach nur ganz leicht erhöht (160 mg/dl) und manchmal reichen diese BE sogar nicht, Tagesform abhängig. Ich nehme lieber einen höheren Wert nach einer starken Unterzuckerung in Kauf....das handhabt jedoch jeder anders....je nachdem welche Erfahrungen man mit dem weiteren Verlauf des Blutzuckers gemacht hat. Ist ja auch bei jedem anders.
Es muss jeder selber wissen, wie er mit seinem Diabets umgeht. Falls solche Unterzuckerungen am frühen Morgen jedoch häufiger auftreten, dann sollte man schon nachhaken. Muss ja nicht sein. Könnte man evtl anders einstellen, zumindest Insulin reduzieren....Aber da wird Dein Freund ja auch mit einem Diabetologen darüber reden können, falls dies häufiger auftreten sollte...
Meine Meinung,
viele Grüße,
Jacky
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Gast
Rang: Gastam 16.01.2013 09:37:00
ich habe für solche fälle eine dose notfallcola, die bekommt man wenigsten schnell auf und runter,
bei den dextro finde ich bei hypo das winzige aufreißbändchen nicht.
außerdem schmeckt tz überhaupt nicht ist hart und trocken und braucht überwindung geschluckt zu werden. viele nehmen auch gummibärchen wegen des besseren geschmacks.
daß der tz "nicht" vor 20 minuten wirkt habe ich auch festgestellt.
fehlen tut natürlich die therapie , pumpe ? ict ?
ändert er selbst die dosis oder fagt er jedesmal den arzt ?
wenn er selbst ändert muß er langsam aktiv werden, wenn nicht mal den arzt fragen.
für extreme notfälle, kann er sich den hypokit von novo nordisk verschreiben lassen,
(nicht immer geht das bewuste schlucken noch. ) die anwendung ist durch die bilder sehr gut erklärt.
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Gast
Rang: Gastam 16.01.2013 10:46:08
Danke für eure Antworten.
Ja das mit den Aufreißbändchen ist schwer. Aber wenn ich merke das er einen Hypo hat stopfe ich ihm den Traubenzucker in den Mund (zumindest dann wenn er schon Zuckungen hat). Ich überlege Hypo-Fit (Flüssigzucker) zu probieren. Der müßte ja schneller wirken als normaler TZ. Hat da jemand Erfahrung mit?
Bin jetzt einerseits etwas beruhigt das der TZ bei dir auch so lange braucht um zu wirken. Andrerseits auch wieder etwas beunruhigt. Denn das würde bedeuten das er vorübergehend trotz TZ wegkippen kann, ich ihm dann vermutlich eine Glucagonspritze gebe obwohl die dann vermutlich nicht notwendig wäre weil er ca. eine Viertelstunde später von der vorherigen TZ-Gabe wieder wach werden müßte. Oder?
Er ändert die Dosis beim Langzeitinsulin selber (aber immer nur um eine Einheit hoch oder runter und auch nicht oft). Nächste Woche hat er aber endlich einen Arzttermin. Er spritzt nämlich das Lantus morgens und abends und scheinbar "überlappen" die sich am Morgen. Wäre eine mögliche Erklärung für die schweren Hypos (die er nicht oft, aber wenn dann immer morgens hat). -
Gast
Rang: Gastam 16.01.2013 11:30:04
es gibt etliche die lantus 2mal spritzen, meist die die pro dosis unter ca 8ie nehmen , da dann die wirkzeit geringer ist. mit den 24 h wirkzeit ist das unterschiedlich, es gibt nutzer die damit gut klarkommen, andere erreichen die 24h nie, die müssen dann 2 mal spritzen.
die kunstgeschmäcker der tz lösungen wie jubin etc sagen mir alle nicht zu.
wer keine cola mag sollte ev mal traubensaft probieren, was gut schmeckt ist gerade in problemfällen leicht=schneller runterzukriegen. und da die menge bei basalüberdosierung ja nicht so viel ist reichen da zb 0,2l =2be. -
am 16.01.2013 12:29:41
Moinmoin,
ich spritze Lantus aktuell morgens und abends je 15IE. Ab und zu, vielleicht 2-3mal pro Halbjahr, erlebe ich das Wunder, dass so ein Schuss schneller und intensiver bei mir wirkt, als die gleiche Menge Apidra. Diese Wunderwirkung setzt zum Glück bei mir immer in der ersten Stunde nach dem Spritzen ein.
Zum Glück fühle ich ne Hypo schon ab etwa 60, wenn ich wach bin, und esse dann, was ich grad habe, gerne Obst, nicht so gerne Bonbons oder Gummibärchen, weil mir die zu süß sind, und ganz selten Traubenzucker, weil ich den überhaupt nicht mag.
Wenn's mich wieder mal erwischt, ess ich also halt entsprechend, verteilt auf die und die nächst Stunde, in der die Wirkung normal bei mir anhält. 15IEs reichen bei mir je nach Situation für 3-6BEs.
Wenn ne Stunde nach dem Spritzen unauffällig rum ist, wirkt das Lantus normal bei mir, und ich kann in aller Ruhe Auto fahren oder ins Bett gehen.
Hab übrigens mal mit jemandem in ner Schulung gesessen, der bei sich so eine wundersame Lantus-Wirkung direkt provozieren konnte. Der brauchte dazu nur Humalog. Wenn er beides zusammen spritzte, wie viele das z.B. zum Abendessen machen, hatte er ne gute Stunde bis zwei danach ne Hypo. Wenn er das Lantus wenigstens 1 Stunde nach seinem Bolus spritzte, lief sein BZ bei den selben Spritz- und Essmengen zwar für meine Vorstellung ein bisschen hoch, aber für seine ganz normal.
Bisdann, Jürgen