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DMP Zwang
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Julian
Rang: Gastam 16.04.2009 23:12:24
Hallo,
ich bin 31 und Diabetiker Typ 1 seit 1 Jahr.
Seit einige Zeit gehe ich zum Diabetologer. Früher war bei dem Hausarzt, aber er hat mich zu dem fach Arzt geschickt mit der Begründung:" Der Fach Arzt kann Ihnen Rezepte auf unbegrenzte Menge des Insulin u.s.w. schreiben ich kann es nicht", Der Diabetologe sag mir es ist nicht korrekt, was mein Hausarzt mir sagt, so sein es für ihn günstig. Also nun jetzt über den Diabetologe...
Letztes mal hat mir der Arzt das Formular vorgelegt, damit ich mich in DMP Programm einschreibe. Ich habe abgelehnt, will nicht, dass über mich die Daten an dritte u.s.w. weiter gegeben werden. Der Arzt hat mich aber gewarnt " Wenn Sie nicht einsteigen, werde ich Sie nicht weiter betreuen, weil die diabetologische Ärzte das Geld nur aus dem DMP Programm beziehen" .
Lügt der Arzt mich an um mich in das DMP Programm zu kriegen, weil er einfach dadurch für sich mehr Vorteile hat?
Ich bin aus BW (Stuttgart). Ich das DMP Programm pflicht, oder nur mein Arzt will es so haben?
Danke im vorraus
Julian. -
Barbara
Rang: Gastam 16.04.2009 23:24:56
hallo Julian, es ist keine Zwang in das DMP Programm zu gehen. Natürlich bekommt der Arzt etwas geld dafür , die Krankenkassen bekommen am meisten von dem Länderstrukturausgleich
ca. Euro 3.000 . Wenn Du nicht zustimmst,bekommt der Arzt für seine bemühungen natürlich geld von der jeweiligen Kasse. Z.B. ich bin auch nicht eingschrieben und bekomme sämtliche Untersuchungen und ev. Schulungen auch. Man hat das schon öfters gehört,daß die Ärzte einen dann nicht behandeln wollen. Ich würde das dann der Kasse melden,das ist nicht zulässig und freiwillig
bei dem DMP mitzumachen. Ja, es wird leider immer wieder versucht die Patienten unter Druck zu setzen.
Gruß
Barbara
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klausdn
Rang: Gastam 16.04.2009 23:44:58
beide ärzte haben märchen erzählt.
aber @barbara der risilostrukturausgleich ist seit 1.1.09.
nämlich seit dem gesundheitsfonds wesentlich weniger als früher.
zur frage,
1. jeder arzt egal ob ha oder fa kann soviel insulin im quartal verschreiben wie "nötig" ist keiner darf unmengen verschreiben.
2. der fa bekommt seinen ihm zustehenden obolus+eine entschädigung für den arbeitsaufwand für dmp.
3. es ist völlig egal ob die kk etwas über das dmp mitgeteilt bekommt, denn sie bezahlt schließlich die medis, also weiß sie es ja schon.
4. demnächst kommt die elektronische gk, da kann jeder arzt sehen "was" und "wieviel" verschrieben wurde.
5. der nutzen für den patienten, liegt nur in den 1% zuzahlung für die medis, als chroniker.
und da ist man "mit" dmp als chroniker per se anerkannt. wer nicht drin ist muß sich dies bei einigen kk bescheingen lassen, und für diese bescheinigung kann der arzt gebühren verlangen. -
Carlos
Rang: Gastam 17.04.2009 10:09:12
Hi Julian,
und immer wieder und immer wieder die Märchenstunde der Ärzte..es ist zum Kotzen..tschuldigung.
Wenn mich ein Arzt so verarscht, wäre das mein letzter Besuch bei dem, denn dann belügt er dich auch in anderen Situationen.
Das Vertrauen wäre im Eimer.
Wenn Ärzte solche oder ähnliche Aussagen machen, sollte man bei der KK einfach mal telefonisch nachfragen oder sich an die KV wenden und den Arzt dann damit jeweils direkt konfrontieren...
Die Argumentation der KK für die Teilnahme am DMP lautet meist:
-Sie werden besser betreut als vorher.
Ab und zu bekommt man etwas Geld zurück, bei einigen örtlichen KK ist das richtig viel. Oder Rezeptgebührenbefreiung.
ABER, man wird weder einen früheren Arzttermin erhalten noch besser oder schlechter ärztlich versorgt werden.
Aber Ullala oder der KK wird schon noch etwas einfallen, wie sie die Leute ins DMP zwingen kann.
Die elektroniche Krankenkassencard hat aus meiner Sicht vor allem den Zweck und Hintergrund, dass man unterbindet, dass Patienten von Arzt zu Arzt rennen, um sich Medikamente zu holen. Hier geht es sicher um die Erfassung der Zielgruppe der medikamentensüchtigen/abhängigen Leute.
Zur Speicherung der Daten oder Weitergabe an Dritte: Julian, darf ich dich fragen, ob du payback-karten hast oder in Versandhäusern bestellst? Machst du bei Gewinnspielen mit?
Denn meist sind die, die wegen Datenschutz jammern die, die die meisten Rabattkarten haben und so wegen 2 Cent billiger bereits ausreichend ihre Daten in der Gegend verschleudert haben. Oder glaubst du wirklich, es geht um die Rabbattpunkte? von Carlos -
Jürgen
Rang: Gastam 17.04.2009 18:03:30
Die Idee, dass mit DMP irgendwer mehr über meine Gesundheitsdaten wissen könnte als ohne, ist absolut abwegig. Alle Daten sind z.B. den kranken Kassen ohne wie mit DMP in gleichem Umfang bekannt. Sie dürfen sie ohne mein ausdrückliches Einverständnis nur nicht gebrauchen, um für den Mehraufwand für mich aus dem großen gemeinsamen Topf mehr Geld zu bekommen.
Der Mehrbedarf und der Ausgleichsanspruch dafür sind voll gerechtfertigt. So kostet halt ein Diabetiker im Durchschnitt 2.000 bis 10.000 Euronen pro Jahr mehr, als der allgemeine Versichertendurchschnitt. Allein ein absurdes Datenschutztheater verhindert, dass die Krankenkassen die vorhandenen Daten direkt verwenden dürfen. Und unsere Mentalität verhindert, dass sie sich direkt mit der Bitte an uns wenden, doch unsere Einwilligung zu unserer Anmeldung bei diesem Chronikertopf zu geben, damit sie etwa 5.000 Euros für jeden von uns von dort verrechnet bekommen.
Was hab ich davon? Wäre die erst Frage - und ist es ja auch. Und die wird halt mit DMP beantwortet, mit erstatteter Praxisgebühr oder anderen Kleinigkeiten in dieser Größenordnung. Und mit einer papiernen Gründlichkeit, Gott weiß was für tolle Verwaltungsakte dahinter vermuten lassen könnte. - Was da lediglich einmal mehr und teuer vielleicht in anderer Reihenfolge zusammen getragen wird, reicht nicht einmal zum statistisch begründet aussagefähigen Rückschluss auf mehr oder weniger erfolgreiche Behandlungswege :-( von Jürgen -
klausdn
Rang: Gastam 17.04.2009 19:39:41
bitte nicht auf die zahlen vom vorjahr verweisen!
"heute" 2009 bekommt die kasse für jeden dmp eingetragenen 180e/a.(schreibgebühren)
aus den ges. fonds für "jeden" der darunterfällt einen morbiditätszuschlag, egal ob im dmp oder nicht.
deshalb gibt es für dmp "keine" bonbons wie euronen oder befreiung mehr. -
Rose
Rang: Gastam 17.04.2009 19:43:56
Hallo Jürgen,
dir ist aber schon klar, dass man mit der Unterschrift zum DMP nicht nur erlaubt, dass der Arzt die Daten an die Krankenkasse schickt? Wenn man sich die Mühe macht und das Kleingedruckte liest, stellt man fest, dass alle gesammelten Daten vom Arzt nicht an die Krankenkasse, sondern an eine Datenstelle (= private Firma) gesendet werden. Mit vollem Namen und Versichertenstatus.
2005 hat so eine Datenstelle mal eine Zweigstelle in Vietnam eröffnet. Dumm nur, dass dort die deutschen Datenschutzgesetze keine Wirkung haben. Die Daten können von dort aus völlig legal, auch an deutsche Interessenten, verkauft werden. Anscheinend waren die 20.000 Datensätze, die per email hin und her geschickt wurden, nicht verschlüsselt und für jedermann lesbar (und damit auch kopierbar).
Wie dem auch sei, diese Datenstelle gibt dann ausgewählte Daten, ebenfalls mit Namen, an die Krankenkasse und die Kassenärztliche Vereinigung (!) weiter. Außerdem werden die Daten mit einem Pseudonym versehen und an ein wissenschaftliches Institut und einer Einrichtung zur Qualitätssicherung weitergereicht. Bei einer Pseudonymisierung kann übrigens jederzeit der Name der entsprechenden Person wieder zugeordnet werden!
Im Übrigen ist es falsch, dass den KK alle Daten auch ohne DMP bekannt sind. Oder gibst du deine Daten jedes Quartal persönlich an deine KK weiter? Dein Arzt darf es jedenfalls ohne DMP nicht. Der unterliegt der Schweigepflicht, auch gegenüber der KK. Der darf nur Diagnosen weitergeben, nicht jedoch Untersuchungsergebnisse.
Außerdem ist seit dem 1.1.09 der Risikostrukturausgleich vom DMP abgekoppelt. Ob ein Versicherter am DMP teilnimmt oder nicht, ist für die KK (finanziell gesehen) vollkommen egal. von Rose -
klaus nachtr.
Rang: Gastam 17.04.2009 20:19:46
das ist richtig aber leider theorie, egal ob dmp oder nicht, sind vertreter der aok niedersachsen durch die arztpraxen getingelt haben (datenschutz - wo ?)
bei den ärzten in die computer geschaut und morbiditätszuschläge gefordert.
das gesamte dmp paket ist eine erfindung von uns ulla,
überwiegend sinnlos.
einziger aber gravierender vorteil die patienten "müssen" wenn es nötig ist weitergeschickt werden.
denn auch dies ist vorher oft unterblieben.
und wenn die hä endlich mal den satz - sie haben ein bisschen zucker - vermeiden würden wäre allen mit gedient. -
.
Rang: Gastam 18.04.2009 08:35:20
DMP ist so und so völliger Blödsinn -jeder selbstverantwortilche und mündige Bürger(Diabetiker!!!) geht so und so regelmäßig zum Arzt und nicht erst wenn es weht tut irgendwo. -
Julian
Rang: Gastam 18.04.2009 12:09:18
Hallo,
erst ml Danke für die Antworte.
Mir ging bei dem DMP Programm um Prinzip, niemand kann mich zu irgendwas zwingen auch wenn es um meine Interesse geht. Auch das Geld welches zurückerstatten wird ist mir völlig egal. Wer über irgendwelche Sammelpunkte schreibt wie Carlos hat wahrscheinlich meine Frage nicht verstanden. Auf jedem Fall meine Daten sind eben nur meine Daten und keiner darf an sie rankommen. Ich hasse lässtige Werbeprospekte die ich ab und zu in dem Briefkasten finde, wo meinen Namen steht, obwohl ich kenne die Firma oder Bank von welche ich das bekomme gar nicht. Es war nur ein Beispiel, ich lebe lieber Inkognito als ich mein Einverständniß gebe über mich die Daten zu sammeln und an Dritte weitergeben.
Tja es is für mich nichts neues, dass wir immer wieder verarscht werden, aber so ist das halt. Ich werde mir neuen Arzt aufsuchen müssen. Und rufe trotzt bei der KK an.
Man braucht das DMP Programm wirklich nicht, falls das nur um regelmessige "Wartung" geht. Schließlich es geht um meine Gesundheit und ich muss mich selber darumkümmern.
Ärtzte sind dafür da um Menschen zu helfen und nicht sie noch mehr in Stress zu versetzen oder Angst anzujagen. Mein Fach fragte mich ob das Buch führe wo ich BE Insulin und BZ eintrage. Ich habe ihm gesagt nein und ich werde das auch nicht tun. Durch Diabetis ist leben schon einbisschen komlieziertes geworden und ich will es nicht noch komplizierter machen. Ist doch wichtiger das ich gute BZ und Hb1a Werte habe, als das was im Buch steht. Mir reicht schon dass ich an einem Tag mindestens bis zu 8-9 Löcher mit Insulinnadeln oder Lanzetten mache. Also jede Person hat das Recht sich gegen Ungerechtigkeit zu währen. Das werde ich tun und werde nicht in DMP einzusteigen, so lange ich nicht ganz genau weiß, wer und was mit meinen Daten macht.
Viel Gesundheit euch allen. :-)